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Anspannung
führt zu Tinnitus
Psychologen der
Universität Köln haben festgestellt, dass seelisch-körperliche Anspannung
Hauptursache der immer weiter verbreiteten Tinnitus-Erkrankungen ist. Nach
Angaben der Forscher leiden allein in Deutschland drei Millionen Menschen
unter den Ohrgeräuschen. Vor allem Einschlafstörungen, Ängstlichkeit und
Lebensunzufriedenheit fördern die chronische Entwicklung dieser Krankheit,
berichten die Experten.
Dr. Michael Langenbach und Dr. Miriam Olderog von der Klinik für
Psychosomatik und Psychotherapie stellten nach einer entsprechenden Studie
fest, dass die Erkrankung früher nur vereinzelt und in erster Linie bei
älteren Menschen aufgetreten ist, während heute Patienten aller
Altersgruppen betroffen sind.
„Die Mehrzahl der Patienten zeigt sich nach einer anfänglichen Phase der
Irritation weitgehend in der Lage, ein normales Leben fortzusetzen“, so
die Mediziner. Etwa jeder achte Patient entwickle jedoch einen enormen
Leidensdruck mit einer Vielzahl psychischer Auffälligkeiten wie Schlaf- und
Konzentrationsstörungen sowie ängstlich-depressiven Symptomen. „Für besonders
beeinträchtigte Patienten wurden unterschiedliche psychologische
Behandlungsmodelle erarbeitet, die überwiegend darauf ausgerichtet sind,
die Tinnitus-Toleranz durch Vermittlung von Bewältigungsstrategien zu
verbessern“, führt Langenbach aus.
Die beiden Wissenschaftler kommen jedoch zu dem Schluss, dass die
Wirksamkeit dieses Behandlungsansatzes unzureichend ist. „Nur vereinzelt
kann der Leidensdruck der Patienten durch diese Interventionen substanziell
vermindert werden“, meint Langenbach. Die Ergebnisse der Studie stützten
die Annahme, dass sich die Ohrgeräusche bei den betroffenen Patienten auf
Grund einer erhöhten seelisch-körperlichen Anspannung ausbilden. Diese
würden sich im weiteren Verlauf mehr und mehr zum „Kondensationskern“
der bereits bestehenden Belastungen entwickeln, folgert der Experte. Die
Psychologen fordern daher, dass sich die Behandlungsansätze nicht länger
auf Strategien zur Erhöhung der Tinnitus-Toleranz beschränken dürfen,
sondern den individuellen Belastungsfaktoren des Patienten angepasst werden
müssen. „Dabei ist den Belastungen, die bereits zum Zeitpunkt des
Auftretens der Ohrgeräusche vorlagen, eine besondere Aufmerksamkeit
beizumessen“, meint Langenbach.
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Wer
die Wahl hat ...
Wer Hörprobleme
hat und sich für die Anpassung moderner Hörsysteme entscheidet, stellt
schnell fest: Das Angebot an modernen Hörsystemen ist groß und mit dem früherer
Jahre nicht zu vergleichen. „Die Hörgeräte-Hersteller arbeiten permanent
an neuen, innovativen Hörsystemen, um dem Schwerhörigen die optimale Lösung
zu bieten“, weiß Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören. Mit Erfolg: Pro
Jahr bringt jeder Hersteller im Schnitt 35 neue Produkte auf den Markt. Das
bedeutet für den deutschen Hörgeräte-Markt insgesamt über 450 Modelle jährlich.
Enge
Produktionszyklen und ein hoher Wettbewerbsdruck verlangen von der Hörgeräte-Industrie
ständig technologische Innovationen. Jeder Hersteller hat daher gleich
mehrere Produktfamilien im Programm, die wiederum Hörgeräte verschiedener
Leistungsklassen umfassen.
Bewährte
und erfolgreiche Hörsysteme sind in der Regel fünf bis sechs Jahre erhältlich,
so dass zurzeit insgesamt rund 2.000 verschiedene Geräte zu haben sind.
Gerhard Hillig: „Ob man sich für zuzahlungsfreie Geräte, Mittelklasse-
oder High-End-Systeme entscheidet, Hinter-dem Ohr- oder Im-Ohr-Geräte
bevorzugt – für jeden Schwerhörigen gibt es die passende Lösung.“ Und
das, obwohl jeder Hörverlust so individuell ist wie ein Fingerabdruck:
Moderne Digitaltechnik und der Einsatz von Mikrochips ermöglichen eine
genaue Feinanpassung der Geräte an die Bedürfnisse ihres Nutzers.
