|
Kinder
leiden unter Lärm
(fgh)
Kinder, die in einer lauten Umgebung wohnen, fühlen sich gestresst und
bringen schlechtere Leistungen in der Schule. Ihr Langzeitgedächtnis ist
schwächer, als bei anderen Kindern, und sie können gelesene Texte
schlechter aufnehmen. Unterschiedliche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass
die Lebensqualität und die Leistungen von Kindern unter Lärm leiden.
Untersucht wurden 1.280 Kinder zwischen acht und elf Jahren, die in ländlichen
Regionen Tirols leben. Ursache für den Lärm an den Wohnorten sind stark
befahrene Schnellstraßen. Prof. Dr. Peter Lercher vom Institut für Hygiene
und Sozialmedizin in Innsbruck fand heraus, dass sich die Kinder von Straßenlärm
stärker belästigt fühlen als ihre Mütter. Je größer die Lärmbelastung
ist, desto mehr leiden die
Leistungen und das Verhalten in der Schule. Die Kinder berichten über mehr
Stress im täglichen Leben.
Tatsächlich hatten sie einen stärkeren Anstieg der Herzfrequenz bei
Stressbelastung, einen höheren Ruheblutdruck und im Nacht-Urin wurden für
zwei Stress-Hormone erhöhte Werte festgestellt. Bei der Münchener
Flughafenstudie, die vor und nach dem Umzug des Flughafens 326 Kinder
untersuchte, zeigten sich vergleichbare Ergebnisse. Kinder, die durch den
Fluglärm beeinträchtigt sind, haben Probleme mit dem Langzeitgedächtnis
und der Leseaufnahmefähigkeit. Am alten Flughafenstandort besserten sich
diese Leistungen der Kinder deutlich, nachdem es keinen Fluglärm mehr gab.
< zurück zur Archiv-Übersicht
Ab
in den Müll?
Sie dienen uns
jahrelang - tagein, tagaus und verhelfen uns zu mehr Lebensqualität. Ohne
die kleinen Helfer im Ohr könnten wir oft gar nicht oder nur sehr schlecht
mit anderen kommunizieren. Aber was machen wir mit Hörgeräten, wenn sie für
uns ausgedient haben? Einfach in den Müll damit? Nein!
Helfen Sie doch anderen Menschen, die sich ein Hörgerät nicht leisten können.
Es gibt viele Institutionen, die gebrauchte Hörgeräte entgegen
nehmen und an Bedürftige weiter leiten. So sammelt zum Beispiel die Starkey
Hearing Foundation in den USA gebrauchte Hörgeräte und bereitet sie
kostenlos für Kinder und Erwachsene wieder auf. Die Starkey Hearing
Foundation ermöglicht mit Hilfe von Tausenden freiwilligen Helfern und
Spenden aus aller Welt, dass das Geschenk "Hören" für alle Menschen,
auf jedem Kontinent möglich wird. Über 20.000 Hörgeräte werden so durch
die Stiftung pro Jahr an Bedürftige verteilt.
Ein internationales Hörgeräte-Recycling-Programm gibt es auch bei dem
Lions Club International. Aber auch viele Kirchen und Gemeinden bieten die Möglichkeit,
gebrauchte Hörgeräte für Bedürftige abzugeben.
Fragen Sie doch auch Ihren Akustiker nach einer Rücknahmemöglichkeit für
Ihr gebrauchtes Hörgerät. Sie können damit sicherlich noch ein neues
Leben schaffen!
Quelle:
www.sotheworldmayhear.org ; www.lionsclub.org
< zurück zur Archiv-Übersicht
Zuviel
um die Ohren?
(fgh)
Susanne F. sitzt frustriert im Büro. Den schwierigen Brief, den sie
formulieren sollte, hat sie immer noch nicht fertig. Sie kann sich einfach
nicht konzentrieren. Der Drucker läuft und ständig klingelt ein Telefon:
ganz normale Büro-Geräusche. Aber die reichen aus, um die Leistungsfähigkeit
zu beeinträchtigen. Susanne F. ist kein Einzelfall, wie eine Studie der
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt. Demnach leidet
die Konzentrationsfähigkeit unter dem üblichen Geräuschpegel eines Büros.
