Archiv Februar/März 2007                                                                   

Hörsysteme bei MwSt. verschont

Wer im neuen Jahr Hörsysteme erwerben möchte, muss dafür keine erhöhte Mehrwertsteuer zahlen. Darauf weist das Forum Besser Hören hin. Hörgeräte unterliegen auch weiterhin dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent, der im Zuge der Mehrwertsteuer- Reform unverändert geblieben ist.

Stabil bleiben auch die bundeseinheitlichen Festbeträge, die die gesetzlichen Krankenkassen für Hörsysteme erstatten. Demnach zahlen die Kassen weiterhin 421,28 Euro pro Hörgerät. Benötigt man zwei Geräte für eine beidohrige Versorgung, werden insgesamt 758,30 Euro erstattet. Voraussetzung für die Erstattung ist das Vorliegen einer fachärztlichen Verordnung.

„Bei der Anpassung von Hörgeräten müssen Patienten im neuen Jahr keine finanziellen Nachteile hinnehmen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsversorgung und kommt Millionen Menschen entgegen, die ihre Hörschwäche mit digitalen Hörsystemen ausgleichen“, sagt Raimund Ernst, Vorsitzender der Vereinigung der Hörgeräte Industrie (VHI).

In Deutschland leben etwa 20 Millionen Menschen mit ernsthaften Hörproblemen. Jährlich werden auf dem deutschen Markt etwa 800.000 Hörgeräte verkauft. Mehr als 90 Prozent davon sind digitale Hörsysteme, die über ausgefeilte Technologien für bestes Sprachverstehen und effiziente Lärmfilter verfügen.

Die übliche Preisspanne liegt zwischen 400 Euro für digitale Basisgeräte und 2.500 Euro für Hörsysteme mir modernster Spitzentechnologie. Kompetente Beratung und individuelle Anpassung leisten mehr als 3.500 Fachgeschäfte für Hörakustik in Deutschland. FBH
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Tinnitus kann bewältigt werden

(fgh) Es pfeift, sirrt oder brummt – und es nervt. Die Rede ist von Ohrgeräuschen, die einen ständig begleiten: Tinnitus. Drei Millionen Menschen in Deutschland haben diese Ohrgeräusche und jeder zweite leidet sehr darunter. Ein Wundermittel gegen Tinnitus gibt es nicht. Aber man kann das Problem lösen und den Tinnitus bewältigen. Hierfür gibt es unterschiedliche Ansätze. Ein wichtiger ist die Versorgung mit Hörgeräten, denn acht von zehn Tinnituspatienten haben zugleich auch Hörprobleme.

Tinnitus kann unterschiedlichste Auslöser haben. “Bei 80 Prozent der Tinnitusbetroffenen findet sich eine Hörminderung. Der dadurch bestehende Hörstress gilt als wichtiger Faktor für die Ohrgeräusche. Deshalb wird diesen Patienten bei der Tinnitusbehandlung dringend empfohlen, Hörgeräte zu nutzen”, so Dr. Seidler, Chefarzt der Tinnitus-Spezialklinik der Bosenberg Klinik in St. Wedel/Saar. Wer dank Hörgeräten besser hört und versteht, hat weniger Stress beim Hören. Zugleich tritt das Ohrgeräusch oft in den Hintergrund, wenn die Außengeräusche wieder vollständig wahrgenommen werden. “Sogar bei nur einseitiger Schwerhörigkeit”, so Seidler, “profitieren die Tinnitus-Patienten von einem Hörgerät.”

Doch eine aktuelle Studie der Tinnitusklinik zeigt, wie schlecht die Patienten versorgt sind. So waren 88 Prozent derer, die Tinnitus und eine Hörminderung hatten, nicht mit Hörgeräten versorgt. Selbst bei hochgradigem Hörverlust verwendete fast die Hälfte (43 Prozent) keine Hörgeräte. Hier bleibt eine wesentliche Chance zur Tinnitusbewältigung ungenutzt. Dazu kommen belastende Kommunikationsprobleme.

