Archiv Sept./Okt./Nov. 2006                                                                   

Eitelkeit geht vor

Die Angst, als alt oder behindert abgestempelt zu werden, lässt die Schotten vor einer Behandlung ihrer Hörprobleme zurückschrecken.

Laut einer Studie über Hörverlust in Schottland denken rund 29% der Schotten, Hörgeräte ließen sie alt aussehen. Noch bemerkenswerter ist, dass nahezu ein Drittel aller Schotten glaubt, Hörgeräte ließen sie behindert aussehen und trotz Bedarf keine Hörgeräte tragen.

Die schottische Studie beleuchtet das Stigma das Schwerhörigkeit und Hörgeräten anhaftet. Obwohl die meisten Hörprobleme gemildert werden können, sind sich viele Menschen nicht bewusst, dass sie ein Problem haben oder wollen es nicht wahr haben.
Hörgeräte könnten in Großbritannien schätzungsweise 4 Millionen Menschen zugute kommen. Hörgeräte können schwerhörigen Personen jeden Alters helfen und sind noch effektiver wenn sie frühzeitig angepasst werden.

Die britische Gehörlosenforschung Deafness Research UK hat eine Kampagne gestartet, die Menschen ermutigen soll, frühe Warnzeichen für Schwerhörigkeit zu erkennen und darauf zu reagieren.

Quelle: Evening Times Online, www.eveningtimes.co.uk,
25.01.2006, Fundstelle: hear-it.org

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Intelligenter durch Hörgeräte

(fgh) Wer mit Hörgeräten versorgt wird, hört nicht nur besser, er wird auch wieder schlauer. Dies ist das Ergebnis einer Pilotstudie der Universität Erlangen-Nürnberg. Demnach konnte eine deutliche Steigerung der Intelligenz um 3,43 IQ-Punkte festgestellt werden, nachdem Hörsysteme angepasst wurden. Untersucht wurden Personen, die vorher keine Hörgeräte getragen hatten. So konnte man die geistige Leistungsfähigkeit vor und während der Nutzung von Hörgeräten vergleichen.

Bei der Studie des Psychologen und Psychotherapeuten Dr. Siegfried Lehrl, des Hörgeräte-Akustikers Reinhold Funk und des HNO-Arztes Professor Dr. Klaus Seifert wurden 15 Personen untersucht und getestet. Die Untersuchungen fanden unmittelbar vor und etwa zwei Monate nach der Hörgeräteanpassung statt. Eine Kontrollgruppe wurde zum Vergleich ebenso getestet. Bei beiden Gruppen lag der IQ zu Untersuchungsbeginn im Durchschnitt bei etwa 100, dem Durchschnittswert der Bevölkerung. Während das aktuelle geistige Niveau bei der Kontrollgruppe unverändert blieb, nahm es bei den Trägern von Hörsystemen deutlich zu.
Es wurde im Schnitt eine Steigerung des Intelligenz-Quotienten (IQ) um 3,43 Punkte festgestellt. Den größten Effekt hatten Personen, die beidohrig versorgt waren und ihre Geräte täglich zwischen viereinhalb und acht Stunden nutzten, mit Steigerungen von rund 10 IQ-Punkten.

Diese Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit kann mehrere Gründe haben: Wer sich nicht mehr so stark auf das Hören und Verstehen konzentrieren muss, hat mehr „Arbeitsspeicher“ frei, kann sich mehr auf Inhalte konzentrieren und erhält vielfältigere Anregungen. „Frühzeitiger Einsatz von Hörhilfen“, so folgert Professor Dr. Klaus Seifert, „ist ein wesentlicher Schutz gegen geistigen Abbau und gegen ein vorzeitiges Altern infolge eines Hörverlustes im Erwachsenenalter.“ Die Fördergemeinschaft Gutes Hören empfiehlt daher, sich möglichst früh für Hörgeräte zu entscheiden.

Quelle: S. Lehrl, R. Funk, K. Seifert: HNO 53, 852-862 (2005): Erste Hörhilfe erhöht die geistige Leistungsfähigkeit – offene kontrollierte Anwendungsbeobachtungsstudie als Pilotstudie

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Hörverlust kostet Milliarden

