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2005
keine Verschlechterung
Bei
der Versorgung mit Hörgeräten wird sich im Jahr 2005 für die
Patienten
finanziell nichts verschlechtern. „Die jüngste Festlegung
bundeseinheitlicher
Festbeträge
bei Hörgeräten bringt keine Nachteile für die Patienten. Die Höhe der
Erstattungen,
die die gesetzlichen Kassen nun für Hörgeräte leisten, entspricht dem
Durchschnitt
der bisherigen Leistungen“, so Karsten Mohr, Sprecher des Forum Besser Hören.
„Das
heißt, die Kassen zahlen bei Hörgeräten auch weiterhin einen Zuschuss von
bis zu 100
Prozent.“
Mohr
verwies auf die Bestimmungen der Spitzenverbände der Krankenkassen vom 1.
Dezember
2004,
die seit 1. Januar 2005 in Kraft sind und bundesweit gelten. Demnach
erstatten die Kassen
für
Hörgeräte 421 Euro pro Hörgerät. Im Falle einer beidohrigen Versorgung
wird für das
zweite
Hörgerät ein Abschlag von 84 Euro vorgenommen. Bislang galten je nach
Bundesland und
Krankenkasse
unterschiedliche Festbeträge, die zwischen 350 und 450 Euro lagen.
Die
bundesweite Vereinheitlichung der Festbeträge sorge für mehr Transparenz
und Klarheit für
die
Betroffenen. „Dies ist ganz im Sinne derjenigen Menschen, die sich mit
einem Hörgerät
versorgen
lassen wollen“, so Mohr weiter. In Deutschland leiden rund 15 Millionen
Menschen
unter
Hörproblemen. Nur drei Millionen davon sind adäquat mit modernen Hörsystemen
versorgt.
2003 wurden knapp 700.000 Hörgeräte von HNO-Ärzten verschrieben und von
Hörgeräteakustikern
angepasst. Rund zwei Drittel waren digitale Hochleistungssysteme, die zum
Teil
zum Festbetrag der Kasse oder gegen geringe Zuzahlung angepasst werden.
Weitere
Infos unter der kostenfreien Servicenummer 0800-360-9-360 an jedem Montag
von 15
bis
17 Uhr.
Quelle:
Forum Besser Hören
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Ältere
zögern bei Hörtest
Viele
ältere Menschen suchen erst ärztliche Hilfe auf, nachdem sie von Freunden
oder Verwandten dazu aufgefordert und darin unterstützt werden.
Eine holländische Studie zeigte, dass die meisten älteren Menschen, die
einen Hörtest durchführen lassen, erst zum Arzt gehen, nachdem sich andere
über ihr schlechtes Gehör beschwert haben.
Drei von vier Älteren, die ärztlichen Rat einholen,
sagen, dass Bekannte sich negativ über ihre Schwerhörigkeit äußern oder
ihnen direkt empfehlen, sich ein Hörgerät anzuschaffen. Bei hörgeschädigten
Älteren, die ihr Gehör nie testen ließen, wird nur knapp die Hälfte von
ihnen durch Freunde oder Verwandte zu einem Hörtest ermutigt.
Nur eine Minderheit älterer Menschen nutzt die Vorteile
eines Hörgerätes. Laut der Studie trägt nur jeder vierte Hörgeschädigte
über 55 Jahre ein Hörgerät. Unter denen, die kein Hörgerät benutzen,
suchen 6 von 10 wegen ihres schlechten Gehörs nie Hilfe auf, obwohl die Hälfte
von ihnen zugibt, schlecht zu hören.
Unabhängig
davon, ob sie Hilfe aufsuchen oder nicht - bei Älteren ist die Skepsis
gegenüber Hörgeräten ausgeprägt. In jeder Gruppe waren 4 von 5 Personen
nicht dazu bereit, Hörgeräte zu tragen. 60 Prozent meinten, dass zu viele
Nachteile mit dem Tragen eines Hörgerätes verbunden sind.
Der Hörverlust-Grad beeinflusst auch den Wunsch, einen
Arzt wegen des Problems aufzusuchen. Zwei Drittel der Hörgeschädigten, die
ärztliche Hilfe aufsuchen, sagten, ihr Hörverlust verursache gravierende
Probleme in ihrem täglichen Leben, während dies nur ein Drittel
derjenigen, die keine Hilfe aufsuchen, glaubten.
