Archiv Februar 2005                                                                   

2005 keine Verschlechterung

Bei der Versorgung mit Hörgeräten wird sich im Jahr 2005 für die Patienten finanziell nichts verschlechtern. „Die jüngste Festlegung bundeseinheitlicher Festbeträge bei Hörgeräten bringt keine Nachteile für die Patienten. Die Höhe der Erstattungen, die die gesetzlichen Kassen nun für Hörgeräte leisten, entspricht dem Durchschnitt der bisherigen Leistungen“, so Karsten Mohr, Sprecher des Forum Besser Hören. „Das heißt, die Kassen zahlen bei Hörgeräten auch weiterhin einen Zuschuss von bis zu 100 Prozent.“

Mohr verwies auf die Bestimmungen der Spitzenverbände der Krankenkassen vom 1. Dezember 2004, die seit 1. Januar 2005 in Kraft sind und bundesweit gelten. Demnach erstatten die Kassen für Hörgeräte 421 Euro pro Hörgerät. Im Falle einer beidohrigen Versorgung wird für das zweite Hörgerät ein Abschlag von 84 Euro vorgenommen. Bislang galten je nach Bundesland und Krankenkasse unterschiedliche Festbeträge, die zwischen 350 und 450 Euro lagen.

Die bundesweite Vereinheitlichung der Festbeträge sorge für mehr Transparenz und Klarheit für die Betroffenen. „Dies ist ganz im Sinne derjenigen Menschen, die sich mit einem Hörgerät versorgen lassen wollen“, so Mohr weiter. In Deutschland leiden rund 15 Millionen Menschen unter Hörproblemen. Nur drei Millionen davon sind adäquat mit modernen Hörsystemen versorgt. 2003 wurden knapp 700.000 Hörgeräte von HNO-Ärzten verschrieben und von Hörgeräteakustikern angepasst. Rund zwei Drittel waren digitale Hochleistungssysteme, die zum Teil zum Festbetrag der Kasse oder gegen geringe Zuzahlung angepasst werden.

Weitere Infos unter der kostenfreien Servicenummer 0800-360-9-360 an jedem Montag von 15 bis 17 Uhr.

Quelle: Forum Besser Hören
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Ältere zögern bei Hörtest

Viele ältere Menschen suchen erst ärztliche Hilfe auf, nachdem sie von Freunden oder Verwandten dazu aufgefordert und darin unterstützt werden.

Eine holländische Studie zeigte, dass die meisten älteren Menschen, die einen Hörtest durchführen lassen, erst zum Arzt gehen, nachdem sich andere über ihr schlechtes Gehör beschwert haben.

Drei von vier Älteren, die ärztlichen Rat einholen, sagen, dass Bekannte sich negativ über ihre Schwerhörigkeit äußern oder ihnen direkt empfehlen, sich ein Hörgerät anzuschaffen. Bei hörgeschädigten Älteren, die ihr Gehör nie testen ließen, wird nur knapp die Hälfte von ihnen durch Freunde oder Verwandte zu einem Hörtest ermutigt.

Nur eine Minderheit älterer Menschen nutzt die Vorteile eines Hörgerätes. Laut der Studie trägt nur jeder vierte Hörgeschädigte über 55 Jahre ein Hörgerät. Unter denen, die kein Hörgerät benutzen, suchen 6 von 10 wegen ihres schlechten Gehörs nie Hilfe auf, obwohl die Hälfte von ihnen zugibt, schlecht zu hören.

Unabhängig davon, ob sie Hilfe aufsuchen oder nicht - bei Älteren ist die Skepsis gegenüber Hörgeräten ausgeprägt. In jeder Gruppe waren 4 von 5 Personen nicht dazu bereit, Hörgeräte zu tragen. 60 Prozent meinten, dass zu viele Nachteile mit dem Tragen eines Hörgerätes verbunden sind.

Der Hörverlust-Grad beeinflusst auch den Wunsch, einen Arzt wegen des Problems aufzusuchen. Zwei Drittel der Hörgeschädigten, die ärztliche Hilfe aufsuchen, sagten, ihr Hörverlust verursache gravierende Probleme in ihrem täglichen Leben, während dies nur ein Drittel derjenigen, die keine Hilfe aufsuchen, glaubten.

