Archiv März 2002                                                                   

Wie Flugzeugeinweiser
im Frack

In der Hitliste der lautesten Arbeitsplätze liegt das Flughafenvorfeld auf einem der ersten Plätze. Flugzeugeinweiser sind ohne Lärm senkende Kopfhörer einem Schallpegel von bis zu 125 Dezibel ausgesetzt. Kreissägen in der Metallbearbeitung erreichen aus einer Entfernung von einem Meter Abstand gemessen rund 115 Dezibel. Nur so genannte Aufbruchhämmer erreichen nach einer Liste der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin noch höhere Werte.

Bei Wagners "Fliegendem Holländer'' wurden schon kreissägenverdächtige 115 Dezibel im Orchestergraben gemessen. Wenn in der Stuttgarter Oper Pauken und Trompeten auf dem Programm stehen, schützen sich die Musiker mit Ohrstöpseln, schallabweisenden Plexiglasscheiben zwischen den Orchestermitgliedern und, während der Proben, auch mit Schallschutzkopfhörern.

Die neuen Richtlinien, die derzeit im Europäischen Parlament auf Initiative von Schweden diskutiert werden, sollen lärmmindernde Schutzmaßnahmen wie diese in Zukunft schon bei Geräuschkulissen von 85 Dezibel in Betrieben zwingend vorschreiben. Bisher lag dieser Grenzwert für einen acht Stunden währenden Arbeitstag im Mittel bei 90 Dezibel. Der Knackpunkt: Bei im Tagesdurchschnitt gemessenem Pegel von 87 Dezibel (oder 94 Dezibel im Zeitraum von einer Stunde) müsste nach den geplanten Vorschriften in Zukunft die Arbeit sogar eingestellt werden.

Im so genannte Expositionsgrenzwert von 87 Dezibel soll zwar neuerdings die Dämmleistung des Gehörschutzes mit berücksichtigt werden. Da Schallschutzkopfhörer, wie sie in der Industrie verwendet werden, die Lautstärke aber allenfalls um 25 Dezibel verringern helfen, "hieße das für viele Arbeitsplätze gleichwohl das Aus'', so ein Sprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz.

Und Orchestermusiker? Sie müssten ihre Trompeten zwar nicht an den Nagel hängen, könnten aber bei dezibelstarken Opern jetzt auch während der Aufführung Flugzeugeinweisern im Frack gleichen. Rolf Bolwin, Direktor des deutschen Bühnenvereins, dringt deshalb darauf, dass »musikalische Aufführungen von der Richtline nicht berührt werden dürfen«. Thomas Koch, Sprecher der Stuttgarter Staatsoper, teilt diesen Standpunkt: "Ein Kunstwerk'', sagt Thomas Koch, "kann man nicht mit Hilfe von EU-Richtlinien regeln.''

Klaus Ponto von der Hauptabteilung Prävention bei der Süddeutschen Metallberufsgenossenschafttreibt noch anderes um: Der Ingenieur fürchtet, dass die Berücksichtigung des Gehörschutzes beim Ermitteln von Lärmpegeln in der Praxis dazu führen könnte, dass Arbeitgeber an vorbeugenden Lärmschutzmaßnahmen sparen könnten: "Die Verantwortung wird auf die Beschäftigten abgewälzt.'' Den Betrieben eröffne sich durch die geplante EU-Richtline die Möglichkeit, fehlende Prävention mit billigen Ohrenschützern wettzumachen.
Quelle: Leonberger Kreiszeitung
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Der Berner Dezibel-Streit

BERN - Die Kantonspolizei hat die Lautstärke-Kontrollen in Clubs verschärft. In der Stadt Bern kann die gesetzliche Limite aber weiterhin überschritten werden.

«Zusammen mit dem Waadtland haben wir im Kanton Bern eine Vorreiterrolle», sagt Rolf Schlup von der Fachstelle für Lärmbekämpfung. Seit 1998 seien die Kontrollen stetig erhöht worden. Letztes Jahr wurde in einem Viertel aller Fälle eine Anzeige eingereicht.

In anderen Kantonen - aber auch in der Stadt Bern - wird trotz der gesetzlichen Limite von 93 Dezibel meist ein Auge zugedrückt.

