Wenn Paul nicht auf Geräusche reagiert
(psg) Bei Kleinkindern ist die Früherkennung von Hörfehlern
besonders wichtig, weil diese sich auf die gesamte Entwicklung auswirken.
Im Zweifelsfall sollten Eltern mit ihrem Sprössling deshalb unbedingt zum
Arzt gehen.
Was Kinder in den ersten Lebensmonaten und -jahren verpassen, läßt sich
später oft nicht aufholen. "Die Hörfähigkeit und die Fähigkeit
des Gehirns, Gehörtes zu verstehen, wird in den ersten vier Lebensjahren
gebildet", erklärt Hals-Nasen-Ohren-Arzt Taufik Shahab. "Wenn
ein Kind schwerhörig auf die Welt kommt, kann ich ihm nach vier Jahren
nicht mehr helfen, weil dann die nötigen Strukturen des Gehirns fehlen.
Nach einer Operation, die dann die Hörfähigkeit verbessert, wird das
Kind jedes Geräusch nur als Krach wahrnehmen. Das gilt auch für
gesprochene Sprache."
Kinder, die schlecht oder gar nicht hören, lernen nur schwer sprechen.
Auch ihre intellektuellen und sozialen Fähigkeiten können sie kaum
angemessen ausleben. Taufik Shahab: "Die Kinder sind nicht in der
Lage, ihre Umwelt richtig zu begreifen und die notwendigen Sozialkontakte
zu knüpfen. Das fängt oft schon im Kindergarten an: Keiner will mit
ihnen spielen, denn sie sprechen nicht, reagieren eventuell auch
aggressiv."
Damit Hörschäden rechtzeitig erkannt werden, sollten Eltern auf jeden
Fall die regelmäßigen ärztlichen Früherkennungsuntersuchungen für
Kinder bis zum sechsten Lebensjahr wahrnehmen. Die Prüfung des Gehörs ist dabei ein
wichtiger Punkt. Im Alltag müssen Eltern unbedingt darauf achten, ob ihr
Sprössling auf Geräusche angemessen reagiert.
Unterschiedliche Ursachen
Die Ursachen für Hörschäden sind sehr unterschiedlich: Manche Kinder
kommen schwerhörig oder sogar taub auf die Welt. Typische Auslöser für
Schwerhörigkeit sind aber auch Ohrenschmalz, Polypen und Krankheiten wie
Masern, Mumps oder eine Mittelohrentzündung. "Eine andere, leicht zu
verhindernde Gefahrenquelle sind Wattestäbchen. Beim Versuch, die
Gehörgänge der Kinder zu reinigen, verletzen Eltern leicht das
Trommelfell", so Taufik Shahab. Oft können Hörschäden durch
Medikamente oder eine Operation behoben oder durch Hörgeräte
ausgeglichen werden.
Hilfe suchen
Mit der Diagnose eines Hörschadens ist bereits ein wichtiger Schritt
getan. Handelt es sich um eine schwere Erkrankung, sollten die Eltern sich
auf jeden Fall Hilfe suchen. "Die Kinder brauchen intensive
Förderung, das heißt Betreuung durch einen Kinderarzt, einen Logopäden
und einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt", rät Taufik Shahab. "Außerdem
muß man versuchen, sie sozial zu integrieren durch den passenden
Kindergarten oder die passende Schule. Die Eltern betroffener Kinder
sollten sich mit anderen zusammenschließen. So können Erfahrungen
ausgetauscht und Adressen weitergegeben werden."
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Walkman: Tinnitus
statt Hörgenuss
Gesundheitsschäden durch zu laute
Musik und Dauerhören
(psg) Von vorne die Spice Girls, von hinten
der neueste Techno-Sound: So manch geplagter Fahrgast hat - im Bus
umzingelt von kopfnickenden Walkman-Fans - schon die Flucht ergriffen.