An der Studie nahmen 1419 Personen Teil. Es stellte sich heraus, dass jeder Dritte über 55 Jahre einen Hörverlust von mehr als 30 dB hat.

Quelle: Help-seeking Behaviour for Hearing Impaired Persons Aged > 55 Years; Effect of Complaints, Significant Others and Hearing Aid Image, Acta otolaryngologica 2003, Nr. 123.

Fundstelle: hear-it.org
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Hörverlust durch Diabetes

Hörverlust erweitert die Liste der Nebenwirkungen von Diabetes. Mehrere Studien zeigen an, dass Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben, einen Hörschaden zu bekommen, doch die Art der Beziehung zwischen Diabetes und Hörverlust ist bislang unklar.

Eine Studie an 694 Amerikanern im Alter zwischen 28 und 85 Jahren zeigte, dass Diabetiker, die jünger als 60 Jahre alt sind, ein höheres Vorkommen an Hörverlust aufweisen als andere Personen dieser Altersgruppe. Es stellte sich heraus, dass Diabetes das zentrale Verarbeitungssystem des Gehörs beeinträchtigt, was bei Diabetikern zu deutlich schlechterem Hören führt. Tests der cochlearen Funktion des Ohrs zeigten nur unwesentliche Unterschiede zwischen Diabetikern und Nicht-Diabetikern.

Die Forscher hinter der Studie kennen die genaue Ursache von Hörverlust bei Diabetikern nicht, doch sie vermuten, dass die Ursache mit einer Degenerierung von winzigen Blutgefäßen im Ohr oder dem Nerv, der das Ohr mit dem Hirn verbindet, zusammenhängt.

Eine frühere Studie, an der 66 036 Menschen aus Maryland, USA, teilnahmen, ergab, dass sensorineuraler Hörverlust bei Diabetikern verbreiteter ist als in der Durchschnittsbevölkerung. Insgesamt leiden 13 Prozent der Diabetiker an Hörverlust, bei Nicht-Diabetikern sind es 10 Prozent.

Eine Untersuchung von 1344 Menschen in Indien zeigte sogar ein noch höheres Hörverlust-Risiko bei Diabetikern. Diese Studie ergab, dass nahezu jeder vierte Typ-2-Diabetiker über 50 Jahren ein Hörgerät benutzte, im Vergleich zu jedem vierzehnten Nicht-Diabetiker gleichen Alters. Die größte Ungleichheit wurde bei den 50-60-Jährigen ausgemacht. In dieser Altersgruppe war die Wahrscheinlichkeit bei Diabetikern, ein Hörgerät zu tragen, sechs Mal so hoch wie bei Nicht-Diabetikern.

Quelle: hear-it.org
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Im oder hinter dem Ohr?

(fgh) Rund 14 Millionen Menschen in Deutschland hören schlecht. Viele Hörprobleme kann man heute dank ausgefeilter Technik lösen. Doch hier beginnt für manchen die Qual der Wahl. Es fängt schon mit der Frage an, ob man die kleinen Geräte lieber im Ohr oder dahinter tragen möchte. Beides hat Vorteile, die jeder nach der Beratung durch den Hörakustiker für sich abwägen kann.

Die kleinsten Im-Ohr-Geräte, die Gehörgangsgeräte, verschwinden im Gehörgang. Für Außenstehende sind diese Hörsysteme unsichtbar. Dieser Aspekt ist für manche Menschen wichtig – vor allem, wenn es um die ersten Hörgeräte geht. Die Ohrmuschel-Geräte liegen in der Ohrmuschel, es gibt sie in hautfarbener Tönung oder als Schmuck-Geräte. Auch die aktuellen Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme sind zart und federleicht. Man kann sie in allen Farben bekommen, bunt oder passend zur Haarfarbe. Diese Geräte liegen hinter dem Ohr und sind über einen kleinen Schallschlauch mit dem – transparenten oder auch bunten – Ohrpassstück in der Ohrmuschel verbunden. Viele vor allem junge Menschen tragen bunte Hörgeräte wie ein modisches Accessoire.

