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Ab
48 wird's kritisch
Altern
ist die Hauptursache für Hörverlust. Und bei Männern ist die
Wahrscheinlichkeit, einen Hörverlust zu bekommen, drei Mal so hoch wie bei
Frauen, unabhängig von Alter, Beruf, allgemeinem Gesundheitszustand und Lärmbelastung.
Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, die im "American
Journal of Epidemiology, 1998, Bd.148 veröffentlicht wurde.
Andere Daten der Untersuchung: Alle fünf Jahre nachdem
man das 49. Lebensjahr erreicht hat, steigt das Risiko, Hörverlust zu
bekommen, um 90 Prozent. Unter den 48 bis 59-Jährigen leidet jeder Fünfte
an Hörverlust. Unter den über 80-Jährigen leiden Neun von Zehn an Hörverlust.
Und die Hälfte der Männer über 48 leidet an Hörverlust.
Von den Studien-Teilnehmern litten 45,6 Prozent an Hörverlust.
Davon hatten 58,1 Prozent leichten Hörverlust, 30,6 Prozent litten an
moderatem und 11,3 Prozent an schwerem Hörverlust.
Die
Studie untersuchte 3753 Personen in Beaver Dam, Wisconsin, von 1993 bis
1995. Bei allen Teilnehmern wurden Hörtests anhand einer Audiometrie
durchgeführt.
Die Studie zeigte ein höheres Vorkommen an Hörverlust
bei Personen aus sozioökonomisch niedrigeren Bevölkerungsschichten und bei
Leuten, die einen Arbeitsplatz in lauter Umgebung haben.
Hörverlust ist das dritthäufigste chronische Leiden in
den USA. Es wird nur von Arthritis und erhöhtem Blutdruck übertroffen. Mit
zunehmender Alterung der Bevölkerung wird sensorineuraler Hörverlust immer
vorherrschender werden.
Quellen:
Clinician Reviews 2002; 12 (6): 62-67 & American Journal of Epidemiology
1998; Bd. 148, Nr. 9. , Fundstelle: hear-it.org
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Empörung
über Batterie-Verbot
Die
führenden internationalen Hörgeschädigten- Organisationen legen ausdrücklich
Einspruch gegen die Pläne des Europäischen Parlaments ein, das vorsieht,
Knopfzellen-Batterien zu verbieten, von denen Millionen Hörgeräte-Benutzer
abhängig sind.
Die EU-Kommission hatte in einem Vorschlag umfassende
Batterie-Einsammlung und -Wiederverwertung dargelegt, um einer
Umweltverschmutzung mit Schwermetallen durch das Wegwerfen von Batterien
vorzubeugen. Das Europäische Parlament stimmte jedoch für ein komplettes
Verbot von Blei und anderen Schwermetallen in Batterien. Wie bereits
berichtet, würde ein Verbot von Blei die einzig existierende
Batterietechnologie für Hörgeräte verbieten.
In einer deutlich formulierten gemeinsamen Stellungnahme
forderten die Vorstände des Europäischen Hörgeschädigtenbundes(EFHOH)
und des weltweit tätigen Internationalen Hörgeschädigtenbundes(IFHOH)
die Mitglieder des Europäischen Parlaments dringend dazu auf, bei der
zweiten Lesung der neuen Batterie-Bestimmungen am 2.Juli die Bedürfnisse
von hörgeschädigten Menschen zu berücksichtigen.
EFHOH and IFHOH erklären sich bereit, das Äußerste für
den Schutz unserer Umwelt zu tun, indem alle Anstrengungen unterstützt
werden sollen, gebrauchte Batterien einzusammeln und zu recyceln. "Die
Batterie-Direktive geht jedoch weit darüber hinaus und könnte bedeuten,
dass passende Hörgerätebatterien auf dem Markt nicht länger erhältlich
sind," so die gemeinsame Stellungnahme.
