Archiv September 2002                                                                   

Udo Jürgens erhält HELIX 2002

„Hören ist für mich die sensibelste Wahrnehmung, die dem Menschen zur Verfügung steht. Denn allein durch das Hören kann er von der Angst bis zum Wohlgefühl, von Aggression bis zu stiller Freude alle Gefühle empfinden.“ Kein Wunder, dass Udo Jürgens das Hören so sehr schätzt – macht er doch mit seinen Liedern Hören immer wieder zum Erlebnis. Für diese besonderen Hörerlebnisse wurde er vom Forum Besser Hören am 2. September in Frankfurt mit dem HELIX 2002 ausgezeichnet. HELIX honoriert Hörerlebnisse, die sich durch Einzigartigkeit und Beständigkeit auszeichnen und eine Bereicherung für ein Publikum jeden Alters sind. „Es gibt nur wenige Künstler, die weltweit Menschen über Jahrzehnte begeistern“, so Gerhard Hillig, Sprecher des Forum Besser Hören, über den Preisträger. „Udo Jürgens gelingt dies auf unverwechselbare Art und Weise: Seine Kompositionen sind intelligente musikalische Arrangements, die den Zeitgeist treffen, aber trotzdem zeitlos sind. Darüber hinaus fordern die zeitkritischen Texte zu genauem Zuhören auf. All das macht Udo Jürgens’ Kunst zu einem Hörerlebnis der besonderen Art.“
HELIX ist bislang einmalig: „Auszeichnungen für gute Musik und verdiente Künstler gibt es viele,
einen Preis für die Schaffung besonderer Hörerlebnisse jedoch nur einmal“, so Gerhard Hillig zur Einzigartigkeit des Preises. Mit HELIX sensibilisiert das Forum Besser Hören die Öffentlichkeit für einen bewussteren Umgang mit dem Gehör und macht auf die Kostbarkeit guten Hörens aufmerksam.
Für viele Menschen ist ein gutes Gehör scheinbar der Normalfall. Über den Verlust des Hörvermögens macht sich kaum jemand Gedanken. Die Zahlen sind jedoch alarmierend: Allein in Deutschland leben 15 Millionen Menschen mit Hörproblemen, doch nur 2,5 Millionen sind mit HörSystemen versorgt.
Schwerhörigkeit kann viele Ursachen haben – das Ergebnis ist (in unterschiedlicher Ausprägung) fast
immer gleich: Einwandfreies Hören und Verstehen wird erschwert, die Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Leider wird vielen Menschen viel zu spät bewusst, wie kostbar ein gutes Gehör ist und das Hören an sich keine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr eine Besonderheit, ein Erlebnis darstellt.
Prof. Manfred Eichel, Chefkorrespondent Kultur des ZDF, bringt es in seiner Laudatio auf Udo
Jürgens auf den Punkt: „In einer oft verwirrenden Kommunikationsgesellschaft wie der unseren schafft ein sorgfältiges, ein bewusstes und konzentriertes Hinhören und Zuhören wieder fast verloren geglaubte Genüsse. Dass mit Musik und außerordentlich verständlich vorgetragenen Liedertexten auch Botschaften vermittelt und damit zuweilen selten gewordene Nachdenklichkeiten erzeugt werden können, beweist Udo Jürgens mit bewundernswertem Engagement und gleichbleibender Energie seit Jahrzehnten.“
Der Hörerlebnis-Preis HELIX umfasst eine Skulptur und ein Preisgeld von 10.000 Euro, das der
Udo-Jürgens-Stiftung für notleidende Kinder und Waisen zugute kommt. Die Skulptur des Hamburger Künstlers Ole Hoffmann erinnert aufgrund der geschwungenen Form an die gewundenen Bogengänge im Innenohr. Der Bezug zum Ohr und zum Hören wird schließlich auch über den Namen HELIX transportiert: In der Fachsprache wird damit u.a. der äußere Rand der FORUM BESSER HÖREN
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Halle, Galle oder Falle?

