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Routineuntersuchung?
Zu spät!
Was
tun, wenn Kinder mit einer Hörstörung auf die Welt kommen? Viele Eltern
bemerken dies erst bei einer Routineuntersuchung – die ist jedoch laut
Gesetz erst im Alter von zehn bis zwölf Monaten vorgesehen.
Gerhard Hillig vom Forum
Besser Hören: "Das ist viel zu spät, um zu verhindern,
dass die Hörminderung ohne
Konsequenzen für die Sprachentwicklung
bleibt." Auch die
Chancen einer erfolgreichen Korrektur werden erheblich verringert.
Nach
heutigen Erkenntnissen werden im Alter von vier bis sechs Monaten die
Grundlagen für die
Sprachentwicklung gelegt. Früherkennung und rechtzeitige
Therapie sind daher für
den späteren Lebensweg von Kindern von großer
Wichtigkeit. Doch selbst
wenn Eltern das Gehör ihres Kindes im Alter von zehn
Monaten untersuchen lassen
– das Durchschnittsalter, in dem frühkindliche
Hörprobleme erkannt und
behandelt werden, liegt zzt. bei 31 Monaten. „Wenn
der Kinderarzt nämlich mit
Händeklatschen das Gehör testet, kann es durchaus
zu einer Reaktion des
Kindes kommen: Es reagiert auf den damit verbundenen
optischen oder haptischen
Reiz. Der Hörtest bliebe demnach ohne Befund.
Dann sind jedoch die
wichtigsten Entwicklungsstufen bereits verpasst worden“,
erklärt Gerhard Hillig. Außerdem
haben schwerhörige Kinder schon
Verhaltensweisen eingeübt,
um den unbewussten „Mangel“ zu kompensieren.
Sobald
Eltern demnach Auffälligkeiten bei ihrem Kind feststellen, sollten Sie es
umgehend von einem
HNO-Arzt untersuchen lassen. Eine besondere
Bedeutung bei der
Erkennung von Hörproblemen bei Kindern kommt auch dem
Neugeborenen- Hörscreening
zu: Mittels modernster Messgeräte kann die
Hörfähigkeit des Säuglings
schon am 3. Lebenstag überprüft werden. "Eltern
sollten die Möglichkeiten
des Screenings unbedingt nutzen und auch die
Nachsorgeuntersuchungen
ernst nehmen", rät Gerhard Hillig.
Je
eher die Hörminderung erkannt und behandelt wird, umso günstiger sind
die
Prognosen für die
Sprachentwicklung: Wissenschaftlichen Untersuchungen
zufolge kann eine im
ersten Lebensjahr begonnene Therapie und frühzeitige
Versorgung mit Hörgeräten
eine nahezu normale Sprachentwicklung und soziale
Integration gewährleisten.
Einer normalen Entwicklung des Kindes steht
dann nichts mehr im Wege.
Forum
Besser Hören
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Mehr
Lärmunfälle trotz scharfer Regeln
Die
Anzahl von Verletzungen, die auf Lärmeinwirkung zurückzuführen sind, hat
sich im letzten Jahr trotz strenger Regeln und Vorschriften des norwegischen
Arbeitsumfeld-Gesetzes um 4% erhöht. Die Obergrenze für täglichen Lärm
liegt bei 85 dB, so wie es von der Weltgesundheitsorganisation, WHO,
empfohlen wird. Trotzdem ist Hörverlust der am häufigsten erlittene
Arbeitsschaden, der drei Mal öfter vorkommt als andere Verletzungen, wie
Hautschäden und Beeinträchtigungen der Atemwege.
Frühere Studien aus Norwegen zeigen, dass die
Unternehmen es versäumen, nötige Schritte zu unternehmen. Einfache
Vorsichtsmaßnahmen, wie z.B. das Kennzeichnen von Arbeitsorten mit sehr
hohen Lärmpegeln, wurden völlig unzulänglich ausgeführt. Ironischerweise
wurden die ineffizientesten Vorsichtsmaßnahmen in öffentlichen
Institutionen entdeckt.
Lärmschäden
können nicht geheilt werden und deshalb ist Vorbeugung umso wichtiger.
Arbeitgeber sollten Aufklärung, Kennzeichnung und Ohrstöpsel zur Verfügung
stellen. Arbeitnehmer können dem Risiko, durch Lärm zu erkranken, durch
einen gesunden Lebensstil, niedrigere Lautstärkeneinstellung bei Musik und
das Tragen von Ohrstöpseln bei lauten Beschäftigungen verringern.
Die Europäische Union kam nach zweijährigem Verhandeln
zu dem Schluss, 87 dB als maximales, tägliches Geräuschlimit am
Arbeitsplatz zuzulassen. Davor lag der erlaubte Wert bei 90 dB. Aber die
norwegischen Bestimmungen sind noch etwas strenger als die EU-Grenzwerte.
