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Wann
braucht man Hörgeräte?
(fgh)
Braucht jeder, der mal die Türklingel überhört, gleich Hörgeräte? Oder
soll man bei Hörproblemen erst mal abwarten, ob es von selbst wieder besser
wird? Schadet es den Ohren, wenn Hörgeräte zu früh verordnet werden?
Reicht ein Hörgerät für den Anfang oder soll man gleich zwei nehmen?
Solche und ähnliche Fragen stellen sich viele Menschen – denn rund 14
Millionen Bundesbürger haben eine Hörminderung. Wer das Gefühl hat,
schlecht zu hören, sollte in jedem Fall zunächst einen
Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen, um zu klären, woher das Hörproblem kommt.
Denn Hörprobleme können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Wenn der
Schall nicht richtig bis zum Innenohr gelangt, weil zum Beispiel der Gehörgang
verstopft oder das Mittelohr erkrankt ist, dann ist das in der Regel ein vorübergehender
Zustand, der sich mit ärztlicher Hilfe bessern kann. Wenn man plötzlich
auf einem oder auch beiden Ohren kaum noch etwas hören kann, könnte es
sich um einen Hörsturz handeln. Deshalb sollte man schnell den HNO-Arzt
aufsuchen.
Bei
Erwachsenen liegt die Ursache für Hörprobleme meist im Innenohr, das
beispielsweise durch Lärm oder Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen,
Mumps, Masern, Röteln, Diphtherie oder Scharlach geschädigt ist. Solche
Schäden sind unheilbar. Aber fast in allen Fällen kann man die Möglichkeiten
zu hören und zu verstehen deutlich verbessern, wenn man Hörgeräte –
auch Hörsysteme genannt – nutzt. Für die optimale Anpassung sind Hörgeräte-Akustiker
zuständig. Wer auf Hörgeräte verzichtet, nimmt viele Probleme in Kauf:
Missverständnisse, Misstrauen, schlechtere soziale Kontakte und depressive
Stimmungen. “Bei der Versorgung mit Hörgeräten gilt: je früher, desto
besser”, so Professor Dr. med. Dr. h.c. Roland Laszig, Direktor der
Universitäts-HNO-Klinik Freiburg. Davon profitiert mit der Hörfähigkeit
auch die Lebensqualität.
Meist sind beide Ohren von einer Innenohrschädigung betroffen. Selbstverständlich
sollten dann auch beide Ohren mit Hörsystemen ausgestattet werden.
Einerseits ist das für das Richtungshören unerlässlich und andererseits
droht die Hörleistung des nicht versorgten Ohres weiter abzunehmen, so
Prof. Dr. Karin Schorn, HNO-Klinik Großhadern/München. Daher verordnen
HNO-Ärzte bei beidseitiger Hörminderung immer auch zwei Hörgeräte.
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Der
Verlust der Stille
(fgh)
Rund 3 Millionen Menschen in Deutschland haben Tinnitus, viele von ihnen
chronisch. Manche Menschen können ganz gut mit “ihrem” Tinnitus leben.
1,5 Millionen Betroffene allerdings leiden sehr darunter. Aber: Es gibt
therapeutische Hilfe, zum Beispiel den Tinnitus-Noiser. Und: viele
Tinnitus-Patienten sind zugleich schwerhörig – hier helfen Hörgeräte
gegen die Schwerhörigkeit und das Ohrgeräusch.
Menschen mit Tinnitus hören ein Pfeifen oder Brummen, ein Rauschen, Zischen
oder Pochen. Diese Geräusche sind auf keine Schallereignisse in der Außenwelt
zurückzuführen. Solcher Lärm im Ohr tritt vorübergehend auf oder wird
chronisch, seine Ursachen sind vielfältig: medizinisch-organische
Erkrankungen, Lärmbelastungen, Stress, ein Hörsturz, Hörminderungen. Oft
kann der HNO-Arzt akuten Tinnitus erfolgreich behandeln. Aber selbst wenn
das Geräusch im Ohr chronisch wird: Viele Menschen können mit ihm leben.
Das ist jedoch längst nicht allen möglich – und dann ist das Ohrgeräusch
quälend.
Es gibt ein ganzes Spektrum an Therapie-Möglichkeiten: Medikamentöse
Behandlungen und psychotherapeutische Hilfe, Akupunktur, Entspannungsübungen
oder die Tinnitus-Retraining-Therapie; diese versucht, mittels
Wahrnehmungsveränderungen den Tinnitus quasi zu entmachten. Auch ein
Tinnitus-Noiser kann helfen. Tinnitus-Noiser sind Hörgeräten ähnlich und
erzeugen ein angenehmes Geräusch, das den Tinnitus teilweise oder ganz überdeckt.
Den Tinnitus-Noiser erhält man bei einem Hörgeräteakustiker, der ihn
individuell anpasst.
