|
Lärmwarnung
für Jugendliche
Jeder
vierte Jugendliche leidet an Hörverlust. Diese erschreckende Zahl bewegte
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dazu, Jugendliche vor den zerstörerischen
Folgen von Lärm zu warnen, durch den sie sich in zunehmendem Maße selber
schädigen.
"Wir wollen und können nicht warten, bis der Lärm
sich schädlich ausgewirkt hat, sondern wir möchten so früh wie möglich
bei Kindern und Jugendlichen Lärmschäden vorbeugen", sagte Ulla
Schmidt, die außerdem Botschafterin der "Initiative Hören" ist.Die
Ministerin möchte ein Lärmbewusstsein bei jungen Leuten schaffen. Ein
sensibler Umgang mit Lärm sollte ein natürlicher Teil des täglichen
Verhaltens Jugendlicher werden.
Laut Schätzungen werden die Jugendlichen als 40-Jährige
bereits so schlecht hören wie die heute 60-Jährigen. Die Ursachen dafür
umfassen gesteigerte Lärmpegel von Discos, Musik und - bei Kindern -
Spielzeug, berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Quelle:
dpa, 20. March, 2004; BMGS Presse, BMGS 1/2004, Fundstelle:
hear-it.org
< zurück zur Archiv-Übersicht
Soziale
Isolation erheblich
(fgh)
Rund 14 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht. “Oft ist das
eine schleichende Entwicklung, die über Jahre geht”, wie Professor Dr.
med. Dr. h.c. Roland Laszig von der Universität Freiburg erklärt. Die
Betroffenen selbst bemerken es zunächst gar nicht. Deshalb, so Laszig seien
regelmäßige Hörtests sinnvoll. “Denn die soziale Isolation, die sich
einstellt, ist erheblich.” Laszig appellierte daher an alle, die Hörprobleme
haben: “Warum macht ihr euch das Leben schwer? Nutzt Hörgeräte!”
Während der Talkrunde “Viel um die Ohren – Ist das Hören in unserer
visuellen Welt noch von Bedeutung?” zu der die Fördergemeinschaft Gutes Hören
kürzlich nach Köln eingeladen hatte, bezog auch die Moderatorin und
Fernseh-Ärztin Dr. med. Sabine Helmbold Stellung: “Schlechtes Hören ist
meist ein schleichender Prozess, an den man sich gewöhnt und mit dem man
sich arrangiert. Das Schlimme daran ist, dass man sich damit selbst fast aus
der Gesellschaft ausgrenzt.” Den meisten Betroffenen könnten Hörgeräte
helfen. Doch – wie der Schauspieler Rufus Beck während der Gesprächsrunde
bedauernd feststellte – “verzichten viele auf Hörgeräte und nehmen
lieber Missverständnisse in Kauf.” Laszig griff bei seinem Appell für Hörgeräte
zu einem plakativen Vergleich: “Jemand, der nur ein Bein hat, kann natürlich
mit diesem Bein von A nach B hopsen. Das geht. Aber mit einer gut
angepassten hochelektronischen Prothese kann er sogar einen 100-Meter-Lauf
machen. So ähnlich ist das auch mit dem Hören. Das ist auch eine Frage des
Komforts und der Lebensqualität. Man muss die Technik nur nutzen.”
< zurück zur Archiv-Übersicht
Tinnitus
nach Kopfverletzungen
Kopf-
oder Nackenverletzungen könnten der Beginn eines Lebens mit Tinnitus sein.
Bei mehr als jedem Zehnten, der an chronischem Tinnitus leidet, stammt das
Problem von einer Verletzung des Nackens oder Kopfes. Solche Verletzungen
stehen oft in Verbindung mit einer besonders schweren Form von Tinnitus mit
deutlich unangenehmeren Symptomen.
