Archiv Dez. 2006 / Jan. 2007                                                                   

Was tut den Ohren gut?

(fgh) Jeder fünfte Erwachsene und jeder zehnte Jugendliche haben Hörprobleme. Professor Roland Laszig, HNO-Experte der Universität Freiburg, weiß, was den Ohren gut tut: “Wer sein gutes Gehör erhalten möchte, sollte Lärm vermeiden.” Ein vorbeugendes Training gibt es allerdings nicht.

“Die Lärmbelastung – egal ob beruflich oder privat – ist sicherlich eine der häufigsten Ursachen für Hörminderungen”, so Professor Roland Laszig, Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Freiburg. Vorbeugen kann man, wenn man schädlichen Lärm vermeidet. Bei lauten Tätigkeiten im Beruf oder in der Freizeit sollte man Gehörschutz nutzen. Wenn es trotzdem mal zu laut wird, so Laszig, “sollte man den Ohren danach einfach mal Ruhe gönnen.”

Ein Wundermittel, das ein gutes Gehör bis ins hohe Alter garantiert, gibt es nicht – ebenso wenig wie ein Training. “Ein vorbeugendes Trainieren der Ohren ist nicht möglich”, wie Professor Laszig anmerkt. Was man trainieren könne, sei lediglich die Konzentration. “Aber ich kann mein Gehör nicht trainieren, indem ich zum Beispiel eine Viertelstunde am Tag über Kopfhörer Musik höre”, so Laszigs Einschätzung.
“Damit schärfe ich mein Gehör nicht. Ich kenne keine wissenschaftlichen Arbeiten, die das belegen würden.”

Was tun, wenn das Gehör Schaden genommen hat? Bei schleichender Verschlechterung sollte man prüfen, ob es irgendwelche beeinflussenden Faktoren gibt. “Das können zum Beispiel Blutdruckschwankungen sein, Blutgerinnungsstörungen, Operationen oder auch Stoffwechselerkrankungen”, so Professor Laszig. “Außerdem gibt es eine Menge Medikamente, die als Nebenwirkung das Hörvermögen beeinträchtigen können, bestimmte Antibiotika zum Beispiel oder Medikamente, die den Blutdruck regulieren. Unter Umständen kann dann – nach Rücksprache mit dem Arzt – auf andere Medikamente umgestellt werden.” Wenn es zu einer bleibenden Schädigung der Ohren gekommen ist, empfiehlt Professor Laszig “ganz klar, dass man Hörgeräte einsetzen sollte – so früh wie möglich.”

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Siegeszug der Digitaltechnik

In Deutschland werden fast ausschließlich Hörgeräte mit digitaler Technologie verkauft. 83 Prozent aller angepassten Geräte waren im vergangenen Jahr volldigitale Hörsysteme mit intelligenter Hörtechnik. Geräte mit digitaler Programmieroption machten zehn Prozent des Marktes aus. Die früher üblichen analogen Geräte spielen mit sieben Prozent Marktanteil praktisch keine Rolle mehr.

  „Der Siegeszug der Digitaltechnik bei Hörgeräten zeigt, wie groß der Nutzen dieser Technologie für die Betroffenen ist“, erklärt Raimund Ernst, Vorsitzender der Vereinigung der Hörgeräte Industrie (VHI). „Deshalb werden die führenden Hersteller von Hörgeräten auch künftig die digitale Weiterentwicklung mit Hochdruck vorantreiben.“

Wie Studien zeigen, hat die Zufriedenheit der Nutzer mit digitalen Hörsystemen deutlich zugenommen. Mehr als 90 Prozent sagen, dass ihre Hörgeräte die eigene Lebensqualität erheblich verbessern. 

Die Vorteile digitaler Hörsysteme liegen in der immer ausgefeilteren Chiptechnologie. Sie sorgt für stetig verbesserte Möglichkeiten vor allem beim Sprachverstehen und bei der Lärmunterdrückung. Die Geräte stellen sich automatisch auf die jeweils vorliegende Hörkulisse ein und wählen in Sekundenbruchteilen das optimale Programm. Hinzu kommt, dass die Hörsysteme immer kleiner und kosmetisch anspruchsvoller werden.

In Deutschland haben 15 bis 20 Millionen Menschen ernsthafte Hörprobleme. Tendenz steigend. Betroffen sind nicht nur Senioren, sondern immer mehr Menschen mittleren Alters, junge Erwachsene und Jugendliche. Verantwortlich ist vor allem die zunehmende Lärmbelastung in unserer Umwelt. FBH 
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Hörgeräte verbessern Lebensqualität

Neun von zehn Hörgeräte-Trägern geben an, dass Hörgeräte ihre Lebensqualität positiv beeinflussen. Das ergab eine Befragung von über 1.500 Hörgeräte-Trägern.

Die Studie ergab, dass 93 Prozent aller Hörgeräte-Träger eine Verbesserung ihrer Lebensqualität empfinden, besonders durch:

  • effizientere Kommunikation

  • besseres Sozialleben

  • gestiegene Fähigkeit an Gruppen teilzunehmen

  • bessere Beziehungen zu Hause

Die Studie zeigte auch, dass Hörgeräte-Träger durch das Tragen ihres Gerätes ein höheres Selbstbewusstsein bekommen und ein befriedigenderes Arbeitsleben führen.

