Infothek: Berufsbild: Hörakustiker/in                                                                   
Berufsbild Hörakustiker/in


Kontaktadressen:

Akademie für Hörgeräte-Akustik
Bessemerstr. 3
D-23562 Lübeck
Tel.: 0451 / 5029-0
Fax: 0451 - 5029 - 109
E-Mail:
info@aha-luebeck.de
Internet:
www.aha-luebeck.de

Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker der Handwerkskammer Lübeck
Bessemerstraße 3
23562 Lübeck
Tel.:0451-50291-00,
Fax:0451-50291-07
Internet:
www.lbs-hoerakustik.de

Fachhochschule Lübeck
- Studiengang Medizintechnik
- Studiengang Hörgeräteakustik
Stephensonstr. 3
23562 Lübeck
Tel.: 0451 - 300-6
Internet:
www.fh-luebeck.de

Foto: Forum Besser Hören

Nur wenige Berufe umfassen so viele Kompetenzen und Tätigkeitsfelder wie der des Hörakustikers. Für die individuelle Anpassung der unterschiedlichen Hörsysteme benötigt er handwerkliches Können und technisches Know-how. Ebenso beinhaltet der Beruf medizinisches Fachwissen und fundierte kaufmännische Kenntnisse. Unabdingbar ist außerdem eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz im Umgang mit Menschen.

Die Ausbildung erfolgt in einem Fachbetrieb für Hörgeräte-Akustik unter der Verantwortung eines Hörakustiker-Meisters. Sie dauert drei Jahre und wird begleitet vom Blockunterricht an der für ganz Deutschland zuständigen Berufsschule, der Akademie für Hörgeräte-Akustik in Lübeck.

Die 1972 von der Bundesinnung der Hörakustiker ins Leben gerufene Akademie vereint neueste Lehr- und Lernmethoden und den Einsatz modernster Technologie mit einer stark praxisorientierten Lehrweise. Den Teilnehmern werden optimale Lernmöglichkeiten durch die multimediale Ausstattung der Studienräume, die aktuelle und professionelle Ausrüstung der Otoplastik-Labors, der Mess- und Reparaturräume ebenso wie der Anpassstudios geboten. Die Blockseminare an der Akademie finden zwei- bis dreimal im Jahr statt und umfassen vier bis fünf Wochen.

Im Rahmen der Ausbildung lernt der Hörakustiker/die Hörakustikerin das Medium Hörgerät bis in alle Einzelheiten kennen. Ob Analog- oder Digitaltechnik, winzige Im-Ohr- oder Hinter-dem-Ohr-Geräte, in Schmuckform oder neutral gestaltete Hörsysteme - es gibt unzählige Formen und Funktionen. Aus dieser Vielfalt der heute existierenden Hörsysteme das passende für die individuellen Anforderungen zu ermitteln und hinsichtlich Kosmetik, Klangcharakter und Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit anzupassen gehört zu den Hauptaufgaben des Berufes.

Mit der Audiometrie werden die akustischen Kenndaten des Kunden gewonnen. Diese Daten spiegeln die individuelle Hörminderung wider. Die Einstellung der Hörsysteme wird mithilfe der Hörgeräte-Anpasstechnik an diese Daten angepasst. Für dies alles ist technisches Know-how unabdingbar. Mit Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen muss zugleich das subjektive Klangempfinden des Kunden ausgelotet werden, um das beste Ergebnis zu erzielen: gutes und angenehmes Hören. Handwerkliches Geschick benötigt der Hörakustiker für die Herstellung der Otoplastik. Dieses individuelle Ohrpassstück entsteht durch Abformen von Gehörgang und Ohrmuschel mithilfe einer Abdruckmasse. Kenntnisse im Umgang mit unterschiedlichen Kunststoffen sind hier ebenso notwendig wie ein fundiertes Wissen über die Anatomie des Ohres oder die hygienischen Bedingungen. Besonders wichtig ist allerdings auch ein hohes Maß an praktischer Übung.

Die Schaltungs- und Reparaturtechnik ist ein weiterer Ausbildungsbereich, bei dem handwerkliches Geschick gefordert ist. Der Akustiker lernt während der Ausbildung, ein Hörgerät auf einer Brettschaltung aufzubauen, seine Funktionen zu prüfen und gegebenenfalls zu reparieren.

Etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit wird eine Zwischenprüfung und am Ende die Gesellenprüfung abgenommen. Der erfolgreiche Abschluss endet mit dem Gesellenbrief. Nach insgesamt sechs Ausbildungs- und Berufsjahren kann die Meisterprüfung abgelegt werden. Um immer "up to date" zu sein und die neuesten Entwicklungen der modernen High-Tech-Hörsysteme und der Computerprogramme zur Anpassung zu kennen, müssen Hörakustiker ihr Wissen ständig aktualisieren - auch nach der Meisterprüfung. Hier bietet die Akademie ein reichhaltiges Angebot an Fort- und Weiterbildungen. (fgh)