An der Studie nahmen 1419 Personen Teil. Es stellte sich
heraus, dass jeder Dritte über 55 Jahre einen Hörverlust von mehr als 30
dB hat.
Quelle:
Help-seeking Behaviour for Hearing Impaired Persons Aged > 55 Years;
Effect of Complaints, Significant Others and Hearing Aid Image, Acta
otolaryngologica 2003, Nr. 123.
Fundstelle:
hear-it.org
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Hörverlust
durch Diabetes
Hörverlust
erweitert die Liste der Nebenwirkungen von Diabetes. Mehrere Studien zeigen
an, dass Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben, einen Hörschaden zu
bekommen, doch die Art der Beziehung zwischen Diabetes und Hörverlust ist
bislang unklar.
Eine
Studie an 694 Amerikanern im Alter zwischen 28 und 85 Jahren zeigte, dass
Diabetiker, die jünger als 60 Jahre alt sind, ein höheres Vorkommen an Hörverlust
aufweisen als andere Personen dieser Altersgruppe. Es stellte sich heraus,
dass Diabetes das zentrale Verarbeitungssystem des Gehörs beeinträchtigt,
was bei Diabetikern zu deutlich schlechterem Hören führt. Tests der
cochlearen Funktion des Ohrs zeigten nur unwesentliche Unterschiede zwischen
Diabetikern und Nicht-Diabetikern.
Die Forscher hinter der Studie kennen die genaue Ursache
von Hörverlust bei Diabetikern nicht, doch sie vermuten, dass die Ursache
mit einer Degenerierung von winzigen Blutgefäßen im Ohr oder dem Nerv, der
das Ohr mit dem Hirn verbindet, zusammenhängt.
Eine
frühere Studie, an der 66 036 Menschen aus Maryland, USA, teilnahmen,
ergab, dass sensorineuraler Hörverlust bei Diabetikern verbreiteter ist als
in der Durchschnittsbevölkerung. Insgesamt leiden 13 Prozent der Diabetiker
an Hörverlust, bei Nicht-Diabetikern sind es 10 Prozent.
Eine Untersuchung von 1344 Menschen in Indien zeigte
sogar ein noch höheres Hörverlust-Risiko bei Diabetikern. Diese Studie
ergab, dass nahezu jeder vierte Typ-2-Diabetiker über 50 Jahren ein Hörgerät
benutzte, im Vergleich zu jedem vierzehnten Nicht-Diabetiker gleichen
Alters. Die größte Ungleichheit wurde bei den 50-60-Jährigen ausgemacht.
In dieser Altersgruppe war die Wahrscheinlichkeit bei Diabetikern, ein Hörgerät
zu tragen, sechs Mal so hoch wie bei Nicht-Diabetikern.
Quelle:
hear-it.org
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Im
oder hinter dem Ohr?
(fgh)
Rund 14 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht. Viele Hörprobleme
kann man heute dank ausgefeilter Technik lösen. Doch hier beginnt für
manchen die Qual der Wahl. Es fängt schon mit der Frage an, ob man die
kleinen Geräte lieber im Ohr oder dahinter tragen möchte. Beides hat
Vorteile, die jeder nach der Beratung durch den Hörakustiker für sich abwägen
kann.
Die kleinsten Im-Ohr-Geräte, die Gehörgangsgeräte, verschwinden im Gehörgang.
Für Außenstehende sind diese Hörsysteme unsichtbar. Dieser Aspekt ist für
manche Menschen wichtig – vor allem, wenn es um die ersten Hörgeräte
geht. Die Ohrmuschel-Geräte liegen in der Ohrmuschel, es gibt sie in
hautfarbener Tönung oder als Schmuck-Geräte. Auch die aktuellen
Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme sind zart und federleicht. Man kann sie in allen
Farben bekommen, bunt oder passend zur Haarfarbe. Diese Geräte liegen
hinter dem Ohr und sind über einen kleinen Schallschlauch mit dem –
transparenten oder auch bunten – Ohrpassstück in der Ohrmuschel
verbunden. Viele vor allem junge Menschen tragen bunte Hörgeräte wie ein
modisches Accessoire.