Aber nicht nur die Mitmenschen leiden, wenn zu laute Musik aus den Kopfhörern
dröhnt: Hohe Lautstärke kann auch bei den Musikfans selbst zu Taubheit
und Tinnitus - ein permanentes Ohrensausen - führen. Damit im Alter nicht
das Hörgerät die Kopfhörer ersetzt, soll zukünftig eine EU-Norm die
maximale Lautstärke begrenzen.
Die AOK rät aber schon jetzt: Walkman-Fans sollten ihre Recorder nie
voll aufdrehen und öfter mal eine Hörpause einlegen. Denn: Bereits
jeder vierte männliche Jugendliche leidet unter messbaren Hörschäden
durch zu laute Musik.
Schallspitzenwerte von 110 Dezibel - so laut wie ein Presslufthammer in
einem Meter Abstand - treffen nicht selten auf die Ohren der Walkman-Fans.
Doch bereits bei länger andauernder Belastung mit mehr als 85 Dezibel -
etwa so laut wie eine belebte Straße - nimmt die Hörempfindlichkeit
Schritt für Schritt ab. Es entsteht Hochtonschwerhörigkeit - ein Schaden
der nicht heilbar ist. Auch bei Tinnitus sind die Heilungschancen gering.
Das ständige Ohrklingeln kann den Betroffenen gerade beim Einschlafen
oder in Ruhepausen zur Verzweiflung treiben.
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Das Gehirn hört
gedachte Melodien
Professionelle Musiker können Melodien
beim bloßen Denken daran bereits hören. Das fand Gabriela Scheler von
der Universität Tübingen heraus. Sie maß die Gehirnaktivitäten von
acht Orchestermusikern und acht Amateuren, als diese tonlos die ersten 16
Takte von Mozarts Violinkonzert in G-Dur spielten. Die Fingerbewegungen
und die Vorstellung von der Musik habe bei den Profis - Geiger in
deutschen Orchestern - Teile des Gehirns stark aktiviert, die eigentlich für
das Hören zuständig sind. "Wenn die Profis ihre Finger
bewegen, hören sie die Musik in ihrem Kopf", so Scheler. Bei
Amateuren sei höhere Aktivität in dem Bereich festgestellt worden, der
die Bewegung der Finger kontrolliert. Sie seien offenbar vorrangig mit der
korrekten Ausführung beschäftigt gewesen. Profis hätten wohl ihr Gehirn
davon befreit, sich über das Treffen der richtigen Töne Gedanken zu
machen, erklärt Scheler, selbst ehemalige Geigerin im Nürnberger
Orchester.
Quelle: Die Welt
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Die Folgen
des Lärms werden noch zu häufig unterschätzt
Diagnose von Hörschäden erfolgt bei
älteren Patienten oft zehn Jahre zu spät
HANNOVER (jh). 15 bis 16 Prozent aller
Bundesbürger hören schlecht - doch Schwerhörigkeit wird bagatellisiert,
auch von Ärzten. Das stellte Professor Thomas Lenarz, Leiter der
HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) fest.
"Bei kleinen Kindern heißt es häufig, 'das verwächst
sich'", sagte Lenarz - aber eine einmal festgestellte Schädigung des
Hörsinns lasse sich nicht wieder beheben, sondern durch ein Hörgerät
nur lindern.
Schwerhörigkeit wird bei Kleinkindern im Schnitt erst mit 31 Monaten
festgestellt. Bei älteren Menschen kommt die Diagnose oft zehn Jahre zu
spät. Grund sei nicht zuletzt der Zeitmangel in der Arztpraxis und die
begrenzten Budgets, sagte Professor Benno Paul Weber, Oberarzt in der
HNO-Klinik der MHH.
Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fühlen
sich 70 Prozent der Deutschen durch Verkehrs- und Fluglärm massiv gestört.
Über 13 Millionen Menschen sind durch einen zu hohen Lärmpegel
betroffen. Darunter leide auch das Herz-Kreislauf-System, sagte Professor
August Schick, Leiter des Instituts zur Erforschung von
Mensch-Umwelt-Beziehungen an der Universität Oldenburg. "Jeder 50.
Herzinfarkt ist heute lärmbedingt", schätzte er.