Hörprobleme beeinträchtigen die Leistung vieler Arbeitnehmer. Rund 160.000 Australier sind arbeitsunfähig wegen ihrer Schwerhörigkeit. Die jährlichen Gesamtkosten für die Gesellschaft durch Hörverlust beziffern sich in Australien auf geschätzte 6,7 Milliarden Euro.
Die große Mehrheit dieser Kosten entsteht durch fehlende Produktivität. Laut Schätzungen von Access Economics, einer Finanz- und Investitions-Beratungsfirma, liegen die Kosten für das jährliche Defizit der Arbeitsproduktivität durch Schwerhörigkeit bei rund 3,9 Milliarden Euro, oder 57 Prozent der Gesamtkosten durch Hörverlust.
Die Kosten für private Hilfskräfte wurden auf rund 1,7 Milliarden Euro geschätzt. Private Hilfskräfte unterstützen die Hörgeschädigten in vielen Alltagssituationen z.B. bei der Verständigung.
Access Economics ermittelte, dass die jährlichen Einkommens- und Steuerverluste sich auf 726 Millionen Euro belaufen. Weitere 726 Millionen €uro Kosten fallen für zusätzliche Sozialausgaben an.
Die jährlichen Direktkosten im Bereich Gesundheit, wie Diagnose- und Behandlungskosten, belaufen sich auf rund 376 Millionen Euro.

Der Preis für reduzierte Lebensqualität Schwerhörigkeit beeinträchtigt mehr als nur das Gehör der Menschen. Hörschäden erhöhen das Risiko, psychisch zu erkranken und haben einen deutlichen Einfluss auf das soziale Leben der Person, sogar bei geringem Hörverlust. Hörgeräte und angemessene Beratung können manche Probleme lindern.

Die meisten Menschen empfinden ihre Schwerhörigkeit aber dennoch als einschränkend für ihr gesamtes Wohlergehen.
Ausgehend von der Studie schätzte Access Economics, dass die eingeschränkte Lebensqualität von hörgeschädigten Australiern die australische Gesellschaft jährlich 6,1 Milliarden Euro kostet, was ungefähr den geschätzten Direktkosten entspricht.

Schwerhörigkeit ein zunehmendes Problem Steigende Zahlen von Menschen, die unter Hörproblemen leiden, und die Aussicht auf die jährlichen Kosten für die Gesellschaft scheinen ein kontinuierlicher Aufwärtstrend für weit in die Zukunft zu werden.
Vorhersagen zeigen an, dass im Jahre 2050 jeder vierte Australier mit Hörproblemen zu kämpfen haben wird. Das ist eine Zunahme von 30 Prozent an Hörgeschädigten im Vergleich zu 2005. Lärm wird die Hauptursache für Schwerhörigkeit in 37 Prozent aller Fälle ausmachen.

Konservative Schätzungen
Die ökonomischen Berechnungen der Studie basieren auf konservativen Schätzungen, so Access Economics. Beim Hörverlustgrad jedes einzelnen Betroffenen wurde z.B. von dem besser hörenden Ohr ausgegangen. Die wahren Kosten für die Gesellschaft sind höchst wahrscheinlich viel höher als das, was die Schätzungen widerspiegeln.

Quelle: ”The Economic Impact and Cost of hearing Loss In Australia”, Access Economics, Februar 2006, Fundstelle: hear-it.org
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18. - 22.9.2006: Woche des Hörens

(fgh) Die Qualität unseres Alltags hängt stark davon ab, wie gut wir hören und somit auch verstehen können. Darauf macht die Woche des Hörens, vom 18. bis 22. September 2006, aufmerksam. Über unser Gehör werden wir alarmiert und informiert. Im Straßenverkehr kann das Leben davon abhängen, ob man ein herannahendes Fahrzeug, quietschende Bremsen oder warnende Rufe hört. Sonst geht es beim Hören meist nicht um Leben und Tod, aber darum, ob wir alles verstehen, gut informiert sind und Kontakte pflegen können – oder eben nicht. Es ist eine Frage der Lebensqualität: Gut Hören zählt. Deshalb ist dies das Motto der Woche des Hörens, einer bundesweiten Aktionswoche.

Die eigenen Blutdruckwerte kennt man. Ob man eine Brille braucht, oder nicht, weiß man. Aber beim Hören ist der Fall meist nicht so eindeutig. Viele hören schlecht, ohne es zu ahnen. Manche vermuten es, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Da Hörprobleme meist schleichend auftreten, werden sie uns erst sehr spät bewusst. Oft ist der Alltag dann schon von Missverständnissen und Verunsicherung geprägt. Nur wer Hörprobleme frühzeitig erkennt, kann etwas gegen diese belastende Situation tun. Ein Hörtest schafft Klarheit. Deshalb sollte man die Gelegenheit nutzen und sein Gehör während der Woche des Hörens vom Hörgeräte-Akustiker kostenlos testen lassen.
Gutes Hören zählt auch im Schaufenster des Akustikers. Wer dort Ohren zählt, kann etwas gewinnen: einen Radio-Hasen mit langen
Ohren, attraktive Reisen oder moderne High-Tech-Anlagen.
Jede Menge gute Gründe für einen Hörtest.

