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mit voller Dröhnung
(fgh)
Wenn die Bedienung in einem Szene-Lokal nicht auf das Zurufen der Gäste
reagiert, könnte es an Ohrstöpseln liegen. Diese sollten Bedienungen in
manchen Restaurants tragen, um ihr Gehör zu schützen. Denn die Lautstärke
dort ist alles andere als dezent: Bei Tests in Londoner Szene- Restaurants
und -Kneipen wurden Spitzenwerte von 88 bis 97 Dezibel gemessen. Ab 85
Dezibel ist hierzulande am Arbeitsplatz Gehörschutz vorgeschrieben, denn länger
als 40 Stunden halten Ohren das pro Woche nicht schadlos durch. "Beim
Tag gegen Lärm am 30. April sollte man nicht nur an Presslufthammer und Düsenjet
denken: Gerade im Freizeitbereich wird dem Gehör oft zu viel
zugemutet", so Dr. Karin Uphoff von der Fördergemeinschaft Gutes Hören
(FGH).
Schlichte, stilvolle Einrichtungen, kein Teppichboden und nackte Wände, so
sehen sie aus, die modernen Szene-Kneipen. Was ästhetisch der letzte Schrei
sein mag, ist akustisch betrachtet oft eine Katastrophe. Wenn weder Teppiche
noch Tapeten oder
gar Vorhänge vorhanden sind, um den Lärm zu dämpfen, hallen sämtliche
Geräusche und Stimmen von den Wänden, Decken und Böden wider.
Wer sich in einem solchen Raum unterhalten möchte, muss besonders laut
sprechen, was den vorhandenen Lärmpegel weiter erhöht. Wenn 80 Dezibel
erreicht sind, müssen sich die Gäste mehr oder weniger anschreien, um
sich verständlich zu machen. Hierzu Dr. Uphoff: "Jeder kennt den
Spruch ‚Die Augen essen mit'. In Lokalen sollte man beachten, dass nicht
nur die Augen, sondern auch die Ohren mit dabei sind."
Durchgeführt wurden die Tests von Mitarbeitern des Magazins "New
Scientist". Nicht in allen, aber in einigen Lokalen wurden Lärmpegel
erreicht, die den vom Gewerbeamt empfohlenen Grenzwert überschreiten. Und
das, obwohl nirgends Hintergrundmusik lief. Herkömmliche Restaurants, so
die Einschätzung der Forscher, seien mit ihren Tischdecken, Teppichen und
Vorhängen sehr viel schonender fürs Gehör.
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Kein
Gesetz für Kinderohren
Erwachsene
werden am Arbeitsplatz durch Regeln und Bestimmungen vor Lärm geschützt. Für
Kinder gibt es in ihrem Alltag keine vergleichbaren Gesetze, obwohl Kinder
sehr lärmempfindlich sind und ein Hörverlust schwere soziale Konsequenzen
mit sich führen kann.
Lautes
Spielzeug kann das Gehör von Kindern schädigen. Dennoch verbietet in den
meisten Ländern kein Gesetz, dass ein spielendes Kind unnötigem Lärm
ausgesetzt ist. Während die Arbeitsplätze der Erwachsenen vom
Gesetzesgeber mit zunehmender Aufmerksamkeit bedacht werden, ist für Kinder
bisher wenig auf diesem Gebiet geschehen.
Es wird allgemein anerkannt, dass stundenlanges Hören
von Lautstärken, die über 85 dB liegen, einen Hörverlust auslösen kann,
doch diese Einsicht muss noch in Regelungen bezüglich Kinderspielzeug
gefasst werden.
In den USA
gibt es so gut wie keine Bestimmungen zur Lautstärke von Spielzeug. Die
einzige Richtlinie für lautes Spielzeug, die von der US-amerikanischen
Testgesellschaft "American Society of
Testing and Materials" stammt, setzt den maximal erlaubten Lärmwert
bei 134 dB an, was dem Lärmniveau eines Flugzeuges beim Abheben entspricht.
Der europäische Spielzeug-Sicherheitsstandard erlaubt Geräuschpegel bis zu
115 dB. Der US-amerikanischen Arbeitsaufsichtsbehörde, OSHA, zufolge, dürfen
Arbeitnehmer zusammengelegt maximal 15 Stunden einem Lärmpegel von 115 dB
pro Tag ausgesetzt sein. In Kanada verbietet ein Gesetz gegen schädliche
Produkte, Hazardous Products Act of Canada, dass Spielzeuge Lärmpegel von
100 dB überschreiten. Wenn Erwachsene über einen längeren Zeitraum bei
solchen Geräuschniveaus arbeiten müssen, werden sie angewiesen, Ohrstöpsel
zu tragen.
