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Prominente
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Helmut Schmidt verliert sein Gehör
Alt-Bundeskanzler
Helmut Schmidt (84) wird zunehmend schwerhöriger. Am Ende seiner Festrede
vor der Deutschen Nationalstiftung im Hamburger "Michel" im August
des Jahres bekannte er vor 2000 Zuhörern: "Ich werde jetzt gehen und
dem folgenden Konzert nicht mehr zuhören. Ich kann es nämlich nicht mehr.
Ich habe fast vollständig mein Gehör verloren."
Schmidt hatte
1945 als Flakhelfer auf dem rechten Ohr ein Knalltraume erlitten und war
seitdem schwerhörig. 1999 erlitt er auf dem linken Ohr einen Hörsturz und
war auch auf dieser Seite schwerhörig geworden. Alle Warnungen, den
exzessiven Tabak- und Koffeingenuss aufzugeben und nicht mehr so viel zu
arbeiten, hatte er stets mit dem Hinweis in den Wind geschlagen, dass sein
Vater ein starker Raucher war und 92 Jahre alt wurde.
Roman Polanski mit Hörgeräten
Dem
scharfen Blick der Experten entgeht nichts. Eine aktuelle Großaufnahme des
polnischen Star-Regisseurs Roman Polanski ("Tanz der Vampire") in
einer großen deutschen Tageszeitung zeigte neulich ganz deutlich, dass
Polanski auf beiden Seiten ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät trägt. Damit ist
die Liste der prominenten Hörgeräteträger nochmals länger geworden. Auch
Kirk Douglas, Tony Curtis, Jane Russell und die ehemalige First Lady der
Philippinen, Imelda Marcos, gehören neuerdings dazu.
Quelle:
Audio Infos 34/2003
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Hörprobleme
können Verstand rauben
(fbh)
Wer rastet, der rostet – diese Volksweisheit in Anspielung auf die körperliche
Fitness im Alter ist allgemein
bekannt.
Dass auch die geistige Leistungsfähigkeit mit den Jahren nachlässt, ist
ebenfalls
kein Geheimnis. Neu ist jedoch, dass neben körperlichen Faktoren
auch
Hörminderungen nachweislich die Ursache für ein eingeschränktes
Leistungsvermögen
sein können. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche
Untersuchung
mit Unterstützung des Forum Besser Hören und der
Fördergemeinschaft
Gutes Hören. HNO-Arzt Prof. Dr. Klaus Seifert, Leiter
der
Untersuchung: „Wer Hörprobleme hat, aber nichts dagegen unternimmt,
riskiert
eine Minderung der Denkfähigkeit und den Verlust erworbenen
Wissens.“
Unsere
heutige Informations- und Kommunikationsgesellschaft stellt an den
Einzelnen
täglich neue Herausforderungen. Wer die gegebenen Informationen
nicht
zügig verarbeiten kann, hat schnell Schwierigkeiten, mitzuhalten. Dies
trifft
vor allem auf ältere Menschen zu: Dass die Fähigkeit zum
„Informationsmanagement“
mit zunehmendem Alter immer mehr nachlässt, ist
längst
wissenschaftlich erwiesen. Kommen aber Informationen nur bruchstückhaft
oder
überhaupt nicht im Gehirn an, nimmt auch die Bearbeitung der
Informationen
mehr Zeit und Anstrengung in Anspruch – oder wird unter
Umständen gar nicht mehr bewältigt.
Schnelle
Erschöpfung
Informationen
aus der Umwelt werden über die Sinnesorgane aufgenommen
und
innerhalb von Zehntelsekunden im Gehirn verarbeitet und gespeichert. Bei
Schwerhörigkeit
leiten die Hörbahnen im Innenohr zu wenig oder sogar gar
keine
Signale mehr an das Gehirn weiter. „Das Hörzentrum im Gehirn
‘speichert’
Laute
und Geräusche nach einer auftretenden Schwerhörigkeit
noch
einige
Jahre.
Danach, spätestens aber nach sieben bis zehn Jahren wird der Speicher
gelöscht“,
erklärt Prof. Dr. Klaus Seifert. Die Folge: Das Wahrnehmen und
Entschlüsseln
von Lauten und Geräuschen nehmen mehr Zeit und geistige
Energie
in Anspruch als bei Normalhörenden. Für die eigentliche Verarbeitung
der Informationen sind damit
weniger Kapazitäten vorhanden. Im Ergebnis sind
die
Hörgeminderten durch die erforderliche erhöhte Konzentration schnell
überlastet.
Verlust
an erworbenem Wissen
Prof.
