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Immer
mehr Hörverlust in Deutschland
Drei von
vier Deutschen fühlen sich durch Lärm belästigt.
Dieses
Problem bleibt nicht ohne Folgen: Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland
hören schlecht. Immer mehr Personen mittleren Alters sind von einer durch Lärm
verursachten Hörminderung betroffen.
Häufigste Lärmquellen sind der Straßenverkehr und
Baulärm.
Laut
Deutscher Gesellschaft für Akustik
-
Fühlen sich 18 Prozent der Deutschen
hochgradig von Straßenverkehrslärm gestört.
-
Leidet jeder sechste Deutsche auf Grund von Straßenverkehrslärm unter ständigen
Schallpegeln von über 65 dB. Ab diesem Wert steigt das Herzinfarktrisiko
deutlich an.
-
4 Prozent der Deutschen fühlen sich durch Industrielärm hochgradig belästigt.
- 6
Prozent fühlen sich durch Fluglärm hochgradig gestört, besonders nachts.
-
6,5 Prozent fühlen sich hochgradig durch Nachbarschaftslärm gestört.
-
14 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands sind schwerhörig, darunter
immer mehr junge Leute.
- 3
Millionen Deutsche leiden an Tinnitus, mit steigender Tendenz.
- Hörstörungen
sind in Deutschland die häufigste Berufskrankheit.
Die Deutsche
Gesellschaft für Akustik schätzt, dass der volkswirtschaftliche Schaden
durch Hörkrankheiten jährlich 170 Millionen Euro beträgt.
Quelle: Deutsche
Gesellschaft für Akustik, Presseinformation PK 04/05, Fundstelle:
hear-it.org
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Wie
gut hört Ihr Kind?
(fgh) Mindestens
500.000 Kinder in Deutschland hören schlecht. Von 1.000 Kindern kommen ein
bis drei mit einer gravierenden Hörminderung zur Welt. Bei Frühgeborenen
oder Kindern mit Fehlbildungen ist etwa jedes zehnte betroffen. “Beim
geringsten Verdacht auf eine Hörminderung sollte man mit dem Kind zum Arzt
gehen. Sonst besteht die Gefahr, dass eine Hörstörung monate- oder gar
jahrelang unentdeckt bleibt”, so Dr. Christina Beste, Pressesprecherin der
Fördergemeinschaft Gutes Hören. “Darunter leidet dann meist die gesamte
Entwicklung des Kindes, vor allem natürlich das Sprechenlernen.”
Auch gut hörende Kinder können im Lauf ihrer Kindheit einen bleibenden Hörschaden
bekommen, durch Infektionskrankheiten beispielsweise. Eltern sollten darauf
achten, wie ihre Säuglinge und Kinder sich verhalten. Bei plötzlichen
lauten Geräuschen erschrecken Kinder, die normal hören, während der
Zuspruch der Eltern beruhigend wirkt. Das stimmhafte Lachen und Brabbeln der
Babys sollte im 6. bis 7. Lebensmonat in zweisilbige Äußerungen “Mam-mam”,
“Ba-ba” übergehen.
Die Kinder sollten auch dann auf eine Stimme reagieren, wenn sie den
Sprecher nicht sehen. Beim geringsten Zweifel an der Hörfähigkeit des
Kindes sollte der Arzt aufgesucht werden, damit eine professionelle Überprüfung
des Gehörs in die Wege geleitet wird.
Wenn sich der Verdacht auf eine
Hörminderung bestätigt, sollten nach medizinischer Abklärung umgehend Hörsysteme
angepasst werden. Bei angeborener Hörminderung möglichst innerhalb der
ersten sechs Lebensmonate, in anderen Fällen, sobald das Hörproblem
erkannt wurde. Denn diese Kinder sind auf eine optimale Versorgung mit Hörsystemen
angewiesen. Die kindlichen Hörbahnen brauchen in den ersten Lebensjahren
akustische Reize, um weiter reifen zu können. Fast jede Hörminderung lässt
sich mit modernen Hörsystemen versorgen. Die fachkundige Anpassung und
Betreuung übernehmen eigens dafür qualifizierte Hörgeräte-Akustiker.
Weitere Fragen beantwortet das kostenlose Beratungstelefon
Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Experten für die
individuelle Beratung am Telefon bereit: Hörgeräte-Akustiker (0800 -
0112 112) und HNO-Ärzte (0800 - 0112 113). Die Anrufe sind gebührenfrei.
Am 28. Juni ist die Früherkennung von Hörproblemen bei Babys und Kindern
das Schwerpunktthema: Hier beraten Pädakustiker. Das sind Hörakustiker-Meister,
die in besonderer Weise für die Versorgung von Säuglingen und Kindern
qualifiziert sind. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) bietet das
Beratungstelefon gemeinsam mit dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte
und dem Deutschen Grünen Kreuz an.