Damit
das große Angebot für den Schwerhörigen nicht zur Qual der Wahl wird,
trifft der Hörgeräte-Akustiker gemäß den Bedürfnissen und Hörgewohnheiten
des Hörgeminderten eine Vorauswahl. Die Anpassung und Einstellung der Geräte
erfolgt dann in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Hörgeräteträger, der
die Geräte auch kostenlos zu Hause Probe tragen kann.
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Ohr
ist Trainer für Gehirn
Werkzeug,
das lange nicht benutzt wurde, muss erst mal vom Rost befreit werden. Ähnlich
ist es auch mit Hammer, Amboss und Trompete im Mittelohr. Wissenschaftler
haben festgestellt, dass erworbenes Wissen verloren geht und die Denkfähigkeit
abnimmt, wenn eine Schädigung des Gehörs unbehandelt oder sogar unerkannt
bleibt. Vereinfacht bedeutet dies: Probleme beim Hören gehen auf Kosten des
Verstandes.
Diese Erfahrung machte auch Brigitte Mehdorn bei ihrer 72-jährigen Mutter.
Diese litt sein längerem an Hörproblemen, lehnte aber eine Hörhilfe ab.
Nach dem ihre Vergesslichkeit immer mehr zunahm, wurde sie auf Alzheimer
untersucht. Letztendlich gab der HNO-Arzt den entscheidenden Tipp, dass sie
ihr Hörgerät regelmäßig tragen sollte. Schon nach wenigen Wochen war das
Problem gelöst, so die Tochter der 72-Jährigen.
Gerhard
Hillig vom Forum Besser Hören kann dieses Phänomen gut erklären: „Wir
haben neueste Untersuchungen angestellt und wir haben festgestellt, dass
Schwerhörigkeiten, die unversorgt bleiben, auf Dauer zu einer Minderung des
Intelligenzpotenzials führen.“
So berichtet Hillig über eine Untersuchung von 136 Alzheimer-Patienten. Von
denen hörten 100 der Erkrankten normal, 36 hatten Hörproblem. Bei
letzteren stellte man fest, dass die Alzheimersche Krankheit schneller
vorangeschritten war, als bei den anderen.
Die Untersuchung zeigt, so der Experte: Wer schlechter hört, erhält
weniger Informationen. Demzufolge erhält auch des Gehirn weniger
Informationen, die es verarbeiten kann. Und ein Kopf, der weniger arbeitet,
ist nicht im Training.
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Jäger
setzen Gehör aufs Spiel
Wenn
Sie zum Schießstand gehen, werden Sie bemerken, dass die meisten Leute
Ohrenschutz tragen. Das ist vernünftig. Einen Jäger auf der Pirsch mit
Ohrenschutz gegen den Lärm der Gewehrschüsse anzutreffen, ist dagegen oft
genau so schwierig, wie einen Bär im Winter aufzustöbern.
Wenn Sie Jäger sind und noch einen Rest ihres Gehörs
übrig haben, sollten Sie sich vielleicht die Geschichte von R. David Wilson
aus Columbus, Ohio, anhören. Er hat sein Leben lang Tontauben geschossen
und zahlt nun den Preis dafür, dass er als junger Mann keinen Ohrenschutz
getragen hat.
"Ich habe ungefähr die ersten 10 Jahre beim
Tontaubenschießen keinen Gehörschutz getragen. Der Hörverlust stellte
sich nach und nach ein. Nachdem ich ihn bemerkt hatte, schoss ich noch
weitere 10 Jahre, bevor ich ein Hörgerät bekam," erzählte er vor
kurzem der Zeitung "The Columbus Dispatch".
Laut einer Studie, deren Auszüge in der Zeitschrift
"Women in the Outdoors" veröffentlicht wurde, die von der
"National Wild Turkey Federation" herausgegeben wird, leiden ganze
fünfzig Prozent der Freizeitschützen unter Hörverlust. Die Erklärung
hierfür ist einfach: Der Lärm eines einzigen Gewehrschusses übertrifft
bei weitem den Lärmpegel, der dauerhafte Gehörschäden auslösen kann.
Doch meistens wird der Hörverlust durch wiederholte, intensive Lärmbelastung
verursacht.
