Analoge Hörgeräte: Feinjustierung entscheidet über die Hörqualität

Im Bereich der Hörgeräte wird zwischen digitalen und analogen Hörgeräten unterschieden. Der Unterschied beruht auf der unterschiedlichen Technik im Hörgerät und der damit verbundenen Signalverarbeitung zum Ohr des Trägers.

Die Technik der analogen Hörgeräte

Bei analogen Hörhilfen wird der Schall aufgenommen und in kleine elektrische Signale umgewandelt. Diese elektrischen Signale empfinden den Schall nach und verstärken diesen. Die verstärkten Signale werden dann an einen Hörer (Lautsprecher) weitergeleitet, sodass der Träger im Ohr die Signale hören kann. Analoge Hörgeräte empfangen also die Schallwellen und geben diese verstärkt an das Ohr weiter. Sie beinhalten eine Elektronik, bei der die Signalverarbeitung ausschließlich analog erfolgt. Die einfachere Technik bietet kaum individuelle Programmierfunktionen. Analoge Hörgeräte arbeiten nach der Größe des Eingangssignals, die Verstärkung der aufgezeichneten Werte erfolgt stufenlos. Bei analogen Hörhilfen werden die Eingangssignale nach der tatsächlichen Lautstärke bzw. Größe verstärkt. Akustiker haben die Möglichkeit, bei analogen Hörhilfen über Miniatur-Einstellschrauben individuelle Einstellungen an den kleinen Stellschrauben vorzunehmen. In der Regel befinden sich an der Außenseite der Hörgeräte zusätzliche Bedienelemente und Schalter. Durch diese ist es dem Benutzer möglich, das Hörsystem individuell zu beeinflussen.


 

Analoge Hörgeräte

Analoge Hörhilfen nehmen die Schallwellen auf und geben diese verstärkt direkt an das Gehör weiter.


Digital programmierte analoge Hörgeräte

Anfang der 90er Jahre verbesserte sich die Technik, sodass analoge Hörgeräte zudem digital programmierbar waren. Die Signalverarbeitung bei digital programmierbaren Hörhilfen erfolgt allerdings weiterhin analog. Die Einstellung der Hörhilfen wird beim Akustiker durchgeführt, der über eine Programmierschnittstelle verfügt oder mit Hilfe eines Programmier-Geräts arbeitet. Über eine Fernbedienung können automatische Hörprogramme, Richtmikrofone und Lautstärke-Einstellungen vorgenommen werden. Digital programmierte Analog-Hörgeräte sind besser an das Ohr und das Gehör des Trägers anzupassen als die betagten Vorgängermodelle. Analoge Hörgeräte können Verzerrungen, Rückkopplungen und Störsignale allerdings nicht gänzlich ausschließen. Digital analoge Hörhilfen erlauben zwar eine genauere Anpassung an die Schwerhörigkeit der Trägers. Allerdings sind die Einstellmöglichkeiten durch sogenannte Trimmer begrenzt, erlauben jedoch die computerunabhängige Abstimmung der Hörhilfe an jedem Ort.

Digitale Hörgeräte: Genauere individuelle Anpassung

Im Gegensatz zu analogen Hörgeräten verfügen digitale Hörhilfen über nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Feinjustierung. Die innovativen Geräte sind vom Träger mit Hilfe einer Fernbedienung leiser oder lauter zu stellen. So ist es möglich, zwischen den Programmen zu wählen und das Hörgerät auf die individuelle Situation anzupassen. Hörgeschädigte können so die Hörgeräte jederzeit regulieren. Digitale Hörgeräte verfügen ebenfalls über ein Mikrofon, das den Schall aufnimmt und über einen Lautsprecher in das Ohr leitet. Der Hauptunterschied zu der analogen Technik besteht bei digitalen Hörgeräten darin, dass das Hörgerät einen kleinen Computer beinhaltet. Durch diesen werden die Signale, die das Mikrofon liefert, verarbeitet. Durch diesen Zusatz ist es möglich, Hörhilfen individuell und flexibel zu programmieren. Intensivitäten und Frequenzen sind individuell an den jeweiligen Hörverlust anpassbar.


