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In vielen Fällen entwickelt sich die Schwerhörigkeit
langsam, über Jahre hinweg und dadurch für die Betroffenen unmerklich.
Wem ist schon zu jeder Zeit bewusst, ob er die Vögel im Garten noch so
zwitschern hört wie früher? Oder dass die Türklingel immer öfter überhört,
der Fernseher lauter gestellt oder bei Gesprächen nicht mehr alles
verstanden wird. Der Grund dafür wird meist bei anderen gesucht:
"Ich höre gut, aber der andere nuschelt so". Häufig sind es
zuerst die Angehörigen, die das Hörproblem ansprechen.
Man
unterscheidet zwei Arten der Schwerhörigkeit: Die Schall- leitungs- und
die Schallemp- findungsschwerhörigkeit.
Schalleitungs-
schwerhörigkeit
Bei
einer Schallleitungs- schwerhörigkeit wird der Schall nicht mehr zum
Innenohr geleitet. Mögliche
Ursachen sind Störungen im Gehörgang, zum Beispiel durch einen
Ceruminalpfropf (Ohrenschmalz), Entzündungen oder Missbildungen des
Gehörgangs, Erkrankungen des Mittelohrs, chronischer Tubenkatarrh, ein
geschädigtes Trommelfell oder krankhafte Veränderungen in der
Gehörknöchelchen- kette. Die Schallleitungsschwerhörigkeit kann in
vielen Fällen medikamentös oder operativ beseitigt oder verringert
werden.
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Schallempfindungs-
schwerhörigkeit
Weiter verbreitet als die
Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Schallempfindungsschwerhörigkeit
oder auch Innenohrschwerhörigkeit, die durch eine Funktionsstörung im
Innenohr entsteht. Die häufigste
Ursache hierfür ist Lärm. Wie stark die Schädigung ist, hängt sowohl
von der Intensität des Lärms als auch von der Einwirkungsdauer ab. Bei
Dauer- einwirkung können schon Geräusche von mehr als 85 Dezibel (dB
(A)) Schwerhörigkeit verursachen. Sehr intensiver Schall (zum Beispiel
durch Düsentriebwerke oder Silvesterknaller) kann schon bei einmaliger
Einwirkung zu an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit führen.
Auch Infektionen, etwa Hirnhaut- entzündung, können die Hörfähigkeit
bleibend schädigen, bei Kindern vor allem Mumps, Masern, Röteln,
Diphtherie und Scharlach. Gifte und bestimmte Medikamente sind ebenfalls
in der Lage, das Hörorgan zu schädigen.
Behandlung
d. Schallemp- findungsschwerhörigkeit
Eine
Innenohrschwerhörigkeit beziehungsweise Schallempfindungs-
schwerhörigkeit ist im Regelfall nicht durch Operationen oder
medikamentöse Behandlungen zu beheben. Der Hörschaden kann nur mit
Hörgeräten ausgeglichen werden. Bei beidseitiger Gehörlosigkeit oder
Taubheit kann ein künstliches Innenohr (Cochlear Implant) eingesetzt
werden.
(dgk)
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