„Mit dieser neuen Falle werde ich die Maus in unserem Keller endlich fangen“, sagt der eine Nachbar zum anderen. Der wundert sich nur: Seit wann fängt man Mäuse mit einer Galle? Oder hatte der Nachbar sogar von einer Halle gesprochen? Warum muss der auch immer so nuscheln!
Für Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören ist der Fall klar: „Missverständnisse dieser Art sind
geradezu typisch für Menschen mit einer Hochtonschwerhörigkeit.“ Die Hochtonschwerhörigkeit ist nach der Lärmschwerhörigkeit am weitesten verbreitet und kann jeden treffen. Durch jahrzehntelange Beanspruchung verschleißen die für die hohen Töne „zuständigen“ feinen Haarzellen im Innenohr zuerst und leiten eingehende Signale nicht mehr an das Gehirn weiter. Tiefe Töne werden in der Regel auch bei geringer Lautstärke gehört. Hohe Töne brauchen jedoch eine verhältnismäßig hohe Lautstärke, um gehört zu werden.
Für Schwerhörige mit einem Hochtonhörverlust hat dies weitreichende Folgen: Tieffrequente
Vokale werden gut gehört, hochfrequente Konsonanten wie k und g, s und f sind jedoch kaum noch zu unterscheiden. Für Normalhörende lässt sich das Phänomen am besten wie folgt beschreiben: Wenn sich zwei Menschen im Nebenzimmer unterhalten, kann man sie durch die Wand zwar deutlich hören – einwandfreies Verstehen ist bei normaler Lautstärke jedoch nicht möglich; das Gehörte klingt dumpf. „Der Schwerhörige ist sich nicht mehr sicher, ob er z. B. Halle, Galle oder Falle gehört hat“, erklärt Gerhard Hillig. „Das Gehörte kann nur noch über den Kontext erschlossen werden.“ 
Hinzu kommt: Da wir heute nahezu permanent von Umweltgeräuschen umgeben sind,
wird das Sprachverstehen in lauter Umgebung nochmals erschwert. Denn Umweltgeräusche gehören weitgehend zum Tieftonbereich und überlagern die hohen Töne. Die Erschließung von Wörtern aus dem Textzusammenhang wird fast unmöglich – und damit auch die Kommunikation mit unseren Mitmenschen.
Indizien für eine Hochtonschwerhörigkeit können sein:
- Verständigungsschwierigkeiten bei Gesprächen in geselliger Runde
- das Gefühl, dass die Gesprächspartner nuscheln
- häufiges Nachfragen
- häufige Missverständnisse bei Gesprächen
- Überhören von Naturgeräuschen (z. B. Vogelgezwitscher)
- Überhören von Alltagsgeräuschen (z. B. Telefonklingeln)
Wer bei sich, Freunden, Familienangehörigen oder Kollegen eines oder mehrere der genannten Indizien feststellt, sollte unbedingt einen Hörgeräte-Akustiker aufsuchen und sein Gehör testen lassen. Der Verschleiß der Haarzellen und damit der Rückgang des Hörvermögens muss nicht zwangsläufig erst im Alter auftreten: Immer mehr junge Menschen zeigen dieselben Symptome. Schuld sind der zunehmende Alltags- und auch Freizeitlärm, dem sich viele freiwillig – z. B. durch zu lautes Walkmanhören oder häufige Konzertbesuche – aussetzen. Moderne HörSysteme helfen, eine weitere Verschlechterung des Hörvermögens zu verhindern und das kommunikative Miteinander
FORUM BESSER HÖREN
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Mit Musik geht alles leichter?

 