Quelle:
Din Hørsel, No.8, november 2002 (veröffentlicht von dem norwegischen Hörgeschädigtenverband)
Fundstelle:
hear-it.org
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Preiswerte
Hörverlust-Behandlung
Bei
einem 1999 veröffentlichten Bericht der Arbeitsgemeinschaft SIHI der
Universität Maastricht, stellte sich heraus, dass Hörverlust zu den
Behinderungen zählt, die sich am günstigsten und effektivsten behandeln
lassen.
Bei dem Maastrichter Bericht wurde der Messwert QALY (Quality
Adjusted Life Year), ein in der Medizin benutztes, international anerkanntes
Standardmaß, benutzt. Die Messung zeigt Änderungen in der Lebensqualität
im Verhältnis zu den Behandlungskosten.
Die Kosten pro QALY belaufen sich für die Behandlung
einer Person mit Hörverlust im Alter zwischen 65 und 69 Jahren auf 11.500
Euro.
Im
Vergleich dazu betragen die Kosten pro QALY bei einem Brustkrebs-Screening
10.300 Euro, bei einer Knieprothese 46.500 Euro pro QALY und bei einer
Nierendialyse 78.000 Euro (siehe Diagramm oben).
Ist der Hörgeschädigte unter 65 Jahre alt, sind die
Kosten pro QALY auf Grund seiner zu erwartenden steigenden Lebensqualität
sogar noch niedriger.
Der Maastrichter Bericht ist das Ergebnis des ersten
gemeinsamen größeren Forschungsprojektes in Europa über soziale,
wirtschaftliche und persönliche Folgen von Hörschäden und der Verwendung.
Quelle:
hear-it.org
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Wohin
mit alten Hörgeräten?
Die Aktion „Hörgeräte
spenden“ kann auf
ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: „Rund 600 ausgediente Hörgeräte
wurden uns im letzten Jahr zugesandt,“ resümiert Gerhard Hillig
vom Forum Besser Hören. „Davon waren 300 Geräte nach der technischen
Prüfung geeignet, um sie Hilfsinitiativen für humanitäre Zwecke
zur Verfügung stellen. Das Engagement wollen wir auch 2003 fortsetzen
– uns liegen schon jetzt zahlreiche Anfragen vor.“
Deshalb ruft das Forum Besser Hören erneut zu einer bundesweiten
Sammelaktion
auf: Nicht mehr benötigte Hörgeräte können an das Forum Besser
Hören in Hamburg gesandt werden. Nach technischer Überprüfung und
Reinigung werden die Geräte dann an ausgewählte Initiativen weitergegeben,
die eine fachgerechte Anpassung und nachfolgende Betreuung sicherstellen.
So
konnte beispielsweise bereits Kindern und Erwachsenen in Weißrussland
und Kuba zu besserem Hören verholfen werden, die zum Teil den Hörgeräten
ihre ersten Höreindrücke verdanken. Jetzt können diese Menschen lernen,
arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Das
Forum Besser Hören unterstützte im August 2002 auch die Mongolei-
Hilfsaktion der HNO-Klinik der Universität Würzburg.
Unter der Leitung
von Prof. Jan Helms war eine Gruppe von Ärzten und Audiologen im August
2002 zur Universitätsklinik in die Hauptstadt Ulan Bator gereist, um die
dortigen
Fachleute mit der modernen Hörgeräteversorgung vertraut zu machen.
Dabei wurden von den Würzburgern zahlreiche Patienten medizinisch
untersucht,
behandelt und mit Hörgeräten versorgt. 100 Hörgeräte aus der
Sammelaktion des Forum Besser Hören gingen mit auf die Reise in das
zentralasiatische
Flächenland, wo die Hörgeräteversorgung noch völlig unterentwickelt
ist. Lediglich in der Hauptstadt gibt es erste Ansätze, Menschen mit
Hörproblemen effektiv zu behandeln. „Wir haben mit dieser Hilfsaktion
vielen Menschen geholfen, die sich selbst kein Hörgerät leisten können,“
sagt Prof. Erdenechulun von der Universitätsklinik in Ulan Bator.
Die
Hilfsinitiativen, die vom Forum Besser Hören Hörgeräte erhalten haben,
hoffen darauf, auch im Jahr 2003 „Patienten“ versorgen zu können. Außerdem
liegen Anfragen aus Georgien und weiteren Regionen in Weißrussland
vor. Ausgediente Hörgeräte können an das Forum Besser Hören Stichwort
„Hörgeräte spenden“, Spadenteich 1, 20099 Hamburg gesandt werden.