«Die Stadtpolizei schreitet nur ein, wenn Reklamationen wegen Umgebungslärm eingehen», sagt Polizeiinspektor Jean-Claude Hess. Auf Tanzflächen würden keine Schallmessungskontrollen vorgenommen. «Der Aufwand ist viel zu groß», so Hess.
«Das ist eine absolute Frechheit», beschwert sich Philippe Cornu vom Uptown. Weil der Club auf dem Gurten nicht auf Stadtboden steht, ist der Kanton zuständig. Vor zwei Wochen gabs Probleme mit der Behörde. Grund: zu hohe Dezibelwerte beim Züri-West-Konzert. Das No Joke in Biel musste nebst hohen Bußen einen teuren Lautstärke-Limiter installieren. Ueli Habegger: «Wir werden zu Unrecht so hart angepackt. Andere Clubs überschreiten die Limite ständig.»


Lärm-Fachmann Schlup: «Wir kennen die einschlägigen Betriebe, da gehen wir häufiger hin.» Im Normalfall werde aber nur etwa einmal im Jahr kontrolliert.

Beat Gerber
20 min.ch

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Immer mehr junge Menschen mit gleichen Symptomen – Hörprobleme auch durch Nikotinmissbrauch

Die so genannte Altersschwerhörigkeit ist neben der Lärmschwerhörigkeit immer noch die am meisten verbreitete Form von Hörminderungen. Dabei ist sie längst keine Frage des Alters mehr: „Immer mehr junge Menschen weisen mit der Altersschwerhörigkeit vergleichbare Symptome auf“, so Karsten Mohr vom Forum Besser Hören. Der Begriff der Altersschwerhörigkeit vermittelt den Eindruck, als träte diese Form der Hörminderung ausschließlich im Alter als Folge einer „natürlichen Abnutzungserscheinung“ auf. Eine Ursache können z.B. Durchblutungsstörungen sein: Mit den Jahren geht die Versorgung der Blutgefäße im Innenohr zurück. Die Nervenzellen hinter den Sinneshärchen werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und dadurch beschädigt. Eintreffende Schallwellen können nicht mehr in Nervenimpulse umgesetzt werden. Die Folgen: Mittlere bis hohe Töne gehen zum Teil

In geräuschvoller Umgebung wird einwandfreies Verstehen problematisch, so dass die Kommunikation mit anderen immer schwieriger wird. Tatsächlich spielen für Hörprobleme auch andere Faktoren eine große Rolle: „Neben Lärm können auch Medikamente, ein genetischer Defekt oder häufige Infektionen im Mittelohr Hörprobleme im Alter verursachen“, gibt Karsten Mohr zu Bedenken. Außerdem kann das Hörvermögen auf lange Sicht durch Nikotin- und Alkoholmissbrauch beeinträchtigt werden. Die Symptome bei vielen hörgeminderten Jugendlichen – Durchblutungsstörungen, beschädigte Haarsinneszellen, mangelnde Umsetzung der Schallwellen – gleichen denen der Altersschwerhörigkeit. 

Altersschwerhörigkeit ist somit das Resultat aller für das Gehör schädlichen Einflüsse während des ganzen Lebens. „Die Annahme, dass Hörprobleme im Alter vorprogrammiert sind und man dagegen nichts unternehmen kann, ist somit grundweg falsch“, betont Karsten Mohr. „Richtig ist vielmehr: Je mehr man seinen Ohren in der Jugend zumutet, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Hörminderung im Alter.“ Bereits in jungen Jahren sollte daher ein sorgsamer Umgang mit dem Gehör selbstverständlich sein: „Wer seine Ohren – z.B. in der Disko – regelmäßig großen Lautstärken aussetzt, darf sich später über Hörprobleme nicht wundern“, so Karsten Mohr. „Gleiches gilt für den maßlosen Konsum von Zigaretten und Alkohol. Dass Missbrauch hiervon auch das Hörvermögen beeinträchtigen kann, ist fast niemandem bewusst.“

