Archiv März 2005                                                                   

Hörgeräte: Was zahlt die Kasse?

(fgh) Wer Hörgeräte nutzen möchte, um besser hören zu können, bekommt einen Zuschuss von der Krankenkasse. Daran hat auch die Gesundheitsreform nichts geändert. Bisher gab es in allen Bundesländern unterschiedliche Beträge. Doch seit dem 1. Januar ist dieser Festbetrag bundesweit gleich: Die Kassen beteiligen sich mit 421,28 Euro an den Kosten für ein Hörgerät. Da normalerweise beide Ohren betroffen sind, werden auch zwei Hörgeräte verordnet. Das zweite Hörgerät bezuschussen die Kassen mit 337,02 Euro, so dass insgesamt 758,30 Euro gezahlt werden.

Zunächst klärt der HNO-Arzt, welche Ursachen ein Hörproblem hat. Oft sind die Innenohren unheilbar geschädigt, dann verordnet der Arzt in der Regel Hörgeräte. Dieses “Rezept” ist die Voraussetzung dafür, dass die Kassen später Kosten übernehmen. Der Fachmann für die Anpassung ist der Hörgeräte-Akustiker. Nach genauen Messungen und individuellen Beratungen sucht er gemeinsam mit dem Kunden aus dem vielfältigen Angebot geeignete Hörgeräte aus. Man testet unterschiedliche Geräte, die jeweils so programmiert werden, dass sie den individuellen Hörverlust in etwa ausgleichen. Bei der Wahl kommt es auf ganz persönliche Einschätzungen an: Welche technischen Möglichkeiten sind wichtig, welcher Klang gefällt am besten und welches Design wird gewünscht? 

Nach der Entscheidung für ein bestimmtes Modell, beginnt die Feinanpassung. Dabei werden die Geräte Schritt für Schritt exakt an das jeweilige Hörvermögen angepasst. Denn nur, wenn Hörgeräte genau angepasst werden, können sie den optimalen Nutzen bringen.

Anschließend überprüft der HNO-Arzt, ob der Patient nun besser hören kann. Danach beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten. Das, was über den Festbetrag hinaus geht, trägt der Versicherte selbst. Der Hörgeräte-Akustiker überprüft die Hörsysteme in den folgenden Jahren regelmäßig. Diese Gerätewartung und viele Serviceleistungen sind mit dem Kaufpreis abgegolten.

Noch Fragen? Am Beratungstelefon der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) stehen jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr Experten für die individuelle Beratung am Telefon bereit: Hörakustiker (0800 - 0112 112) und HNO-Ärzte (0800 - 0112 113). Die Anrufe sind gebührenfrei. Am 23. Februar sind die Festbeträge und der Ablauf der Hörgeräte-Anpassung das Schwerpunktthema. Die FGH bietet das Beratungstelefon gemeinsam mit dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und dem Deutschen Grünen Kreuz an.

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Gutes Hören: Bei Wellnes ein Muss

Ob Ayurveda, Body-Wrapping, La-Stone-Therapie oder Yoga – mit gezielten Wellness-Angeboten können auch Hörsysteme-Träger ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität deutlich steigern. Körperliche und seelische Entspannung sowie ein gutes Lebensgefühl sind wichtig, um ein stressbedingtes Fortschreiten des Hörverlustes zu verhindern. Dabei unterstützen Hörsysteme den heilenden Wellness-Effekt. Denn die volle Wirkung vieler Anwendungen entfaltet sich nur dann, wenn auch das sinnliche Erlebnis wohltuender Wellness- Klangwelten möglich ist. „Um die ganze Vielfalt der Wellness-Welt erleben zu können, ist gutes Hören ein Muss“, sagt Karsten Mohr, Sprecher des Forum Besser Hören. „Moderne Hörsysteme helfen dabei. Sie machen Wellness für Menschen mit Hörproblemen auch hörbar.“

So wird bei der Bewegungstherapie der positive Effekt auf Ausdauer, Kraft und Koordination mit Hilfe von Entspannungsmusik gesteigert. Gleiches gilt für die verschiedenen Anwendungen der Massage, deren entspannende Wirkung durch sanfte Klänge unterstützt wird. Ideal ist auch die Ergänzung einer Farblicht-Therapie mit einer Klang-Therapie. Und Techniken wie Step- Aerobic sind ohne das Hörerlebnis von Musik und Rhythmus erst gar nicht denkbar.