Bei sehr starken Hörminderungen können nur Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) angepasst werden. Auch Kinder werden immer mit HdOs versorgt, da nur diese eine winzige Steckerverbindung bieten, an die beispielsweise in der Schule Funkübertragungsanlagen angeschlossen werden können. Auch Erwachsene können davon profitieren und den Fernseh- oder Radioton direkt in die Hörgeräte übertragen lassen.

Da Im-Ohr-Geräte ohne Schallschlauch auskommen, werden hohe Töne etwas besser übertragen. Außerdem sitzen sie für die Schallaufnahme genau an der richtigen Stelle: Von der Ohrmuschel abgeschirmt, ist perfekte Schallortung möglich. Die Handhabung der winzigen Geräte erfordert aber auch eine gewisse Fingerfertigkeit. Bei HdOs kann das Ohrpassstück offen gestaltet werden. Durch diese Öffnungen wird der Gehörgang gut belüftet – was ein angenehmes Tragegefühl bringt. Außerdem gelangt so auch der natürliche Klang ins Ohr, der dann durch die bearbeiteten Klänge des Hörsystems ergänzt wird.

Letztlich ist die Entscheidung für ein bestimmtes Modell eine ganz individuelle, die man erst nach eingehender Beratung durch den Hörakustiker und den Vergleich unterschiedlicher Geräte treffen kann – abhängig von der eigenen Hörminderung, den Ansprüchen und natürlich dem subjektiven Klangempfinden.

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Konzertveranstalter muss zahlen

Ein deutsches Landgericht gab einer Frau Recht, die ihren plötzlichen Tinnitus und Hörverlust auf die exzessive Lautstärke bei einem Bon Jovi-Konzert zurückführte, das im September 2000 stattfand.

Das Landgericht entschied im Dezember 2004, dass der Veranstalter der Konzertbesucherin ein Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro zahlen muss. Außerdem wurde er zur Zahlung von Behandlungskosten und Einkommensverlust verurteilt.

Nach dem Urteil des Landgerichts hatte der Konzertveranstalter seine Pflicht zum Schutz der Besucher verletzt, da er während der Show keine Maßnahmen zur Verringerung der Lautstärke getroffen hatte.

Der Konzertveranstalter hat noch Zeit, um das Urteil anzufechten.


Quelle: www.reuters.com
Fundstelle: hear-it.org

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Lärm im Klassenzimmer

Ein Klassenzimmer ist kein guter Ort für Kinder mit empfindlichen Ohren. Der Lärm anderer Kinder, die alle durcheinander sprechen, die Sitze hin- und herschieben, weil sie einen Stift vom Boden aufheben möchten oder einfach nicht still sitzen können, ist störend.

Eine Studie der Universität Oldenburg bestätigte, dass in zu vielen Klassenzimmern zu viel Lärm herrscht. Während einer normalen Stunde in einer Grundschule wurden Pegel zwischen 70 und 77 dB gemessen.

Lärm beeinträchtigt die Konzentration der Kinder, ein Problem, das bei Schülern mit Hörverlust noch gravierender ist. Als Vergleich hierzu liegt der empfohlene maximale Geräuschpegel für Büroarbeitsplätze bei 55 dB, um einen Konzentrationsabfall zu vermeiden.

"Bei Situationen, in denen sich Kinder mit normalem Gehör anstrengen müssen, um die Stimme des Lehrers trotz Hintergrundlärms zu hören, wird die Aufgabe für ein hörgeschädigtes Kind nahezu unmöglich," sagt Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören. Sowohl Eltern als auch Lehrer müssen hörgeschädigten Kindern, die Schwierigkeiten damit haben, dem Unterricht zu folgen, Aufmerksamkeit schenken.

Eine Lärmreduzierung und bessere Akustik im Klassenzimmer kann durch eine Reihe von Maßnahmen erreicht werden, z.B.: 

  • Filzunterlagen unter Tisch- und Stuhlbeine kleben

  • Regelmäßige Überprüfung des Mobiliars - z.B. auf quietschende Schubladen und wackelnde Stühle oder Tische

  • Anbringen von Gardinen oder Vorhängen

  • Anbringen von Kork-Pinnwänden und schallabsorbierender Wandverkleidung

  • Schallabsorbierende Teppiche auslegen

Quelle: Forum Besser Hören, Juni 2004
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