Archiv Februar 2004                                                                   

Volle Dröhnung

Das Wochenende naht – und damit der Discobesuch. Die Clique von Mirko hat sich in der neuesten Techno-Disco der Stadt verabredet. Die bietet vor allem eins: Supercoole Musik – und die ziemlich laut. Wenn Mirko und seine Freunde ein paar Stunden später die Disco verlassen, können sie sich erst einmal nicht mehr in normaler Lautstärke unterhalten. Sie sind fast taub. Die Ohren dröhnen, pfeifen und sausen. Die Stimmen der anderen hören sich an wie durch Watte gesprochen.

Wer seinen Ohren ständig die volle Dröhnung zumutet, kann schon mal Geld fürs Hörgerät zurücklegen. Denn Hörstörungen bis hin zur Taubheit sind die häufige Folge. Das Pfeifen und Dröhnen nach dem Discobesuch ist zwar am nächsten Tag meistens wieder verschwunden, aber die Schädigung des Gehörs bleibt.

Bereits bei einer Lautstärke von 65 Dezibel – das entspricht einem zu laut gestellten Fernseher – vibriert das Trommelfell. Startet ein Düsenflugzeug in 100 Metern Entfernung mit 130 Dezibel, kann das Trommelfell so stark geschädigt werden, dass es sich nie wieder erholt. Von diesem Geräuschpegel sind manche Discos mit Werten über 100 Dezibel nicht weit entfernt. Auch die Dauerberieselung aus dem Walkman geht aufs Gehör. Höchstens eine Stunde täglich und nicht mehr als 94 Dezibel ist für das Trommelfell gerade noch erträglich.

Tipp der DAK: Sich nicht zu häufig und nicht über mehrere Stunden lauter Musik und Geräuschen aussetzen. Geht ihr in Popkonzerte, stellt euch nicht direkt vor die Boxen.

Übrigens: Das Umweltbundesamt rechnet bei zehn Prozent der Jugendlichen mit einem mittleren Hörverlust durch zu lautes Musikhören.
Quelle: DAK

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Gesundheitsreform und Hörgeräte

(fgh) Die gute Nachricht zuerst: Hörgeräte werden weiterhin von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Wie bisher übernehmen die Kassen bei verordneten Hörgeräten einen bestimmten Betrag. Dieser Festbetrag ist in allen Bundesländern unterschiedlich und liegt derzeit zwischen 350 bis 500 Euro pro Hörgerät. Für hochwertigere Geräte müssen Patienten nach wie vor einen Eigenanteil übernehmen. Im Verlauf des Jahres soll der Festbetrag bundesweit vereinheitlicht werden.

Verändert hat sich nur eines: Seit dem 1. Januar müssen für jedes neue Hörgerät zehn Euro Gebühr gezahlt werden. Hörakustiker sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Hilfsmittelgebühr einzuziehen und mit dem Festbetrag der Krankenkasse zu verrechnen. Auch die Ohrpassstücke (Otoplastiken) sind in dieser Gebühr enthalten. Nur wenn eine Otoplastik nachgeliefert werden muss, wird hierfür eine Gebühr von fünf Euro fällig. Kinder und Jugendliche (bis zu 18 Jahren) sind von der Hilfsmittelgebühr befreit. Auch bei Reparaturen oder Schlaucherneuerungen und wenn eine Bescheinigung über die Befreiung von gesetzlichen Zuzahlungen vorliegt, muss die Gebühr nicht gezahlt werden.

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Büros zum Arbeiten zu laut

(fbh) Jeder zweite Büroangestellte fühlt sich durch den im Büro herrschenden Lärmpegel bei der Ausübung seiner Tätigkeit gestört. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Forum Besser Hören. Befragt wurden knapp 1.000 Büroangestellte, die in Einzelbüros, kleinen Büroräumen mit zwei bis vier Kollegen oder Großraumbüros arbeiten. Die Mehrheit der befragten Büro-Angestellten sind im Wesentlichen mit konzentrierter geistiger Tätigkeit (33%), Telefon- oder persönlichen Gesprächen (25%) beschäftigt. Um konzentriert arbeiten zu können, ist eine ruhige Arbeitsatmosphäre unabdingbar. 50% der Befragten fühlen sich jedoch bei der Ausübung ihrer Tätigkeit durch zu viele Geräusche am Arbeitsplatz gestört. Die Folge: Bei Besprechungen bekommt man nicht alles mit; Aussagen werden häufig falsch verstanden, sodass oft nachgefragt werden muss; bei Gruppengesprächen fühlen sich die Befragten leicht unsicher und schneller gestresst. Zu den am ehesten störenden Geräuschquellen am Arbeitsplatz zählen PC, Drucker und Telefon. In vielen Büroräumen sind zudem noch Faxgerät und Kopierer untergebracht.

