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Ursachen für
Hörprobleme in der Kindheit
Viele
Hörprobleme entwickeln sich erst nach der Geburt. Die häufigste Ursache
von Schwerhörigkeit im Kindes- und Jugendalter sind chronische
Mittelohrentzündungen. Darüber hinaus kann jede bakterielle Infektion
des Mittelohrs auch auf das Innenohr übergreifen. Es kann dann zu einer
akuten Labyrinthitis führen. Dabei besteht die Gefahr, dass das
betroffene Ohr ertaubt. Auch einige Kinderkrankheiten wie Masern,
Keuchhusten und Mumps können eine Labyrinthitis mit nachfolgender
Ertaubung verursachen. Einen bleibenden Schaden kann das Gehör auch durch
Lärm und kurze, laute Knalle davontragen. Spielzeugpistolen oder
Silvesterknaller, die in Ohrnähe abgefeuert werden, oder auch eine
Ohrfeige aufs Ohr können diese lebenslangen Hörschäden bei Kindern
verursachen.
Häufiger kommt es zu Beeinträchtigungen des Gehörs, die vorübergehend
sind. Die Ursache dafür ist in vielen Fällen ein Paukenerguss. Dabei
kann das Hörvermögen um ein Drittel vermindert sein. Das entspricht etwa
dem, was man hört, wenn man sich die Ohren mit den Fingern zuhält. Die
Sprachentwicklung und - bei älteren Kindern - die schulischen Leistungen
werden dadurch beeinträchtigt.
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Frühzeitige
Hörgeräte- Versorgung wichtig
Dass ein Kind schlecht hört, fällt häufig erst dann auf, wenn die
Sprachentwicklung Probleme macht. Doch auch hier wird dann oft noch vom
"späten Sprecher" ausgegangen und erst mal abgewartet. Bis
endlich das Gehör überprüft wird, sind meist viele Monate ungenutzt
vergangen. Doch Hören können ist von Anfang an wichtig. Denn auch schon
in den ersten Lebensmonaten sollten Klänge über die Ohren an das Gehirn
weitergeleitet werden. Nur so können die kindlichen Hörbahnen weiter
reifen, eine wesentliche Voraussetzung für gutes Hören. Das Hörvermögen
eines Kindes lässt sich fast immer mit Hörgeräten bessern. Daher
sollten diese bei angeborener Schwerhörigkeit möglichst schon innerhalb
der ersten sechs Lebensmonate angepasst werden. Von der Geburt bis etwa
zum dritten Lebensjahr lernt das Gehirn, die gehörten Informationen zu
verfeinern und auszuwerten. Fachleute sprechen hier von der sensiblen
Phase, die man gut ausnutzen sollte. Denn danach verlangsamt sich das Hören-Lernen
deutlich und es wird eine besonders intensive Förderung nötig, um das
Versäumte aufzuholen.
Kinder, die nicht oder nur sehr schlecht hören, sind kaum in der Lage,
sprechen zu lernen. "Taubstumm" sagte man früher dazu. Heute
haben schwerhörige Kinder gute Chancen, hören und sprechen zu lernen,
wenn sie frühzeitig mit Hörgeräten versorgt werden. Kinder, die so
schlecht hören, dass ihnen auch mit Hörgeräten kaum zu helfen ist, können
meist mit einem Cochlear Implant ( www.dcig.de
) versorgt werden. Das ist bereits im ersten Lebensjahr möglich und
sinnvoll. Dieses - durch eine Operation eingesetzte - künstliche Innenohr
ermöglicht Kindern (und Erwachsenen), die annähernd gehörlos oder taub
sind, zu hören. Voraussetzung für die Implantation sind intakte Hörnerven.
(dgk)
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