Archiv Februar/März 2006                                                                   

Warum Männer und Frauen sich nicht verstehen

Dass Männer ihren Frauen manchmal (oder oft) nicht zuhören, ist ein bekanntes Phänomen und auch gerne Anlass zu einem hausgemachten Streit. Vorsicht, liebe Leserinnen, es gibt jetzt eine wissenschaftliche Begründung für das "Unverständnis" der Männer. Laut einer britischen Studie der Universität Sheffield hat das männliche Gehirn nämlich Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und dem Verstehen von weiblichen Stimmen. Die Forscher haben die Hirnaktivitäten von 12 Männern gemessen, während sie männliche und weibliche Stimmen auf Band hörten. Je nach Stimmlage, so stellten die Wissenschaftler fest, wurden unterschiedliche Gehirnregionen angesprochen.

Dabei waren die Frauenstimmen für das Gehirn schwerer zu entziffern, da die Bandbreite der akustischen Wellen größer ist als bei Männerstimmen. Dies erfordert eine höhere Hirnaktivität und führt schnell zur Ermüdung.

Was wollen die Wissenschaftler uns nun also damit sagen? Dass Männer schlichtweg von Frauen überfordert sind? Unser Tipp: Vielleicht liegt
ja in manchen Fällen auch einfach eine Hörschwäche vor. Und das lässt sich mit einem Hörtest schnell herausfinden.
Quelle: Hören und Verstehen, Fundstelle: hoerforum.de
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Intelligenter durch Hörsysteme

(fgh) Wer mit Hörgeräten versorgt wird, hört nicht nur besser, er wird auch wieder schlauer. Dies ist das Ergebnis einer Pilotstudie der Universität Erlangen-Nürnberg. Demnach konnte eine deutliche Steigerung der Intelligenz um 3,43 IQ-Punkte festgestellt werden, nachdem Hörsysteme angepasst wurden. Untersucht wurden Personen, die vorher keine Hörgeräte getragen hatten. So konnte man die geistige Leistungsfähigkeit vor und während der Nutzung von Hörgeräten vergleichen.

Bei der Studie des Psychologen und Psychotherapeuten Dr. Siegfried Lehrl, des Hörgeräte-Akustikers Reinhold Funk und des HNO-Arztes Professor Dr. Klaus Seifert wurden 15 Personen untersucht und getestet. Die Untersuchungen fanden unmittelbar vor und etwa zwei Monate nach der Hörgeräteanpassung statt. Eine Kontrollgruppe wurde zum Vergleich ebenso getestet. Bei beiden Gruppen lag der IQ zu Untersuchungsbeginn im Durchschnitt bei etwa 100, dem Durchschnittswert der Bevölkerung. Während das aktuelle geistige Niveau bei der Kontrollgruppe unverändert blieb, nahm es bei den Trägern von Hörsystemen deutlich zu. 
Es wurde im Schnitt eine Steigerung des Intelligenz-Quotienten (IQ) um 3,43 Punkte festgestellt. Den größten Effekt hatten Personen, die beidohrig versorgt waren und ihre Geräte täglich zwischen viereinhalb und acht Stunden nutzten, mit Steigerungen von rund 10 IQ-Punkten.

Diese Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit kann mehrere Gründe haben: Wer sich nicht mehr so stark auf das Hören und Verstehen konzentrieren muss, hat mehr „Arbeitsspeicher“ frei, kann sich mehr auf Inhalte konzentrieren und erhält vielfältigere Anregungen. „Frühzeitiger Einsatz von Hörhilfen“, so folgert Professor Dr. Klaus Seifert, „ist ein wesentlicher Schutz gegen geistigen Abbau und gegen ein vorzeitiges Altern infolge eines Hörverlustes im Erwachsenenalter.“ Die Fördergemeinschaft Gutes Hören empfiehlt daher, sich möglichst früh für Hörgeräte zu entscheiden.

Quelle: S. Lehrl, R. Funk, K. Seifert: HNO 53, 852-862 (2005): Erste Hörhilfe erhöht die geistige Leistungsfähigkeit – offene kontrollierte Anwendungsbeobachtungsstudie als Pilotstudie

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Millionen für Hörverlust-Forschung

Die Europäische Union fördert die Forschung im Bereich Hören und Hörverlust und bewilligt dem Eurohear-Projekt 12,5 Millionen Euro.

Das fünf Jahre dauernde Forschungsprojekt soll fundamentales Wissen über die Entwicklung und Funktion des Innenohrs darlegen und die molekularen Defekte identifizieren, die für erbliche Hörschäden verantwortlich sind.

Zweiundzwanzig akademische Einrichtungen aus 10 verschiedenen Ländern arbeiten gemeinsam an dem Projekt, das 250 Wissenschaftler aus aller Welt zusammenbringt.

Das gemeinsame Forschungsprojekt wird 2009 enden. Mehr über Eurohear erfahren Sie im Internet unter www.eurohear.org.

Quelle: www.eurohear.org, Fundstelle: hear-it.org
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Unkontrollierter Lärm

Lärmpegel von 110 dB und eine höhere Patientenzahl bei HNO-Ärzten zeigen, dass der Lärm in Ecuador außer Kontrolle ist.

Es gibt keine klare Bestimmungen oder Umweltgesetze, die der ecuadorianischen Bevölkerung Schutz bieten. Das bestehende Gesetz schreibt einige Grenzwerte vor, doch diese werden nicht durchgesetzt, so Umweltberater Juan Carlos Fonseca.