Hintergrundgeräusche wie Sprache oder Musik stören die Konzentration und das Lernen. Dies fand die Arbeitsgruppe des Lärmforschers und Psychoakustikers Prof. Dr. August Schick von der Uni Oldenburg heraus. Damit wären einschlägige Behauptungen vieler Schüler-Generationen widerlegt, wie beispielsweise: "Musik bei den Hausaufgaben stört mich gar nicht." Die Oldenburger Studie zeigt: Menschliche Stimmen oder kurze, voneinander abgesetzte Töne - egal welcher Musikrichtung - stören die Gedächtnisleistung und damit konzentriertes Lernen. Auch erwachsene Versuchspersonen, die mit Hintergrundmusik deutlich schlechtere Leistungen erbrachten als ohne, waren übrigens davon überzeugt, dass die Geräusche kaum oder gar nicht gestört hätten.
Die Akustik von Klassenräumen war das eigentliche Untersuchungsobjekt der Oldenburger Wissenschaftler. So stellte man fest, dass es in Klassenräumen oft zu sehr hallt, was die alltäglichen Hintergrundgeräusche verstärkt. Lehrer müssen dann meist mit erhobener Stimme sprechen. Dies ist für alle Beteiligten anstrengend und unangenehm. Entspanntes Lehren und Lernen ist da kaum möglich. Wer sehr gut hört, kann die Lehrerstimme aus dem Lärmpegel eines hallenden Klassenzimmers heraushören. Schon geringe Hörminderungen jedoch erschweren dies oder machen es gar unmöglich. In der ersten Reihe kann ein solcher Schüler dem Unterricht meist noch folgen. Doch je größer der räumliche Abstand zwischen Schüler und Lehrer ist, desto größer und fataler werden dann auch die Verständnis- und Konzentrations- Probleme. Vielen Schülern ist gar nicht bewusst, dass sie nicht optimal hören. Ein einfacher Hörtest beim Hörakustiker oder Hals-Nasen-Ohren-Facharzt verschafft Klarheit.
Fördergemeinschaft Gutes Hören
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Gehörschutz für zirpende Grillen

Ihr eigenes Zirpen ist für die Grillen etwa so laut wie ein Presslufthammer in unmittelbarer Nähe. Warum die Tiere dennoch nicht schwerhörig werden und in den Gesangspausen problemlos das Zirpen ihrer Artgenossen wahrnehmen können, haben jetzt britische Forscher herausgefunden: das Nervensystem der Insekten enthält einen eingebauten Gehörschutz.

Hervorgebracht wird der Grillengesang von den Grillenmännchen durch rhythmisches Aneinanderreiben der Deckflügel. Dabei entsteht ein Schalldruck von mehr als 100 Dezibel.

Die Nervenzellen, die das ohrenbetäubende Zirpen steuern, senden aber nicht nur Signale zu den Flügeln, die dann Töne zum Anlocken von Weibchen und zum Abschrecken männlicher Konkurrenten erzeugen. Parallel werden auch Nervenzellen des Gehörsystems gereizt, die so genannten Omega-1- Neuronen. Diese hemmen die Lautwahrnehmung. Immer wenn die Grille zirpt, macht sie ihre Ohren dicht. In den kurzen Pausen dazwischen ist das Insekt dann wieder ganz Ohr. Daher bleibt trotz des selbst erzeugten Lärms die Empfindlichkeit des Gehörs erhalten.

Quelle: Salzburger Nachrichten
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Bei Fluglärm nicht automatisch Abschlag vom Einheitswert

Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz
Hausbesitzer, deren Immobilie in der Einflugschneise eines Flughafens liegt, können einem Richterspruch zufolge nicht automatisch auf einen steuermindernden Abschlag vom Einheitswert hoffen. Das geht aus einem Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz hervor. Eine Senkung des Grundstückswerts sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs nur gerechtfertigt, wenn "ungewöhnlich starke Beeinträchtigungen durch Lärm, Rauch oder Gerüche vorlägen", teilte das Gericht mit.
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Kinderaugen:
Richtiger Durchblick mit Leselampe

