Im Ohr Hörgeräte (IdO): Dezent und nahezu unsichtbar

Schwerhörige Menschen sind oft auf der Suche nach einer Hörhilfe, die möglichst unauffällig ist. Aus diesem Grund liegen Im Ohr Hörgeräte (IdO) im Trend, die quasi im Ohr verschwinden und dort ihre Funktion erfüllen. Der Name ist Programm: Im Ohr Hörgeräte (IdO) verschwinden direkt im Ohr und sind eine unauffällige Alternative zu Hinter dem Ohr-Hörgeräten. IdOs können bei einer leichten bis mittleren Hörschwäche zum Einsatz kommen.

Dezent im Ohr: Das Im Ohr Hörgerät (IdO)

Schema eines Siemens iMini im Ohr.

Foto: Siemens AG Berlin und München

Die technische Weiterentwicklung macht es möglich, dass kompakte Hörgeräte immer kleiner werden. Die Miniaturisierung erlaubt, dass ein Hörgerät, das fast im Ohr verschwindet, unsichtbar den Dienst erfüllen kann. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Hörgeräten lässt sich das Im Ohr Hörgerät in das Ohr einführen. Die komplette Technik des Hörgerätes befindet sich somit direkt im Ohr des Trägers. Je nach Modell und Bauweise ist es möglich, dass entweder ein großer Teil im Gehörgang verschwindet oder das ganze Hörgerät in den Gehörgang eingeführt wird. Neben den kosmetischen Vorteilen bieten Im Ohr Hörgeräte (IdO) auch weitere Vorzüge. So sind sie auch für Brillenträger tragbar, denn das Hörgerät kollidiert hinter dem Ohr nicht mit dem Brillenbügel. Im Ohr Hörgeräte zeichnen sich dadurch aus, dass der Abstand zwischen dem Hörer und dem Mikrofon relativ gering ist.

Unterschiedliche Bauformen von IdO Hörgeräten

Es stehen drei Bauformen zur Auswahl. Das klassische Im Ohr Hörgerät sitzt in der Ohrmuschel (Concha) und füllt diese komplett aus. Um das Hörgerät möglichst unauffällig werden zu lassen, sind diese Modelle in der Regel auch hautfarben und können an den individuellen Hautton angepasst werden. Weiter ist es möglich, kleine Äderchen in das Design zu integrieren, sodass kaum ein Unterschied zu dem Ohr sichtbar ist. Diese Variante ist die größte und auffälligste unter den Im Ohr Hörgeräten. Deutlich kleiner und somit noch unauffälliger sind Im Ohr Hörgeräte (IdO), die im Gehörgang sitzen (In the Canal). In diesem Fall schließt das Hörgerät mit dem Gehörgang ab und die Ohrmuschel bleibt frei.

Sehr kleine Bauformen (CIC) werden komplett in den Gehörgang eingeschoben und sind somit völlig unsichtbare Hörgeräte. Von außen sind diese Mini-Varianten nicht sichtbar. Diese Im Ohr Hörgeräte müssen allerdings mit Hilfe von speziellen Werkzeugen in den Gehörgang gebracht und wieder herausgezogen werden. Die Besonderheit der CICs ist der direkte Sitz vor dem Trommelfell des Trägers. Die Mini-Hörgeräte verbleiben bis zum vollständigen Batterieverbrauch im Gehörgang und werden auch in der Nacht oder im ausgeschalteten Zustand nicht herausgenommen. Um die Batterien zu wechseln, was durchschnittlich alle drei Monate erforderlich ist, muss ein Hörgeräteakustiker aufgesucht werden, der das Gerät fachmännisch entfernt. Das Hörgerät kann per Fernbedienung den unterschiedlichen Hörsituationen angepasst werden.

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Für wen sind Im Ohr Hörgeräte geeignet?

Im Prinzip können Im Ohr Hörgeräte (IdO) für jeden Hörgeschädigten in Betracht gezogen werden. In der Praxis gibt es aber auch Probleme, wenn der Gehörgang zu klein oder eng ist. Das Ohr muss über einen Mindestdurchmesser verfügen, damit die Im-Ohr-Variante komfortabel getragen werden kann. Menschen, die an einer sehr starken Schweißproduktion oder an einer vermehrten Ohrenschmalzproduktion leiden, sind als Träger der Im Ohr Hörgeräte (IdO) weniger geeignet, denn die Lebensdauer der Im Ohr Hörgeräte (IdO) kann dadurch nachteilig beeinflusst werden. Auch der Grad der Schwerhörigkeit entscheidet, ob ein Miniaturhörgerät zum Einsatz kommen kann. Bei leichten bis mittleren Hörverlusten ist es generell möglich, die Im Ohr Hörgeräte (IdO) zu verwenden. Bei stärkerem Hörverlust werden jedoch andere Bauformen bevorzugt. Bei geringgradiger Schwerhörigkeit (20-40% Hörverlust) und bei mittelgradiger Schwerhörigkeit (40-60 Prozent Hörverlust) kann das Im Ohr Gerät eingesetzt werden. Im Falle einer hochgradigen Schwerhörigkeit (60-80 Prozent) oder einer Resthörigkeit (80-95 Prozent) kann das IdO den Hörverlust nicht ausgleichen.

Die Mini-Hörgeräte sind für Menschen geeignet, die eine Hörhilfe wünschen, die relativ unbemerkt ihre Funktion erfüllen soll. Vor dem Kauf werden die einzelnen Parameter abgeklärt, sodass die Hörhilfe auf die individuellen Bedürfnisse des Trägers abgestimmt ist. Aufgrund der kleinen Bauform verfügen die kleinen Hörhilfen nur über eine geringe Belüftungsmöglichkeit. Dieses “Venting” ist für den Druckausgleich zuständig. Kann dieser nicht im erforderlichen Maße stattfinden, so kann es vorkommen, dass der Körperschall oder die eigene Stimme als unnatürlich wahrgenommen werden. Auch alltägliche Geräusche wie das Kauen können als störend empfunden werden. Menschen, die einen sehr empfindlichen Gehörgang haben, kann die Im Ohr-Alternative als sehr störend empfinden. Auch wenn kleine Vernarbungen im Gehörgang bestehen, ist die Mini-Variante selten geeignet.


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