Die krankmachenden Ursachen haben sich aber verlagert: Jährlich werden
zwar 6000 neue Fälle von Schwerhörigkeit von den Berufsgenossenschaften
anerkannt, nach wie vor die häufigste Berufskrankheit. Die Zahl geht seit
Mitte der neunziger Jahre aber zurück, weil Lärmschutzvorschriften
greifen. Dafür nimmt der Freizeit- und Verkehrslärm zu. Unter den 30jährigen
sind bereits 15 Prozent schwerhörig.
Quelle: Ärzte Zeitung
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Zu Hause den Lärm
senken
Gegen die ständigen Geräusche
etwas tun
Experten warnen vor einer ständigen Geräuschkulisse
in der Wohnung. Doch gegen den Lärm in den eigenen vier Wänden kann man
mit einfachen Mitteln etwas tun.
Im Herbst und Winter verbringen Menschen etwa 90 Prozent ihrer Zeit in
geschlossenen Räumen. Dort sind sie einer ständigen Geräuschkulisse
ausgesetzt: laufende Radio- und Fernsehgeräte, herum tollende Kinder,
Bau- und Renovierungsarbeiten.
Schon das Brummen des Kühlschrankes und normale Hintergrundgeräusche
summieren sich auf eine konstante Lärmbelastung von etwa 35 bis 40
Dezibel, weiß die Europäische Teppich-Gemeinschaft in Bonn. Folgen können
Lern- oder Konzentrationsschwierigkeiten sein. Schlafstörungen beginnen
ab einem Pegel von 35 Dezibel. Davon wachen die meisten zwar nicht auf,
doch ihr Schlaft ist gestört und bringt nicht die richtige Erholung. Für
mehr Ruhe empfiehlt Professor Dr. Klaus Fiedler, Vorsitzender des
Ausschusses Wohnmedizin und Bauhygiene der Gesellschaft für Hygiene und
Umweltmedizin, einen Lärm-Check.
- Kinder sollten zu Hause statt fester Schuhe Pantoffeln oder dicke
Strümpfe tragen.
- Lärm dämmende Beläge wie Teppichböden schlucken Geräusche. Der
Trittschall verringert sich. Je dicker und weicher der Teppich, desto
stärker ist der Ruheeffekt.
- Beim Kauf von Elektro- oder Haushaltsgeräten auf die Geräuschentwicklung
achten.
- Vorhandene Geräte auf eine weiche Unterlage stellen.
- Lautsprecher der Stereoanlage nicht an der Wand aufhängen, damit
die Musik nicht unnötig weitergetragen wird.
- Fenster geschlossen halten und kräftig lüften, um den Lärm von
draußen nicht herein zu lassen.
- Das Schlafzimmer überprüfen: Stehen die Betten im ruhigsten Teil
der Wohnung
? Oder kann durch Verlegung
in einen anderen Raum mehr Nachtruhe erzielt werden?
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Hörschäden
durch Konzerte müssen nicht sein
Die Fördergemeinschaft Gutes Hören
informiert anlässlich eines aktuellen Urteils:
(fgh) Eine hochgradige Innenohrschädigung
und Tinnitus (Ohrgeräusche) sind die belastenden Folgen eines
Pop-Konzertes. Einer jungen Frau, die diese bleibenden Hörschäden durch
den Besuch eines Konzertes erlitt, wurde kürzlich Schmerzensgeld in Höhe
von 9.000 DM zugesprochen (Az: 5 U 1324/00). Die Veranstalter hätten die
Besucher 90 Minuten lang einem pflichtwidrig hohen Schallpegel ausgesetzt,
so der Richter vom Koblenzer Oberlandesgericht. Dass die Frau in der Nähe
der Boxen stand, wurde nicht als Mitverschulden angerechnet. Denn jeder
Besucher dürfe sich darauf verlassen, dass der Veranstalter die Musik auf
einen Geräuschpegel begrenzt, der nicht gesundheitsschädlich ist.
