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Was
tut den Ohren gut?
(fgh) Jeder
fünfte Erwachsene und jeder zehnte Jugendliche haben Hörprobleme.
Professor Roland Laszig, HNO-Experte der Universität Freiburg, weiß, was
den Ohren gut tut: “Wer sein gutes Gehör erhalten möchte, sollte Lärm
vermeiden.” Ein vorbeugendes Training gibt es allerdings nicht.
“Die Lärmbelastung – egal ob beruflich oder privat – ist sicherlich
eine der häufigsten Ursachen für Hörminderungen”, so Professor Roland
Laszig, Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Freiburg.
Vorbeugen kann man, wenn man schädlichen Lärm vermeidet. Bei lauten Tätigkeiten
im Beruf oder in der Freizeit sollte man Gehörschutz nutzen. Wenn es
trotzdem mal zu laut wird, so Laszig, “sollte man den Ohren danach einfach
mal Ruhe gönnen.”
Ein Wundermittel, das ein gutes Gehör bis ins hohe Alter garantiert, gibt
es nicht – ebenso wenig wie ein Training. “Ein vorbeugendes Trainieren
der Ohren ist nicht möglich”, wie Professor Laszig anmerkt. Was man
trainieren könne, sei lediglich die Konzentration. “Aber ich kann mein
Gehör nicht trainieren, indem ich zum Beispiel eine Viertelstunde am Tag über
Kopfhörer Musik höre”, so Laszigs Einschätzung.
“Damit schärfe ich mein Gehör nicht. Ich kenne
keine wissenschaftlichen Arbeiten, die das belegen würden.”
Was tun, wenn das Gehör Schaden genommen hat? Bei schleichender
Verschlechterung sollte man prüfen, ob es irgendwelche beeinflussenden
Faktoren gibt. “Das können zum Beispiel Blutdruckschwankungen sein,
Blutgerinnungsstörungen, Operationen oder auch Stoffwechselerkrankungen”,
so Professor Laszig. “Außerdem gibt es eine Menge Medikamente, die als
Nebenwirkung das Hörvermögen beeinträchtigen können, bestimmte
Antibiotika zum Beispiel oder Medikamente, die den Blutdruck regulieren.
Unter Umständen kann dann – nach Rücksprache mit dem Arzt – auf andere
Medikamente umgestellt werden.” Wenn es zu einer bleibenden Schädigung
der Ohren gekommen ist, empfiehlt Professor Laszig “ganz klar, dass man Hörgeräte
einsetzen sollte – so früh wie möglich.”
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Siegeszug
der Digitaltechnik
In
Deutschland werden fast ausschließlich Hörgeräte mit digitaler
Technologie verkauft. 83 Prozent aller angepassten Geräte waren im
vergangenen Jahr volldigitale Hörsysteme mit intelligenter Hörtechnik. Geräte
mit digitaler Programmieroption machten zehn Prozent des Marktes aus. Die früher
üblichen analogen Geräte spielen mit sieben Prozent Marktanteil praktisch
keine Rolle mehr.
„Der Siegeszug der Digitaltechnik bei Hörgeräten zeigt, wie groß der
Nutzen dieser Technologie für die Betroffenen ist“, erklärt Raimund
Ernst, Vorsitzender der Vereinigung der Hörgeräte Industrie (VHI).
„Deshalb werden die führenden Hersteller von Hörgeräten auch künftig
die digitale Weiterentwicklung mit Hochdruck vorantreiben.“
Wie Studien zeigen, hat die Zufriedenheit der Nutzer mit digitalen Hörsystemen
deutlich zugenommen. Mehr als 90 Prozent sagen, dass ihre Hörgeräte die
eigene Lebensqualität erheblich verbessern.
Die
Vorteile digitaler Hörsysteme liegen in der immer ausgefeilteren
Chiptechnologie. Sie sorgt für stetig verbesserte Möglichkeiten vor allem
beim Sprachverstehen und bei der Lärmunterdrückung. Die Geräte stellen
sich automatisch auf die jeweils vorliegende Hörkulisse ein und wählen in
Sekundenbruchteilen das optimale Programm. Hinzu kommt, dass die Hörsysteme
immer kleiner und kosmetisch anspruchsvoller werden.
In
Deutschland haben 15 bis 20 Millionen Menschen ernsthafte Hörprobleme.
Tendenz steigend. Betroffen sind nicht nur Senioren, sondern immer mehr
Menschen mittleren Alters, junge Erwachsene und Jugendliche. Verantwortlich
ist vor allem die zunehmende Lärmbelastung in unserer Umwelt. FBH
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Hörgeräte
verbessern Lebensqualität
Neun von zehn Hörgeräte-Trägern
geben an, dass Hörgeräte ihre Lebensqualität positiv beeinflussen. Das
ergab eine Befragung von über 1.500 Hörgeräte-Trägern.
Die Studie ergab, dass 93 Prozent
aller Hörgeräte-Träger eine Verbesserung ihrer Lebensqualität empfinden,
besonders durch:
-
effizientere
Kommunikation
-
besseres Sozialleben
-
gestiegene Fähigkeit an Gruppen teilzunehmen
-
bessere Beziehungen zu Hause
Die Studie zeigte auch, dass Hörgeräte-Träger durch das Tragen ihres Gerätes ein höheres Selbstbewusstsein
bekommen und ein befriedigenderes Arbeitsleben führen.