Bei Wellness-Angeboten, die mit Wasser verbunden sind, wie etwa das Hamam-Dampfbad, das Schwitzen in der finnischen Sauna oder die klassische Kneipp-Kur, sollte man darauf achten, dass die feine Hochtechnologie der Hörsysteme nicht beeinträchtigt wird.
Quelle: FORUM BESSER HÖREN
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Hörende Ohrstöpsel

Neuartige Ohrstöpsel schützen die Ohren vor Lärm, während man sich gleichzeitig problemlos mit anderen unterhalten kann. Die modernen Ohrstöpsel kommen nun beim norwegischen Militär zum Einsatz.

Die aller neuesten Ohrstöpsel, die eines Tages den herkömmlichen Gehörschutz ersetzen könnten, sehen auf den ersten Blick aus wie normale Ohrstöpsel. Doch innen sitzen zwei schmale Röhren, die mit einem kleinen Lautsprecher und einem Mikrofon verbunden sind, und dem Träger ein gleichzeitiges Hören und Sprechen ermöglichen, ohne die Ohrstöpsel zu entfernen.

Eine elektronische Box in dem Raum filtert die Töne und kontrolliert, welcher Teil der Signale das Ohr erreicht, damit die Person hören kann.

Die Entwicklung der neuen Ohrstöpsel wurde vom norwegischen und schwedischen Verteidigungsministerium finanziert. Die erste Lieferung geht an das norwegische Militär.

Quelle: Din Hørsel, 2. März 2004 , Fundstelle: hear-it.org
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Jede Fünfte erwerbsunfähig

Hörgeschädigte Frauen es haben auf dem Arbeitsmarkt schwer. Das besagen Untersuchungen aus Schweden. Im Vergleich zu anderen Frauen sind hörgeschädigte Frauen doppelt so häufig erwerbsunfähig.

Die Zahlen der schwedischen Statistik zeigen an, dass 21 Prozent der hörgeschädigten Schwedinnen eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen. Die Erhebungen wurden im Jahresbericht 2004 des schwedischen Hörgeschädigtenbunds Hörselsskadades Riksförbund (HRF) veröffentlicht und besagen, dass der Durchschnitt bei Frauen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren deutlich niedriger liegt, nämlich bei knapp 9 Prozent. Im Vergleich zu hörgeschädigten Frauen ergeht es hörgeschädigten Männern etwas besser. Rund 15 Prozent dieser Männer sind erwerbsunfähig.

Es gibt keine eindeutige Erklärung dafür, warum mehr Frauen als Männer erwerbsunfähig sind. Im Bericht des HRF wird spekuliert, dass Frauen möglicherweise stärker unter Hörverlust bedingten Kommunikationsproblemen leiden.

Hörgeschädigte Frauen sehen ihren allgemeinen Gesundheitszustand außerdem kritischer als Frauen mit normalem Gehör. 13,4 Prozent hörgeschädigter Frauen empfinden ihren Gesundheitszustand als schlecht. 5,9 Prozent der Frauen mit normalem Gehör stufen ihre Gesundheit als schlecht ein.

Quelle: Hörselsskadades Riksförbund (HRF), 'Mitt i och utanför - om hörselskadades situation i Sverige', Jahresbericht 2004., Fundstelle: hear-it.org
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Hörprobleme zu spät erkannt

Hörprobleme bei Kindern werden in Neuseeland oft zu spät entdeckt. Der Kinder- und Jugendbeauftragte des Gesundheitsministeriums bestätigte den Bedarf an effektiveren Maßnahmen auf diesem Gebiet, doch es ist kein nationales Screening-Programm in Sicht.