Durch Telefonklingeln und laufende Drucker entstehen Pegel zwischen 55 und
70 Dezibel (dB(A)). Vor diesen Hintergrundgeräuschen mussten die
Versuchspersonen sieben typische Bürotätigkeiten ausführen – vom Überprüfen
einer Rechnung bis zum Verfassen eines Textes. Je schwieriger die Aufgaben
waren, desto schlechter war das Ergebnis. Vor allem anspruchsvolle Tätigkeiten,
wie das Verfassen eines Textes, wurden bei hohem Lärmpegel unvollständig
oder gar nicht erledigt. Kein Wunder, sieht doch die
Arbeitsstättenverordnung
55 Dezibel als Grenzwert an für Arbeitsplätze mit vorwiegend geistigen Tätigkeiten.
Was
im Büro gilt, lässt sich natürlich auch auf andere Situationen übertragen,
in denen die grauen Zellen gefordert sind. So haben Wissenschaftler der Uni
Oldenburg ebenfalls herausgefunden, dass Hintergrundgeräusche die
Konzentration und das Lernen stören. Demnach stören menschliche Stimmen im
Hintergrund und auch Musik mit kurzen, voneinander abgesetzten Tönen die
Gedächtnisleistung. Das beeinträchtigt Schüler bei Lese- oder
Rechtschreibübungen ebenso wie beim Kopfrechnen, beim Verstehen schwieriger
Texte oder beim Vokabellernen. Auch erwachsene Versuchspersonen erbrachten
bei dieser Studie mit Hintergrundgeräuschen deutlich schlechtere Leistungen
als ohne. Die Arbeitsgruppe des Oldenburger Lärmforschers und
Psychoakustikers Prof. Dr. August Schick stellte zudem fest, dass man sich
an den Hintergrundschall nicht gewöhnen kann.
< zurück zur Archiv-Übersicht
Lärm
und soziale Schicht
(fgh)
Lärm ist lästig, Er kann der Gesundheit und den Ohren schaden. Doch wie
sehr man sich belästigt fühlt, hängt von der eigenen Einstellung zum
Krach ab. Besonders stark leiden offenbar die Angehörigen der mittleren
sozialen Schicht, wie eine aktuelle Auswertung zeigt.
Wie belastend man den Lärm findet, der einen umgibt, hängt auch von der
sozialen Stellung ab. Enno Swart vom Institut für Sozialmedizin und
Gesundheitsökonomie der Universität Magdeburg stellte fest, dass die
mittlere soziale Schicht besonders leidet: “Hier klafft eine besonders große
Lücke im psychischen Wohlbefinden zwischen denen, die Lärm ausgesetzt
sind, und denen, die davon verschont sind.” Wenn diese Menschen in einer
lauten Umgebung leben müssten, verschlechtere sich ihr
Gesundheitszustand und ihre Leistungsfähigkeit. Demnach leiden sie stärker
als die Angehörigen der unteren sozialen Schicht, die tatsächlich aber häufiger
an stark befahrenen Straßen wohnen oder an Lärmarbeitsplätzen arbeiten.
Der Statistiker Swart vermutet, dass Menschen aus der mittleren sozialen
Schicht meist höhere Ansprüche an eine ruhige Umgebung stellten und sich
deshalb eher gestört fühlten. Außerdem stehe der Lärm bei Menschen aus
unteren sozialen Schichten nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, weil sie
noch viele andere Probleme haben. Für diese aktuelle Nachauswertung des
Gesundheitssurveys 1998 wurden die Daten von 7.000 Bundesbürgern gesichtet.
< zurück zur Archiv-Übersicht
Schlechte
Noten für Hörtest
Hörtests
mit Glöckchen und Rasseln sind nutzlos, um Hörverlust bei Kindern zu
entdecken, so eine Studie über den so genannten BOEL-Hörtest. Besser wäre
der Einsatz moderner, elektronischer Testinstrumente.
Seit
rund 30 Jahren führen dänische Krankenschwestern einen Hörtest an Kindern
durch, bei dem die Reaktion des Kindes auf verschiedene Geräusche, wie z.B.
