Archiv Oktober 2004                                                                   

Lärmwarnung für Jugendliche

Jeder vierte Jugendliche leidet an Hörverlust. Diese erschreckende Zahl bewegte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dazu, Jugendliche vor den zerstörerischen Folgen von Lärm zu warnen, durch den sie sich in zunehmendem Maße selber schädigen.

"Wir wollen und können nicht warten, bis der Lärm sich schädlich ausgewirkt hat, sondern wir möchten so früh wie möglich bei Kindern und Jugendlichen Lärmschäden vorbeugen", sagte Ulla Schmidt, die außerdem Botschafterin der "Initiative Hören" ist.Die Ministerin möchte ein Lärmbewusstsein bei jungen Leuten schaffen. Ein sensibler Umgang mit Lärm sollte ein natürlicher Teil des täglichen Verhaltens Jugendlicher werden.

Laut Schätzungen werden die Jugendlichen als 40-Jährige bereits so schlecht hören wie die heute 60-Jährigen. Die Ursachen dafür umfassen gesteigerte Lärmpegel von Discos, Musik und - bei Kindern - Spielzeug, berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Quelle: dpa, 20. March, 2004; BMGS Presse, BMGS 1/2004, Fundstelle: hear-it.org
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Soziale Isolation erheblich

(fgh) Rund 14 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht. “Oft ist das eine schleichende Entwicklung, die über Jahre geht”, wie Professor Dr. med. Dr. h.c. Roland Laszig von der Universität Freiburg erklärt. Die Betroffenen selbst bemerken es zunächst gar nicht. Deshalb, so Laszig seien regelmäßige Hörtests sinnvoll. “Denn die soziale Isolation, die sich einstellt, ist erheblich.” Laszig appellierte daher an alle, die Hörprobleme haben: “Warum macht ihr euch das Leben schwer? Nutzt Hörgeräte!”

Während der Talkrunde “Viel um die Ohren – Ist das Hören in unserer visuellen Welt noch von Bedeutung?” zu der die Fördergemeinschaft Gutes Hören kürzlich nach Köln eingeladen hatte, bezog auch die Moderatorin und Fernseh-Ärztin Dr. med. Sabine Helmbold Stellung: “Schlechtes Hören ist meist ein schleichender Prozess, an den man sich gewöhnt und mit dem man sich arrangiert. Das Schlimme daran ist, dass man sich damit selbst fast aus der Gesellschaft ausgrenzt.” Den meisten Betroffenen könnten Hörgeräte helfen. Doch – wie der Schauspieler Rufus Beck während der Gesprächsrunde bedauernd feststellte – “verzichten viele auf Hörgeräte und nehmen lieber Missverständnisse in Kauf.” Laszig griff bei seinem Appell für Hörgeräte zu einem plakativen Vergleich: “Jemand, der nur ein Bein hat, kann natürlich mit diesem Bein von A nach B hopsen. Das geht. Aber mit einer gut angepassten hochelektronischen Prothese kann er sogar einen 100-Meter-Lauf machen. So ähnlich ist das auch mit dem Hören. Das ist auch eine Frage des Komforts und der Lebensqualität. Man muss die Technik nur nutzen.”

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Tinnitus nach Kopfverletzungen

Kopf- oder Nackenverletzungen könnten der Beginn eines Lebens mit Tinnitus sein. Bei mehr als jedem Zehnten, der an chronischem Tinnitus leidet, stammt das Problem von einer Verletzung des Nackens oder Kopfes. Solche Verletzungen stehen oft in Verbindung mit einer besonders schweren Form von Tinnitus mit deutlich unangenehmeren Symptomen.

2400 Patienten mit chronischem Tinnitus, die an einer Studie der Uniklinik "Oregon Health and Service University Tinnitus Clinic" teilnahmen, wurden nach dem Grund ihres Tinnitus befragt. Über 12 Prozent führten ihren Tinnitus auf eine Kopf- oder Nackenverletzung zurück. In dieser Gruppe hatte ein Drittel ausschließlich einen Nackenschaden oder ein Schleudertrauma erlitten. Die anderen zwei Drittel hatten eine Kopfverletzung oder eine Kombination aus Kopf- und Nackenverletzungen erlitten.

Im Vergleich zu anderen Tinnituspatienten litt die Gruppe mit den Kopf- und Nackenverletzungen durch ihren Tinnitus oftmals an größeren Problemen. Es wurde von Problemen beim Schlafen, Entspannen, klar denken und eingeschränktem Erinnerungsvermögen berichtet. Die Gruppe stufte das Lärmniveau ihres Tinnitus um ein Drittel höher ein als andere Tinnitus-Betroffene. Auf dem so genannten Tinnitus Severity Index ( Ein Index, der den Tinnitus-Schweregrad bestimmt) ist die Gruppe bei durchschnittlich 41,9 Punkten anzusiedeln, was, laut Autoren der Studie, bedeutend höher ist als die durchschnittlichen 38,1 Prozent anderer Patienten.