Ein weiterer Grund für den Gang zum Hörgeräteakustiker: Über 50 Prozent
der Tinnitus-Patienten hören nicht gut. Sie sollten Hörgeräte tragen,
denn diese verbessern die Hörfähigkeit und lindern das Leiden am
Ohrgeräusch. Weil man mit Hörgeräten auch wieder mehr Umweltgeräusche hört,
tritt der Tinnitus in den Hintergrund. Der Hörgeräteakustiker stellt die Hörgeräte
so ein, dass sie die Hörschwäche wie den Tinnitus so gut wie irgend möglich
ausgleichen. Wenn dem Tinnitus mit Hörgeräten nicht ausreichend
beizukommen ist, kann das Hörsystem mit einem Tinnitus-Noiser gekoppelt
werden.
Beratungstelefon
Weiteres zum Thema Tinnitus können Sie erfragen: Am Mittwoch, dem 15.
Dezember 2004, beim Beratungstelefon der Fördergemeinschaft Gutes Hören.
Hier beantworten Hörakustiker (0800 - 0112 112) und HNO-Ärzte (0800 - 0112
113) Ihre Fragen zum Thema Tinnitus und Hörprobleme. Die Anrufe sind gebührenfrei.
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Ohren
fit für den Winter
Sind
Ihre Ohren fit für den Winter? Aufschluss gibt ein Hörtest
beim
Akustiker vor Ort. Der Check-Up ist kostenlos, hundertprozentig zuverlässig
und dauert
nur
wenige Minuten. Hörtest – warum gerade jetzt? Die Antwort: Eine
rechtzeitige Überprüfung
des
Hörvermögens kann unter Umständen lebensrettend sein. Zum Beispiel im
Straßenverkehr,
der
im Winter besonders gefährlich ist. Regen, Schnee und Eis, Nebel, schlechte
Sicht – jeder
Verkehrsteilnehmer
kennt die schwierigen Bedingungen während der kalten Monate. Um
kritische
Situationen zu vermeiden, sollten die Ohren besonders gut funktionieren.
Denn nur wer
eine
Gefahrenquelle hören kann, schaut auch hin.
Das
beginnt bereits beim Überqueren der Straße. Wer ein heranbrausendes Auto
nicht hört,
übersieht
die Gefahr leicht. Denn das Gehör lenkt den Blick. Und im Winter sind
Bremswege
meist
länger. Doch nicht nur Fußgänger müssen ihre Aufmerksamkeit erhöhen.
Auch
Fahrradfahrer
und Autofahrer sind während der dunklen Jahreszeit darauf angewiesen, dass
die
Sinne
geschärft sind. Bestmögliches Hören ist dabei unentbehrlich.
Es
erleichtert die
Orientierung
und kann eine eingeschränkte Sicht bei schlechtem Wetter teils ausgleichen.
Grundsätzlich gilt: Je schlechter die Sicht, desto wichtiger ist das Hören.
Ein
erhöhtes Sicherheitsrisiko tragen bereits Menschen ab dem 50. Lebensjahr.
Dann nimmt die
Hörfähigkeit
in der Regel ab. Aber auch jüngere Menschen sind gefährdet. Bei ihnen
treten
Hörprobleme
immer häufiger auf, verursacht durch den zunehmenden Umweltlärm, durch
laute
Musik
oder auch unzulässig lautes Spielzeug bereits im Kindesalter. Jeder fünfte
junge
Erwachsene
leidet heute bereits unter einem verminderten Hörvermögen.
Abhilfe
können moderne Hörgeräte schaffen, wegen ihrer High-Tech-Qualität auch Hörsysteme
genannt.
Sie sind klein, bequemer als eine Brille und extrem leistungsfähig. Das Hörsystem
stellt
sich
von selbst auf die jeweilige Hörsituation ein. Es wird so zum
unentbehrlichen Helfer in jeder
Lebenssituation
- und nicht zuletzt zum Garanten für die eigene Sicherheit. Hörsysteme
werden
von
den Krankenkassen bis zu 100 Prozent bezahlt.
Quelle: Forum
Besser Hören
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Immer
mehr Hörverlust
Die
Zahl der Älteren in Europa und den USA nimmt zu und Hörverlust wird immer
vorherrschender.
Eine
Studie, deren Ergebnisse 2003 in der angesehenen US-amerikanischen
Zeitschrift Archives of Otololaryngology Head and Neck Surgery veröffentlicht
wurde, untersuchte die Hörfähigkeit von rund 3000 US-Amerikanern zwischen
48 und 92 Jahren. Die Studie bestätigte Ergebnisse aus früheren
Untersuchungen, die indizierten, dass über 20 Prozent der Menschen über 50
Jahren innerhalb einer 5-jährigen Periode an Hörverlust erkrankten. Die
Forscher schlossen, dass Männer ein besonders hohes Risiko haben. Fast ein
Drittel der Männer dieser Altersklasse bekommt innerhalb von fünf Jahren
einen Hörverlust, im Vergleich zu 17 Prozent bei Frauen.