Bei
sehr starken Hörminderungen können nur Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO)
angepasst werden. Auch Kinder werden immer mit HdOs versorgt, da nur diese
eine winzige Steckerverbindung bieten, an die beispielsweise in der Schule
Funkübertragungsanlagen angeschlossen werden können. Auch Erwachsene können
davon profitieren und den Fernseh- oder Radioton direkt in die Hörgeräte
übertragen lassen.
Da Im-Ohr-Geräte ohne Schallschlauch auskommen, werden hohe Töne etwas
besser übertragen. Außerdem sitzen sie für die Schallaufnahme genau an
der richtigen Stelle: Von der Ohrmuschel abgeschirmt, ist perfekte
Schallortung möglich. Die Handhabung der winzigen Geräte erfordert aber
auch eine gewisse Fingerfertigkeit. Bei HdOs kann das Ohrpassstück offen
gestaltet werden. Durch diese Öffnungen wird der Gehörgang gut belüftet
– was ein angenehmes Tragegefühl bringt. Außerdem gelangt so auch der
natürliche Klang ins Ohr, der dann durch die bearbeiteten Klänge des Hörsystems
ergänzt wird.
Letztlich ist die Entscheidung für ein bestimmtes Modell eine ganz
individuelle, die man erst nach eingehender Beratung durch den Hörakustiker
und den Vergleich unterschiedlicher Geräte treffen kann – abhängig von
der eigenen Hörminderung, den Ansprüchen und natürlich dem subjektiven
Klangempfinden.
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Konzertveranstalter
muss zahlen
Ein
deutsches Landgericht gab einer Frau Recht, die ihren plötzlichen Tinnitus
und Hörverlust auf die exzessive Lautstärke bei einem Bon Jovi-Konzert zurückführte,
das im September 2000 stattfand.
Das
Landgericht entschied im Dezember 2004, dass der Veranstalter der
Konzertbesucherin ein Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro zahlen muss. Außerdem
wurde er zur Zahlung von Behandlungskosten und Einkommensverlust verurteilt.
Nach
dem Urteil des Landgerichts hatte der Konzertveranstalter seine Pflicht zum
Schutz der Besucher verletzt, da er während der Show keine Maßnahmen zur
Verringerung der Lautstärke getroffen hatte.
Der Konzertveranstalter hat noch Zeit, um das Urteil
anzufechten.
Quelle:
www.reuters.com
Fundstelle:
hear-it.org
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Lärm
im Klassenzimmer
Ein
Klassenzimmer ist kein guter Ort für Kinder mit empfindlichen Ohren. Der Lärm
anderer Kinder, die alle durcheinander sprechen, die Sitze hin- und
herschieben, weil sie einen Stift vom Boden aufheben möchten oder einfach
nicht still sitzen können, ist störend.
Eine
Studie der Universität Oldenburg bestätigte, dass in zu vielen
Klassenzimmern zu viel Lärm herrscht. Während einer normalen Stunde in
einer Grundschule wurden Pegel zwischen 70 und 77 dB gemessen.
Lärm beeinträchtigt die Konzentration der Kinder, ein
Problem, das bei Schülern mit Hörverlust noch gravierender ist. Als
Vergleich hierzu liegt der empfohlene maximale Geräuschpegel für Büroarbeitsplätze
bei 55 dB, um einen Konzentrationsabfall zu vermeiden.
"Bei
Situationen, in denen sich Kinder mit normalem Gehör anstrengen müssen, um
die Stimme des Lehrers trotz Hintergrundlärms zu hören, wird die Aufgabe für
ein hörgeschädigtes Kind nahezu unmöglich," sagt Gerhard Hillig vom
Forum Besser Hören. Sowohl Eltern als auch Lehrer müssen hörgeschädigten
Kindern, die Schwierigkeiten damit haben, dem Unterricht zu folgen,
Aufmerksamkeit schenken.
Eine Lärmreduzierung und bessere Akustik im Klassenzimmer kann durch eine
Reihe von Maßnahmen erreicht werden, z.B.:
-
Filzunterlagen
unter Tisch- und Stuhlbeine kleben
-
Regelmäßige
Überprüfung des Mobiliars - z.B. auf quietschende Schubladen und
wackelnde Stühle oder Tische
-
Anbringen
von Gardinen oder Vorhängen
-
Anbringen
von Kork-Pinnwänden und schallabsorbierender Wandverkleidung
-
Schallabsorbierende
Teppiche auslegen
Quelle:
Forum Besser Hören, Juni 2004
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