Infothek: Hörprobleme bei Kindern                                                                   

Kann mein Kind richtig hören? / Therapie

Hörsreening bei einem Neugeborenen   Foto: Forum Besser Hören

Kann mein Kind richtig hören?

Fast immer sind es die Eltern, die zuerst den Verdacht haben, dass ihr Kind schlecht hört. Hier einige wichtige Anhaltspunkte für Eltern und Bezugspersonen:

In der 4. bis 6. Lebenswoche sollten Säuglinge bei plötzlichen lauten Geräuschen erschrecken und sich bei Zuspruch der Eltern beruhigen.

Ab dem 3. bis 4. Lebensmonat sollten Säuglinge stimmhaft lachen und "brabbeln". Sie sollten die Augen in Richtung einer Schallquelle bewegen, ohne durch optische Reize oder Luftzug auf sie aufmerksam geworden zu sein.

Säuglinge ab dem 7. bis 8. Lebensmonat sollten auf Musik lauschen und unterschiedliche Stimmlagen und Laute ausprobieren. Im ersten Lebenshalbjahr "brabbeln" alle Kinder vor sich hin. Kinder, die nichts hören, verstummen danach.

Ab 10 bis 12 Monaten sollten Säuglinge reagieren, wenn sie in normaler Lautstärke aus einem Meter Entfernung angesprochen werden und sie sollten Verbote ("Nein!") verstehen.

Etwa zum 2. Geburtstag sollten Kinder Anweisungen befolgen können, die ihnen ins Ohr geflüstert werden. Sie beginnen Zweiwort-Sätze zu sprechen (z.B. "Ball haben").

Therapien sollten sofort beginnen

Wenn irgendwelche Zweifel an der Hörfähigkeit eines Kindes bestehen, sollte man das Gehör überprüfen lassen. Liegt eine Hörminderung vor, so hängt das weitere Vorgehen von den Ursachen ab. Bei einer Schallleitungsschwer- hörigkeit kann das Hörvermögen in vielen Fällen durch Operationen oder Medikamente gebessert werden. Bei der häufiger auftretenden Schall- empfindungsschwerhörigkeit ist das Innenohr geschädigt. Hier kann das Gehör fast immer erfolgreich mit Hörgeräten unterstützt werden. Nach der Diagnose sollten umgehend Hörsysteme angepasst werden, um keine kostbare Zeit zu verlieren. Bei einer beidohrigen Versorgung ist es wichtig, von Anfang an auch beide Hörgeräte zu tragen, nicht nur eines. Wenn nur ein Ohr betroffen ist, sollte auch dieses unbedingt versorgt werden. Denn für das Hören bei Störgeräuschen und das Richtungshören, also in ganz alltäglichen Hörsituationen, werden beide Ohren benötigt. (dgk)