"Es bleibt zu hoffen, dass dieses Urteil die Veranstalter von
Konzerten und Diskos zum Umdenken anregt", so Dr. Karin Uphoff von
der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH). "Bei vielen
Musikveranstaltungen wird die Musik lauter gedreht, als für den Genuss nötig
und vor allem lauter, als für die Ohren gut ist. Doch man ist diesen
Lautstärken nicht hilflos ausgeliefert. Mit Gehörschutzstöpseln oder
besser noch: individuell angefertigtem Gehörschutz kann man Musik ungefährdet
genießen."
Laute Musik, Knalle und anderer Lärm können das Gehör unheilbar schädigen.
Hörschäden sind ab einer Lautstärke von 85 Dezibel (dB) möglich, wenn
man diesem Lärm mindestens 40 Stunden pro Woche ausgesetzt ist. Man
spricht dabei von der zulässigen wöchentlichen Schallbelastung. Bei
Rock- und Popkonzerten und in Diskos zu vorgerückter Stunde werden häufig
100 bis 110 Dezibel erreicht. Bei 100 Dezibel ist nach etwa 80 Minuten die
zulässige Schallbelastung für eine Woche erreicht, bei 110 Dezibel nach
knapp zehn Minuten.
Niemand muss auf den Spaß eines Konzert- oder Diskobesuchs verzichten.
Dr. Karin Uphoff betont: "Gehörschutz erhält das gute Gehör. Damit
auch in Zukunft Musikgenuss und Kommunikation ohne Abstriche möglich
sind." Es gibt nach Maß angepassten Gehörschutz mit oder ohne
Filter: Hörakustiker bieten zum
Beispiel speziell für Musikliebhaber Gehörschutz mit Filter an. Dieser
Filter dämpft alle Frequenzen gleichmäßig und bringt daher
unverzerrten, natürlichen Klang. Gute Lösungen, die man seinem Gehör
zuliebe nutzen sollte.
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Silvesterböller
schlägt aufs Ohr
Die letzten Sekunden im alten Jahr bis
Mitternacht. Raketen, Böller und Kanonenschläge liegen bereit. Und um zwölf
Uhr wird geknallt: Feuer frei. Bei manchem Knaller aber kann der Schuss
nach hinten losgehen. Explodieren nämlich die Feuerwerkskörper in
unmittelbarer Nähe von anderen, kann das auf die Ohren gehen. Durch das
sogenannte Knalltrauma wird das Innenohr geschädigt und die Hörfähigkeit
ist schlagartig stark verschlechtert.
Mit etwas Glück erholt sich das Ohr nach
einiger Zeit wieder. Doch häufig verbleibt eine Schwerhörigkeit für
hohe Frequenzen. Ein Souvenier von der Jahreswende. Auch Ohrgeräusche,
wie ständiges Rauschen oder Pfeifen, können durch das Knalltrauma ausgelöst
werden. Auf jeden Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden
Quelle: DAK
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Reicher
und intelligenter mit Wein
(smog) Im Wein
liegen Wahrheit und offenbar noch ganz andere Qualitäten. Einer Studie
der Universität von Indiana zufolge erfreuen sich Weintrinker einer guten
Gesundheit und sind im Vergleich zur durchschnittlichen Bevölkerung zudem
noch klüger, besser gebildet und reicher. An der Untersuchung nahmen 363
Männer und 330 Frauen im Alter von 29 bis 34 Jahren teil. Ihre
Gesundheitsdaten wurden mit denen von Biertrinkern, von abstinent lebenden
Personen und mit denen von Bier- und Weintrinkern verglichen.
Fazit: Weintrinker seien intelligenter, hätten eine längere Ausbildung
und ein höheres Einkommen. Die Forscher schlussfolgerten, dass der
Rebensaft bei den Versuchspersonen ein Indikator für eine gute soziale
und persönliche Entwicklung ist, die wiederum mit einer guten
gesundheitlichen Verfassung in Verbindung gebracht wird. Fragt sich nur,
was zuerst da war, der Wein, die Bildung oder die Gesundheit? Hatten die
heutigen reichen und klugen Weintrinker etwa schon Rebensaft in der
Babyflasche?
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