Archiv April/Mai/Juni 2007                                                                   

Krach als Todesursache

(fgh) Für Wale ist der Krach in den Weltmeeren lebensgefährlich. Die Tiere nutzen ihr hochentwickeltes Gehör, um Beute zu finden, sich zu orientieren und sich mit anderen Walen zu verständigen. Doch das wird immer schwieriger: Die zunehmende Schallbelastung in den Meeren durch Schiffsverkehr, Unterwasserbohrungen oder Schallexperimente des Militärs stört das Leben der großen Meeressäuger und zerstört es mitunter sogar.

Wasser überträgt Schallwellen anders als Luft. So können Wale über hunderte Kilometer hinweg miteinander kommunizieren. Doch das Meer trägt nicht nur die Walgesänge, sondern auch den Lärm, den Menschen produzieren, viele Seemeilen weit. Dadurch werden die Meeresbewohner von einer ständigen Geräuschkulisse bedroht, die sie unter Stress setzt. Zum Beispiel die zahllosen Bohrinseln in der Nordsee verwirren vorbeiziehende Wale. Tiere, die sich sonst problemlos zurechtfinden können, verlieren in diesem Lärm die Orientierung. Sie stranden im flachen Nordseewasser und sterben. Der Lärm löst zudem Gehörschädigungen bei Walen und Delfinen aus. Durch schlechteres Hören und zusätzlichen Krach werden nicht nur potentielle Beutetiere, sondern auch Räuber, die den Tieren gefährlich werden können, zu spät wahrgenommen. Auf der Flucht vor dem Lärm verändert sich das Tauchverhalten der Tiere, so dass offenbar die tödlichen Symptome der Taucherkrankheit ausgelöst werden, beklagt die Whale and Dolphin Conservation Society, die sich ebenfalls für den Tag gegen Lärm engagiert.
Quelle: http://de.wdcs.org/laerm/index.htm

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Tag gegen Lärm - kostenlose Beratung

(fgh) Lärm ist für etwa 75 Prozent der Menschen in Deutschland ein Thema. Denn so viele fühlen sich durch laute Geräusche gestört – am Arbeitsplatz, zu Hause oder unterwegs. Besonders durch Straßenverkehr, aber auch durch Nachbarn, Flug- und Schienenverkehr, sowie durch Industrielärm fühlt man sich belästigt. Die Ohren leiden, der ganze Organismus steht unter Stress, Fragen tauchen auf.

Wie kann ich eine Hörschädigung durch hohe Schallpegel verhindern? Was kann ich tun, um eine bereits bestehende Schädigung behandeln zu lassen? Welcher Gehörschutz ist für mich und meine Bedürfnisse genau der richtige? 

Welche Möglichkeiten gibt es, mit Hörsystemen wieder besser zu hören? Solche und viele weitere Fragen beantworten FGH-Hörgeräte-Akustiker und HNO-Ärzte am kostenlosen Beratungs-telefon der Fördergemeinschaft Gutes Hören. Unter der Telefonnummer 0800 – 0112 112 stehen Hörgeräte-Akustiker für die individuelle Beratung bereit, medizinische Fragen rund um die Lärm-Schädigung beantworten HNO-Ärzte unter 0800 – 0112 113.
Das Beratungstelefon ist jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr besetzt. Am 25. April bildet „Lärm“ das Schwerpunktthema, die Anrufe sind gebührenfrei.

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Schwerhöriges Kabinettsmitglied

Starke Schwerhörigkeit hindert Schwedens Kultusministerin Lena Adelsohn Liljeroth nicht daran, Karriere zu machen.

Das 51-jährige Kabinettsmitglied hatte schon immer Probleme mit dem Hören. Die Kultusministerin überlegte lange, ob sie die anspruchsvolle Position in der schwedischen Regierung annehmen sollte.

”Ich bin so schwerhörig, dass ich nicht sagen kann, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Ich habe noch nie Vogelzwitschern gehört. Außerdem bereiten fremde Sprachen mir Schwierigkeiten und das war einer Gründe weshalb ich zögerte, „Ja“ zu diesem Job zu sagen”, so Adelshon Liljeroth gegenüber der schwedischen Zeitung Aftenposten.