Mehr über die Woche des Hörens erfahren Sie unter www.woche-des-hoerens.de.

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Alters-Schwerhörigkeit untersucht

Drei Wissenschaftsprojekte der Universität Michigan untersuchen die Ursachen für Schwerhörigkeit im Alter. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Ergebnissen, Hörbeschwerden der älteren Bevölkerung lindern und vorbeugen zu können.

Das nationale Institut für Altersforschung gewährte den Wissenschaftlern der Universität von Michigan einen für fünf Jahre geltenden Zuschuss von 6,9 Millionen US-Dollar für drei Projekte, die das Wissen der Forscher über den Alterungsprozess des Innenohres erhöhen sollen.

“Die drei zusammenhängenden Projekte im Rahmen dieses Programmes werden sehr wahrscheinlich neue, interessante Erkenntnisse über die Wege, wie verschiedene Stress-Pfade die alternde Schnecke beeinflussen und so zu Alters-Schwerhörigkeit führen, ergeben,” so Richard Miller, Pathologie-Professor in einer Presseerklärung.

“Wenn wir mehr darüber erfahren, wie z.B. die Gene altersbedingten Hörverlust beeinflussen, haben wir das Potenzial, um Schwerhörigkeit bei alternden Menschen hinauszuzögern,” ergänzte Miller. 

Bei Älteren verbreitet

Studien zeigen, dass Alters-Schwerhörigkeit, oder Presbyakusis, eine zunehmende Anzahl älterer Menschen betrifft. Rund 44 Prozent von ihnen leiden an bedeutender Schwerhörigkeit wenn sie das 70.Lebensjahr erreicht haben. Diese Zahl steigt auf 66 Prozent bei den 79-Jährigen und auf ganze 90 Prozent bei den über Achtzigjährigen.

“Alters-Schwerhörigkeit ist ein Thema das uns alle einmal betrifft. Es beeinträchtigt nicht nur die Hörgeschädigten, sondern auch deren Familie und Freunde, die nach Möglichkeiten suchen, wie sie mit ihnen kommunizieren können ”, kommentiert Forschungsleiter Professor Jochen Schacht die Forschungsbeihilfe.

Quelle: www.i-newswire.com, Fundstelle: hear-it.org
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Hörgeräte erleichtern das Leben

Hörgeräte verbessern den Alltag sowohl für schwerhörige Senioren als auch für deren nahestehende Verwandte.

Das Benutzen von Hörgeräten erleichtert es, alt und schwerhörig zu sein, so australische Wissenschaftler. Zu diesem Ergebnis kamen sie nach einer Studie mit 93 älteren Australiern und 78 Verwandten.

In Fragebögen erkundigten sich die Wissenschaftler bei den Senioren nach deren Lebensqualität vor und nach der Anschaffung und Nutzung von Hörgeräten. Verwandte der Befragten wurden gebeten, eventuelle Veränderungen in ihrem Umgang mit dem schwerhörigen Verwandten anzugeben.

Größere Akzeptanz
Durch ein speziell entwickeltes Punktesystem konnten die Forscher die Auswirkungen von Hörgeräten auf den Alltag der schwerhörigen Teilnehmer analysieren und beurteilen. Je höher die Punktzahl, desto schwieriger empfanden sie die Folgen von Hörverlust.
Bevor die hörgeschädigten Teilnehmer ihre Hörgeräte benutzten, wurde unter ihnen eine durchschnittliche Punktzahl von 42,99 ermittelt. Als sie mit dem Tragen der Hörgeräte anfingen, verbesserte sich die durchschnittliche Punktzahl auf 22,71. Besonders Ältere mit einem Hörverlust von mehr als 35 dB verzeichneten sehr große Verbesserungen. Bei den Verwandten verringerten sich die entsprechenden Ergebnisse von 36,3 auf 29,7 im Durchschnitt.

Die Wissenschaftler glauben, dass die Meinung der Verwandten über Hörgeräte sehr auf die Entscheidung des Hörgeschädigten einwirkt, ob er sich mit Hörgeräten ausstatten lässt oder nicht. Das ging aus der Studie hervor. Eine Mehrheit der schwerhörigen Teilnehmer fühlte sich dazu ermutigt, bei ihren Verwandten Hilfe zu suchen.

Quelle: ”Outcomes of hearing aid fitting for older people with hearing impairment and their significant others”, International
Journal of Audiology, Fundstelle: hear-it.org

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