Patienten, deren Tinnitus mit Kopf- oder Nackenverletzungen zusammenhängen, suchen früher als andere Tinnitus-Patienten einen Arzt auf. Im Durchschnitt suchen sie 2,3 Jahre nach Beginn ihres Tinnitus ärztlichen Rat auf, während andere Patienten 6,9 Jahre warten. Eine mögliche Erklärung ist, dass ein durch Unfall oder Trauma ausgelöster Tinnitus schnell so stark wird, dass man ihn schwer erträgt. Wenn ein Tinnitus über Jahre hinweg schrittweise zunimmt, sind die Patienten eher dazu in der Lage, Strategien zu entwickeln, um mit ihrem Problem fertig zu werden, so die Forscher.

Quelle: Chronic Tinnitus Resulting From Head or Neck Injuries, The Laryngoscope, Nr. 5, Mai 2003., Fundstelle: hear-it.org
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Jeder fünfte kann Ohren nicht trauen

(fgh) 14 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Problem: Sie hören schlecht. Sie überhören die Türklingel und verstehen bei Gesprächen vieles nicht richtig. Jeder fünfte Erwachsene ist betroffen. In den meisten Fällen ist das Innenohr unheilbar geschädigt. Dennoch ist besseres Hören möglich – mit individuell angepassten Hörgeräten.

Manchmal muss der HNO-Arzt nur einen Ohrschmalz-Pfropfen entfernen und schon ist das gute Hören wieder da. Doch bei den meisten Erwachsenen, die Hörprobleme haben, ist das Innenohr geschädigt. Da hilft keine Medizin, aber die Technik: Hörgeräte unterstützen die Ohren und gleichen Hörminderungen weitgehend aus.

Viele schätzen ihr Gehör falsch ein. Denn oft kommt die Hörminderung schleichend. Man gewöhnt sich daran und bemerkt nicht, was man alles überhört. Aber die Lebensqualität leidet. Wer schlecht hört, muss sich bei Gesprächen stark konzentrieren. Missverständnisse häufen sich. Probleme am Arbeitsplatz sind vorprogrammiert. Das alles muss nicht sein. Wer einen Hörtest macht – beim Hörakustiker oder beim Hals-Nasen-Ohrenarzt – weiß woran er ist.

Zeigt sich ein Hörproblem, sollte man zum HNO-Arzt gehen. Der klärt die Ursachen des Problems und wie man es behandeln kann. Wenn das Gehör unheilbar geschädigt ist, wird der HNO-Arzt Hörgeräte verordnen. Die Geräte werden beim Hörakustiker angepasst. Nach ausführlichen Gesprächen und Messungen können die kleinen Hörsysteme per Computer so programmiert werden, dass sie optimal helfen. Nach jahrelanger Hör-Entwöhnung ist zudem ein Hörtraining sinnvoll.

Damit das Hören auch gut bleibt, geht man in den nächsten Jahren regelmäßig ins Hörakustik-Geschäft. Dort werden die Hörsysteme
überprüft und wenn nötig nachjustiert. Die Gerätewartung und die meisten Serviceleistungen sind im Preis inbegriffen. Natürlich sollten auch die Ohren regelmäßig vom Hals-Nasen-Ohrenarzt untersucht werden. Gutes Hören ist wichtig. Man sollte es nicht dem Zufall überlassen.

Wer nicht sicher ist, ob er seinen Ohren noch trauen kann...
... kann zunächst einen telefonischen Hörtest machen. Der Test der Fördergemeinschaft Gutes Hören ermöglicht eine erste Einschätzung. Er ist abrufbar unter 0180 / 5 32 37 54, die Gebühr beträgt insgesamt 0,74 Euro.

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Zweithäufigstes Versäumnis

Hörverlust ist das dritthäufigste Leiden der älteren Generation in den USA und zahlreichen anderen Ländern und wird nur von Bluthochdruck und Arthritis übertroffen.

Doch während die Älteren wegen Bluthochdruck und Arthritis regelmäßig ihren Arzt konsultieren, sucht weniger als jeder Fünfte, der von einem Hörgerät Gebrauch machen könnte, Behandlung wegen seines Hörverlusts auf.

Das Institut für innovative Gesundheitsfürsorge "The Institute for Healthcare Advancement, IHA," mit Sitz in Kalifornien, hat herausgefunden, dass die mangelnde Bereitschaft, Hörgeräte oder andere Hilfen, wie z.B. Brillen oder dritte Zähne zu tragen, der zweithäufigste Fehler ist, den ältere Menschen bei ihrer eigenen Gesundheitspflege begehen. Zusammen mit der Weigerung, eine Gehhilfe zu benutzen, wenn diese nötig ist, kann dieses Verhalten den älteren Menschen daran hindern, hilfreiche Unterstützung bei Problemen des Älterwerdens in Anspruch zu nehmen.

Diese Art des Widerstandes gegen den Alterungsprozess und seine Erscheinungen wirkt sich für den Einzelnen selbst samt seiner Familie, Freunde oder Kollegen nachteilig aus.

