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Volle
Dröhnung
Das
Wochenende naht – und damit der Discobesuch. Die Clique von Mirko hat sich
in der neuesten Techno-Disco der Stadt verabredet. Die bietet vor allem
eins: Supercoole Musik – und die ziemlich laut. Wenn Mirko und seine
Freunde ein paar Stunden später die Disco verlassen, können sie sich erst
einmal nicht mehr in normaler Lautstärke unterhalten. Sie sind fast taub.
Die Ohren dröhnen, pfeifen und sausen. Die Stimmen der anderen hören sich
an wie durch Watte gesprochen.
Wer seinen Ohren ständig die volle Dröhnung zumutet, kann schon mal Geld fürs
Hörgerät zurücklegen. Denn Hörstörungen bis hin zur Taubheit sind die häufige
Folge. Das Pfeifen und Dröhnen nach dem Discobesuch ist zwar am nächsten
Tag meistens wieder verschwunden, aber die Schädigung des Gehörs bleibt.
Bereits
bei einer Lautstärke von 65 Dezibel – das entspricht einem zu laut
gestellten Fernseher – vibriert das Trommelfell. Startet ein Düsenflugzeug
in 100 Metern Entfernung mit 130 Dezibel, kann das Trommelfell so stark
geschädigt werden, dass es sich nie wieder erholt. Von diesem Geräuschpegel
sind manche Discos mit Werten über 100 Dezibel nicht weit entfernt. Auch
die Dauerberieselung aus dem Walkman geht aufs Gehör. Höchstens eine
Stunde täglich und nicht mehr als 94 Dezibel ist für das Trommelfell
gerade noch erträglich.
Tipp der DAK: Sich nicht zu häufig und nicht über mehrere Stunden lauter
Musik und Geräuschen aussetzen. Geht ihr in Popkonzerte, stellt euch nicht
direkt vor die Boxen.
Übrigens: Das Umweltbundesamt rechnet bei zehn Prozent der Jugendlichen mit
einem mittleren Hörverlust durch zu lautes Musikhören.
Quelle: DAK
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Gesundheitsreform
und Hörgeräte
(fgh) Die gute
Nachricht zuerst: Hörgeräte werden weiterhin von den gesetzlichen
Krankenkassen bezuschusst. Wie bisher übernehmen die Kassen bei verordneten
Hörgeräten einen bestimmten Betrag. Dieser Festbetrag ist in allen Bundesländern
unterschiedlich und liegt derzeit zwischen 350 bis 500 Euro pro Hörgerät.
Für hochwertigere Geräte müssen Patienten nach wie vor einen Eigenanteil
übernehmen. Im Verlauf des Jahres soll der Festbetrag bundesweit
vereinheitlicht werden.
Verändert hat sich nur eines: Seit dem 1. Januar müssen für jedes neue Hörgerät
zehn Euro Gebühr gezahlt werden. Hörakustiker sind gesetzlich dazu
verpflichtet, diese Hilfsmittelgebühr einzuziehen und mit dem Festbetrag
der Krankenkasse zu verrechnen. Auch die Ohrpassstücke (Otoplastiken) sind
in dieser Gebühr enthalten. Nur wenn eine Otoplastik nachgeliefert werden
muss, wird hierfür eine Gebühr von fünf Euro fällig. Kinder und
Jugendliche (bis zu 18 Jahren) sind von der Hilfsmittelgebühr befreit. Auch
bei Reparaturen oder Schlaucherneuerungen und wenn eine Bescheinigung über
die Befreiung von gesetzlichen Zuzahlungen vorliegt, muss die Gebühr nicht
gezahlt werden.
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Büros
zum Arbeiten zu laut
(fbh) Jeder
zweite Büroangestellte fühlt sich durch den im
Büro herrschenden Lärmpegel bei der Ausübung seiner Tätigkeit gestört.
Zu
diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Forum Besser Hören. Befragt wurden
knapp 1.000 Büroangestellte, die in Einzelbüros, kleinen Büroräumen mit
zwei bis vier Kollegen oder Großraumbüros arbeiten.
Die Mehrheit der befragten Büro-Angestellten sind im Wesentlichen mit
konzentrierter
geistiger Tätigkeit (33%), Telefon- oder persönlichen Gesprächen
(25%) beschäftigt. Um konzentriert arbeiten zu können, ist eine ruhige
Arbeitsatmosphäre unabdingbar. 50% der Befragten fühlen sich jedoch bei
der
Ausübung ihrer Tätigkeit durch zu viele Geräusche am Arbeitsplatz gestört.