2400 Patienten mit chronischem Tinnitus, die an einer
Studie der Uniklinik "Oregon Health and Service University Tinnitus
Clinic" teilnahmen, wurden nach dem Grund ihres Tinnitus befragt. Über
12 Prozent führten ihren Tinnitus auf eine Kopf- oder Nackenverletzung zurück.
In dieser Gruppe hatte ein Drittel ausschließlich einen Nackenschaden oder
ein Schleudertrauma erlitten. Die anderen zwei Drittel hatten eine
Kopfverletzung oder eine Kombination aus Kopf- und Nackenverletzungen
erlitten.
Im Vergleich zu anderen Tinnituspatienten litt die
Gruppe mit den Kopf- und Nackenverletzungen durch ihren Tinnitus oftmals an
größeren Problemen. Es wurde von Problemen beim Schlafen, Entspannen, klar
denken und eingeschränktem Erinnerungsvermögen berichtet. Die Gruppe
stufte das Lärmniveau ihres Tinnitus um ein Drittel höher ein als andere
Tinnitus-Betroffene. Auf dem so genannten Tinnitus Severity Index ( Ein
Index, der den Tinnitus-Schweregrad bestimmt) ist die Gruppe bei
durchschnittlich 41,9 Punkten anzusiedeln, was, laut Autoren der Studie,
bedeutend höher ist als die durchschnittlichen 38,1 Prozent anderer
Patienten.
Patienten, deren Tinnitus mit Kopf- oder
Nackenverletzungen zusammenhängen, suchen früher als andere
Tinnitus-Patienten einen Arzt auf. Im Durchschnitt suchen sie 2,3 Jahre nach
Beginn ihres Tinnitus ärztlichen Rat auf, während andere Patienten 6,9
Jahre warten. Eine mögliche Erklärung ist, dass ein durch Unfall oder
Trauma ausgelöster Tinnitus schnell so stark wird, dass man ihn schwer erträgt.
Wenn ein Tinnitus über Jahre hinweg schrittweise zunimmt, sind die
Patienten eher dazu in der Lage, Strategien zu entwickeln, um mit ihrem
Problem fertig zu werden, so die Forscher.
Quelle:
Chronic Tinnitus Resulting From Head or Neck Injuries, The Laryngoscope, Nr.
5, Mai 2003., Fundstelle:
hear-it.org
< zurück zur Archiv-Übersicht
Jeder
fünfte kann Ohren nicht trauen
(fgh)
14 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Problem: Sie hören schlecht.
Sie überhören die Türklingel und verstehen bei Gesprächen vieles nicht
richtig. Jeder fünfte Erwachsene ist betroffen. In den meisten Fällen ist
das Innenohr unheilbar geschädigt. Dennoch ist besseres Hören möglich –
mit individuell angepassten Hörgeräten.
Manchmal muss der HNO-Arzt nur einen Ohrschmalz-Pfropfen entfernen und schon
ist das gute Hören wieder da. Doch bei den meisten Erwachsenen, die Hörprobleme
haben, ist das Innenohr geschädigt. Da hilft keine Medizin, aber die
Technik: Hörgeräte unterstützen die Ohren und gleichen Hörminderungen
weitgehend aus.
Viele schätzen ihr Gehör falsch ein. Denn oft kommt die Hörminderung
schleichend. Man gewöhnt sich daran und bemerkt nicht, was man alles überhört.
Aber die Lebensqualität leidet. Wer schlecht hört, muss sich bei Gesprächen
stark konzentrieren. Missverständnisse häufen sich. Probleme am
Arbeitsplatz sind vorprogrammiert. Das alles muss nicht sein. Wer einen Hörtest
macht – beim Hörakustiker oder beim Hals-Nasen-Ohrenarzt – weiß woran
er ist.
Zeigt
sich ein Hörproblem, sollte man zum HNO-Arzt gehen. Der klärt die Ursachen
des Problems und wie man es behandeln kann. Wenn das Gehör unheilbar geschädigt
ist, wird der HNO-Arzt Hörgeräte verordnen. Die Geräte werden beim Hörakustiker
angepasst. Nach ausführlichen Gesprächen und Messungen können die kleinen
Hörsysteme per Computer so programmiert werden, dass sie optimal helfen.