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Schwindel
und Hörprobleme
Die
meisten Schwindelanfälle stehen in Verbindung mit Hörproblemen
Schätzungsweise
2 Prozent der Allgemeinbevölkerung leiden an Schwindelzuständen. 75
Prozent davon leiden auch an Hörproblemen. Das ist das Ergebnis vom
“Wissenschaftlichen Kongress über Schwindel, Perlgeschwulste und Ohrentzündungen”
gehalten von Gaes sowie der Spanischen HNO-Vereinigung und Nacken- und
Kopfpathologie
Menschen, die an Schwindel leiden, empfinden ein Gefühl
der Bewegung, das nicht existiert, und/oder andere häufig damit verbundene
Symptome wie Hörverlust, Ohrensausen, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen
und Übelkeit.
Bei
Älteren häufig
Schwindel
kommt mit ganzen 30 Prozent am häufigsten bei Älteren vor. Unter jungen
Erwachsenen liegt die Häufigkeit bei 2 Prozent, so Dr. Gonzalo Corvera,
chirurgischer HNO-Spezialist und Gründer der Mexikanischen Gesellschaft für
Otologie und Otoneurologie.
Eine
Reihe verschiedener Faktoren verursachen Schwindel, darunter Krankheiten des
Vestibulapparats, d.h. dem Sitz des Gleichgewichtsorgans im Ohr, Entzündungen
des Mittel- und Innenohrs, Kopftraumata, Viren, Medikamente und fehlende
Durchblutung. “Wegen der Nähe des Vestibulapparats zur Schnecke im
Innenohr ist es sehr gewöhnlich, dass das Gehör beeinträchtigt ist,”
ergänzt Dr. Corvera.
Das
Gehör testen lassen
Schwindelanfälle
machen 5 Prozent aller Arztbesuche aus, so Dr. Nicolás Pérez von der
Universitätsklinik Navarra. Daher wird empfohlen, dass das Gehör bei
Schwindelpatienten getestet wird, weil drei von vier Schwindelanfälle auf Hörprobleme
zurückzuführen sind.
Quelle:
MedicinaTV.com, Fundstelle: hear-it.org
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Digitale
Hörtechnik macht zufrieden
Immer
mehr Hörgeräte-Träger sind vollauf zufrieden mit der Leistung ihrer
digitalen Hörsysteme. Das ist das Ergebnis von insgesamt 600
Endkunden-Befragungen durch das Forum Besser Hören in den vergangenen drei
Jahren.
„Hörgeräte
verbessern meine Lebensqualität“, sagten demnach 93 Prozent der Befragten
im Jahr 2005. Sie gaben an, ihre Hörgeräte täglich und permanent zu
tragen. 2004 machten 89 Prozent diese Aussagen, 2003 waren es noch 82
Prozent. Befragt wurden jährlich jeweils 200 Hörgeräte-Träger.
Zurückzuführen
ist die Zunahme der Zufriedenheit auf große technologische Fortschritte der
Hörgeräte-Branche sowie auf die hohe Qualität der Anpassung durch die Hörakustiker.
„Digitale Technologie hat die Akzeptanz von Hörgeräten wesentlich
gesteigert“, erklärt Raimund Ernst, Vorsitzender der Vereinigung der Hörgeräte
Industrie. „Die so genannten Schubladengeräte gehören nun endgültig der
Vergangenheit an. Ihr Anteil ist heute verschwindend gering.“ Gemeint sind
Hörgeräte, die nach der Anpassung „in der Schublade“ liegen bleiben,
weil die Träger damit nicht zurecht kommen.
Dagegen
bieten digitale Hörgeräte der neuen Generation alle technischen Möglichkeiten,
um exakt die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Nutzers zu
befriedigen. Die Geräte sind so klein, dass man sie kaum noch sieht. Sie
sind bequem und sicher zu tragen. Und sie gewährleisten bestes Hören in
allen erdenklichen Alltagssituationen. Im Vordergrund stehen hervorragendes
Sprachverstehen und intelligente Störlärmfilter. Im Ergebnis hört der Träger
genau das, was er hören will. Wichtiges wird hervorgehoben, Störendes
unterdrückt.
Digitale
Hörsysteme machen rund 85 Prozent aller angepassten Geräte aus. Ihr Anteil
wächst Jahr für Jahr, so dass die früher üblichen analogen Geräte
praktisch keine Rolle mehr spielen.
