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Ist
Tinnitus heilbar?
Klingeln, Rauschen, Piepen, Hämmern - es gibt
viele Beschreibungen für Tinnitus. Das lästige Geräusch im Ohr wird
indivuell auch sehr unterschiedlich empfunden. Manche Menschen gewöhnen
sich einfach an den ständigen Begleitton, andere wiederum treibt ihr
Tinnitus zur Verzweiflung.
Das Gefühl der Hilflosigkeit lässt die Betroffenen
leicht zu jedem Strohhalm greifen. Auch wenn wir die Zusammenhänge der
Entstehung von Tinnitus immer besser verstehen lernen, bleiben viele
Einzelaspekte noch ungeklärt. Diese Unsicherheit machen sich Anbieter
wissenschaftlich nicht belegter Behandlungsangebote zu Nutzen. Ob im
Internet, in der Tagespresse oder im Fernsehen: Die Liste der als
wirkungsvoll angepriesenen Tinnitus-Kuren ist lang.
"Es gibt nichts, was es nicht gibt", so Thomas
Lübbert von der Tinnitus-Selbsthilfegruppe "Freizeichen".
"Der Wald an Heilsversprechen ist riesengroß!"
Da
gerade bei Tinnitus die Psyche eine nicht unwesentliche Rolle spielt, können
manche Tinnitus-Geplagten tatsächlich Nutzen aus dem einen oder anderen
Angebot ziehen, insbesondere wenn ein Teil davon aus Entspannung und Gesprächen
besteht.
"Solche Behandlungen sind Therapieansätze. Wenn
sie jemandem helfen, dann ist es ja gut. Wissenschaftlich fundiert ist davon
aber nichts," so die Auskunft des Tinnitus-Care-Centrums in Tübingen.
Was also tun? In Deutschland empfiehlt die Schulmedizin
bei akutem Tinnitus, eine medikamentöse Behandlung samt Infusionen unter ärztlicher
Aufsicht einzuleiten. Danach ist es sinnvoll, eine Desensitivierungstherapie
durchzuführen. In dieser Kombination bestehen realistische Chancen, seinen
Tinnitus einzudämmen oder zu überwinden.
Quelle: www.netdoktor.de
Fundstelle:
hear-it.org
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Mumps
macht schwerhörig
(dgk) Jeder
denkt bei Mumps sofort an "dicke Backen". Das klassische
Krankheitssymptom ist die Entzündung der Ohrspeicheldrüse, durch deren
Schwellung die typischen Hamsterbacken entstehen. In 10 bis 15 Prozent der Fälle
entzünden sich die Hirnhäute, es kommt zur Meningitis. Eine
Mumps-Meningitis bedeutet zudem Gefahr für das Gehör. Mumps ist auch
heutzutage noch eine der häufigsten Ursachen für bleibende Schwerhörigkeit
bei Kindern; in seltenen Fällen bleibt das Ohr sogar taub. Um das zu
verhindern, werden für alle Kinder unter zwei Jahren zwei Mumps-Impfungen
empfohlen, in Kombination mit der Masern- und der Röteln-Impfung.
Auch die Bauchspeicheldrüse und die Geschlechtsdrüsen können vom
Mumps-Virus befallen werden. So kommt es bei jedem vierten jugendlichen und
erwachsenen Mann zu einer Schwellung und Entzündung der Hoden, bei jungen Mädchen
und Frauen können die Eierstöcke betroffen sein. Grund genug dafür
zu sorgen, dass alle Jugendlichen tatsächlich sicher vor Mumps geschützt
sind. Das Robert Koch-Institut berichtet aber, dass nur jeder fünfte
Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren einen ausreichenden Impfschutz
gegen Mumps hat. Wer also als Jugendlicher noch nicht über die beiden
Masern-, Mumps- und Röteln-Impfungen (MMR) verfügt, sollte dies dringend
nachholen. Geimpft sein sollten auch alle Beschäftigten in der
Kinderheilkunde, Kinderheimen und Gemeinschaftseinrichtungen für das
Vorschulalter, die noch nicht gegen Mumps immun sind. Nach Kontakt zu einem
Mumpskranken kann noch innerhalb von drei Tagen geimpft werden. Geimpft
werden sollte am besten mit mit einem Masern-Mumps-Röteln-
Kombinationsimpfstoff, so die Ständige Impfkommission - unabhängig davon,
ob eine der Infektionen bereits durchgemacht worden ist.
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Haarzellen
von Mäusen
Wissenschaftler
der Harvard Medical School haben Hoffnung geschürt, den Traum von einer möglichen
neuen Behandlungsform für Hörverlust in der fernen Zukunft wahr werden zu
lassen.
Dem Team von Forschern ist es gelungen, innere
Haarzellen von Stammzellen embryonischer Mäuse zu züchten und sie
erfolgreich in die sich entwickelnden Ohren von Hühner-Embryonen
einzupflanzen.