Gegen störende Hintergrundgeräusche im Büro und zur Verbesserung der Kommunikation helfen oft schon kleine Schritte. Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören rät:  

  • Computer in einiger Entfernung platzieren, z.B. unter dem Tisch

  • lärmintensive Geräte in einem separaten Raum unterbringen und

  • Gebrauchsspuren an Geräten (Quietschen, Klappern) beseitigen

  • - bei der Neuanschaffung von Geräten auf geringe Lautstärke achten

  • - schallschluckende Gegenstände im Raum unterbringen, z.B. Gardinen und

  • Teppiche

  • - Büroräume nicht als Durchgangszimmer nutzen

  • - Konferenzraum auch für kleine Besprechungen nutzen

Wenn ein Kollege jedoch häufiger durch Missverständnisse und häufiges Nachfragen auffällt, können neben der zu lautend Arbeitsatmosphäre auch Hörprobleme die Ursache für Verständnisprobleme sein. In diesem Fall sollte man den Kollegen unbedingt auf eine Überprüfung seines Gehörs beim Hörgeräte-Akustiker oder HNO-Arzt aufmerksam machen. Denn wer häufiger wichtige Informationen nicht mitbekommt, riskiert nicht nur irritierte Blicke der Kollegen, sondern gefährdet unter Umständen sogar seinen Arbeitsplatz.
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612.000 Dollar für Hörgeschädigten

Nach 32 Jahren als Arbeiter in einem Chemiewerk in Texas begann Victor Skrabanek Hörprobleme zu bekommen. Tests zeigten, dass sein Hörverlust durch exzessiven Lärm in der Fabrik in Bay City, südlich von Houston, verursacht wurde.

Doch als er eine Entschädigungsleistung für Arbeiter beantragte, lehnte sein Arbeitgeber, die "Celanese Chemical Corporation", das Gesuch ab. Kurz darauf, im Januar 2000, wurde Skrabanek wegen der Befüllung eines Tanks mit einer falschen Chemikalie entlassen.

Dreieinhalb Jahre später, im August 2003, sprach eine Jury im Matagorda County dem früheren Arbeiter 612 000 US-Dollar zu, nachdem sie befunden hatte, dass er von der Firma als Vergeltung für seinen Entschädigungsantrag entlassen wurde. In dem Prozess wurde als Beweis angeführt, dass eine falsche Tank-Befüllung normalerweise kein Kündigungsgrund ist, so Gregg Robinson, Anwalt für Arbeitsrecht bei "Rosenberg and Associates" in Houston.

Celanese erklärte, dass Skrabanek vorher bereits verwarnt worden war und gewusst habe, dass ein weiterer Fehler zu einer Kündigung führen würde. Das Unternehmen konnte jedoch keine Dokumente aus der Personalmappe als Beweis dafür vorlegen, dass solche Verwarnungen stattgefunden hatten.

Ein Anwalt von Celanese sagte, das Unternehmen werde das Urteil anfechten.

Heute arbeitet Skrabanek als Fahrradmonteur in einem Warenhaus. Nach seiner Entlassung zahlte er 5000 US-Dollar aus eigener Tasche für die benötigten Hörgeräte.

Quelle: The Houston Chronicle, 5. August 2003 Fundstelle: hear-it.org
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Hörverlust oft nicht diagnostiziert

Hörverlust ist die dritthäufigste chronische Beschwerde bei älteren Leuten und wirkt sich deutlich auf ihre körperliche und geistige Gesundheit aus. Doch eine neue amerikanische Studie besagt, dass die meisten älteren Patienten weder auf Hörverlust untersucht noch behandelt werden, obwohl einfache Screening-Methoden zur Verfügung stehen und vom Allgemein- oder Hausarzt leicht durchzuführen sind.