Rechtzeitige Vorsorge ist also geboten – am besten durch ein gesundheits- und „hörbewusstes“ Leben sowie regelmäßige Kontrolle. Letzteres ist jederzeit in Form eines kostenlosen Hörtests beim Hörgeräte-Akustiker möglich. Liegt bereits eine Einschränkung des Hörvermögens vor, sollte man diese auf keinen Fall auf sich beruhen lassen. Denn wer nichts gegen Hörprobleme unternimmt, wird mit der Zeit immer schlechter hören – und auch mit modernen HörSystemen das Hören erst wieder erlernen müssen. Wer diese Ratschläge jedoch befolgt, senkt nicht nur das Risiko von Hörproblemen im Alter erheblich, sondern sichert sich auch ein enormes

FORUM BESSER HÖREN
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Männer verbrennen mehr Kalorien im Schlaf als Frauen

(dgk) Es ist ungerecht, aber wahr: Männer haben es im Leben wirklich leichter als Frauen, denn sie brauchen nicht ständig auf die Kalorien zu achten und nehmen bereits im Schlaf ab. Laut dem American Journal of Physiology verbrennen Männer beim Schlafen ungefähr elf Prozent mehr Energie als Frauen. Dies ist wohl ein Grund, warum Männer einen höheren Grundumsatz an Kalorien haben als Frauen und täglich mehr davon zu sich nehmen können, ohne an Gewicht zuzulegen. Diese "Ungerechtigkeit" hat nichts mit der Größe, Breite oder der sportlichen Betätigung zu tun. Tagsüber gilt: Wenn Männer und Frauen dieselben Sportübungen gleich lang machen, verbrauchen sie auch gleich viel Energie.
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Schulprobleme schon wegen leichter Hörminderung

(fgh) Ob PISA-Studie oder Halbjahreszeugnisse: Schlechte Leistungen in der Schule sind nie willkommen. Schulprobleme können auch auftreten, weil ein Kind nicht gut hören kann. Wer aufgrund einer Hörminderung nicht alles versteht, was Lehrer erklären, bringt in der Schule schlechtere Leistungen. Eine amerikanische Studie belegte zudem, dass sich schon ein geringer Hörverlust fatal auswirkt: Jedes dritte Kind, das nicht ganz optimal hören kann, bleibt in der Schule sitzen.

Bereits minimale Hörstörungen führen zu schlechteren schulischen Leistungen und schwächen das Selbstvertrauen. Die soziale Einbindung in die Klassengemeinschaft ist geringer und Stress wird stärker empfunden. Diese Ergebnisse brachte eine Untersuchung an 1.228 Schülern in den Vereinigten Staaten. Dabei wurden bei allen Schülern das Gehör und die schulischen Leistungen überprüft. Bei jedem neunzehnten Kind (5,4 Prozent) wurde ein minimaler Hörverlust festgestellt. Alle diese Schüler galten bis dahin als normal hörend. Keines der Kinder war mit Hörgeräten versorgt. Jedes dritte dieser Kinder musste bereits die Klasse wiederholen. Bei weiteren 5,9 Prozent der Schüler wurde ein größerer Hörverlust festgestellt. Hier könnten in den meisten Fällen gut angepasste Hörsysteme helfen, die Hörminderung auszugleichen. Insgesamt hatten also 11,3 Prozent der Schulkinder Hörprobleme. Das sind in einer durchschnittlichen Schulklasse drei von dreißig Schülern.

Seit nunmehr fast zwei Jahren unterstützt die Fördergemeinschaft Gutes Hören das Unterrichtskonzept "Take care of your ears". In etwa 3.500 Schulen in Deutschland werden seit-dem Schüler und Lehrer auf das sensible Thema Hören aufmerksam gemacht. Dazu gehören auch kostenlose Hörtests. Denn nur, wer sein Problem erkannt hat, kann es lösen

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Hörprobleme im Beruf
Schnelles Handeln ist gefragt

Fast jeder zweite Berufstätige in Deutschland kennt das Problem: Das Telefon klingelt scheinbar seltener als sonst, beim Geschäftsessen bekommt man nur noch die Hälfte mit, und die Kollegen nuscheln immer mehr. Karsten Mohr vom Forum Besser Hören: "Viele Menschen sind sich ihrer Hörminderung gar nicht bewusst und suchen die Ursache für das schlechtere Verstehen erst einmal bei anderen." Dabei sind das frühzeitige Erkennen von Hörproblemen und eine entsprechende Vorsorge bei Berufstätigen besonders wichtig.