Bis zu 110 dB auf den Straßen
Eine der Hauptlärmquellen in fast allen ecuadorianischen Provinzen ist der Verkehr. In einigen Regionen gibt es Kampagnen und Sanktionen gegen die Lärmverschmutzung durch öffentliche Transportmittel und exzessives Hupen.

Eine Studie, die 2004 in Loja für die CAJE-Stiftung durchgeführt wurde, sollte die Lautstärkenpegel in dieser Stadt Ecuadors bestimmen. Die Forscher nahmen Schallpegel in Gegenden mit vielen Menschen, z.B. auf Märkten und an Bushaltestellen auf. Mancherorts überschritten die Pegel 110 dB, ein Zustand, der als akustisch traumatisierend gilt. “Normalerweise sollten Menschen 40 bis 60 dB ausgesetzt sein,” so der Arzt Ramon Aguirre, einer der Studienforscher zu dem Online- Magazin lahora.com.ec.

Immer mehr Hörschäden
Die Zahl der Besuche bei Audiologen hat zugenommen. “Täglich besuchen durchschnittlich 15 Personen den Arzt wegen leichter, mittlerer oder schwerer Hörprobleme”, erklärt Gladys Espinoza, Audiologin am Carlos-Andrade-Marin- Krankenhaus, dem Magazin lahora.com.ec. “Fast die Hälfte von ihnen hat schwere Hörschäden wegen zu viel Lärms.” Außerdem haben die Forscher eine beunruhigend hohe Anzahl junger Leute unter 25 Jahre ermittelt, die offensichtlich Hörschäden davongetragen haben, ergänzt Espinoza.

Es sei sehr schwer, Umweltregeln in Ecuador durchzusetzen, so Juan Carlos Fonseca. Das liege vor allem an den fehlenden Mitteln und daran, dass es keine Ordnungsbehörde gebe, die sich um Lärmverschmutzung kümmere.

Quelle: www.lahora.com.ec, 30. August 2005, Fundstelle: hear-it.org
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Studie zum Hörscreening

In Deutschland gibt es kein bundesweites Hörscreening für Neugeborene. Das Bundesgesundheitsministerium bietet Testprogramme für eine Reihe von Bundesländern an.

Das Bundesgesundheitsministerium reagiert damit auf den hohen volkswirtschaftlichen Verlust, den unbehandelte Hörschäden nach sich ziehen. Laut Ministerium kommen in Deutschland ein bis zwei von 1.000 Kindern mit einer gravierenden Schwerhörigkeit zur Welt.

80.000 bis 150.000 Kinder sind mittelgradig schwerhörig. Drei bis vier Prozent aller Kinder leiden an einer leichten Schwerhörigkeit. Das sind bundesweit insgesamt über 500.000 Kinder mit Hörschäden.

Das Deutsche Zentralregister für kindliche Hörstörungen in Berlin ermittelte, dass rund 80.000 Kinder einen so hochgradigen Hörverlust haben, dass sie spezielle Sonderschulen besuchen müssen.Als Folge unbehandelter Schwerhörigkeit drohen irreversible Beeinträchtigungen der sprachlichen, intellektuellen, sozialen und emotionalen Entwicklung. Seit Jahren fordern Fachleute ein generelles Hörscreening für alle Bundesländer Deutschlands. In den USA, Österreich, den Niederlanden, Belgien, England und Israel ist das universelle Neugeborenen-Hörscreening weitgehend verwirklicht.

Mehrere weltweit abgeschlossene Studien haben die Notwendigkeit sowie Effizienz des Hörscreenings bewiesen. In Deutschland sollen durch die Pilotstudie Umsetzbarkeit, Effektivität und gesundheitsökonomische Gesichtspunkte des Neugeborenen-Hörscreenings untersucht werden.

Danach obliegt es dem Gemeinsamen Bundesausschuss, das Hörscreening in die Richtlinien der Kindervorsorgeuntersuchungen aufzunehmen.

In Deutschland ist ein Kind im Durchschnitt 2½ Jahre alt, bis eine angeborene Schwerhörigkeit entdeckt wird.

Quellen: www.bmgs.bund.de; www.dgk.de; www.medizin.fu-berlin.de/audio/indexdeu.html, 30. November 2005, Fundstelle: hear-it.org

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EU-Direktive gegen Lärm

Eine EU-Direktive verordnet strengere Lärmgrenzen am Arbeitsplatz. Ab dem 15. Februar 2006 müssen die Gesetze und Bestimmungen aller EU-Länder an allen Arbeitsplätzen den Standards der Lärmdirektive entsprechen.

Die EU-Direktive setzt einen täglichen Lärmbelastungsgrenzwert von 87 dB fest. Das bedeutet eine Verschärfung der Lärmbestimmungen in einer Reihe von Ländern, wo bislang eine Lärmbelastungsgrenze von 90 dB galt.

Auf Arbeitsplätzen mit Lärmpegeln über 87 dB zwingt die Direktive Firmen, Maßnahmen zur Lärmreduzierung zu ergreifen.
Hörschutz wird getestet
Wenn Lärmpegel nicht adäquat gesenkt werden können, müssen die Angestellten mit Hörschutz ausgestattet werden. Die neue Direktive umfasst Tests zur Sicherstellung der Hörschutz-Effizienz, um die Lärmpegel, denen die Arbeitnehmer ausgesetzt sind, auf ein akzeptables Niveau zu senken.

Weitere Informationen über die Lärmreduzierung und -kontrolle gibt es auf der Internetseite der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: http://agency.osha.eu.int/publications/factsheets/
58/en/index.htm


Quelle: Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheits- schutz am Arbeitsplatz - http://osha.eu.int/OSHA , Fundstelle: hear-it.org

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