Analoge Hörgeräte

Mit Hilfe der digitalen Technik ist es möglich in geräuschintensiven Umgebungen, z.B. Restaurants, die Umgebungsgeräusche zu verringern und die Stimme des Gesprächpartners so besser zu hören.


Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Schall bevorzugt aus einer Richtung aufzunehmen. Diese Option ist für Träger sehr hilfreich, wenn ein Gespräch in einer lärmenden Umgebung stattfindet. Bei digitalen Hörgeräten wird der Schall empfangen und in ein digitales Signal verarbeitet. Die Wellen werden in Zahlenreihen zerlegt und wieder in eine Welle verwandelt und erst dann an das Gehör abgegeben. Der zu übertragende Hörbereich wird so in mehrere Kanäle unterteilt, sodass das Hörgerät auf die individuelle Schwerhörigkeit angepasst werden kann. Digitale Hörgeräte können die Schallwellen filtern und komprimieren, sodass die menschliche Sprache stärker gewichtet wird als Umgebungsgeräusche. Die individuelle Anpassung an den Hörverlust erfolgt über den Computer, der im Hörgerät eingebaut ist. Die digitale Technik bietet fast unbegrenzte Einstellmöglichkeiten der Feinjustierung.

Vorteile der digitalen Hörhilfen

Analoge Hörgeräte bieten Einschränkungen im Bereich der Feinjustierung. Digitale Hörhilfen arbeiten mit Hilfe von digitalen Fourierfiltern. Durch diese werden die verschiedenen Frequenzbereiche auf unterschiedlichen Filterkanälen geteilt, sodass das Hörerlebnis wesentlich natürlicher ist. Durch die Aufteilung in Frequenzbereiche kann die Sprachverständlichkeit stark erhöht werden. Je mehr Kanäle das Hörgerät besitzt, desto exakter ist die individuelle Hörschwelle und Unbedenklichkeitsschwelle an die Bedürfnisse des Trägers anzupassen. Die Unbedenklichkeitsschwelle gibt an, ab welchem Grad die Geräusche für den Träger unangenehm oder schmerzhaft werden. Durch die digitale Technik wird nicht nur die Hörfähigkeit, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Tonfolgen wahrzunehmen, verbessert. So ist es für den Träger wesentlich einfacher, Gesprächen zu folgen. Daneben sorgt die intelligente Signalverarbeitung bei digitalen Hörgeräten dafür, dass das gesprochene Wort von Umgebungsgeräuschen unterschieden werden kann. Außerdem werden sehr laute und plötzlich auftretende Geräusche abgedämpft. Die komplette Lautstärkenregelung erfolgt automatisch. Analoge Hörgeräte bieten diese Feinheiten nicht, was dazu führen kann, dass Gespräche nicht richtig oder verzerrt wahrgenommen werden.


Analoge Hörgeräte

Digitale Hörsysteme bieten eine Reihe von nützlichen Funktionen, die Abhilfe bei Hörverlust schaffen.


Die Vorteile der digitalen Hörgeräte liegen darin, dass die Signalverarbeitung wesentlich besser und automatisch erfolgt. Die digitale Technik bietet aufgrund der Miniaturisierung zudem bessere Voraussetzungen für optisch ansprechende Hörgeräte, die kaum sichtbar sind. Durch den geringeren Energieverbrauch erlaubt die digitale Technik auch kleinere Batterien. Weiterhin zeigen die digitalen Varianten ein geringeres Eigenrauschen, denn die Verarbeitung der Signale ist von der bit-Größe des Verarbeitungsprozesses abhängig. Darüber hinaus ist die Reproduzierbarkeit wesentlich besser, denn die Verarbeitung der Signale ist immer gleich. Analoge Hörgeräte bieten im Gegensatz zu digitalen Hörgeräten ein geringeres Maß an Zuverlässigkeit, da sie äußeren Einflüssen unterworfen sind. Hörgeräte, die heutzutage zum Kauf angeboten werden, sind in der Regel immer in der digitalen Variante erhältlich und bieten dem Nutzer so die bestmögliche Hörverstärkung.


Bewerten Sie diese Seite
[Gesamt: 31    Durchschnitt: 4.5/5]
Analoge Hörgeräte: Feinjustierung entscheidet über die Hörqualität - Verfasst von admin
Durchschnittsbewertung: 4.5/5 - 31 Besucherbewertungen