Dr. Klaus Seifert: „Hörverlustbedingte Intelligenzminderungen ziehen
einerseits
Leistungsverluste durch Wahrnehmungsfehler (z.B. Missverständnisse)
nach
sich. Andererseits ist vor allem aber auch der „Langzeitspeicher“ im
Gehirn
betroffen: Das heißt, erworbenes Wissen oder Erfahrungen gehen ebenfalls
verloren.
Das maximale Leistungsniveau wird nicht mehr erreicht.“ Hinzu
kommt:
Hörgeminderte ohne Hörgeräteversorgung sind weniger offen für
Neues,
meiden Interaktionen mit anderen und akustische Informationen durch
Fernsehen
und Radio. Durch diesen sozialen Rückzug wird die Unteraktivierung
des
Gehirns jedoch noch „gefördert“; die geistige Leistungsfähigkeit geht
weiter
zurück.
Vorbeugen
mit modernen HörSystemen
Um
der Intelligenzminderung durch Hörminderungen vorzubeugen, ist eine
Versorgung
mit modernen HörSystemen angeraten – und zwar so schnell wie
möglich:
„Wer rechtzeitig etwas gegen Hörprobleme unternimmt, handelt nicht
nur
verantwortungsbewusst, sondern verhindert auch, dass sich das
Hörvermögen
weiter verschlechtert“, betont Prof. Dr. Klaus Seifert. Aufschluss
bei
Hörproblemen gibt eine Untersuchung beim HNO-Arzt oder ein Hörtest
beim
Hörgeräte-Akustiker. Der Hörtest ist kostenlos und dauert nur wenige
Minuten.
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Hörprobleme
beeinträchtigen Gesundheit
12
Prozent der Hörgeschädigten sind der Auffassung, dass ihr
Gesundheitszustand schlecht ist. In der Allgemeinbevölkerung berichten nur
5,5 Prozent von Gesundheitsbeschwerden. Der große Unterschied zwischen dem
Gesundheitszustand von Hörgeschädigten und der Allgemeinbevölkerung wurde
vom Zentralschwedischen Statistik-Bureau (SCB) konstatiert und im
Jahresreport des schwedischen Schwerhörigenbundes veröffentlicht.
Laut der nationalen Studie sind hörgeschädigte Frauen auf dem Arbeitsmarkt
besonders anfällig für körperliche und mentale Probleme. Fast 16 Prozent
von ihnen geben an, Gesundheitsprobleme zu haben. Das ist drei Mal so viel
wie bei Frauen im Allgemeinen.
Quelle: Hörselskadedes Riksförbund (HRF),
Jahresbericht 2003
Fundstelle:
hear-it.org
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Früherkennung
bei Kindern
Das
spanische Gesundheits- und Verbraucherministerium hat in Zusammenarbeit mit
den autonomen Regionen die Grundlage für ein Programm zur Früherkennung
von Hörverlust bei Kindern ins Leben gerufen. Ziel ist es, Hörverlust bei
Kindern so früh wie möglich zu erkennen und vorzubeugen und während der
ersten Lebensmonate eine angemessene Behandlung zu gewährleisten. Am 11.
April 2003 wurde der Plan der "Comisión de Salud Pública del Consejo
Interterritorial del Sistema Nacional de Salud (Kommission für öffentliche
Gesundheit des interterritorialen Rats des nationalen Gesundheitssystems)
vorgelegt.
In Spanien wird Hörverlust bei Kindern normalerweise im
Alter zwischen 6 Monaten und zwei Jahren diagnostiziert. Für das einzelne
Kind ist der Unterschied von 18 Monaten entscheidend. Je später ein Hörverlust
entdeckt wird, desto größer ist der Negativ-Effekt auf Spracherlernung,
Gedächtnis, Lernfähigkeit und Persönlichkeit.
Es
wird geschätzt, dass fünf von 1000 spanischen Kindern an einem mehr oder
weniger ausgeprägten Hörverlust leiden, das heißt, die Rate der hörgeschädigten
Neugeborenen liegt bei 0,5 Prozent. Diese Zahl ist hoch, wenn man sie mit
dem Vorkommen von hörgeschädigten Babys auf der Welt vergleicht, das bei
0,1-0,3 Prozent liegt. In Spanien gibt es zwei Hauptgründe für Hörverlust
bei Kindern. Bei einem Viertel der Fälle ist er erblich bedingt. Die andere
Hälfte wird durch Risikofaktoren während der Schwangerschaft wie
ototoxische Medizin, Antibiotika, Lärm und Alkohol ausgelöst.
