Archiv Oktober 2003                                                                   

Prominente ...

Helmut Schmidt verliert sein Gehör

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (84) wird zunehmend schwerhöriger. Am Ende seiner Festrede vor der Deutschen Nationalstiftung im Hamburger "Michel" im August des Jahres bekannte er vor 2000 Zuhörern: "Ich werde jetzt gehen und dem folgenden Konzert nicht mehr zuhören. Ich kann es nämlich nicht mehr. Ich habe fast vollständig mein Gehör verloren."

Schmidt hatte 1945 als Flakhelfer auf dem rechten Ohr ein Knalltraume erlitten und war seitdem schwerhörig. 1999 erlitt er auf dem linken Ohr einen Hörsturz und war auch auf dieser Seite schwerhörig geworden. Alle Warnungen, den exzessiven Tabak- und Koffeingenuss aufzugeben und nicht mehr so viel zu arbeiten, hatte er stets mit dem Hinweis in den Wind geschlagen, dass sein Vater ein starker Raucher war und 92 Jahre alt wurde. 

Roman Polanski mit Hörgeräten

Dem scharfen Blick der Experten entgeht nichts. Eine aktuelle Großaufnahme des polnischen Star-Regisseurs Roman Polanski ("Tanz der Vampire") in einer großen deutschen Tageszeitung zeigte neulich ganz deutlich, dass Polanski auf beiden Seiten ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät trägt. Damit ist die Liste der prominenten Hörgeräteträger nochmals länger geworden. Auch Kirk Douglas, Tony Curtis, Jane Russell und die ehemalige First Lady der Philippinen, Imelda Marcos, gehören neuerdings dazu.

Quelle: Audio Infos 34/2003
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Hörprobleme können Verstand rauben

(fbh) Wer rastet, der rostet – diese Volksweisheit in Anspielung auf die körperliche Fitness im Alter ist allgemein bekannt. Dass auch die geistige Leistungsfähigkeit mit den Jahren nachlässt, ist ebenfalls kein Geheimnis. Neu ist jedoch, dass neben körperlichen Faktoren auch Hörminderungen nachweislich die Ursache für ein eingeschränktes Leistungsvermögen sein können. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung mit Unterstützung des Forum Besser Hören und der Fördergemeinschaft Gutes Hören. HNO-Arzt Prof. Dr. Klaus Seifert, Leiter der Untersuchung: „Wer Hörprobleme hat, aber nichts dagegen unternimmt, riskiert eine Minderung der Denkfähigkeit und den Verlust erworbenen Wissens.“ Unsere heutige Informations- und Kommunikationsgesellschaft stellt an den Einzelnen täglich neue Herausforderungen. Wer die gegebenen Informationen nicht zügig verarbeiten kann, hat schnell Schwierigkeiten, mitzuhalten. Dies trifft vor allem auf ältere Menschen zu: Dass die Fähigkeit zum „Informationsmanagement“ mit zunehmendem Alter immer mehr nachlässt, ist längst wissenschaftlich erwiesen. Kommen aber Informationen nur bruchstückhaft oder überhaupt nicht im Gehirn an, nimmt auch die Bearbeitung der Informationen mehr Zeit und Anstrengung in Anspruch – oder wird unter Umständen gar nicht mehr bewältigt.

Schnelle Erschöpfung
Informationen aus der Umwelt werden über die Sinnesorgane aufgenommen und innerhalb von Zehntelsekunden im Gehirn verarbeitet und gespeichert. Bei Schwerhörigkeit leiten die Hörbahnen im Innenohr zu wenig oder sogar gar keine Signale mehr an das Gehirn weiter. „Das Hörzentrum im Gehirn ‘speichert’ Laute und Geräusche nach einer auftretenden Schwerhörigkeit

noch einige Jahre. Danach, spätestens aber nach sieben bis zehn Jahren wird der Speicher gelöscht“, erklärt Prof. Dr. Klaus Seifert. Die Folge: Das Wahrnehmen und Entschlüsseln von Lauten und Geräuschen nehmen mehr Zeit und geistige Energie in Anspruch als bei Normalhörenden. Für die eigentliche Verarbeitung der Informationen sind damit weniger Kapazitäten vorhanden. Im Ergebnis sind die Hörgeminderten durch die erforderliche erhöhte Konzentration schnell überlastet.