Fehler Nr. Eins ist das Führen eines Fahrzeuges, wenn dabei nicht mehr die nötige Sicherheit besteht. Weitere Fehler sind u.a.:  

  • nicht zu verstehen, was der Arzt über das Gesundheitsproblem oder die medizinische Behandlung erzählt

  • die ernste Gefahr eines möglichen Sturzes zu unterschätzen

  • kein entsprechendes System oder einen Plan für nötige Medizin bereit zu haben

  • keinen bestimmten Arzt oder Anbieter von Leistungen der Gesundheitsfürsorge zu haben, der den gesamten Behandlungsplan verfolgt

  • keine ärztliche Hilfe aufzusuchen, wenn frühe Warnsignale erscheinen

  • nicht an Vorsorgeprogrammen teilzunehmen, und

  • die nächsten Verwandten nicht um Hilfe zu bitten

Quelle: Institute for Healthcare Advancement (www.iha4health.org), 7. November, 2003
Fundstelle: hear-it.org

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Was Hänschen nicht hört

(fgh) Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 2.000 Kinder mit beidseitigen Hörschäden geboren. Doch bis diese Hörminderung von einem Arzt erkannt wird, vergehen im Durchschnitt 36 Monate. Dann erst kann die Behandlung beginnen. Die drei wichtigsten Jahre für die kindliche Entwicklung sind dann unwiederbringlich vorbei. Und das, obwohl es längst einfache Testverfahren gibt, die bereits in den ersten Lebenstagen zeigen, ob ein Kind gut hört. Experten fordern daher flächendeckende Hörtests bei allen Neugeborenen.

Die meisten Kinder könnten erfolgreich mit Hörgeräten versorgt werden. Auf diese wichtige technische Unterstützung müssen die Kinder jedoch im Schnitt drei Jahre warten. “Die alles entscheidende Phase der Hör- und Sprachentwicklung wird somit verpasst”, so Dr. Agnes Hildmann, Fachärztin für Phoniatrie, Pädaudiologie und HNO-Heilkunde. Hildmann ist Sprecherin des “Joint Committee Frühkindliches Hören”, einer interdisziplinären Expertengruppe, die ein Konzept für die bundesweite Früherkennung von Hörschäden bei Neugeborenen und Kindern vorgelegt hat. Die Expertengruppe strebt an, Hörgeräte bereits in den ersten Lebenswochen anzupassen.

Ohne Hörscreening sind es meist die Eltern, die zuerst bemerken, dass ihr Kind schlecht hört. Darauf sollten Eltern achten: Säuglinge mit normalem Gehör erschrecken bei plötzlichen lauten Geräuschen, während der Zuspruch der Eltern beruhigend wirkt. Das stimmhafte Lachen und Brabbeln der Babys sollte im 6. bis 7. Lebensmonat in erste zweisilbige “Wörter” übergehen. Die Kinder sollten auch auf leises Ansprechen reagieren, wenn sie den Sprecher nicht sehen. Beim geringsten Zweifel an der Hörfähigkeit des Kindes sollte der Arzt aufgesucht werden, damit eine professionelle Überprüfung des Gehörs in die Wege geleitet wird.

Weitere Fragen beantwortet das kostenlose Beratungstelefon der Fördergemeinschaft Gutes Hören. Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Experten für die individuelle Beratung am Telefon bereit: Hörakustiker (0800 - 0112 112) und HNO-Ärzte (0800 - 0112 113). Die Anrufe sind gebührenfrei.
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"hören heute" ausgezeichnet

Aufklärung bezüglich guten Hörens und Verstehens tut Not. Dies beweisen die alarmierenden Zahlen über diejenigen, die Hörprobleme haben und - aus welchen Gründen auch immer - nichts dagegen unternehmen. Besonders Besorgnis erregend sind die Hörprobleme bei den Jugendlichen. Hier spricht man bereits von einer zukünftigen Generation der Schwerhörigen.

Einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung über dieses Thema leistet das Online-Portal "hören heute". Dass man sich mit dieser Konzeption auf dem richtigen Weg befindet, beweist die nunmehr fünfte Aufnahme in Folge dieser Webseite in das Verzeichnis der 6.000 wichtigsten deutschen Internet-Adressen "Web-Adressbuch für Deutschland 2005", mw Verlag, Frankfurt/M.

Aus den über 7 Millionen deutschsprachigen Web- Seiten wurde "hören heute" ausgewählt und als eine der besten im Bereich "Gesundheit" vorgestellt.

Ständig steigende Besucherzahlen und die Verweise von renommierten Einrichtungen aus den Bereichen der Medien und der Gesundheit unterstreichen die Bedeutung dieses Online-Portals.

"Interessant in diesem Zusammenhang ist der Aufruf der einzelnen Seiten: Während noch bis vor ca. einem Jahr der Online-Hörtest am häufigsten aufgerufen wurde, stehen heute die Informationen über die Kosten von Hörgeräten an erster Stelle", erläutert Wolfgang Euerle, der Betreiber des Informationsdienstes.

Neben der Online-Ausgabe gibt es "hören heute" auch als Hauszeitschrift für Hörakustik-Betriebe. Interessierte Akustiker/innen können sich hier informieren.
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