Hörgeräte Technik: Der kleine Computer für‘s Ohr

Hörgeräte sahen nicht immer so aus wie heute. Wo moderne Hörsysteme klein, dezent und leistungsstark sind, trifft auf die Vorgänger aus den 1950er Jahren eher das Gegenteil zu. Damals waren Hörgeräte klobig, hatten Probleme mit der Verarbeitung von Sprache in lauten Hörumgebungen und waren für ihren großen Energieverbrauch bekannt. Mit der fortschreitenden Miniaturisierung in der Computerindustrie wurde auch ein Meilenstein für die Technik moderner Hörgeräte erreicht. Längst sind Hörgeräte selbst kleine Hochleistungssysteme, die komplexe Rechenoperationen innerhalb weniger Augenblicke durchführen und die Informationen von einem Ohr zum anderen senden – für einen leichteren Umgang mit dem Hörgerät und ein besseres Hören allgemein.

Moderne Hörgeräte: Winzig und von einem Ohr zum Anderen

Sowohl Hinter-dem-Ohr Hörgeräte (HdO) als auch Im-Ohr Hörgeräte (IdO) sind – einmal angelegt – so gut wie gar nicht mehr zu sehen. Dadurch ist das Hörgerät noch diskreter in der Nutzung und hat innerhalb der Gesellschaft immer mehr an Akzeptanz gewonnen. Der nächste Quantensprung in der Hörgeräte-Technik war die Erfindung von binauralen Hörgeräten für beidseitiges Hören. Ein binaurales Hörgerät tauscht via Funktechnik akustische Daten mit dem Hörgerät auf dem anderen Ohr aus. Dadurch passen sich die Hörgeräte automatisch an die aktuelle Hörsituation an und erzeugen ein natürlicheres Klangempfinden sowie eine noch bessere Orientierung im Raum. Lange wurde an einer Umsetzung von binauralen Hörgeräten geforscht. Letztlich entstanden sie in einer Kooperation zwischen dem Hörforscher Birger Kollmeier (Universität Oldenburg), dem Phyiker Volker Hohmann (bei Universität Oldenburg) und dem Ingenieur Torsten Niederdränk (Siemens) und wurden erstmalig im Jahr 2004 von Siemens auf den Markt gebracht.

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Hörgeräte Technik

Digitale Hörgeräte sind mit einer raffinierten Technologie ausgestattet.


Hörgerät Funktionen: Das steckt in Ihren Hörgeräten!

Aktuelle Hörgeräte nutzen verstärkt Digitaltechnik. Das macht sie aber nicht unbedingt komplizierter oder schwerer zu bedienen – im Gegenteil. Dadurch werden dem Nutzer viele Bedienschritte abgenommen, die bei älteren Hörgeräten noch manuell getätigt werden mussten. So unterdrücken aktuelle Hörgeräte störenden Lärm, erkennen Sprache und heben diese präzise hervor – vollständig automatisch. Plötzlich auftretende Geräusche, wie herunterfallendes Geschirr oder lautes Türschlagen, werden ebenfalls erkannt und vor jeder Verstärkung unterdrückt. Wer seine Hörgeräte direkt mit seinem Fernsehgerät, Handy oder seiner Stereo-Anlage verbinden möchte, kann dies auch problemlos tun. Entweder über diverses Zubehör, das vom jeweiligen Hersteller angeboten wird, oder über eine Funktechnik, wie Bluetooth. Sie hören dann den jeweiligen Ton direkt über Ihr Hörgerät.


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