Für das menschliche Gehör sind die winzigen Haare im
Innenohr von zentraler Bedeutung. Sind sie einmal beschädigt oder zerstört,
können sie sich nicht mehr erholen und dies führt zu dauerhaftem Hörverlust.
Geschädigte oder zerstörte Haarzellen sind in 80 Prozent der Fälle
der Grund für Hörverlust beim Menschen. Jeder Versuch,
die Haarzellen im menschlichen Innenohr zu regenerieren oder zu ersetzen
wird als einer der möglichen Wege für zukünftige Behandlungsformen, oder
sogar Heilmittel für Hörverlust angesehen.
Am Harvards Massachusetts Augen und Ohren Krankenhaus
"Harvard's Massachusetts Eye and Ear Infirmary" wurden die
Haarzellen, auch Mechanorezeptor-Zellen
genannt, in Petrischalen mit Stammzellen von Embryo-Mäusen gezüchtet. Die
Zellen besaßen sämtliche Merkmale der Haarzellen und ähnelten unter
optimalen Bedingungen im Aussehen sogar ansatzweise winzigen Haarzellen. Sie
wurden dann in das Innenohr von Hühner-Embryonen transplantiert, weil diese
Embryonen über kein Immunsystem verfügen, das die Zellen abstoßen könnte.
Im Innenohr der jungen Hühner zeigten die Mäuse-Stammzellen später alle
Kennzeichen von Haarzellen im Innenohr.
Diese Ergebnisse wurden in der Zeitschrift "Proceedings
of the National Academy of Sciences" veröffentlicht und von Experten,
die sich mit diesem Thema beschäftigen, wie z.B. der Vorsitzende des
US-amerikanischen Instituts für Stammzellenforschung "The National
Institutes of Health Stem Cell Task Force", James Battey, positiv zur
Kenntnis genommen. Trotzdem stellte Battey einige der Ergebnisse in Frage
und machte darauf aufmerksam, dass sich dieser Forschungszweig noch ganz in
den Anfängen befindet.
Quellen:
Proceedings of the National Academy of Sciences, 11. November 2003,
und Milwaukee Sentinel, 28. Oktober 2003
- Fundstelle:
hear-it.org
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Geschäfte
lassen Hörgeschädigte im Stich
Viele
britische Geschäfte, die es versäumen, auf die Bedürfnisse ihrer hörgeschädigten
Kunden Rücksicht zu nehmen, riskieren nun, in Konflikt mit dem kommenden
Teil des Diskriminierungsgesetzes für Behinderte, dem "Disability
Discrimination Act", zu geraten, das im Oktober 2004 in Kraft tritt.
Das
neue Gesetz verlangt von Geschäften u.a. sicherzustellen, dass hörgeschädigte
Kunden beim Erwerb von Produkten oder Serviceleistungen in Läden, Banken
oder Büros nicht unnötigen Hindernissen ausgesetzt sind.
Eine Studie des britischen Hörgeschädigten- und Gehörlosenverbands
"RNID" unter 396 Geschäften ergab, dass nur 14 Prozent der Geschäfte
von den neuen Bestimmungen des Gesetzes Kenntnis hatten. Ganze 69 Prozent
der Geschäfte planen keine Änderungen oder Verbesserungen für hörgeschädigte
Kunden. Ab Oktober 2004 können Unternehmen leichter verklagt und Beschwerde
gegen sie eingereicht werden, falls sie den Bestimmungen des
Behindertengesetzes nicht gerecht werden.
Nur
zwei Prozent der Geschäfte planen, besondere Ausstattung wie
Induktionsschleifenanlagen anzuschaffen und ihr Personal darin zu schulen,
wie man hörgeschädigte Kunden angemessen bedient.
"Gehörlose und hörgeschädigte Kunden erwarten
von kleinen Geschäften keine kostenintensiven Veränderungen, aber laut
Behindertengesetz haben sie das Recht, "vernünftige Anpassungen"
einzufordern," sagt Dr.John Low, Leiter des RNID, zu der
RNID-Publikation "OneInSeven".
Als Konsequenz der fehlenden Aufmerksamkeit der Geschäfte
auf die neuen Gesetzesforderungen und deren mangelnde Einsicht in die Bedürfnisse
von hörgeschädigten Kunden, hat der RNID eine Kampagne zur Erhöhung der
Aufmerksamkeit auf die Probleme bezüglich Hörverlust ins Leben gerufen.
Quelle:
"The Countdown Begins", OneInSeven, Ausgabe 38 2004, RNID
Fundstelle:
hear-it.org
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Radio
108,8
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat zusammen mit
der "Schule des Hörens e.V." das PC-Spiel "Radio 108,8"
für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren entwickelt. Themenschwerpunkt bei
diesem Spiel ist die gesundheitliche Gefährdung durch Lärm. Eingebettet in
das Tagesgeschäft eines Radiosenders lernen Kinder zum Beispiel den Aufbau
und die faszinierende Funktionsweise des Ohres und damit auch dessen
Schutzbedürftigkeit kennen.