Laut der Studie sind zwischen 25 und 40 Prozent der US-Amerikaner über 65 Jahren von Hörschäden betroffen. Eine effiziente Behandlung könnte ihr Gehör deutlich verbessern. Doch die meisten älteren Menschen durchlaufen keinen einfachen Screening-Test. Weniger als 10 Prozent der Allgemeinärzte screenen ältere Patienten auf Hörverlust und nur 25 Prozent der Patienten, die ein Hörgerät gebrauchen könnten, bekommen auch eins.

Die Studie stützt sich auf eine Untersuchung von 1595 wissenschaftlichen Artikeln, die zwischen 1985 und 2001 veröffentlicht wurden, und wurde im "Journal of the American Medical Association" am 16. April 2003 publiziert.

"Viele Leute haben den Hörverlust als einen Teil des Alterns akzeptieren gelernt," sagt Bevan Yueh, leitender Autor der Studie, zu den "HealthScoutNews". "Was nicht akzeptiert werden sollte, ist der daraus resultierende Verlust an Lebensqualität. Hörverlust kann effektiv behandelt werden."

Die Studie ergab, dass ein starker Zusammenhang zwischen Hörverlust und sozialer Isolation, Depression, niedrigem Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags besteht.

Die Autoren der Studie empfehlen, dass Hörverlust-Screening genau so normal werden sollte wie Blutdruckmessen und Seh-tests. Die zwei einfachen Vorgänge für ein erstes Hör-Screening bestehen aus einem handgehaltenen Audioskop und der Verteilung von einem kurzen Fragebogen, den der Patient im Warteraum ausfüllen könnte.

Screening ist sehr wichtig, da der Patient selber oftmals sein schlechtes Gehör nicht bemerkt, weil es sich über einen längeren Zeitraum verschlechtert hat. Viele sind trotz sozialer Isolation nicht darüber im Klaren, wie schlecht sie hören und bleiben zu Hause, um Fernsehen zu gucken. Dr. Yueh kennt Leute, die nicht mehr mit ihren Enkelkindern sprechen und kein Sozialleben mehr haben und fügt hinzu: "Dann bekommen sie ein Hörgerät und jetzt nehmen sie wieder voll am Leben teil."

Quellen: The Journal of the American Medical Association, Band 289, Nr. 15, 16. April 2003 und HealthScoutNewsReporter, 15. April 2003

Fundstelle: hear-it.org
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Wo gibt es Hörscreening?

Das Hörscreening bei Neugeborenen zählt in Deutschland noch immer nicht zur Standarduntersuchung nach der Geburt – wenn mittlerweile auch mehr und mehr Kliniken diese wichtige Aussonderungsuntersuchung von angeborenen Hörschäden einführen. Nur in welcher Stadt und in welchen Kliniken genau möglich ist – auf diese Fragen erhielten Eltern bislang keine oder nur mühsam Antwort. Das Forum Besser Hören schafft hier erstmals kompetente Abhilfe: Ab sofort finden User unter www.forumbesserhoeren.de eine Datenbank, die erstmals bundesweit über alle Geburtskliniken mit Neugeborenen-Hörscreening Auskunft gibt. Suchkriterien sind alternativ der Wohnort oder die Postleitzahl. Die Ergebnisliste zeigt die komplette Anschrift, Telefon- und Faxnummer sowie – falls vorhanden – auch E-Mail- und Internet-Adresse mit Direktverlinkung auf die entsprechende Klinikseite. Die Datenbank wird kontinuierlich gepflegt und auf dem aktuellen Stand gehalten.

„Hörschäden zählen mit ein bis drei von tausend Kindern – das entspricht 1.800 bis 2.400 Kindern jährlich – zu den häufigsten angeborenen und behandlungsbedürftigen Erkrankungen überhaupt. Eltern sind entsprechend gut beraten, wenn sie die Hörscreening-Angebote in ihrer Stadt bzw. näheren Umgebung nutzen“, so Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören. „Dazu müssen sie jedoch ausreichend informiert sein. Unsere Datenbank hilft dabei.“ Kindliche Hörschäden sollten unbedingt im ersten Lebensjahr entdeckt, diagnostiziert und versorgt werden. Nur dann hat das Kind die Chance, problemlos Sprache zu entwickeln und ohne gravierende Verzögerungen kognitive Fähig- und Fertigkeiten zu erlernen. Bleibt dies aus, sind die Defizite in der Sprachentwicklung in der Regel nicht mehr auszugleichen.

Quelle: Forum Besser Hören
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