Quellen:
Occupational Safety &Health Administration; League for the Hard of
Hearing
Fundstelle: hear-it.org
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Fool´s
Garden:
Tag gegen den Lärm
(fgh) Wer schon immer mal
wissen wollte, wie sein Gehör funktioniert, für den bietet sich jetzt eine
einmalige Gelegenheit: Unter www.hoerquiz.de gibt es Infos rund ums Hören
und dazu ein Hörquiz, bei dem man sein Wissen testen kann. Wer mitmacht,
dem winken tolle Sachpreise oder einen Erlebnistag mit der Band Fool´s
Garden ("Lemon Tree").
Am 30. April 2003 ist es soweit. Dann startet der "Tag gegen Lärm",
anlässlich dessen die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) insbesondere
musikbegeisterte Jugendliche auf die schädigende Wirkung von lauter Musik
aufmerksam machen will. Die Patenschaft der diesjährigen Aktion hat die
angesagte Band Fool´s Garden ("Lemon Tree") übernommen. Und das
nicht ohne Grund.
Ein Bandmitglied
kennt die Problematik aus eigener Erfahrung. "Laute Musik fand ich
einfach toll. Wenn ich früher schon gewusst hätte, was da mit den Ohren
passiert, wäre ich vorsichtiger gewesen. Deswegen setzen wir uns jetzt auch
für die Aufklärungsarbeit ein", so Volker Hinkel, Bassist von Fool´s
Garden. Ihm hat die laute Dauerbeschallung mit Musik einen so genannten
Tinnitus (Dauerpfeifgeräusch im Ohr) beschert. Wer wissen will, wo für das
Ohr der Spaß aufhört und die Schmerzgrenze anfängt, sollte einen Blick
auf das Internetquiz der Fördergemeinschaft Gutes Hören werfen. Neben
einer Vielzahl interessanter Informationen kann man hier zum "Hörexperten"
werden und sich auf eine Reihe musikalischer Preise freuen, die unter den
erfolgreichen Quiz-Teilnehmern verlost werden. Also - ab dem 30. April rein
ins Web unter www.hoerquiz.de
und ran an die Arbeit.
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Hörerlebnis-Nachmittage
für Senioren
(fgh)
Hören bringt Lebensfreude. Wer gut hört, kann an Gesprächen teilhaben und
beim alltäglichen Leben richtig dabei sein. Wer aber nicht mehr alles
versteht, kann etwas dagegen tun. Darauf machen die "Hörerlebnis-
Nachmittage" aufmerksam. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion vom
Deutschen Grünen Kreuz (DGK), der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH)
und dem Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte. Sie wendet sich bundesweit
an Senioren-Einrichtungen, wie Altenheime, Tagesstätten oder Treffpunkte.
Bei den Hörerlebnis-Nachmittagen informieren Hörakustiker der FGH und HNO-Ärzte
gemeinsam über das Hören. Die Besucher erleben durch unterhaltsame Hörbeispiele,
wie differenziert das eigene Gehör arbeitet, und haben die Gelegenheit, ihr
Gehör testen zu lassen. Hören ist ein wichtiges Thema: Jeder Dritte der
60- bis 69-Jährigen hat Hörprobleme und ab 70 Jahren jeder Zweite. Doch
die wenigsten tun etwas dagegen. Die bundesweite Aktion "Hörerlebnis-Nachmittage"
startete im vergangenen Jahr. Da die Ansprüche an Veranstaltungen zum Thema
Hören - je nach Einrichtung - sehr unterschiedlich sind, wurde ein Konzept
entwickelt, das aus eigenständigen Bausteinen besteht. So kann der Umfang
und Schwerpunkt der Veranstaltung an die Bedürfnisse des Publikums
angepasst werden.
Senioren-Einrichtungen, die sich für "Hörerlebnis-Nachmittage"
interessieren, wenden sich bitte an: Dr. Gabriele Ruppert-Seipp, Deutsches
Grünes Kreuz / Fördergemeinschaft Gutes Hören, Schuhmarkt 4, 35037
Marburg, Tel.: 06421/293 163, Fax: 06421/293 660. Den Einrichtungen
entstehen keine Kosten, da die Hörakustiker und HNO-Ärzte ehrenamtlich
mitarbeiten.
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Eltern
in der Schlüsselrolle
(fbh) Für eine optimale
Entwicklung von Kindern ist ein gutes Gehör unbedingt notwendig: Nur durch
gutes Hören lernen Kinder zu sprechen und zu verstehen, sich mitzuteilen
und im Leben zurecht zu finden.