Lärm
ist für den Großteil der Menschen das wichtigste Umweltproblem. Lärm
macht krank. Er trägt zu irreversiblen Schädigungen des Gehörs bei,
verursacht Stress und kann zu Herz-Kreislaufpro- blemen, zu Konzentrationsstörungen
und Nervosität führen.
Rund
ein Viertel aller Jugendlichen in Deutschland leidet an nicht heilbaren Hörschäden
und Tinnitus-Symptomen. Sie hören bereits so schlecht wie um Jahrzehnte ältere
Menschen. Da sie aufgrund ihres Alters keinen wesentlichen Kontakt mit
berufsbedingten Lärmeinwirkungen haben, ist ein großer Teil dieser Gehörerkrankungen
auf Freizeitlärm wie Knallgeräusche durch Knallkörper oder
Spielzeugpistolen und vor allem auf laute Musik zurückzuführen.
Jugendliche hören gerade in der Pubertät vermehrt zu laute Musik. Darum
ist es wichtig, Kinder schon frühzeitig auf die Bedeutung des Gehörs für
sie selbst und auf dessen Schutzbedürftigkeit hinzuweisen.
Die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat deshalb gemeinsam mit
der „Schule des Hörens“ ein Konzept entwickelt, das die Präventionsbotschaften
spielerisch und ohne Verbote interaktiv umsetzt. Die „Initiative Hören
e.V.“, deren Botschafterin die Ministerin für Gesundheit und Soziale
Sicherung, Ulla Schmidt ist, unterstützt diese Aktion.
„Mit
dem neuen PC-Spiel Radio 108,8 haben wir ein Strategiespiel entwickelt, das
viele Informationen rund um das Hören enthält. Wir wollen damit ganz
gezielt Kinder zwischen 10 und 12 Jahren ansprechen, um sie noch vor Beginn
der ‚heißen Discophase’ zu erreichen“, erklärt die Direktorin der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Dr. Elisabeth Pott. „Die
Kinder können bei dem Spiel selbst Klänge erzeugen, Musik machen, Geräusche
raten und sich auch fachlich informieren. Im Mittelpunkt steht die
Erfahrung, dass sie durch ihr eigenes Verhalten ihr Gehör vor Lärm schützen
können und sie gleichzeitig lernen, Lärm zu vermeiden.
Eigenverantwortliches und gesundheitsförderndes Verhalten muss gerade beim
Thema Lärm schon in jungen Jahren einsetzen“, so Dr. Pott weiter.
Das
PC-Spiel „Radio 108,8“ ist kostenlos. Es kann unter folgender Adresse
bestellt werden: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln,
Fax: 0221-8992257
E-mail:
order@bzga.de
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Tag
gegen Lärm
Lärm ist ein
gravierendes Umweltproblem. Andauernde aber auch kurzzeitige Lärmexposition
kann eine Vielzahl an negativen Effekten auf den Menschen haben, die von dem
Gefühl, belästigt zu werden bis zu einer akuten oder chronischen Schädigung
der Gesundheit reichen.
Wussten Sie
schon, dass ...
-
nahezu alle
Deutschen (80%) in irgendeiner Weise von Lärm betroffen sind?
-
über die Hälfte
der Bevölkerung durch mehrere Lärmquellen zugleich belästigt wird?
-
über ein
Drittel der Menschen in Deutschland sich durch Straßenlärm wesentlich
belästigt fühlt?
-
rund ein
Viertel der Bundesbürger/innen vom Schienenverkehrslärm beeinträchtigt
wird?
-
fast 15%
sich durch Fluglärm wesentlich gestört fühlen?
-
immerhin
6,5% der Deutschen durch den Lärm ihrer Nachbarn hochgradig belästigt
werden?
Die häufigsten
beeinträchtigenden Wirkungen sind
-
Behinderung
der Kommunikation
-
Schlafstörungen
-
Konzentrationsminderung
-
Belastung
des Herz-Kreislauf-Systems
-
Schwerhörigkeit
(ca.14 Millionen Bundesbürger, das sind ungefähr 15% der Bevölkerung;
Tendenz steigend)
-
Tinnitus
(fast 3 Millionen Bundesbürger, das sind ca. 4% der Bevölkerung über
10 Jahre; Tendenz steigend)
-
Einschränkung
von Erholung und Entspannung
Die Deutsche
Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA) organisiert seit 1998 den Tag
gegen Lärm in Deutschland durch den Arbeitskreis "Öffentlichkeitsarbeit
für gehörgerechte Geräuschbeurteilung" im Fachausschuss Hörakustik
der DEGA im Verbund mit dem International Noise Awareness Day.
28. April
2004
15 Sekunden Ruhe um 14.15 Uhr
dieses
Motto geht am International Noise Awareness Day um die Welt und
verbindet die Aktionen.
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