Infothek: Hörgeräte - Kurzer Rückblick                                                                   

Entwicklungszyklen der Hörgeräte

Hörrohr von Beethoven

Der Gebrauch von mechano- akustischen Hörhilfen wie Hörfächer und Hörrohre lässt sich bereits in der Antike und im Mittelalter nachweisen. Ihre serienmäßige Herstellung und damit nennenswerte Verbreitung setzte aber erst im 17. Jahrhundert ein. Von da an verkürzten sich die technologischen Entwicklungszyklen dramatisch.

Während Hörrohre noch etwa 400 Jahre im Gebrauch waren, hatten die ersten elektro-akustischen Hörhilfen, die Kohlemikrofon-Geräte, einen Lebenszyklus von 45 Jahren, Röhrenverstärker-Geräte von nur noch 25 Jahren.

Mit dem technologischen Sprung zur Halbleitertechnik wurde schließlich ein erneuter Innovationsschub eingeleitet. Die Transistortechnik, die 1952 erstmals bei Hörhilfen und nicht etwa in der Unterhaltungselektronik zum Einsatz kam, unterbrach mit 35 Jahren den Rhythmus der immer kürzer werdenden Entwicklungszeiten. Doch von da an blieb die Linie klar: Die nachfolgenden Geräte mit Hybrid- und IC-Technik 

wurden schon nach 20 Jahren abgelöst und 1995 durch Mikrochip-Geräte mit digitaler Verstärkertechnik ersetzt. 

Dieser erste digitale Chip hatte noch die Fläche einer Briefmarke und umfasste 100.000 Transistorfunktionen. Mit ihm ließ sich ein programmierbares und vollautomatisches 3-Kanal-Hörgerät betreiben.

Chips des Jahres 1998 kamen dann schließlich mit einem Viertel der Fläche aus, beinhalteten 500.000 Transistorfunktionen und boten auf allen 14 Kanälen separate Spracherkennung sowie Störschall- und Rückkoppelungsunterdrückung. Die Hörgeräte der neuesten Generation schließlich basieren auf einem Mikrochip in der Größe eines Streichholzkopfes (Querschnittsfläche), der bis zu 1,3 Millionen Transistorfunktionen beinhaltet. Über 20 Kanäle stehen für umfangreiche Strategien der Verarbeitung akustischer und temporärer Signale zur Verfügung. (fbh)