Nach jahrelanger Hör-Entwöhnung ist zudem ein Hörtraining sinnvoll.
Damit das Hören auch gut bleibt, geht man in den nächsten Jahren regelmäßig
ins Hörakustik-Geschäft. Dort werden die Hörsysteme
überprüft und wenn nötig nachjustiert. Die Gerätewartung und die meisten
Serviceleistungen sind im Preis inbegriffen. Natürlich sollten auch die
Ohren regelmäßig vom Hals-Nasen-Ohrenarzt untersucht werden. Gutes Hören
ist wichtig. Man sollte es nicht dem Zufall überlassen.
Wer nicht sicher ist, ob er seinen Ohren noch trauen kann...
... kann zunächst einen telefonischen Hörtest machen. Der Test der Fördergemeinschaft
Gutes Hören ermöglicht eine erste Einschätzung. Er ist abrufbar unter
0180 / 5 32 37 54, die Gebühr beträgt insgesamt 0,74 Euro.
< zurück zur Archiv-Übersicht
Zweithäufigstes
Versäumnis
Hörverlust
ist das dritthäufigste Leiden der älteren Generation in den USA und
zahlreichen anderen Ländern und wird nur von Bluthochdruck und Arthritis übertroffen.
Doch während die Älteren wegen Bluthochdruck und
Arthritis regelmäßig ihren Arzt konsultieren, sucht weniger als jeder Fünfte,
der von einem Hörgerät Gebrauch machen könnte, Behandlung wegen seines Hörverlusts
auf.
Das Institut für innovative Gesundheitsfürsorge "The
Institute for Healthcare Advancement, IHA," mit Sitz in Kalifornien,
hat herausgefunden, dass die mangelnde Bereitschaft, Hörgeräte oder andere
Hilfen, wie z.B. Brillen oder dritte Zähne zu tragen, der zweithäufigste
Fehler ist, den ältere Menschen bei ihrer eigenen Gesundheitspflege
begehen. Zusammen mit der Weigerung, eine Gehhilfe zu benutzen, wenn diese nötig
ist, kann dieses Verhalten den älteren Menschen daran hindern, hilfreiche
Unterstützung bei Problemen des Älterwerdens in Anspruch zu nehmen.
Diese Art des Widerstandes gegen den Alterungsprozess
und seine Erscheinungen wirkt sich für den Einzelnen selbst samt seiner
Familie, Freunde oder Kollegen nachteilig aus.
Fehler Nr. Eins ist das Führen eines Fahrzeuges, wenn
dabei nicht mehr die nötige Sicherheit besteht. Weitere Fehler sind u.a.:
-
nicht
zu verstehen, was der Arzt über das Gesundheitsproblem oder die
medizinische Behandlung erzählt
-
die
ernste Gefahr eines möglichen Sturzes zu unterschätzen
-
kein
entsprechendes System oder einen Plan für nötige Medizin bereit zu
haben
-
keinen
bestimmten Arzt oder Anbieter von Leistungen der Gesundheitsfürsorge zu
haben, der den gesamten Behandlungsplan verfolgt
-
keine
ärztliche Hilfe aufzusuchen, wenn frühe Warnsignale erscheinen
-
nicht
an Vorsorgeprogrammen teilzunehmen, und
-
die
nächsten Verwandten nicht um Hilfe zu bitten
Quelle: Institute for Healthcare Advancement (www.iha4health.org), 7.
November, 2003
Fundstelle:
hear-it.org
< zurück zur Archiv-Übersicht
Was
Hänschen nicht hört
(fgh) Jedes
Jahr werden in Deutschland etwa 2.000 Kinder mit beidseitigen Hörschäden
geboren. Doch bis diese Hörminderung von einem Arzt erkannt wird, vergehen
im Durchschnitt 36 Monate. Dann erst kann die Behandlung beginnen. Die drei
wichtigsten Jahre für die kindliche Entwicklung sind dann unwiederbringlich
vorbei. Und das, obwohl es längst einfache Testverfahren gibt, die bereits
in den ersten Lebenstagen zeigen, ob ein Kind gut hört. Experten fordern
daher flächendeckende Hörtests bei allen Neugeborenen.