In
Deutschland haben 15 bis 20 Millionen Menschen ernsthafte Hörprobleme,
darunter immer mehr junge Leute. Betroffen sind nach Schätzungen ein Fünftel
der Jugendlichen, ein Drittel der Erwachsenen mittleren Alters und die Hälfte
aller Senioren. Bislang tragen knapp 3,5 Millionen Menschen Hörgeräte. FBH
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Teenager-Ohren
in Gefahr
Nicht
nur Erwachsene setzen ihr Gehör in Kneipen und Nachtclubs aufs Spiel. Eine
Studie ermittelte ebenso exzessive Lautstärken in Discos für Minderjährige.
Mehr
als die Hälfte des Nachtclub-Personals hat irgendein Hörproblem. Trotz des
Risikos benutzt nur eine Minderheit Gehörschutz bei der Arbeit.
Auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse
warnen dänische Forscher Personal von Nachtclubs und ähnlichen
Einrichtungen vor dem Dauerlärm ihres Arbeitsumfeldes und fordern dazu auf,
Gehörschutz zu tragen.
“Wir nehmen den Gehörschutz sehr ernst. Wenn du an
vielen Tagen der Woche bis zu fünf Stunden bei 100 dB verbringst, nimmt
dein Gehör Schaden,” so Jan Gybel Jensen, Ingenieur der dänischen
Arbeitsaufsichtsbehörde zu der Zeitung Jydske Vestkysten. Die Aufsichtsbehörde
führte im Rahmen eines Regierungsprogramms gegen Lärm am Arbeitsplatz
Messungen der Lärmpegel in Discos durch.
Eine
weitere Studie ergab sogar noch höhere Lärmpegel in alkoholfreien
Diskotheken für Kinder und minderjährige Jugendliche. Lärmpegel auf
alkoholfreien Festen für Kinder der 4. bis 7. Klasse lagen bei 105 dB.
Wenn
der konstante Lärmpegel 85dB überschreitet, wird Gehörschutz empfohlen.
Das entspricht dem Lärm eines Rasenmähers. Die Lärmpegel der Jugendclubs
erreichen Pegel eines großen Flugzeugs beim Abheben.
Sogar kurze Momente lauter Musik können das Gehör schädigen,
auch wenn es nur ein Besuch in einer Musik-Bar ist, ist es doch wichtig, gut
auf seine Ohren aufzupassen. Es ist sehr empfehlenswert, immer mal wieder
eine kurze Pause zwischendurch einzulegen, um die Ohren entspannen zu
lassen.
Quellen:
“Disko-støj koster hørelsen” (Disco-Lärm kostet das Gehör), Jydske
Vestkysten 5. April 2006, Fundstelle: hear-it.org
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Schwerhörig
durch Hormone?
US-amerikanische
Wissenschaftler haben eine Verbindung zwischen altersbedingtem Hörverlust
und dem Hormon Aldosteron entdeckt.
Forschung
an dem University of Rochester Medical Center in Rochester, New York, ergab,
dass das Hormon Aldosteron eine wichtige Rolle bei altersbedingter Schwerhörigkeit
spielt. Je mehr ältere Menschen von diesem Hormon in ihrer Blutbahn haben,
desto besser ist ihr Gehör, und je weniger von diesem Hormon vorhanden ist,
desto schlechter ist ihr Gehör.
Eine Forschergruppe untersuchte 47 gesunde Frauen und Männer
im Alter von 58 bis 84 Jahren. Die Teilnehmer wurden ausführliche Hörscreenings
unterzogen. Zusätzlich wurde der Aldosteron-Spiegel in ihrem Blut bestimmt.
Der Aldosteron-Spiegel nimmt mit zunehmendem Alter ab.
Die
Untersuchung ergab, dass sehr schwerhörige Menschen durchschnittlich ungefähr
nur halb so viel Aldosteron in ihrem Blut hatten als die normal hörenden
Teilnehmer.
Die Forscher
bemerkten aber, dass die Aldosteron-Spiegel sämtlicher Teilnehmer im
Normalbereich lagen, und dass kein Patient oder Arzt den Aldosteron-Spiegel
erhöhen sollte, bevor auf diesem Gebiet nicht ausführlicher geforscht
wird.
Robert D. Frisina, HNO-Professor am University of
Rochester Medical Center und assistierender Professor am Rochester Institute
of Technology, schreibt auf der Internetseite des Instituts:
“Wir fanden eine direkte Verbindung zwischen dem
Aldosteron-Wert im Blut und der Fähigkeit von Menschen, mit zunehmendem
Alter normal zu hören. Niedrige Hormonpegel können das Hören sowohl im
Innenohr als auch im Teil des Gehirns, das für das Gehör zuständig ist,
beeinträchtigen. Bevor wir dieses Thema umfassender verstehen, sollten sich
keiner um seinen Aldosteron-Spiegel Sorgen machen oder versuchen, die Menge
in seiner Blutbahn zu erhöhen.”
Quelle:
University of Rochester Medical Center, www.urmc.rochester.edu, November
2005, Fundstelle: hear-it.org
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