Forum Besser Hören
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Babys
mit Hörverlust in China
Die
Zahl der Kinder, die mit einem Hörverlust zur Welt kommen, könnte in China
erheblich höher liegen als in der restlichen Welt. Chinas größtes
Neugeborenen-Screening zeigt, dass sechs von tausend untersuchten Kindern hörgeschädigt
sind. Die Menge ist wesentlich höher als die von dem chinesischen
Gesundheitsministerium gesetzte Akzeptanz-Zielrate, schreibt die
Nachrichtenagentur Xinhua News Agency.
Insgesamt wurden 4800 Babys im Alter von 6 und 24
Wochen, die im Jahre 2000 geboren wurden, im Beijing Haidan Mutter- und
Kind- Gesundheitszentrum gescreent und untersucht.
Die otoakustischen Emissions-Hörscreenings ergaben,
dass 38 Babys beim Screening durchfielen. Davon wurde bei 29, oder 0,604%,
ein kongenitaler Hörverlust diagnostiziert.
Fast
überall auf der Welt liegt die Zahl der hörgeschädigten Neugeborenen bei
0.1-0.3%, was 20 000 bis 60 000 Säuglingen mit Hörverlust pro Jahr in
China entspräche. Bei der Menge, die in Beijing gemessen wurde, läge die
Anzahl bei 120 000 Kindern. Doch bisher haben keine landesweiten Screenings
stattgefunden, und Qi Yisheng, Leiter des Screening-Programms am Beijinger
Institut für Ohrenheilkunde unterstreicht dem Xinhua News Service gegenüber,
dass ein allgemeines Hör-Screening sämtlicher Neugeborener noch längst
nicht spruchreif ist. Die Studie macht den Bedarf deutlich, Hörverlust bei
Kindern erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, und Audiologen schlagen vor,
dass so früh wie möglich landesweite Hörscreenings aller Neugeborenen
durchgeführt werden, um die Behandlung zu dem frühest möglichen Zeitpunkt
der kindlichen Entwicklung einzuleiten.
Quelle:
Xinhua News Agency, Xinhua Economic News Service, 2. Juli 2002
Fundstelle:
hear-it.org
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Große
Unterschiede bei Hörverlusten
Einer
von zehn Schweden leidet unter so starkem Hörverlust, dass es ihm schwer fällt,
sich mit mehr als einer Person pro Mal zu unterhalten. Hörprobleme sind bei
älteren Leuten besonders stark ausgeprägt, doch es lassen sich bedeutende
Unterschiede zwischen den verschiedenen sozioökonomischen Gruppen
feststellen.
Diese Ergebnisse basieren auf Interviews, die zwischen
1986 und 1993 mit 48.680 Schweden im Alter von 16-84 Jahren gemacht wurden
und in der Zeitschrift "Audiology", (1999; 38: 328-334) veröffentlicht
wurden.
Die Interviews sind ein Teil der jährlich vom
schwedischen Statistikamt, Svensk Statistik, vorgenommenen Studien über die
Lebensumstände in Schweden. Es wurde u.a. gefragt, ob man problemlos an
einer Unterhaltung mit mehreren Personen teilnehmen kann. 11% der
Interviewpartner gaben an, Verständnisprobleme dabei zu haben. In der
Altersgruppe der 16-24-Jährigen gaben 2% an, Schwierigkeiten bei einer
solchen Gesprächsrunde zu haben. Bei den Personen über 75 Jahren konnten
30% einer Unterhaltung mit mehreren Personen nicht folgen.
Bei
der Beurteilung der Schwere ihrer Behinderung, tippten die meisten Personen
auf ein wesentlich besseres Ergebnis, als das, was die klinischen
Untersuchungen tatsächlich zeigten. Auch hier beleuchten die
breitangelegten Skalen-Studien die Unterschiede zwischen den verschiedenen
Bevölkerungsschichten.
Bei Arbeitern, Arbeitslosen und körperlich Behinderten
waren die Hörprobleme deutlich schwerer als in anderen Gruppen. Insgesamt
entsprach der von den Arbeitern empfundene Schwerhörigkeitsgrad dem Niveau
von zehn Jahre älteren, nicht mehr tätigen, Arbeitern.
In der Altersgruppe der 35-44-Jährigen berichten 10%
von einem wahrgenommenen Hörverlust. Dies korrespondiert mit dem
empfundenen Hörverlust, von dem 10% der Nicht-Arbeiter zwischen 45-55
Jahren berichten. Der Artikel liefert hierfür keine Erklärung, aber das Lärmniveau
auf den Arbeitsplätzen beider Gruppen beantwortet Einiges. Unterschiede
zwischen sozioökonomischen Schichten wurden auch durch andere Studien bestätigt.
Die schwedischen Ergebnisse zeigen zudem, dass mehr Männer
als Frauen unter Hörproblemen leiden.
Quelle:
hear-it.org
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