Der
Verlust des Gehörs ist bei Menschen, die bereits einen Hörverlust haben,
umso ausgeprägter. Mehr als die Hälfte erlebt in einem Zeitraum von fünf
Jahren eine reduzierte Hörfähigkeit. Arbeit
ist ein weiterer wichtiger Faktor in Bezug auf das Auftreten von Hörverlust
bei Älteren. Personen, die früher in Industriejobs beschäftigt waren,
haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, an Hörverlust zu erkranken,
wie ehemalige Büro- oder Verwaltungsangestellte.
Andere Studien zeigen, dass Hörverlust zunehmend auch
bei jungen Leuten auftritt und ein umfangreicher Bedarf an Informationen und
Behandlungen, einschließlich der Verschreibung von Hörgeräten, besteht.
Quelle:
Archives of Otololaryngology Head and Neck Surgery, Oktober 2003, Bd. 129
und www.healthandage.com , Fundstelle: hear-it.org
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Schlüssel
zum Gehör entdeckt
Das
Gehör hängt von einem speziellen Protein tief im Ohr ab. Das hat eine
Untersuchung der Harvard Medical School ergeben. Die Entdeckung könnte Tür
und Tor für eine bessere Behandlung von Hörverlust und Gehörlosigkeit öffnen.
Die
Wissenschaftler untersuchten das Gehör von Mäusen und fanden das Protein
TRPA1 auf der Spitze der winzigen Ohrhaarzellen, welche die
Schallvibrationen wahrnehmen.
Die Entdeckung könnte dabei helfen, zu erklären, wie
Haarzellen den Schall in elektrische Impulse umwandeln, die vom Gehirn z.B.
als erkennbare Sprache interpretiert werden. "Die
Identifizierung bedeutet, an den wahren Kern der Arbeit des Innenohrs
vorzustoßen", erklärte das Forschungsteam-Mitglied Professor David
Corey gegenüber BBC News.
Ohne das spezielle Protein können die Haarzellen nicht
auf die Schallvibrationen im Ohr reagieren und somit keine elektrischen
Signale an das Hirn weiterleiten.
Die Forscher glauben, dass die Ergebnisse eine
Entwicklung neuer Behandlungen für Hörverlust und Gehörlosigkeit ermöglichen
könnten.
Die Ergebnisse wurden in dem renommierten
Wissenschaftsjournal "Nature" veröffentlicht.
Quelle:
www.news.bbc.co.uk, 13.10.2004, Fundstelle: hear-it.org
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Aus
Sparsamkeit Gehör riskiert
Wenn das eigene
Hörvermögen nachlässt, können
Hörgeräte den Betroffenen Abhilfe verschaffen. Doch 22% aller Menschen über
50
Jahre verzichten auf eine medizinische Versorgung, weil sie erhöhte
Zuzahlungen
fürchten. Zu Unrecht: Denn trotz Gesundheitsreform übernehmen die
Krankenkassen
weiterhin mit unveränderten Festbeiträgen die Kosten für Hörgeräte.
Eine
Nachricht, die sich bei knapp 80% aller Versicherten aber noch nicht
herumgesprochen
hat. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens
Emnid.
Um
Hörminderungen erfolgreich behandeln zu können, ist es wichtig, frühzeitig
Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Viele Menschen zögern diese gegenwärtig
jedoch
aus nicht zutreffenden finanziellen Erwägungen heraus. Damit tun sie sich
und ihrem
Gehör keinen Gefallen. Denn beschädigte Hörnerven können nicht wieder
hergestellt
werden.
Dabei
sind die Bundesbürger, wenn es um „gutes Hören“ geht, äußerst
sensibilisiert
und sich der Bedeutung des Themas bewusst. Knapp 61% aller Befragten kennen
in
ihrem Umfeld Menschen mit Hörminderungen. Die absolute Mehrheit hält zudem
„gutes Hören“ für genauso wichtig wie „gutes Sehen“.
Weniger
informiert zeigen
sich die Interviewten hingegen bei der Frage, welche Kosten die Krankenkasse
übernimmt.
Hier waren sich lediglich 20% aller Befragen bewusst, dass die Leistungen
der Krankenkassen unverändert geblieben sind und auf die Versicherten keine
Mehrbelastungen zukommen.
„Wir
gehen davon aus, dass dieses Ergebnis mit der Diskussion um die
Gesundheitsreform
zusammenhängt, die die Menschen verunsichert und pauschal mit
Beitragssteigerungen
verbunden wird. Dass es aber nicht auf allen Gebieten zu Leistungskürzungen
kommt, wird dabei leicht übersehen“, sagt Stefan Paurat von der Internet-
Informationsplattform „Forum Besser Hören“.
Ein
weiteres Ergebnisse der Studie: Die Verbraucher haben großes Vertrauen in
die
Leistungsfähigkeit von Hörgeräten. So sind sich 86% der Befragten sicher,
dass mit
moderner Technologie ein Großteil bzw. ein Teil des alten Hörniveaus
wieder erreicht
werden kann.
Für
die Studie befragte Emnid Menschen zwischen 50 und 70 Jahren.
Quelle:
Forum Besser Hören
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