Die
Folge: Bei Besprechungen bekommt man nicht alles mit; Aussagen werden häufig
falsch verstanden, sodass oft nachgefragt werden muss; bei
Gruppengesprächen fühlen sich die Befragten leicht unsicher und schneller
gestresst. Zu den am ehesten störenden Geräuschquellen am Arbeitsplatz zählen
PC, Drucker und Telefon. In vielen Büroräumen sind zudem noch Faxgerät
und
Kopierer untergebracht.
Gegen
störende Hintergrundgeräusche im Büro und zur Verbesserung der
Kommunikation helfen oft schon kleine Schritte. Gerhard Hillig vom Forum
Besser Hören rät:
-
Computer
in einiger Entfernung platzieren, z.B. unter dem Tisch
-
lärmintensive
Geräte in einem separaten Raum unterbringen und
-
Gebrauchsspuren
an Geräten (Quietschen, Klappern) beseitigen
-
-
bei der Neuanschaffung von Geräten auf geringe Lautstärke achten
-
-
schallschluckende Gegenstände im Raum unterbringen, z.B. Gardinen und
-
Teppiche
-
-
Büroräume nicht als Durchgangszimmer nutzen
-
-
Konferenzraum auch für kleine Besprechungen nutzen
Wenn
ein Kollege jedoch häufiger durch Missverständnisse und häufiges
Nachfragen auffällt, können neben der zu lautend Arbeitsatmosphäre auch
Hörprobleme die Ursache für Verständnisprobleme sein. In diesem Fall
sollte
man den Kollegen unbedingt auf eine Überprüfung seines Gehörs beim
Hörgeräte-Akustiker oder HNO-Arzt aufmerksam machen. Denn wer häufiger
wichtige Informationen nicht mitbekommt, riskiert nicht nur irritierte
Blicke
der Kollegen, sondern gefährdet unter Umständen sogar seinen Arbeitsplatz.
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612.000
Dollar für Hörgeschädigten
Nach
32 Jahren als Arbeiter in einem Chemiewerk in Texas begann Victor Skrabanek
Hörprobleme zu bekommen. Tests zeigten, dass sein Hörverlust durch
exzessiven Lärm in der Fabrik in Bay City, südlich von Houston, verursacht
wurde.
Doch
als er eine Entschädigungsleistung für Arbeiter beantragte, lehnte sein
Arbeitgeber, die "Celanese Chemical Corporation", das Gesuch ab.
Kurz darauf, im Januar 2000, wurde Skrabanek wegen der Befüllung eines
Tanks mit einer falschen Chemikalie entlassen.
Dreieinhalb Jahre später, im August 2003, sprach eine
Jury im Matagorda County dem früheren Arbeiter 612 000 US-Dollar zu,
nachdem sie befunden hatte, dass er von der Firma als Vergeltung für seinen
Entschädigungsantrag entlassen wurde. In dem Prozess wurde als Beweis angeführt,
dass eine falsche Tank-Befüllung normalerweise kein Kündigungsgrund ist,
so Gregg Robinson, Anwalt für Arbeitsrecht bei "Rosenberg and
Associates" in Houston.
Celanese
erklärte, dass Skrabanek vorher bereits verwarnt worden war und gewusst
habe, dass ein weiterer Fehler zu einer Kündigung führen würde. Das
Unternehmen konnte jedoch keine Dokumente aus der Personalmappe als Beweis
dafür vorlegen, dass solche Verwarnungen stattgefunden hatten.
Ein Anwalt von Celanese sagte, das Unternehmen werde das
Urteil anfechten.
Heute arbeitet Skrabanek als Fahrradmonteur in einem
Warenhaus. Nach seiner Entlassung zahlte er 5000 US-Dollar aus eigener
Tasche für die benötigten Hörgeräte.
Quelle:
The Houston Chronicle, 5. August 2003
Fundstelle:
hear-it.org
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Hörverlust
oft nicht diagnostiziert
Hörverlust
ist die dritthäufigste chronische Beschwerde bei älteren Leuten und wirkt
sich deutlich auf ihre körperliche und geistige Gesundheit aus. Doch eine
neue amerikanische Studie besagt, dass die meisten älteren Patienten weder
auf Hörverlust untersucht noch behandelt werden, obwohl einfache
Screening-Methoden zur Verfügung stehen und vom Allgemein- oder Hausarzt
leicht durchzuführen sind.
