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Hörverlust
führt zu mehr Arztbesuchen
Ältere Leute mit Hörverlust setzen sich drei Mal
so häufig wie ältere Leute ohne Hörverlust mit ihrem Arzt in Verbindung,
so eine Studie aus dem Nordwesten der USA. Das Ergebnis bleibt gleich, wenn
man die Besuche, die direkt mit dem Hörverlust zu tun haben, davon
ausnimmt. Die Studie wurde im "Journal of Aging and Health", 2001,
vol. 13, angeführt.
Die Forscher wollten die direkten Auswirkungen von Hörverlust
auf die Nutzung von Gesundheitsangeboten untersuchen, in dem sie sonstige
Arztbesuche, verursacht durch chronische Krankheiten, Allergien, Asthma
etc., ausschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, ambulante Behandlung in Anspruch
zu nehmen, war drei Mal höher unter hörgeschädigten Patienten als unter
sonstigen Gruppen.
Die Studie zeigte einen bedeutenden Zusammenhang
zwischen Hörverlust und Depression.
Die
Ergebnisse basieren auf einer statistischen Analyse der Patientenakten von
1436 zufällig ausgesuchten 65-Jährigen. Den Forschern wurde Zugang zu den
Akten einer bekannten Gesundheitsorganisation in Oregon und Washington gewährt.
Weil die HMO-Mitglieder (Mitglieder der Gesundheitsorganisation) niedrige
Gebühren für alle angebotenen Dienste zahlen, wurden finanzielle Faktoren
ausgeschlossen.
Die Beziehung von Hörverlust und Abnahme der
Lebensqualität sowie physischer und psychischer Leistung ist ausführlich
dokumentiert worden. Aber diese Studie ist eine der ersten, die beleuchtet,
wie Hörverlust sich auf die Nutzung der Dienste des Gesundheitswesens
auswirkt.
Quelle: Journal of
Aging and Health, 2001, vol.13: 315-328
Fundstelle:
hear-it.org
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Ursache
für Tinnitus im Gehirn?
Deutsche
Forscher haben starke Anzeichen dafür gefunden, dass Tinnitusgeräusche
ihren Ursprung im Gehirn haben, ähnlich der Phantomschmerzen, die Menschen
mit amputierten Gliedmaßen oder Personen mit chronischem Schmerz fühlen.
Forscher der Universität Tübingen fanden heraus, dass
die meisten Patienten bei der Stimulierung von bestimmten Teilen des Gehirns
mit Hochfrequenz-Magnetwellen eine vorübergehende Besserung erlebten.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet mindestens
unter leichtem Tinnitus. Einer aus Zehn leidet an chronischem Tinnitus, in
einigen Fällen sogar in einem schwächenden Ausmaß. Oftmals wird Tinnitus
durch einen lauten Knall oder durch langanhaltenden Lärm ausgelöst. Aber
er kann auch durch Ohrentzündungen, blockierten Gehörgang, die Einnahme
von Medikamenten oder Kopfverletzungen ausgelöst werden. Kürzlich wurden
Theorien dargelegt, dass Tinnitus bei einigen Menschen nicht im Ohr, sondern
tief im Gehirn, wo die Töne verarbeitet werden, produziert wird.
In
einigen Fällen ist die Ursache für die Geräusche der Blutfluss durch eine
beschädigte Arterie oder Blutgefäßkrankheit. In anderen Beispielen hat
das Geräusch seinen Ursprungsort in der Schnecke im Innenohr, wo die Geräuschwellen
zu elektrischen Impulsen verarbeitet werden. Die Behandlung variiert von
operativer Reparation von beschädigten Arterien oder Blutgefäßen zum
Einsetzen von speziellen Hörgeräten oder Hintergrundlärm, um die
erworbenen Tinnitusgeräusche zu verschleiern.
Bei der deutschen Studie untersuchten die Forscher die
Hirngegenden, wo die Verarbeitung von auditiven Reizen stattfindet. Dort
wurde ein gepulstes Magnetfeld bei 14 Patienten mit chronischem Tinnitus
benutzt, das die Signalverarbeitung des Hirns stimuliert. Acht der Patienten
erlebten eine kurze Besserung ihres Tinnitus. Einer erlebte eine vorübergehende
Verschlechterung seines Zustands, und bei fünf hatte es keine Wirkung.
Die Ergebnisse wurden online in "Annals of
Neurology" veröffentlicht.