Die meisten Kinder könnten erfolgreich mit Hörgeräten versorgt werden.
Auf diese wichtige technische Unterstützung müssen die Kinder jedoch im
Schnitt drei Jahre warten. “Die alles entscheidende Phase der Hör- und
Sprachentwicklung wird somit verpasst”, so Dr. Agnes Hildmann, Fachärztin
für Phoniatrie, Pädaudiologie und HNO-Heilkunde. Hildmann ist Sprecherin
des “Joint Committee Frühkindliches Hören”, einer interdisziplinären
Expertengruppe, die ein Konzept für die bundesweite Früherkennung von Hörschäden
bei Neugeborenen und Kindern vorgelegt hat. Die Expertengruppe strebt an, Hörgeräte
bereits in den ersten Lebenswochen anzupassen.
Ohne Hörscreening
sind es meist die Eltern, die zuerst bemerken, dass ihr Kind schlecht hört.
Darauf sollten Eltern achten: Säuglinge mit normalem Gehör erschrecken bei
plötzlichen lauten Geräuschen, während der Zuspruch der Eltern beruhigend
wirkt. Das stimmhafte Lachen und Brabbeln der Babys sollte im 6. bis 7.
Lebensmonat in erste zweisilbige “Wörter” übergehen. Die Kinder
sollten auch auf leises Ansprechen reagieren, wenn sie den Sprecher nicht
sehen. Beim geringsten Zweifel an der Hörfähigkeit des Kindes sollte der
Arzt aufgesucht werden, damit eine professionelle Überprüfung des Gehörs
in die Wege geleitet wird.
Weitere Fragen beantwortet das kostenlose Beratungstelefon der Fördergemeinschaft
Gutes Hören. Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Experten für die
individuelle Beratung am Telefon bereit: Hörakustiker (0800 - 0112 112) und
HNO-Ärzte (0800 - 0112 113). Die Anrufe sind gebührenfrei.
< zurück zur Archiv-Übersicht
"hören
heute" ausgezeichnet
Aufklärung
bezüglich guten Hörens und Verstehens tut Not. Dies beweisen die
alarmierenden Zahlen über diejenigen, die Hörprobleme haben und - aus
welchen Gründen auch immer - nichts dagegen unternehmen. Besonders
Besorgnis erregend sind die Hörprobleme bei den Jugendlichen. Hier spricht
man bereits von einer zukünftigen Generation der Schwerhörigen.
Einen
wesentlichen Beitrag zur Aufklärung über dieses Thema leistet das
Online-Portal "hören heute". Dass man sich mit dieser Konzeption
auf dem richtigen Weg befindet, beweist die nunmehr fünfte Aufnahme in
Folge dieser Webseite in das Verzeichnis der 6.000 wichtigsten deutschen
Internet-Adressen "Web-Adressbuch für Deutschland 2005", mw
Verlag, Frankfurt/M.
Aus
den über 7 Millionen deutschsprachigen Web- Seiten wurde "hören
heute" ausgewählt und als eine der besten im Bereich
"Gesundheit" vorgestellt.
Ständig
steigende Besucherzahlen und die Verweise von renommierten Einrichtungen aus
den Bereichen der Medien und der Gesundheit unterstreichen die Bedeutung
dieses Online-Portals.
"Interessant
in diesem Zusammenhang ist der Aufruf der einzelnen Seiten: Während noch
bis vor ca. einem Jahr der Online-Hörtest am häufigsten aufgerufen wurde,
stehen heute die Informationen über die Kosten von Hörgeräten an erster
Stelle", erläutert Wolfgang Euerle, der Betreiber des
Informationsdienstes.
Neben
der Online-Ausgabe gibt es "hören heute" auch als Hauszeitschrift
für Hörakustik-Betriebe. Interessierte Akustiker/innen können sich hier
informieren.
< zurück zur Archiv-Übersicht
|
|