(pgk) "Licht aus und ab ins Bett" - dieses Kommando führt zur Schlafenszeit nicht selten zu erheblichem Protest. Besonders Leseratten lassen sich ungern von ihrer Lieblingsbeschäftigung abhalten und schmökern im schummrigem Licht einer Taschenlampe unter der Bettdecke weiter.
Genau das sollten Eltern jedoch vermeiden, denn die meisten Fehlentwicklungen des Auges entstehen während der Kindheit. Durch häufiges, angestrengtes Sehen bei unzureichender Beleuchtung wird das Wachstum des Auges negativ beeinflusst. Drücken Sie mal ein Auge zu und den Lichtschalter nicht gleich aus.
Besser ist es, die Sprösslinge stecken im Schein der hellen Leselampe die Nase in die Bücher als heimlich mit einer Funzel unter der Bettdecke.
Mangelndes Sehvermögen ist auch ein häufiger Grund für schlechte Leistungen in der Schule. 800.000 Kinder in Deutschland sind bereits fehlsichtig. Regelmäßige Besuche beim Augenarzt sind bei Leseratten oder auch fleißigen PC-Spielern daher angebracht, um Sehfehler in frühen Jahren erkennen und eventuell durch eine Brille ausgleichen zu können. Je frühzeitiger Sehstörungen und Augenschädigungen erkannt werden, desto größer ist die Chance, sie noch rechtzeitig zu korrigieren
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Nordeuropa: Wer gut hören will, muss warten
Deutschland vorn bei der Hörgeräte-Versorgung

(fgh) Wer wieder gut hören möchte, braucht in einigen nordeuropäischen Ländern vor allem eines: Geduld. Etwa ein bis zwei Jahre muss man in Skandinavien und Großbritannien warten, bis der Wunsch nach Hörgeräten erfüllt wird. In diesen Ländern werden Hörhilfen von den staatlichen Gesundheitsbehörden angepasst. Diese Versorgung ist kostenlos. Doch die Institute sind hoffnungslos überlastet. Selbst auf einen Hörtest muss man oft wochenlang warten. Anders ist die Situation in Deutschland: Wer sich hier zu Lande für Hörgeräte entscheidet, kann sofort versorgt werden. Hörakustiker übernehmen die Anpassung und auch die jahrelange Nachsorge. Wenn der Hals-Nasen-Ohrenarzt Hörsysteme verordnet hat, beteiligt sich die Krankenkasse mit einem Festbetrag an den Kosten. Und einen Hörtest kann man jederzeit - und meist ohne Termin - kostenlos beim Hörakustiker machen lassen.

Allein auf den Hörtest muss man in Großbritannien im Schnitt zwischen acht und 13,5 Wochen warten. Bis zur Versorgung mit Hörgeräten vergehen dann noch mal ein bis zwei Jahre. In Schweden liegen die Wartezeiten für Hörgeräte zwischen sechs und 36 Monaten. Die Ursachen für die immer länger werdenden Wartelisten sieht das schwedische Hörgeschädigten-Magazin "Auris" darin, dass immer mehr Menschen den Arzt immer früher wegen Hörproblemen aufsuchen.
Die Menschen hätten erkannt, dass die modernen Hörhilfen sehr hilfreich seien, so das Magazin. Sie ermöglichen den Erhalt des Arbeitsplatzes und ein aktives Leben - auch für ältere Menschen. Schneller geht die Versorgung in Dänemark, wo man aber immerhin noch zwischen sechs und zwölf Monate auf seine Hörgeräte warten muss. In Norwegen liegt die durchschnittliche Wartezeit bei acht Monaten. Sie kann aber durchaus auch zwei Jahre betragen. In Finnland beträgt die Wartezeit zwischen zwei Monaten und zwei Jahren. In all diesen Ländern gibt es auch Privathändler, die Hörhilfen ohne Wartezeiten anpassen. Die Kosten dafür werden jedoch nicht bezuschusst.

"Im Vergleich mit Nordeuropa und den USA stehen wir in Deutschland sehr gut da", so Dr. Karin Uphoff von der Fördergemeinschaft Gutes Hören. "Unsere Hörakustiker sind hervorragend ausgebildet und stehen ihren Kunden ohne jede Wartezeit zur Verfügung. Ein Hörakustiker ist in jeder Stadt zu finden, während beispielsweise die Skandinavier oft lange Fahrten zu ihrem jeweiligen Institut auf sich nehmen müssen. Und immerhin beteiligen sich die Krankenkassen mit einem Festbetrag an den Kosten, der derzeit zwischen 350 und 500 Euro pro Gerät liegt. Noch dazu sind in Deutschland eine jahrelange Nachsorge und viele Serviceleistungen im Hörgerätepreis bereits enthalten." 
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