Fundestelle:
hear-it.org
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Digitaler
Trend hält an
Bei
HörSystemen legen die Deutschen Wert auf Qualität und Leistung: Die
Nachfrage nach HörSystemen mit volldigitaler Signalverarbeitung stieg von
21 (1998) , auf 46 Prozent (2002) an, meldet die Vereinigung der Hörgeräte-Industrie.
"Dank der Digitaltechnik liefern moderne Hörgeräte besten Hörkomfort
in allen Situationen", erklärt Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören
den Trend.
Digitale
Hörgeräte sind mit einem Mikrochip ausgestattet, der bis zu 300 Mio.
Rechenoperationen pro Sekunde bewältigt - Tendenz steigend. Die Anpassung
erfolgt per Computer und spezieller Software. Der Vorteil. Die Geräte können
sehr präzise und flexibel auf die individuellen Bedürfnisse des Hörgeminderten
angepasst werden und erlauben ein weitgehend natürliches Hören von
Sprache, Musik und Umweltgeräuschen. Den Wünschen der Endverbraucher kann
somit optimal entsprochen werden. Ein
erstes Anzeichen von Hörproblemen ist das schlechte Verstehen in lauter
Umgebung. Moderne, volldigitale HörSysteme schaffen Abhilfe. Sie können
Nebengeräusche selbstständig erkennen und unterdrücken sowie Nutzschall
(z.B. Sprache) verstärken. Ob im Zweiergespräch, im Restaurant mit vielen
Hintergrundgeräuschen oder in der Oper - volldigitale Hörgeräte stellen
sich auf die akustischen Gegebenheiten der Umgebung ein, in der sich der Hörgeräte-Träger
befindet. Das Ergebnis: Kommunikation in allen Hörsituationen, auch im Störschall
und bei mehreren Gesprächspartnern ist wieder möglich. Weitere Vorteile
volldigitaler HörSysteme: minimiertes Rückkopplungspfeifen, moderne
Mikrofontechnologie und erhöhter Tragekomfort durch kleine leichte Bauteile
sowie eine einfache Bedienbarkeit. "Moderne, digitale Hörgeräte
erleichtern dem Träger die Orientierung erheblich und denken regelrecht
mit", weiß Gerhard Hillig - für eine erhebliche Verbesserung der
Lebensqualität und wieder mehr Hörgenuss.
FORUM
BESSER HÖREN
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Eltern
müssen am Ball bleiben
Die
Überprüfung des Gehörs beim Neugeborenen, das sogenannnte Screening, wird
bundesweit in immer mehr Kliniken angeboten. Obwohl das Screening weder
gesetzlich vorgeschrieben ist noch die Kosten nicht von der Krankenkasse
getragen werden, nehmen viele Eltern das Angebot wahr - im Glauben, Hörproblemen
bei ihrem Kind damit für immer vorgebeugt zu haben. "Ein fataler
Fehler", weiß Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören: “Jedes Hörscreening
ist nur so gut wie die Follow-Ups. Eltern, die das Gehör ihres Kindes nicht
regelmäßig untersuchen lassen, riskieren erhebliche Mängel in der
kindlichen Sprachentwicklung."
Zwei
von 1.000 Kindern in Deutschland kommen jedes Jahr bereits mit einer Hörstörung
auf die Welt. Dass Kinder erst Monate mach
der Geburt schwerhörig werden, sollte jedoch auch nicht unterschätzt
werden. Und wenn die Eltern dann auf eine regelmäßige Kontrolle des Gehörs
verzichten, bleiben die Hörprobleme lange Zeit unentdeckt - bis zum nächsten
Besuch beim HNO- oder Kinderarzt. Gerhard Hillig- "Hörprobleme bei
Kindern werden in der Regel erst im Alter von zwei Jahren festgestellt. Das
bedeutet jedoch, dass bereits wichtige Stationen in der kindlichen
Sprachentwicklung verpasst worden sind." Die Folgen: Das Kind kann sich
sprachlich nur sehr begrenzt ausdrücken und hinkt Gleichaltrigen in der
Sprachentwicklung erheblich hinterher.
Während
andere Kinder schon kurze Sätze sprechen, übt sich ein schwerhöriges Kind
mit unbehandelter Hörstörung z.B. noch in der Wortbildung. Es versucht,
diesen Mangel durch visuelle Gesten zu kompensieren. Anstatt Dinge zu
benennen, zeigt es auf sie und hofft, dadurch verstanden zu werden. Die
Kommunikation mit der Umwelt ist erheblich eingeschränkt. Das Kind könnte
sich zurückziehen und ein Einzelgänger werden.