Neuseeland ist "sehr schlecht" beim Erkennen von Hörverlust bei Kindern, sagte Pat Tuohy, Kinder- und Jugendbeauftragter des Gesundheitsministeriums der Neuseeländischen Zeitung "The Dominion Post".
Eine Früherkennung von Hörverlust bei Kindern ist sehr wichtig. Sonst können die Konsequenzen u.a. eine langsame Sprachentwicklung und Verhaltensprobleme sein.
'Obwohl es allgemein anerkannt ist, dass Hörverlust innerhalb der ersten sechs Lebensmonate diagnostiziert werden sollte, um eine Behandlung und normale Entwicklung zu ermöglichen, wird Hörverlust bei den meisten neuseeländischen Kindern erst im Alter von drei Jahren entdeckt', erklärte Tuohy.

Die meisten US-Staaten verfügen über Screening-Programme für Neugeborene. Ähnliche Programme gibt es mittlerweile in Europa. Janet Wilson, eine Gehörlosen-Lehrerin, meint, Neuseeland solle dem guten Beispiel folgen.
'Je früher man eingreift, desto besser ist die Prognose', sagte sie zu "The Dominion Post".
Laut Tuohy ist eine Studie in Planung, um die Einführung eines landesweiten Screening-Programms auf seine Durchführbarkeit hin zu untersuchen. Doch es werden noch viele Jahre vergehen, bevor ein solches Screening-Programm beginnt, sagte er.

Emily Hunter, Leiterin eines Screening-Projekts, das 1000 Neugeborene umfasst, hat keine Zweifel daran, dass die frühest mögliche Erkennung von Hörverlust bei Kindern auch finanzielle Vorteile hätte.
'Obwohl das Screening die finanziellen Mittel in den nächsten fünf Jahren strapazieren würde, wäre es auf lange Sicht kosteneinsparend', erklärte Emily Hunter, die Koordinatorin des Screeningprogramms für Neugeborene in Waikato.

Quelle: The Dominion Post, 12.07.2004, Fundstelle: hear-it.org
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Erfolgreiche Deaflympics

Über 3.500 Athleten aus mehr als 75 Ländern nahmen an den 20. Sommer Deaflympic-Spielen für gehörlose und hörgeschädigte Athleten in Melbourne, Australien, teil. Während der Spiele im Januar 2005 wetteiferten die Athleten miteinander in Leichtathletik, Basketball, Wasserpolo und 12 weiteren Hauptsport-Disziplinen.

Die 12 Tage der Deaflympic-Spiele sind fast so alt wie die eigentlichen Olympischen Spiele, gehören mittlerweile zu den Haupt-Sport-Events und werden immer größer. Die ersten Spiele für gehörlose und hörgeschädigte Athleten fanden 1924 in Paris mit 145 Teilnehmern aus neun verschiedenen europäischen Ländern statt.

Um an den Deaflympics teilnehmen zu können, müssen die Athleten mindestens einen Hörverlust von 55 dB auf dem besseren Ohr haben. Während der Wettkämpfe ist das Tragen von Hörgeräten untersagt. Hörgeschädigte Athleten können nicht an den Paralympics für behinderte Sportler teilnehmen, weil ein Hörverlust ihre Leistung nicht in dem gleichen Masse beeinflusst wie andere Behinderungen. Dennoch sind getrennte Olympiaden für Gehörlose und Hörgeschädigte nötig, da sie besondere Kommunikationsbedürfnisse haben. Nur wenige gehörlose oder hörgeschädigte Athleten sind in der Lage, auf gleichwertiger Basis mit normal hörenden Athleten bei den Olympischen Sommer- und Winterspielen zu konkurrieren.

Die nächsten Deaflympics werden im Januar 2007 in Park City und Salt Lake City, USA, stattfinden.

Quelle: www.bbc.co.uk und www.deaflympics.com
Fundstelle: hear-it.org

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