Laut der Studie sind zwischen 25 und 40 Prozent der
US-Amerikaner über 65 Jahren von Hörschäden betroffen. Eine effiziente
Behandlung könnte ihr Gehör deutlich verbessern. Doch die meisten älteren
Menschen durchlaufen keinen einfachen Screening-Test. Weniger als 10 Prozent
der Allgemeinärzte screenen ältere Patienten auf Hörverlust und nur 25
Prozent der Patienten, die ein Hörgerät gebrauchen könnten, bekommen auch
eins.
Die Studie stützt sich auf eine Untersuchung von 1595
wissenschaftlichen Artikeln, die zwischen 1985 und 2001 veröffentlicht
wurden, und wurde im "Journal of the American Medical Association"
am 16. April 2003 publiziert.
"Viele Leute haben den Hörverlust als einen Teil
des Alterns akzeptieren gelernt," sagt Bevan Yueh, leitender Autor der
Studie, zu den "HealthScoutNews". "Was nicht akzeptiert
werden sollte, ist der daraus resultierende Verlust an Lebensqualität. Hörverlust
kann effektiv behandelt werden."
Die
Studie ergab, dass ein starker Zusammenhang zwischen Hörverlust und
sozialer Isolation, Depression, niedrigem Selbstwertgefühl und
Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags besteht.
Die Autoren der Studie empfehlen, dass Hörverlust-Screening
genau so normal werden sollte wie Blutdruckmessen und Seh-tests. Die zwei
einfachen Vorgänge für ein erstes Hör-Screening bestehen aus einem
handgehaltenen Audioskop und der Verteilung von einem kurzen Fragebogen, den
der Patient im Warteraum ausfüllen könnte.
Screening ist sehr wichtig, da der Patient selber
oftmals sein schlechtes Gehör nicht bemerkt, weil es sich über einen längeren
Zeitraum verschlechtert hat. Viele sind trotz sozialer Isolation nicht darüber
im Klaren, wie schlecht sie hören und bleiben zu Hause, um Fernsehen zu
gucken. Dr. Yueh kennt Leute, die nicht mehr mit ihren Enkelkindern sprechen
und kein Sozialleben mehr haben und fügt hinzu: "Dann bekommen sie ein
Hörgerät und jetzt nehmen sie wieder voll am Leben teil."
Quellen:
The Journal of the American Medical Association, Band 289, Nr. 15, 16. April
2003 und HealthScoutNewsReporter, 15. April 2003
Fundstelle:
hear-it.org
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Wo
gibt es Hörscreening?
Das Hörscreening
bei Neugeborenen zählt in Deutschland noch immer nicht zur
Standarduntersuchung nach der Geburt – wenn mittlerweile auch mehr und
mehr Kliniken diese wichtige Aussonderungsuntersuchung von angeborenen Hörschäden
einführen. Nur in welcher Stadt und in welchen Kliniken genau möglich ist
– auf diese Fragen erhielten Eltern bislang keine oder nur mühsam
Antwort. Das Forum Besser Hören schafft hier erstmals kompetente Abhilfe:
Ab sofort finden User unter www.forumbesserhoeren.de
eine Datenbank, die erstmals bundesweit über alle Geburtskliniken mit
Neugeborenen-Hörscreening Auskunft gibt. Suchkriterien sind alternativ der
Wohnort oder die Postleitzahl. Die Ergebnisliste zeigt die komplette
Anschrift, Telefon- und Faxnummer sowie – falls vorhanden – auch E-Mail-
und Internet-Adresse mit Direktverlinkung auf die entsprechende Klinikseite.
Die Datenbank wird kontinuierlich gepflegt und auf dem aktuellen Stand
gehalten.
„Hörschäden
zählen mit ein bis drei von tausend Kindern – das entspricht 1.800 bis
2.400 Kindern jährlich – zu den häufigsten angeborenen und
behandlungsbedürftigen Erkrankungen überhaupt. Eltern sind entsprechend
gut beraten, wenn sie die Hörscreening-Angebote in ihrer Stadt bzw. näheren
Umgebung nutzen“, so Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören. „Dazu müssen
sie jedoch ausreichend informiert sein. Unsere Datenbank hilft dabei.“
Kindliche Hörschäden sollten unbedingt im ersten Lebensjahr entdeckt,
diagnostiziert und versorgt werden. Nur dann hat das Kind die Chance,
problemlos Sprache zu entwickeln und ohne gravierende Verzögerungen
kognitive Fähig- und Fertigkeiten zu erlernen. Bleibt dies aus, sind die
Defizite in der Sprachentwicklung in der Regel nicht mehr auszugleichen.
Quelle:
Forum Besser Hören
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