Juli / August 07  . . . : : AKTUELL : : . . .                                                                   

 

 

 

    30 Prozent der schwedischen Landwirte sind hörgeschädigt. Es ist allgemein bekannt, dass die Arbeit auf dem Land viel Lärm verursacht, doch nur wenige schätzen das ganze Ausmaß des Problems richtig ein und lassen ihr Gehör daher ungeschützt.
Der Alltag in einem landwirtschaftlichen Betrieb ist gekennzeichnet durch hohe Lärmpegel, z.B. von laut quiekenden Schweinen, Traktoren, Klimaanlagen oder landwirtschaftlichen Maschinen. Folglich sind Landwirte sehr häufig schwerhörig. Hörschäden treten laut Erhebungen des schwedischen Zentralbüros für Statistik in dieser Berufsgruppe im Durchschnitt viel öfter auf als in anderen Berufen.

Auch bei kurzen Lärmphasen sollte auf einen guten Lärmschutz geachtet werden. Je nach Lärmpegel kann das Gehör sogar durch kurze Lärmphasen von einer halben Stunde oder sogar wenigen Minuten geschädigt werden.

Überall auf der Welt riskieren landwirtschaftliche Mitarbeiter Hörschäden. Wie eine Studie der University of Iowa ergab, müssen sich US-amerikanische Farmer bei ihrer Arbeit mit den gleichen Lärmproblemen auseinandersetzen wie z.B. die schwedischen Landwirte.

Ein routinemäßiger Einsatz von Gehörschutz sollte bei Lärm selbstverständlich sein. Eine frühere schwedische Studie zeigte jedoch, dass nur 40 Prozent der landwirtschaftlichen Mitarbeiter bei der Arbeit Gehörschutz tragen. Schon einfache Maßnahmen können zu einer Lärmbegrenzung beitragen.

Niklas Adolfsson vom schwedischen Institut für Landwirtschafts- und Umweltschutztechnik weist darauf hin, dass durch eine Isolierung der Scheune und anderer Räume sowie der Anschaffung von neuen, lärmarmen Maschinen die Lautstärke wesentlich reduziert werden kann.

Außer drohender Hörminderung kann Lärm auch die Konzentration der Landwirte beeinträchtigen und zu körperlicher Erschöpfung beitragen, so Adolfsson. Ein effektives Arbeiten in lauter Umgebung verbraucht mehr Energiereserven. Das kann letztendlich zu einer erhöhten Verletzungsgefahr führen.

Quellen: Hallandsposten, 29.01.2007, und University of Iowa News Services, Fundstelle: hear-it.org