Besonders angetan sind die Nutzer vom Tragekomfort,
von der Klarheit des Klangs sowie dem Hören in Zweiergesprächen und in
kleinen Gruppen. Das Ergebnis ließe sich sicherlich noch verbessern, wenn
alle angemessen versorgt wären. So hat jeder siebte Befragte ein einziges Hörgerät,
obwohl er auf beiden Ohren schlecht hört.
31,5 Millionen US-Amerikaner haben eine Hörminderung.
Nur jeder vierte, bzw. 7,3 Millionen, trägt Hörgeräte. In Europa nutzt
durchschnittlich maximal nur jeder vierte bis fünfte Betroffene Hörsysteme.
Doch auch die modernsten Hörgeräte können nur dann helfen, wenn sie
fachkundig von einem Audiologen oder Hörgeräte-Akustiker angepasst werden.
92 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der
Anpassung beim Experten zufrieden waren.
Die repräsentative Studie wurde von Dr. Sergei Kochkin
vom US-amerikanischen Better Hearing Institute durchgeführt.
Fundstelle:
hear-it.org
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Höchste
Zeit für den Hörtest
(fgh)“Kannst
du nicht deutlicher sprechen?” Wer das öfter sagen muss, ist reif für
einen Ohren-Check. Professor Dr. med. Dr. h. c. Roland Laszig, Universität
Freiburg, rät: “Wer häufiger fragt: ‚Kannst du das noch mal
wiederholen?‘ sollte einen Hörtest machen.”
Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie schlecht hören. Missverständnisse häufen
sich und soziale Kontakte werden schwieriger. Oft wird erst nach Jahren
klar, dass eine Hörminderung der Grund für diese belastende Situation ist.
“Nutzen Sie die Woche des Hörens”, so Dr. Christina Beste von der Fördergemeinschaft
Gutes Hören. “Machen Sie einen Hörtest.
Nur
so können Sie erfahren, ob Sie noch gut hören.” Wer laute Hobbys hat –
wie zum Beispiel Jäger, Sportschützen oder Heimwerker – oder an einer
sehr lauten Straße wohnt, sollte nach Empfehlung Professor Laszigs alle ein
bis zwei Jahre einen Hörtest machen. “Wer keinem besonderen Lärm
ausgesetzt ist,” erläutert der HNO-Experte, ”sollte spätestens dann
einen Hörtest machen, wenn die Menschen aus dem Umfeld fragen ‚Hörst du
schlecht?‘”.
Wenn das Hören und Verstehen Probleme macht, sind häufig die Innenohren
geschädigt. Professor Laszig empfiehlt in diesen Fällen “ganz klar, dass
man Hörgeräte nutzen sollte. Je früher, desto besser.”
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Unfallversicherung
zahlt bei Tinnitus
Eine Unfallversicherung kann zur Zahlung bei
Tinnitus verpflichtet sein. Ein deutsches Gericht gab der Klage eines
Betroffenen statt
Im Falle eines Tinnitus-Betroffenen verurteilte ein Richter
des Oberlandesgerichts in Koblenz eine Versicherung zur Zahlung von
Leistungen. Der Kläger hatte einen Traktorreifen aufgepumpt, als dieser
platzte. Dadurch hatte der Mann einen Tinnitus davongetragen.
Die Versicherungsfirma machte geltend, dass Tinnitus
psychische Ursachen habe und daher nicht von der Versicherung abgedeckt würde.
Entscheidung aufgehoben
Eine niedrigere Instanz, das Landgericht in Koblenz, hatte
der Versicherung zuvor in einem früheren Verfahren Recht gegeben. Doch das
Oberlandesgericht hob die Entscheidung wieder auf und entschied zugunsten
des Klägers.
Die Unfallversicherung muss dem Kläger, der durch das
Knalltrauma einen Tinnitus davongetragen hat, jetzt Versicherungsschutz
zahlen.
Quelle:
www.handelsblatt.com
, Fundstelle: hear-it.org
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Klassenzimmer
viel zu laut
In
den Klassen ist es viel zu laut. In Grundschulen müssen die Schüler Lärmpegel
von über 70 dB aushalten.
Eine Studie der spanischen Organisation OCU untersuchte die
Lautstärke in 10 Grundschulen Madrids und Barcelona. Die Ergebnisse
zeigten, dass die Lärmpegel außerhalb der Gebäude während des
Unterrichts zwischen 53 und 76 dB betrugen.
In den Klassenzimmern überschritten sieben von zehn
Schulen die vom spanischen Gesetz vorgeschriebene Lautstärkengrenze von 40
dB. Setzt man die von der Weltgesundheitsorganisation, WHO, vorgeschriebene
Grenze von 35 dB zum Maßstab, fallen neun von zehn Schulen durch.
Schwierige Verständigung
Eine
chilenische Studie ergab, dass die Zustände in Chile sogar noch
gravierender sind. Pedro Matamal, Leiter der HNO-Abteilung der Universität
Santiago untersuchte die Lärmpegel an neun Schulen in Santiago de Chile.
In den Klassenzimmern wurden Lärmpegel von über 50 dB,
teilweise auch 60 dB gemessen. Vierzig Prozent der Schüler sagten, dass sie
die Lehrer wegen der allgemeinen Lautstärke schlecht verstehen können. Bei
der Hälfte der Schulen lag der durchschnittliche Lärmpegel bei 70 dB.
Die WHO gibt für Schulen eine Lärmgrenze von 35 dB
vor. Außerhalb eines Gebäudes gelten als Daumenregel nachts 45 dB und tagsüber
55 dB. Lärmpegel zwischen 60 und 65 dB werden bereits als störend
empfunden.
Quellen:
ocu.org, diario.elmercurio.com, Fundstelle: hear-it.org
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