Quellen: Salud y Discapacidad (http://salud.discapnet.es/)
und Ministerio de Sanidad y Consumo (www.msc.es)
Fundstelle:
hear-it.org
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Hörprobleme:
Schulprobleme
(fgh)
Mindestens eine halbe Million Kinder in Deutschland haben Hörprobleme.
Gerade geringe Hörminderungen fallen aber oft erst nach vielen Jahren auf.
Spätestens in der Schule, wo man nur begreifen kann, was man vorher
akustisch verstanden hat, haben es diese Kinder schwer. Sie müssen sich stärker
konzentrieren als andere und haben dennoch Schwierigkeiten mitzukommen. Die
Fördergemeinschaft Gutes Hören rät, im Zweifelsfall immer das Gehör des
Kindes überprüfen zu lassen. Egal, ob es sich um eine vorübergehende Hörminderung
durch eine Mittelohrentzündung handelt oder um eine bleibende: nur wenn man
das Problem erkannt hat, kann man es lösen.
Ein leichter Hörverlust
fällt oft erst bei der Einschulungsuntersuchung auf, oder gar Jahre später.
Wer im Kindergarten vielleicht noch als "schlechter Sprecher"
durchgeht, bekommt spätestens in der Schule Probleme. Nach einer
US-amerikanischen Studie haben dort 11,3 Prozent der Schüler Hörprobleme
und damit Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen. Die Folge: Jedes dritte
Kind, das nicht ganz optimal hören kann, bleibt während seiner Schulzeit
mindestens einmal sitzen. Die schlechte Akustik in vielen Klassenräumen tut
ein Übriges.
In hallenden Räumen kann
Sprache schlechter verstanden werden und Nebengeräusche bleiben länger im
Raum. Selbst gut hörende Kinder müssen sich oft anstrengen, um die
Lehrerstimme aus dem Lärmpegel herauszuhören. Fatal ist die schlechte
Raumakustik für Kinder, die nicht optimal hören können. Sie können dem
Unterricht nur schwer folgen. Daher sollte beim geringsten Zweifel an der Hörfähigkeit
eines Kindes ein professioneller Hörtest gemacht werden.
Weitere Fragen beantwortet das kostenlose Beratungstelefon
Wer weitere Fragen hat zum Thema "Hörprobleme bei Kindern und
Schulkindern", kann sich an das Beratungstelefon der Fördergemeinschaft
Gutes Hören wenden. Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Experten für
die individuelle Beratung am Telefon bereit: Hörakustiker (0800 - 0112 112)
und HNO-Ärzte (0800 - 0112 113). Die Anrufe sind gebührenfrei. Am 27.
August sind Hörprobleme bei Kindern und Schulkindern das Schwerpunktthema
der Beratung. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) bietet das
Beratungstelefon seit drei Jahren an – gemeinsam mit dem Berufsverband der
Hals-Nasen-Ohrenärzte und dem Deutschen Grünen Kreuz.
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Lärmbegrenzung
in Discos
Nachtclubmusik
ist oftmals gefährlich laut. Henning Wiegels, Chefarzt der
Hals-Nasen-Ohren- Klinik Schwerin, Deutschland, fordert, dass Lärmbegrenzungen
für deutsche Nachtclubs gesetzlich festgelegt werden.
In Deutschland leiden 14 Millionen Menschen unter Hörverlust.
In den kommenden Jahren wird sich die Anzahl der jungen Deutschen mit Hörverlust
um 9 Millionen erhöhen, betont Henning Wiegels. Es sei nicht genug, die
Jugendlichen dazu aufzufordern, die Lautstärke zu verringern. Er fordert
gesetzliche Schalllimits für Diskotheken, so wie es sie in der Schweiz
bereits gibt.Lang anhaltender, lauter Lärm kann zu ernsten Hörschädigungen
führen. "Vielen Jugendlichen ist die schädigende Wirkung von großem
Lärm nicht bewusst. Ein Hörverlust kann das Leben stark beeinträchtigen.
Es führt zu Einschränkungen bei der Berufswahl, aber besonders schlimm
ist, dass viele Leute unter sozialer Isolation leiden," sagt Henning
Wiegels.
In seiner Klinik behandelt Wiegels des öfteren 14-Jährige,
die einen Teil ihres Gehörs eingebüßt haben. Wenn der Hörschaden erst
einmal geschehen ist, kann er nicht wieder rückgängig gemacht werden. Hörgeräte
können normales Hören zwar fast herstellen, aber selbst die besten Hörgeräte
können das Gehör nicht ersetzen.
Quelle: www.netdoktor.de
, Fundstelle:
hear-it.org
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