Das schwedische Kabinettsmitglied ist ein lebendes Beispiel für eine hörgeschädigte Person, die es bis ganz nach oben geschafft hat. Lena Adelshon Liljeroth wurde von dem schwedischen Magazin Veckans Affärer zu einer der mächtigsten Frauen Schwedens gekürt.

Quellen: Aftenposten, 24.10.2006 und www.hlf.no, 30.10.2006, Fundstelle: hear-it.org

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Mehr Lärm am Arbeitsplatz

Auf Dänemarks Arbeitsplätzen wird es immer schwerer, sein eigenes Wort zu verstehen. Berufstätige arbeiten oft bei so viel Lärm, dass sie sich nur durch lautes Sprechen mit ihren Kollegen verständigen können.
Lehrer, Mitarbeiter auf Schlachthöfen und Klempner gehören zu den lautesten Berufen der Welt.

Mehr als ein Drittel dänischer Arbeitnehmer muss ca. 25 % seiner Arbeitszeit so viel Lärm ertragen, dass eine Verständigung untereinander nur durch sehr lautes Sprechen möglich ist. Das sind 12 Prozent mehr als im Vergleich zu einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2000. Männer müssen häufiger bei schädigendem Lärm arbeiten als Frauen. 11 Prozent der Männer sind so hoher Lautstärke ausgesetzt, dass sie Hörschäden riskieren. 7 Prozent der Frauen sagen, dass sie rufen müssen, um sich bei einem Abstand von einem Meter unterhalten zu können.

Die Studie über Lärm am Arbeitsplatz in Dänemark basiert auf Informationen von 9.000 Teilnehmern.
Quelle: Arbejdsmiljøinstituttet, www.ami.dk, 11. Dezember 2006, Fundstelle: hear-it.org
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Bitte nicht schreien!

(fgh) Wenn wir etwas erzählen, möchten wir, dass unser Gesprächspartner aufmerksam zuhört. Er soll „ganz Ohr“ sein, denn sonst wird er unsere Worte kaum richtig verstehen. Aber tatsächlich ist Kommunikation manchmal gar nicht so einfach – und das kann unterschiedliche Gründe haben.

Wir kennen das alle: Sobald mehrere Menschen zusammentreffen, wird plötzlich nicht nur mit-, sondern auch durcheinander gesprochen. In Kombination mit Hintergrundgeräuschen wie Straßenverkehr, Musik, einem laufenden Fernseher, Baustellenkrach oder dem Lärm einer Kneipe wird Kommunikation sehr schwierig. Doch für etwa 15 Millionen Deutsche kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Sie leiden unter einer Hörminderung und schlechte Außenbedingungen machen es noch komplizierter, etwas zu verstehen.

Tipps für Gespräche bei Hörminderung
Wenn Ihr Gegenüber Hörprobleme hat, sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

- Bitte nicht schreien! Das hilft nicht – es schadet eher. Denn viele Menschen, die leises Sprechen nicht verstehen, sind zugleich bei großen Lautstärken besonders empfindlich. Dieses scheinbar widersprüchliche Hörempfinden wird durch eine Schädigung der Haarzellen im Innenohr ausgelöst. Deshalb: deutlich, aber in normaler Lautstärke sprechen.
- Nicht von hinten ansprechen. Man erschreckt den anderen nur unnötig. Verstanden wird man so ohnehin kaum.
- Auch bei mehrmaligem Wiederholen geduldig bleiben.
- Den Gesprächspartner nicht überfordern. Langes, konzentriertes Zuhören ermüdet.

Verstehen erleichtern
Ob mit oder ohne Hörminderung: Wenn man folgende Tipps beherzigt, fällt Zuhören und Verstehen leichter:

- Die Umgebung sollte möglichst ruhig sein.
- Deutlich und nicht zu schnell sprechen, kurze Sätze verwenden.
- Es hilft, wenn man den Gesprächspartner beim Sprechen gut sehen kann, um unterstützend auch von den Lippen ablesen zu können.
- Beim Sprechen den Mund nicht mit der Hand verdecken. Auch Kaugummi oder Zigarette im Mund erschweren das Zuhören und Verstehen.