"Wir unterstützen besonders die Anstrengungen der
Batterie-Industrie, Blei und andere Schwermetalle in Batterien zu
reduzieren, so weit wie dies technologisch möglich ist. Doch dies sollte
nicht zu einer verminderten Qualität und Effizienz der Hörgerätebatterie
führen. Das wäre eine Katastrophe für Millionen von Verbrauchern mit Hörschädigungen."
Quelle:
hear-it.org
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Erfolg
für Hörscreening
Die
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sorgt nach eher
Negativ-Schlagzeilen im Zusammenhang mit der umstrittenen Gesundheitsreform
jetzt für gute Neuigkeiten. Sie entsprach einer zentralen Forderung des
„Joint Committee Frühkindliches Hören“, das Neugeborenen-Hörsreening
(Hörschaden-Früherkennung) flächendeckend und so schnell wie möglich in
den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Frau
Schmidt hoffe, dass diese Früherkennungsmaßnahmen noch in diesem Jahr in
den gemeinsamen Bundesausschuss gehe.
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Barrieren
auf dem Arbeitsmarkt
Zwei
von drei hörgeschädigten Personen berichten von Verständigungsschwierigkeiten
mit Kollegen und Vorgesetzten auf ihrem Arbeitsplatz. Infolgedessen fühlen
sich hörgeschädigte Arbeitnehmer müder und isolierter als Arbeitnehmer
allgemein. Daten des britischen Hörgeschädigtenverbandes RNID zeichnen ein
deutliches Bild:
64
Prozent der gehörlosen und hörgeschädigten Arbeitnehmer haben auf ihrer
Arbeit Verständigungsschwierigkeiten
60
Prozent der hörgeschädigten Arbeitnehmer suchen nach anderen Jobs, weil
sie sich auf ihrem jetzigen Arbeitsplatz schlecht behandelt fühlen.
Aber, obwohl die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Hörgeschädigte
schwierig ist, verbessert eine Beschäftigung ihre allgemeine Lebensqualität.
Hörgeschädigte Personen, die eine Arbeit haben, sind zufriedener und
ausgeglichener und haben mehr Selbstvertrauen als Hörgeschädigte ohne Job.
Die Arbeitslosenzahl unter Hörgeschädigten ist in Großbritannien
ungefähr vier Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. In Dänemark ist
die Rate der Arbeitslosen unter Hörgeschädigten doppelt so hoch wie bei
der übrigen Bevölkerung. Unabhängig der Unterschiede in jedem einzelnen
Land gibt es eine deutliche Tendenz: Hörgeschädigte Menschen müssen auf
dem Arbeitsmarkt viele Barrieren überwinden. Siebzig Prozent der Teilnehmer
an der RNID-Studie waren davon überzeugt, dass sie wegen ihrer Hörbehinderung
oder Gehörlosigkeit bei der Stellensuche nicht berücksichtigt wurden.
Die Hindernisse lassen sich nicht an ein oder zwei
Hauptgründen festmachen. In der Gesellschaft muss ein legaler Rahmen
geschaffen und die Öffentlichkeit aufgeklärt werden. Gleichzeitig könnten
einzelne Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Bedingungen durch einfache Mittel
verbessern, indem sie sich auf Möglichkeiten für eine reibungslosere Verständigung
am Arbeitsplatz konzentrieren.
Quelle:
"Raising barriers to jobs", veröffentlicht in One In Seven,
Ausgabe 33, Februar-März 2003-06-26 & British Journal of Audiology,
2000; 34: 187-195, Fundstelle:
hear-it.org
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Strahlentherapie
schädigt Gehör
Krebspatienten,
die in und um die akustischen Strukturen herum bestrahlt werden, laufen ein
sehr hohes Risiko, Hörverlust zu bekommen. Dennoch sind Verletzungen durch
Strahlentherapie bis dato weder gründlich untersucht noch gemeldet worden.
Bis
zu 40 Prozent der Patienten leiden unter akuten Mittelohr-Nebenwirkungen
durch radikale Bestrahlung unter Einbeziehung der akustischen Struktur, und
rund ein Drittel der Patienten entwickeln späten sensorineuralen Hörverlust
(SNHL). Das geht aus einem Bericht von Wissenschaftlern der Ist Europeo
Oncology (Europäische Onkologie-Abteilung) in Mailand, Italien, hervor.