Glöckchen, beobachtet wird. Doch diese Tests gelten als unzureichend, weil
das Gesundheitspersonal Hörverluste nicht entdeckt oder in anderen Fällen
unnötige Besorgnis ausgelöst hat.
In einer dänischen Studie mit rund 2500 Kindern
identifizierte der BOEL-Test keines der sechs gehörlosen Kinder, während
er fälschlicherweise 14 Prozent aller Kinder Hörprobleme zuschrieb.
Die Studie bestätigte vergleichbare, negative
Ergebnisse aus früheren dänischen und schwedischen Studien. Der BOEL-Test
wird hauptsächlich in Norwegen, Schweden und Dänemark angewandt. In Großbritannien,
Holland und Australien wird eine modifizierte Version davon durchgeführt.
Basierend auf der neuesten Studie empfehlen die
Forscher, dass wesentlich effizientere elektronische Screeningmethoden den
BOEL-Test ersetzen müssen. Elektronische Tests zeichnen die leichten
Vibrationen auf, die als Reaktion auf das Geräusch aus dem Ohr des Babys
dringen. Dadurch kann ein Hörverlust bei dem gescreenten Kind indiziert
werden.
Es ist besonders wichtig, Hörverlust so früh wie möglich
zu entdecken, um ernsten Auswirkungen auf die Sprechentwicklung des Kindes
durch Hörverlust vorzubeugen.
Quelle:
Ugeskrift for læger, 30. August, 2004 und www.berlingske.dk, 30. August,
2004, Fundort:
hear-it.org
< zurück zur Archiv-Übersicht
Stille
Wasser sind selten
(fgh) Die Weltmeere sind alles
andere als still. Um feindliche U-Boote aufzuspüren, schickt die Nato
Schallpegel von bis zu 240 Dezibel (dB(A)) durch das Wasser. Bei diesem
Krach können Walen die Trommelfelle platzen. Nicht nur Meeressäuger wie
Wale und Delfine leiden unter dem Lärm, auch Fische werden schwerhörig.
Die Sonarsysteme der US-Navy und anderer Nato-Staaten sind bis zu 240
Dezibel laut. Das ist millionenfach lauter als 120 Dezibel, die
Schmerzgrenze für den Menschen. Denn jede Zunahme um drei Dezibel
entspricht einer Verdoppelung der Schallintensität. Diese lauten Systeme
sollen in 75 Prozent der Weltmeere eingesetzt werden, getestet wurden sie
bereits. Tierschützer versuchen nun, den Einsatz dieser Systeme einzuschränken.
Eine Bundesrichterin der Vereinigten Staaten bestätigte bereits, dass Wale
durch den Krach taub und aggressiv werden. Darüber hinaus verändere sich
das Fress- und Paarungsverhalten der Tiere, wenn ihre Kommunikation durch Lärm
gestört wird, und manche Wale stranden. Bei 14 Schnabelwalen, die kurz
nach dem Beginn einer Testreihe auf den Kanarischen Inseln strandeten, waren
die Blutbahnen von Gasbläschen verstopft. Wie bei der Taucherkrankheit
waren sie zu schnell aufgetaucht, offenbar durch den Krach aufgeschreckt.
Einen wirklich stillen Ozean gibt es wohl kaum noch. Auch zivile Aktivitäten
wie die Suche nach Erdöl sorgen für Lärm in den Meeren. So werden Kanonen
eingesetzt, um Öl zu finden. Vor der australischen Küste untersuchte der
Meeresbiologe Arthur Popper von der Universität Maryland, wie sich dieser
Krach auf Fische auswirkt. Denn – entgegen andersartiger Vermutungen – können
auch Fische hören. Fisch-Ohren sind ähnlich aufgebaut wie die der
Menschen. Das Hören ist für Fische wichtig, um Feinde rechtzeitig zu
bemerken. Bei Poppers Studie wurden die Fische in Käfige gesperrt, damit
sie nicht davon schwimmen können. Wie die spätere Untersuchung zeigte,
wurden die Innenohren der Fische durch den Kanonenlärm zerstört.
< zurück zur Archiv-Übersicht
|
|