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Nur wenige Berufe umfassen so viele
Kompetenzen und Tätigkeitsfelder wie der des Hörakustikers.
Für die individuelle Anpassung der unterschiedlichen
Hörsysteme benötigt er handwerkliches Können und technisches
Know-how. Ebenso beinhaltet der Beruf medizinisches Fachwissen
und fundierte kaufmännische Kenntnisse. Unabdingbar ist
außerdem eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz im
Umgang mit Menschen.
Die Ausbildung erfolgt in einem Fachbetrieb für
Hörgeräte-Akustik unter der Verantwortung eines
Hörakustiker-Meisters. Sie dauert drei Jahre und wird begleitet
vom Blockunterricht an der für ganz Deutschland zuständigen
Berufsschule, der Akademie für Hörgeräte-Akustik in Lübeck.
Die 1972 von der Bundesinnung der Hörakustiker ins Leben
gerufene Akademie vereint neueste Lehr- und Lernmethoden und den
Einsatz modernster Technologie mit einer stark
praxisorientierten Lehrweise. Den Teilnehmern werden optimale
Lernmöglichkeiten durch die multimediale Ausstattung der
Studienräume, die aktuelle und professionelle Ausrüstung der
Otoplastik-Labors, der Mess- und Reparaturräume ebenso wie der
Anpassstudios geboten. Die Blockseminare an der Akademie finden
zwei- bis dreimal im Jahr statt und umfassen vier bis fünf
Wochen.
Im Rahmen der Ausbildung lernt der Hörakustiker/die
Hörakustikerin das Medium Hörgerät bis in alle Einzelheiten
kennen. Ob Analog- oder Digitaltechnik, winzige Im-Ohr- oder
Hinter-dem-Ohr-Geräte, in Schmuckform oder neutral gestaltete
Hörsysteme - es gibt unzählige Formen und Funktionen. Aus
dieser Vielfalt der heute existierenden Hörsysteme das passende
für die individuellen Anforderungen zu ermitteln und
hinsichtlich Kosmetik, Klangcharakter und Wiederherstellung der
Kommunikationsfähigkeit anzupassen gehört zu den Hauptaufgaben
des Berufes.
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Mit der Audiometrie werden die akustischen Kenndaten des
Kunden gewonnen. Diese Daten spiegeln die individuelle
Hörminderung wider. Die Einstellung der Hörsysteme wird
mithilfe der Hörgeräte-Anpasstechnik an diese Daten angepasst.
Für dies alles ist technisches Know-how unabdingbar. Mit
Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen muss zugleich das
subjektive Klangempfinden des Kunden ausgelotet werden, um das
beste Ergebnis zu erzielen: gutes und angenehmes Hören.
Handwerkliches Geschick benötigt der Hörakustiker für die
Herstellung der Otoplastik. Dieses individuelle Ohrpassstück
entsteht durch Abformen von Gehörgang und Ohrmuschel mithilfe
einer Abdruckmasse. Kenntnisse im Umgang mit unterschiedlichen
Kunststoffen sind hier ebenso notwendig wie ein fundiertes
Wissen über die Anatomie des Ohres oder die hygienischen
Bedingungen. Besonders wichtig ist allerdings auch ein hohes
Maß an praktischer Übung.
Die Schaltungs- und Reparaturtechnik ist ein weiterer
Ausbildungsbereich, bei dem handwerkliches Geschick gefordert
ist. Der Akustiker lernt während der Ausbildung, ein Hörgerät
auf einer Brettschaltung aufzubauen, seine Funktionen zu prüfen
und gegebenenfalls zu reparieren.
Etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit wird eine
Zwischenprüfung und am Ende die Gesellenprüfung abgenommen.
Der erfolgreiche Abschluss endet mit dem Gesellenbrief. Nach
insgesamt sechs Ausbildungs- und Berufsjahren kann die
Meisterprüfung abgelegt werden. Um immer "up to date"
zu sein und die neuesten Entwicklungen der modernen
High-Tech-Hörsysteme und der Computerprogramme zur Anpassung zu
kennen, müssen Hörakustiker ihr Wissen ständig aktualisieren
- auch nach der Meisterprüfung. Hier bietet die Akademie ein
reichhaltiges Angebot an Fort- und Weiterbildungen. (fgh)
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