Ihr eigenes Gehör lässt nach?
Hören Sie selbst nicht mehr gut, sollten Sie Ihre Gesprächspartner darauf hinweisen. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Das mag lästig erscheinen, ist aber besser, als den Eindruck zu erwecken, man hätte alles verstanden.

Werden Gespräche als anstrengend empfunden oder kommt es immer wieder zu Missverständnissen, liegt es vielleicht an "nuschelnden" Zeitgenossen - es kann aber auch am eigenen nachlassenden Gehör liegen. Ein kostenloser Hörtest sorgt hier für Klarheit. Bei einer Hörminderung können meist Hörsysteme helfen, die der Hörgeräte-Akustiker exakt an das individuelle Hörproblem anpasst. Mit Spracherkennungsprogrammen, die die Sprache hervorheben und Nebengeräusche absenken, verhelfen diese Mini-Computer zu besserem Hören und Verstehen; Richtmikrofone in Hörsystemen machen es einfacher, sich auf einzelne Stimmen zu konzentrieren und tragen dazu bei, dass Kommunikation ohne Missverständnisse wieder möglich ist

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Wussten Sie schon, ...?

(fgh) ... dass jeder dritte Feuerwehrmann schlecht hört? Eine Untersuchung bei 3.300 Feuerwehrmännern in Madrid zeigte, dass Schwerhörigkeit bei den berufsbedingten Leiden den zweiten Platz einnimmt. Als Ursache werden laute Sirenen, Maschinen und Geräte angenommen. Auf Platz eins rangieren Verätzungen durch den Kontakt mit Chemikalien.

... dass es im Zentrum von Bangkok gehörschädigend laut zugeht? Wer sich ständig an den belebten Straßen der thailändischen Hauptstadt aufhält, riskiert sein Gehör. Hörtests bei 4.000 Menschen ergaben, dass Innenstadt-Fahrer und Straßenverkäufer besonders belastet sind. Sie hören deutlich schlechter als ihre Kollegen, die in weniger lauten Gegenden arbeiten. Auch Verkehrspolizisten und Anwohner hören schlechter als der Durchschnitt.

... dass die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen nach der Zustimmung des Bundesrates Ende Februar jetzt geltendes Recht ist? Danach müssen Arbeitgeber ab einem Dauerschallpegel von 80 Dezibel Gehörschutz zur Verfügung stellen. Ab 85 Dezibel sind die Arbeitnehmer sogar verpflichtet, ihn zu nutzen. Die bisher möglichen Ausnahmeregeln für Einzelfälle gibt es nicht mehr. In Deutschland werden die Ohren am Arbeitsplatz besser geschützt, als von der EU vorgeschrieben. Diese hatte den Grenzwert am Arbeitsplatz auf 87 Dezibel festgelegt.

... dass es trotz klarer Regeln immer wieder zu Lärm-Unfällen kommt? Auch in Norwegen liegt die Obergrenze der Schallbelastung am Arbeitsplatz bei 85 Dezibel. Nichtsdestotrotz sind Hörschäden die mit Abstand häufigsten Schädigungen am Arbeitsplatz, drei mal häufiger als Belastungen der Haut oder der Atemwege. Offenbar waren laute Arbeitsorte nicht ausreichend gekennzeichnet, so dass der angebotene Gehörschutz ungenutzt blieb.

... dass auch an deutschen Arbeitsplätzen noch immer Ohren geschädigt werden? Lärmschwerhörigkeit führt seit Jahren die Statistik der anerkannten Berufskrankheiten an. Im Jahr 2004 gab es allein bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften 42.000 lärmbedingte Rentenfälle, für die 162 Millionen Euro aufgebracht werden müssen. Zudem wurden innerhalb des gleichen Jahres rund 6.000 neue Fälle von berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit gemeldet, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

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