Rechtshändige
Schützen, die das Gewehr an das rechte Kinn halten neigen dazu, Hörverlust
auf dem linken Ohr zu entwickeln, während Linkshänder auf dem rechten Ohr
Hörverlust erleiden.
R. David Wilson, ehemaliger Präsident des
Tontaubenverbandes in Ohio kennt zwei Lösungen für das Problem: Entweder
man zahlt heute und schafft sich einen guten Gehörschutz an oder man zahlt
später den wesentlich höheren Preis für ein Hörgerät.
Ohrenschutz für Zielschützen reicht von günstigen
Ohrenstöpseln bis zu angepasstem Gehörschutz und -bügeln. Für Jäger,
die zwischen den Schüssen ein sehr gutes Gehör brauchen, gibt es neue Geräte,
die normale Geräusche verstärken und gleichzeitig schädlichen Lärm
abblocken. Wenn ein Schuss abgegeben wird, blockiert das Gerät den Ton
sofort.
Auch wenn der Preis für den besten Ohrenschutz für Jäger
bei bis zu 900 US-Dollar liegt, ist das auf lange Sicht im Vergleich zu den
besten High-Tech-Hörgeräten und den damit verbundenen Hörbeschwerden ein
geringer Kostenaufwand.
Quelle:
The Columbus Dispatch, 9. November, 2003
Fundstelle:
hear-it.org
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Kasse
muss zahlen
(dpa/lby) - Eine Krankenkasse muss im Einzelfall auch Batterien für
ein Hörgerät bezahlen. Das hat das Landgericht München I in einem Urteil
klargestellt. Wenn eine Versicherung derartige Leistungen aus ihrem
Leistungskatalog herausnehmen wolle, müsse sie dies klar in ihren
Bedingungen zum Ausdruck bringen (Az.: 20 S 19205/03).
Im vorliegenden
Fall hatte der Vater einer im Jahr 2000 geborenen Tochter Klage erhoben. Das
Mädchen ist von Geburt an taub, kann mit einem so genannten
Cochlear-Implantat seit dem Jahr 2002 aber hören.
Die Kosten des Implantats wurden von der privaten Krankenversicherung
der Familie erstattet, nicht aber die monatlichen Kosten von rund 40 Euro für
die nötigen Batterien.
Die
Krankenversicherung hatte sich auf ihre Versicherungsbedingungen berufen und
erklärt, danach würden nur Kosten für einzeln aufgezählte Hilfsmittel -
darunter auch Hörgeräte - und deren Reparatur erstattet. Die 20.
Zivilkammer stellte in ihrem Urteil nun fest, bei den Batteriekosten handele
es sich um erstattungsfähige Reparaturkosten für das Implantat, das die
Versicherung selbst als Hörgerät und damit als erstattungsfähiges
Hilfsmittel eingestuft habe. Da durch das Einsetzen der Batterien die
Funktion des Implantats wieder hergestellt werde, seien die Kosten für den
Batteriewechsel als Reparaturkosten anzusehen.
Landgericht
München I (Az.: 20 S 19205/03)
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Die
Ärzte kommen
Am 1. Mai vergrößerte
sich die Europäische Union von 15 auf 25 Mitgliedsstaaten. Nun befürchten
die Beitrittsländer eine Abwanderung ihrer Ärzte in den „Westen“. Die
Sprecherin der polnischen Ärztekammer sieht das starke Lohngefälle
zwischen den „alten“ und „neuen“ Ländern als Grund dafür. Schon
jetzt mache sich die Abwanderung in Polen bemerkbar, so die Sprecherin gegenüber
der Nachrichtenagentur AFP. Viele Ärzte und Pflegekräfte verlassen das
Land Richtung Deutschland, Großbritannien oder Schweden. Auch der
Gesundheitsminister von Lettland, Rinalds Mucins befürchtet, dass das
medizinische Personal, das über Fremdsprachenkenntnisse verfügt, sein Land
verlassen wird.
Nach Angabe von
AFP verdient ein Arzt in osteuropäischen Ländern nicht annährend so viel
Geld wie sein Kollege in der „alten EU“. So bekommt ein Mediziner in
Polen im Durchschnitt 420 EUR, in Lettland rund 310 EUR. Der tschechische
Mediziner hat im Vergleich zu den anderen Beitrittsländern das meistens
Geld in Portemonnaie, circa 1.000 EUR. Dagegen hat der Kollege in Großbritannien
das Siebenfache in der Geldbörse.
Quelle: ärzteblatt.de
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