Diese Reaktionen können akut oder später auftreten, alle Strukturen des Hörorgans
betreffen und zu konduktivem, sensorineuralem oder kombiniertem Hörverlust
führen.
"Volle Strahlendosis und Ort des Tumors scheinen
unter den wichtigsten Faktoren zu rangieren, die mit dem Risiko von Hörverlust
in Verbindung gebracht werden," schrieben B.A. Jereczek-Fossa und seine
Kollegen in dem Bericht. "Folglich sollte möglichst eine Reduktion der
Strahlendosis auf die Ohrstrukturen versucht werden."
Die italienischen Wissenschaftler unterstreichen, dass
neue Strahlentherapie-Techniken (3-dimensionale konforme Strahlung, Intensitäts-modulierte
Strahlentherapie, Proton-Therapie) eine genauere Dosierung erlauben, mit dem
Ziel, die Organe nicht zu treffen.
Die
Behandlung von akuter und später, äusserer Ohrentzündung umfasst laut den
Experten das sofortige und systematische Auftragen von entzündungshemmenden
Substanzen. Nach der Strahlenbehandlung auftretende Mittelohrentzündung und
eine Erkrankung der Eustachischen Röhre können durch einen winzigen
Einschnitt in der Mittelohrmembran und der Einführung eines Tympanostoms
gebessert werden, obwohl der Vorteil dieser Vorgehensweise umstritten ist
und andere Autoren für eine konservativere Methode plädieren.
Um das funktionale Defizit zu mildern, können spezielle
Hörgeräte eingesetzt werden. Kortex-Steroid-Therapie, rheologische
Medikamente, hyperbarer Sauerstoff oder Karbogen-Therapie werden
normalerweise für eine Nachbehandlung der Bestrahlung und sensorineuralem Hörverlust
eingesetzt. Die Autoren betonen jedoch, dass es keine Standardtherapie gibt,
und dass die veröffentlichten Daten über die verschiedenen
Behandlungsformen umstritten sind. In einigen Fällen von schwerem
beidseitigem Hörverlust oder Gehörlosigkeit können Cochlear-Implantate
hilfreich sein. Doch die Wissenschaftler fügen hinzu, dass eine bessere
Vorsorge und Handhabung von strahlungsbezogenen, akustischen Verletzungen
von weiteren Verbesserungen der Strahlenbehandlungs-Techniken und
Fortschritten in otologischer Diagnostik und Therapie abhängen.
Quellen:
Cancer Treatment Reviews, 2003; 29(5): 417-430, Jereczek-Fosse und Kollegen:
Radiotherapy-induced Ear Toxicity. Biotech Week, 26 November , 2003, Fundstelle:
hear-it.org
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Wenn
es blubbert ...
Wenn es unter
Wasser blubbert, kann es sein, dass ein Schwarm Heringe sich gerade zum
Plauderstündchen trifft. Genau wissen es allerdings nicht mal die
Meeresforscher. Vermutlich „unterhalten“ sich die Fische irgendwie,
indem sie gezielt Luft aus ihrem After perlen lassen, meinen Wissenschaftler
vom Marine Science Center in Bamfield (Kanada).
Sie
hatten die Fische gefangen und in großen, mit Infrarot-Kameras und
Unterwasser-Mikrofonen ausgestatteten Tanks beobachtet.
Als
besonders „gesprächig“ erwiesen sich die Heringe in der Nacht. Ob die
zwischen einer halben und 7,5 Sekunden langen Töne es den riesigen
Heringsschwärmen ermöglichen, auch in der Nacht beieinander zu bleiben?
Oder machen sie blubbernd untereinander auf Feinde aufmerksam?
Falls
sich die Heringen tatsächlich miteinander unterhalten, wirft dies ein neues
Licht auf den Lärm, den der Mensch im Meer verursache, so die Forscher.
Quelle:
Hörakustik 4/2004
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