Hörprobleme stellen sich oft schleichend ein. Umso bedeutender ist es daher, ehrlich zu sich selbst zu sein und die eigene Situation kritisch zu beleuchten: Denn je eher man etwas unternimmt, desto größer ist die Chance, dass das Hörvermögen nicht noch mehr nachlässt. Anzeichen für eine Hörminderung konnen sein:

  • Die aktive Teilnahme an Besprechungen ist problematisch. Man hat Schwierigkeiten, seine Gesprächspartner zu verstehen - insbesondere, wenn mehrere Personen gleichzeitig reden. Die Kommunikation ist anstrengend. Auch ein aktiver Gedankenaustausch ist nicht mehr möglich.
  • An Orten mit vielen Hintergrundgeräuschen - zum Beispiel in Restaurants - wird die Kommunikation zusätzlich erschwert. Ein ungezwungenes Geschäftsessen ist nicht möglich.
  • Beim Telefonieren bekommt man nur Bruchstücke mit. Wichtige geschäftliche Informationen gehen verloren.
  • Kollegen sind durch ständiges Nachfragen genervt und ziehen sich zurück.

Hörprobleme führen nicht selten zu Depressionen der Betroffenen; im schlimmsten Fall kann aber auch der Verlust der Arbeitsstelle die Folge sein. Hörgeminderte Berufstätige sollten daher Hörprobleme nicht auf sich beruhen lassen,  sondern sich gezielt beim Hörgeräte-Akustiker informieren. "Im Berufsleben sind Menschen, die Hörsysteme tragen, voll akzeptiert", betont Karsten Mohr. "Kollegen werden es begrüßen, dass das ständige Nachfragen nun entfällt. Das Wesentliche aber ist, dass wichtige Informationen nicht mehr verloren gehen.
Quelle: Forum Besser Hören
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Mein Kind hört nicht – alles!
Auswirkungen einer Hörschädigung auf die Familienkommunikation

Bildungsurlaub für Eltern hörgeschädigter Kinder

Der DSB, Psychosoziale Beratungsstelle für Hörgeschädigte - LV Niedersachsen veranstaltet einen Bildungsurlaub für Eltern hörgeschädigter Kinder.
Dieser nach dem Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetz anerkannte Bildungsurlaub soll Eltern bei der Bewältigung des Familienalltags mit einem hörgeschädigten Kind unterstützen. Es werden Hintergrundinformationen über verschiedene Hörschädigungen gegeben. Gemeinsam wird der Einfluss der Hörschädigung auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und die Familienkommunikation betrachtet.
Informationen über technische Hilfsmittel, Hörtraining und Hörtaktik werden gegeben.
Außerdem wird Zeit und Raum für den Austausch im Kreis Gleichbetroffener unter psychologischer Anleitung für das Einbringen eigener Fragen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bleibt Platz für Entspannungsübungen, die helfen, neue Energien für den heimischen Alltag zu tanken.
Ort: Evangelischer Jugendhof Sachsenhain in Verden/Aller

Zeit: 11.3.2002 – 15.3.2002
Kosten:   220,00 Euro (incl. Unterkunft und Verpflegung) Ermäßigung für Menschen mit geringem Einkommen auf Anfrage
Weitere Informationen und Anmeldung:
Praxis für Körperarbeit und Audiotherapie, Am Loh 13
27283 Verden
Tel.: 0 42 31 / 91 22 98; Fax: 0 42 31/ 90 96 80; E-Mail: almuth.schreiber@gmx.de
Die Veranstaltung findet in der pädagogischen Verantwortung der LEB statt.
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Kinder können nicht mehr
so gut singen

Die Stimmqualität von Kindern hat sich Experten zufolge verschlechtert. Da immer weniger gesungen wird, haben viele Kinder heute kürzere Stimmbänder, beruft sich die "Ärzte Zeitung" auf ein Phoniatrie- Symposium in Leipzig. Auch leidet der Nachwuchs öfter an Atemverspannungen. Die Kinder werden heute geprägt von lauter Unterhaltungs- und Discomusik, während früher etwa in Kirche oder Schule viel gesungen wurde, so die Stimmexperten. Eine gezielte Förderung der Stimmbildung kommt meist zu kurz. Auch wachsen die Kinder heute schneller und kommen eher in den Stimmwechsel.
Quelle: Rhein-Zeitung
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