Besonders angetan sind die Nutzer vom Tragekomfort, von der Klarheit des Klangs sowie dem Hören in Zweiergesprächen und in kleinen Gruppen. Das Ergebnis ließe sich sicherlich noch verbessern, wenn alle angemessen versorgt wären. So hat jeder siebte Befragte ein einziges Hörgerät, obwohl er auf beiden Ohren schlecht hört.

31,5 Millionen US-Amerikaner haben eine Hörminderung. Nur jeder vierte, bzw. 7,3 Millionen, trägt Hörgeräte. In Europa nutzt durchschnittlich maximal nur jeder vierte bis fünfte Betroffene Hörsysteme. Doch auch die modernsten Hörgeräte können nur dann helfen, wenn sie fachkundig von einem Audiologen oder Hörgeräte-Akustiker angepasst werden.

92 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Anpassung beim Experten zufrieden waren.

Die repräsentative Studie wurde von Dr. Sergei Kochkin vom US-amerikanischen Better Hearing Institute durchgeführt.

Fundstelle: hear-it.org
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Höchste Zeit für den Hörtest

(fgh)“Kannst du nicht deutlicher sprechen?” Wer das öfter sagen muss, ist reif für einen Ohren-Check. Professor Dr. med. Dr. h. c. Roland Laszig, Universität Freiburg, rät: “Wer häufiger fragt: ‚Kannst du das noch mal wiederholen?‘ sollte einen Hörtest machen.”
Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie schlecht hören. Missverständnisse häufen sich und soziale Kontakte werden schwieriger. Oft wird erst nach Jahren klar, dass eine Hörminderung der Grund für diese belastende Situation ist. “Nutzen Sie die Woche des Hörens”, so Dr. Christina Beste von der Fördergemeinschaft Gutes Hören. “Machen Sie einen Hörtest.
Nur so können Sie erfahren, ob Sie noch gut hören.” Wer laute Hobbys hat – wie zum Beispiel Jäger, Sportschützen oder Heimwerker – oder an einer sehr lauten Straße wohnt, sollte nach Empfehlung Professor Laszigs alle ein bis zwei Jahre einen Hörtest machen. “Wer keinem besonderen Lärm ausgesetzt ist,” erläutert der HNO-Experte, ”sollte spätestens dann einen Hörtest machen, wenn die Menschen aus dem Umfeld fragen ‚Hörst du schlecht?‘”.

Wenn das Hören und Verstehen Probleme macht, sind häufig die Innenohren geschädigt. Professor Laszig empfiehlt in diesen Fällen “ganz klar, dass man Hörgeräte nutzen sollte. Je früher, desto besser.” 

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Unfallversicherung zahlt bei Tinnitus

Eine Unfallversicherung kann zur Zahlung bei Tinnitus verpflichtet sein. Ein deutsches Gericht gab der Klage eines Betroffenen statt

Im Falle eines Tinnitus-Betroffenen verurteilte ein Richter des Oberlandesgerichts in Koblenz eine Versicherung zur Zahlung von Leistungen. Der Kläger hatte einen Traktorreifen aufgepumpt, als dieser platzte. Dadurch hatte der Mann einen Tinnitus davongetragen.

Die Versicherungsfirma machte geltend, dass Tinnitus psychische Ursachen habe und daher nicht von der Versicherung abgedeckt würde.

Entscheidung aufgehoben

Eine niedrigere Instanz, das Landgericht in Koblenz, hatte der Versicherung zuvor in einem früheren Verfahren Recht gegeben. Doch das Oberlandesgericht hob die Entscheidung wieder auf und entschied zugunsten des Klägers.

Die Unfallversicherung muss dem Kläger, der durch das Knalltrauma einen Tinnitus davongetragen hat, jetzt Versicherungsschutz zahlen.

Quelle: www.handelsblatt.com , Fundstelle: hear-it.org

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Klassenzimmer viel zu laut

In den Klassen ist es viel zu laut. In Grundschulen müssen die Schüler Lärmpegel von über 70 dB aushalten.

Eine Studie der spanischen Organisation OCU untersuchte die Lautstärke in 10 Grundschulen Madrids und Barcelona. Die Ergebnisse zeigten, dass die Lärmpegel außerhalb der Gebäude während des Unterrichts zwischen 53 und 76 dB betrugen.

In den Klassenzimmern überschritten sieben von zehn Schulen die vom spanischen Gesetz vorgeschriebene Lautstärkengrenze von 40 dB. Setzt man die von der Weltgesundheitsorganisation, WHO, vorgeschriebene Grenze von 35 dB zum Maßstab, fallen neun von zehn Schulen durch.

Schwierige Verständigung
Eine chilenische Studie ergab, dass die Zustände in Chile sogar noch gravierender sind. Pedro Matamal, Leiter der HNO-Abteilung der Universität Santiago untersuchte die Lärmpegel an neun Schulen in Santiago de Chile.

In den Klassenzimmern wurden Lärmpegel von über 50 dB, teilweise auch 60 dB gemessen. Vierzig Prozent der Schüler sagten, dass sie die Lehrer wegen der allgemeinen Lautstärke schlecht verstehen können. Bei der Hälfte der Schulen lag der durchschnittliche Lärmpegel bei 70 dB.

Die WHO gibt für Schulen eine Lärmgrenze von 35 dB vor. Außerhalb eines Gebäudes gelten als Daumenregel nachts 45 dB und tagsüber 55 dB. Lärmpegel zwischen 60 und 65 dB werden bereits als störend empfunden.

Quellen: ocu.org, diario.elmercurio.com, Fundstelle: hear-it.org
 
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