Verlust an erworbenem Wissen
Prof. Dr. Klaus Seifert: „Hörverlustbedingte Intelligenzminderungen ziehen einerseits Leistungsverluste durch Wahrnehmungsfehler (z.B. Missverständnisse) nach sich. Andererseits ist vor allem aber auch der „Langzeitspeicher“ im Gehirn betroffen: Das heißt, erworbenes Wissen oder Erfahrungen gehen ebenfalls verloren. Das maximale Leistungsniveau wird nicht mehr erreicht.“ Hinzu kommt: Hörgeminderte ohne Hörgeräteversorgung sind weniger offen für Neues, meiden Interaktionen mit anderen und akustische Informationen durch Fernsehen und Radio. Durch diesen sozialen Rückzug wird die Unteraktivierung des Gehirns jedoch noch „gefördert“; die geistige Leistungsfähigkeit geht weiter zurück.

Vorbeugen mit modernen HörSystemen
Um der Intelligenzminderung durch Hörminderungen vorzubeugen, ist eine Versorgung mit modernen HörSystemen angeraten – und zwar so schnell wie möglich: „Wer rechtzeitig etwas gegen Hörprobleme unternimmt, handelt nicht nur verantwortungsbewusst, sondern verhindert auch, dass sich das Hörvermögen weiter verschlechtert“, betont Prof. Dr. Klaus Seifert. Aufschluss bei Hörproblemen gibt eine Untersuchung beim HNO-Arzt oder ein Hörtest beim Hörgeräte-Akustiker. Der Hörtest ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.
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Hörprobleme beeinträchtigen Gesundheit

12 Prozent der Hörgeschädigten sind der Auffassung, dass ihr Gesundheitszustand schlecht ist. In der Allgemeinbevölkerung berichten nur 5,5 Prozent von Gesundheitsbeschwerden. Der große Unterschied zwischen dem Gesundheitszustand von Hörgeschädigten und der Allgemeinbevölkerung wurde vom Zentralschwedischen Statistik-Bureau (SCB) konstatiert und im Jahresreport des schwedischen Schwerhörigenbundes veröffentlicht.
Laut der nationalen Studie sind hörgeschädigte Frauen auf dem Arbeitsmarkt besonders anfällig für körperliche und mentale Probleme. Fast 16 Prozent von ihnen geben an, Gesundheitsprobleme zu haben. Das ist drei Mal so viel wie bei Frauen im Allgemeinen.

Quelle: Hörselskadedes Riksförbund (HRF), Jahresbericht 2003
Fundstelle: hear-it.org

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Früherkennung bei Kindern

Das spanische Gesundheits- und Verbraucherministerium hat in Zusammenarbeit mit den autonomen Regionen die Grundlage für ein Programm zur Früherkennung von Hörverlust bei Kindern ins Leben gerufen. Ziel ist es, Hörverlust bei Kindern so früh wie möglich zu erkennen und vorzubeugen und während der ersten Lebensmonate eine angemessene Behandlung zu gewährleisten. Am 11. April 2003 wurde der Plan der "Comisión de Salud Pública del Consejo Interterritorial del Sistema Nacional de Salud (Kommission für öffentliche Gesundheit des interterritorialen Rats des nationalen Gesundheitssystems) vorgelegt.

In Spanien wird Hörverlust bei Kindern normalerweise im Alter zwischen 6 Monaten und zwei Jahren diagnostiziert. Für das einzelne Kind ist der Unterschied von 18 Monaten entscheidend. Je später ein Hörverlust entdeckt wird, desto größer ist der Negativ-Effekt auf Spracherlernung, Gedächtnis, Lernfähigkeit und Persönlichkeit.

Es wird geschätzt, dass fünf von 1000 spanischen Kindern an einem mehr oder weniger ausgeprägten Hörverlust leiden, das heißt, die Rate der hörgeschädigten Neugeborenen liegt bei 0,5 Prozent. Diese Zahl ist hoch, wenn man sie mit dem Vorkommen von hörgeschädigten Babys auf der Welt vergleicht, das bei 0,1-0,3 Prozent liegt. In Spanien gibt es zwei Hauptgründe für Hörverlust bei Kindern. Bei einem Viertel der Fälle ist er erblich bedingt. Die andere Hälfte wird durch Risikofaktoren während der Schwangerschaft wie ototoxische Medizin, Antibiotika, Lärm und Alkohol ausgelöst.