Aber
was ist, wenn Kinder schlecht hören? „Meist sind es die Eltern und
Großeltern, denen die Hörschwäche des Kindes im alltäglichen Umgang auffällt“,
weiß Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören. Ihnen kommt daher beim
Erkennen von Hörproblemen die Schlüsselrolle überhaupt zu: „Nur wenn
Eltern
die Entwicklung des Kleinkindes sorgfältig beobachten und bei Auffälligkeiten
sofort handeln, hat das Kind die Chance auf eine normale Entwicklung.“
Folgende
Punkte können Anzeichen für Hörprobleme bei Kindern sein:
- Das Kind macht keine Fortschritte in seiner Sprachentwicklung; selbst
kurze
Sätze zu sprechen, fällt ihm schwer.
- Es antwortet nur verzögert oder gar nicht, wenn es angesprochen wird.
- Bei lauten Geräuschen (z. B. Türenschlagen) erwacht oder erschrickt das
Kind
nicht.
- Es kann Geräusche oder Tierlaute
nicht imitieren.
- Es hat Schwierigkeiten, Geräusche zu orten und reagiert auf Geräusche
und
Sprache außerhalb seines Blickfelds nicht.
- Es kann aus dem Alltag bekannte Dinge wie Kleidungsstücke oder Körperteile
nicht bezeichnen.
- Das Kind hat nur wenige soziale Kontakte und ist ein Einzelgänger.
- Es hat häufig Ohrentzündungen.
Natürlich
entwickelt sich jedes Kind nach seinem eigenen Tempo. Bei den
geringsten Anzeichen ist Vorsicht jedoch besser als Nachsicht: „Wer
unsicher ist,
sollte sofort und lieber einmal mehr als zu wenig den HNO-Arzt aufsuchen und
das Gehör des Kindes überprüfen lassen“, rät Gerhard Hillig. Ein
leichter
Hörverlust z.B. kann nur durch einen Hörtest festgestellt werden; genaue
Beobachtung des kindlichen Verhaltens allein reicht hier nicht aus.
Prinzipiell
gilt: Je früher Hörprobleme bei Kindern entdeckt und mit modernen
HörSystemen behandelt werden, desto besser die Chancen für eine
einwandfreie Entwicklung. Die Kinder lernen nicht nur rechtzeitig, mit der
Hörminderung umzugehen, sondern auch, sie zu akzeptieren.
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Junge
Hörgeminderte haben´s schwer
Die
Zahl der Beschäftigten und das Ausbildungsniveau ist unter Hörgeschädigten
niedriger als bei normal hörenden Menschen. Das hat für Hörgeschädigte
ein geringeres Selbstwertgefühl zur Folge und wirkt sich auf deren
allgemeine finanzielle Situation aus. Laut einer finnischen Studie, die in
"Scandinavian Audiology 2001; 30" erwähnt wurde, liegt die Beschäftigtenzahl
unter jungen Hörgeschädigten deutlich unter der Quote anderer junger
Leute.
Beinahe 3,65 Millionen Amerikaner und Europäer wurden
mit Hörverlust geboren oder werden an Hörverlust vor ihrem 18.Lebensjahr
erkranken. Das hat Auswirkungen darauf, ob sie eine Ausbildung absolvieren
oder nicht und einen Beruf ausüben, der ihren Fähigkeiten entspricht.
Für
Hörgeschädigte ist eine Ausbildung der sicherste Weg in einen Beruf, aber
viele hören auf, nachdem sie die schulische Grundausbildung absolviert
haben. Mehrere Studien zeigen, dass der Übergang vom Schulsystem zur
Universität für hörgeschädigte Jugendliche schwieriger ist.
Ein
Faktor, der eine akademische Laufbahn verhindert, könnte die soziale
Isolierung sein, die Hörgeschädigte, einzeln oder als Gruppe, empfinden.
Darum ist es sehr wichtig, dass deren Eltern und Lehrer die weitere
Ausbildung mit viel Enthusiasmus fördern und unterstützen.
Bis jetzt haben nur ein paar Studien die Lage der Hörgeschädigten
an Universitäten beleuchtet. Eine Studie, die in "American Annals of
the Deaf, 1996" zitiert wird, belegt, dass die hörgeschädigte
Minderheit der Studenten der Universitäten von Schweden sich häufig allein
und deprimiert fühlt, aber auf akademischer Ebene gut zurechtkommt und
engen Kontakt zu ihren Lehrern pflegt.
Quellen:
Scandinavian Audiology 2001; 30: 106-108 & 120-128; American Annals of
the Deaf 1996; 141: 359-364, Fundstelle:
hear-it.org
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