Wenn
es um das Erkennen von Schwerhörigkeit bei Kindern geht, sind Kinderärzte,
Gynäkologen, HNO-Ärzte und Pädaudiologen genauso gefragt wie Hörgeräte-Akustiker,
Pädagogen, Sprachtherapeuten und Psycholgen. "Das interdisziplinäre
Zusammenspiel der verschiedenen Fachrichungen funktioniert jedoch nur, wenn
die Eltern sich die Bedeutung guten Hörens für die kindliche Entwicklung
stets vor Augen halten und aktiv werden", ergänzt Gerhard Hillig.
Einen
festen zeitlichen Rhythmus, in dem das Gehör des Kindes getestet werden
soll, gibt es nicht, da sich Hörprobleme auch von heute auf morgen
einstellen können. Daher empfiehlt es sich, dass Eltern das Gehör ihres
Kindes immer sofort und beim geringsten Verdacht untersuchen lassen. Regelmäßige
Nachfolgeuntersuchungen sollten am besten bei niedergelassenen Pädaudiologen,
auf Pädaudiologie spezialisierten.HNO-Ärzten oder in Kliniken erfolgen.
Entsprechende Adressen finden sich in den Gelben Seiten.
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Immer
mehr Hörgeschädigte
Niemand
weiß genau, wie viele Hörgeschädigte es weltweit gibt. Schätzungen von
Professor Adrian Davis vom britischen "MRC Institute of Hearing
Research" zufolge wird die Gesamtzahl der Menschen mit einem Hörverlust
von mindestens 25 dB weltweit im Jahre 2005 bei über 560 Millionen liegen.
In den Industrieländern wird die Zahl der Hörgeschädigten
bei rund 190 Millionen liegen. Davon wird es in Europa über 80 Millionen Hörgeschädigte
geben, in den USA und Kanada über 30 Millionen. In den Entwicklungsländern
ist die Anzahl mehr als doppelt so groß.
Adrian
Davis zufolge gab es 1995 weltweit rund 440 Millionen Hörgeschädigte,
davon allein in Europa mit einer Bevölkerungszahl von 700 Millionen über
70 Millionen Menschen. US-amerikanische Studien schätzen, dass die Anzahl
der Hörgeschädigten in Nordamerika mit einer Bevölkerung von 300
Millionen bei über 25 Millionen liegt.
Das Problem wird immer größer und Adrian Davis schätzt,
dass im Jahre 2015 mehr als 700 Millionen Menschen weltweit an Hörverlust
von mehr als 25 dB leiden werden. Auf diesen Seiten können Sie sich
ausgiebig über Verbreitung und Ursachen von Hörverlust in den
verschiedenen Regionen der Erde informieren.
Quelle:
hear-it.org
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Welcher
Arzt darf operieren?
Operationen dürfen
auch von Ärzten durchgeführt werden, die sich noch in der
Facharzt-Ausbildung befinden. Der notwendige medizinische Standard wird
mittels Überwachung durch einen anwesenden Facharzt sichergestellt. Darauf
verweist der Anwalt-Suchservice und berichtet von einem Fall, den das OLG München
zu entscheiden hatte.
Ein Mann ließ
sich in einer Hals-Nasen-Ohren-Klinik operieren. Den Eingriff nahm eine Ärztin
vor, die sich noch in der Ausbildung zur Fachärztin befand. Überwacht
wurde die Operation von einem Oberarzt und HNO-Facharzt, der während des
Eingriffs ständig anwesend war und bei Komplikationen weiter operierte.
Trotz dieser fachlichen Absicherung wurde bei der OP das Gehirn des
Patienten verletzt. Später ging der Fall zu Gericht.
Die Richter des
OLG München stellten sich auf die Seite der Klinik (Urteil v. 31.01.2002,
Az: 1 U 3145/01). Einem noch in der Ausbildung befindlichen hinreichend
qualifizierten Arzt dürfe unter Aufsicht auch eine schwierige OP übertragen
werden, da er ansonsten das Ausbildungsziel nicht erreichen könne. Der
Patient müsse darüber auch nicht aufgeklärt werden, betonte das Gericht.
Im
vorliegenden Fall sei der Facharztstandard während der durchgeführten
Operation stets gewährleistet gewesen. Die Durchführung des Eingriffs habe
der Ärztin übertragen werden dürfen. Sie habe das dritte medizinische
Staatsexamen mit der Note 1 abgelegt gehabt und sich bereits in der Mitte
ihrer Ausbildung zur Fachärztin befunden. Nach Beurteilung ihrer
Vorgesetzten sei sie auch ausreichend geschickt und verantwortungsbewusst für
die OP erschienen. An ihrer Kompetenz könne nicht gezweifelt werden, so das
Gericht.
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