Quellen: Salud y Discapacidad (http://salud.discapnet.es/) und Ministerio de Sanidad y Consumo (www.msc.es)
Fundstelle: hear-it.org

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Hörprobleme: Schulprobleme

(fgh) Mindestens eine halbe Million Kinder in Deutschland haben Hörprobleme. Gerade geringe Hörminderungen fallen aber oft erst nach vielen Jahren auf. Spätestens in der Schule, wo man nur begreifen kann, was man vorher akustisch verstanden hat, haben es diese Kinder schwer. Sie müssen sich stärker konzentrieren als andere und haben dennoch Schwierigkeiten mitzukommen. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören rät, im Zweifelsfall immer das Gehör des Kindes überprüfen zu lassen. Egal, ob es sich um eine vorübergehende Hörminderung durch eine Mittelohrentzündung handelt oder um eine bleibende: nur wenn man das Problem erkannt hat, kann man es lösen.

Ein leichter Hörverlust fällt oft erst bei der Einschulungsuntersuchung auf, oder gar Jahre später. Wer im Kindergarten vielleicht noch als "schlechter Sprecher" durchgeht, bekommt spätestens in der Schule Probleme. Nach einer US-amerikanischen Studie haben dort 11,3 Prozent der Schüler Hörprobleme und damit Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen. Die Folge: Jedes dritte Kind, das nicht ganz optimal hören kann, bleibt während seiner Schulzeit mindestens einmal sitzen. Die schlechte Akustik in vielen Klassenräumen tut ein Übriges. In hallenden Räumen kann Sprache schlechter verstanden werden und Nebengeräusche bleiben länger im Raum. Selbst gut hörende Kinder müssen sich oft anstrengen, um die Lehrerstimme aus dem Lärmpegel herauszuhören. Fatal ist die schlechte Raumakustik für Kinder, die nicht optimal hören können. Sie können dem Unterricht nur schwer folgen. Daher sollte beim geringsten Zweifel an der Hörfähigkeit eines Kindes ein professioneller Hörtest gemacht werden.

Weitere Fragen beantwortet das kostenlose Beratungstelefon
Wer weitere Fragen hat zum Thema "Hörprobleme bei Kindern und Schulkindern", kann sich an das Beratungstelefon der Fördergemeinschaft Gutes Hören wenden. Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Experten für die individuelle Beratung am Telefon bereit: Hörakustiker (0800 - 0112 112) und HNO-Ärzte (0800 - 0112 113). Die Anrufe sind gebührenfrei. Am 27. August sind Hörprobleme bei Kindern und Schulkindern das Schwerpunktthema der Beratung. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) bietet das Beratungstelefon seit drei Jahren an – gemeinsam mit dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und dem Deutschen Grünen Kreuz.

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Lärmbegrenzung in Discos

Nachtclubmusik ist oftmals gefährlich laut. Henning Wiegels, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren- Klinik Schwerin, Deutschland, fordert, dass Lärmbegrenzungen für deutsche Nachtclubs gesetzlich festgelegt werden.

In Deutschland leiden 14 Millionen Menschen unter Hörverlust. In den kommenden Jahren wird sich die Anzahl der jungen Deutschen mit Hörverlust um 9 Millionen erhöhen, betont Henning Wiegels. Es sei nicht genug, die Jugendlichen dazu aufzufordern, die Lautstärke zu verringern. Er fordert gesetzliche Schalllimits für Diskotheken, so wie es sie in der Schweiz bereits gibt.Lang anhaltender, lauter Lärm kann zu ernsten Hörschädigungen führen. "Vielen Jugendlichen ist die schädigende Wirkung von großem Lärm nicht bewusst. Ein Hörverlust kann das Leben stark beeinträchtigen. Es führt zu Einschränkungen bei der Berufswahl, aber besonders schlimm ist, dass viele Leute unter sozialer Isolation leiden," sagt Henning Wiegels.

In seiner Klinik behandelt Wiegels des öfteren 14-Jährige, die einen Teil ihres Gehörs eingebüßt haben. Wenn der Hörschaden erst einmal geschehen ist, kann er nicht wieder rückgängig gemacht werden. Hörgeräte können normales Hören zwar fast herstellen, aber selbst die besten Hörgeräte können das Gehör nicht ersetzen.

Quelle: www.netdoktor.de , Fundstelle: hear-it.org

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