Neben der Versorgung mit Hörgeräten geht es bei der Behandlung von Tinnitus aber auch darum, das eigene Verhalten zu ändern und anders mit Stress umzugehen. So sollte man sich von den Sorgen wegen des Tinnitus nicht vollkommen blockieren lassen und auch nicht ständig in sich hinein horchen. Hier helfen Entspannungsübungen, Physiotherapie, das Gespräch in einer Selbsthilfegruppe, Sport und eine positive Lebenseinstellung. Die Deutsche Tinnitus-Liga empfiehlt die Retraining-Therapie, bei der HNO-Ärzte, Psychologen und Hörakustiker zusammen arbeiten, um die Be-

troffenen zu unterstützen. Dabei wird unter anderem an der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gearbeitet. Denn wenn es einem gelingt, den Tinnitus nicht als unerträgliches Schicksal, sondern als einen von vielen Aspekten des Lebens zu sehen, nimmt man ihm die Macht. So kann man lernen, ihn zu überhören – wie das Brummen des Kühlschranks.

Wer weitere Fragen zu Ohrgeräuschen und Hörproblemen hat, kann sich an das Beratungstelefon der Fördergemeinschaft Gutes Hören wenden.
Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr stehen Hörakustiker (0800 – 0112 112) und HNO-Ärzte (0800 – 0112 113) für die individuelle Beratung am Telefon bereit. Am 22. November ist Tinnitus das Schwerpunktthema. Die Anrufe sind gebührenfrei!
 
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HELIX 2006 an Xavier Naidoo

Der Popstar Xavier Naidoo ist mit dem Hörerlebnis-Preis HELIX 2006 ausgezeichnet worden. Damit würdigte das Forum Besser Hören den Sänger und Musiker für seine hervorragenden Verdienste um das Hören.

„Xavier Naidoo hat Außergewöhnliches geleistet, um einem breiten Publikum und insbesondere der jüngeren Generation den unschätzbaren Wert guten Hörens zu vermitteln. Der Künstler ragt nicht nur durch seine stimmlichen und gesanglichen Fähigkeiten heraus, sondern auch durch die sprachliche Ästhetik seiner Texte und deren intensive Nachdenklichkeit. So schafft Xavier Naidoo großartige Hörerlebnisse“, hieß es in der Begründung der Jury.

Mit der jährlichen Verleihung des HELIX möchte das Forum Besser Hören die Öffentlichkeit für einen bewussteren Umgang mit dem Hörsinn gewinnen und auf die Bedeutung guten Hörens aufmerksam machen. Der HELIX wurde zum fünften Mal verliehen. Bisherige Preisträger waren Udo Jürgens, Mario Adorf, Anna Maria Kaufmann und Iris Berben.

Der HELIX ist mit 10.000 Euro dotiert, die der Preisträger traditionell für einen guten Zweck bereitstellt. Xavier Naidoo spendete die Summe der Mannheimer Eugen-Neter-Schule für Kinder mit Lernbehinderungen.

Die Verleihung des HELIX 2006 an Xavier Naidoo fand am 6. Dezember vor geladenen Gästen in Frankfurt am Main statt. FBH
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Nach 30 Min. U-Bahn schwerhörig?

Eine Fahrt mit der U-Bahn kann das Gehör schädigen. Millionen Pendler setzen täglich ihre Hörfähigkeit aufs Spiel. Die Lärmpegel der Bahnen erreichen bis zu 106 dB.

Eine halbe Stunde täglich in der New Yorker U-Bahn sind, laut einer Studie der Columbia University, genug, um Hörschäden zu verursachen.

Laut Studie ist der Lärmpegel in der New Yorker U-Bahn zum Teil erheblich größer als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Umweltbehörde (EPA) festgesetzten Grenzwerte.

Gemessen wurde ein mittlerer Wert von 94 dB auf dem Bahnsteig, der immer wieder Spitzenwerte von bis zu 106 dB erreichte. In den Wagons ist der Lärm infolge der Studie sogar noch größer. Laut WHO und EPA sollte man sich diesen Lautstärken nicht länger als 30 Sekunden aussetzen.

Urbanes Leben macht schwerhörig

Laut Professor Robyn Gershon, Soziomediziner und Leiter der Studie sei es fatal, in der U-Bahn MP3-Player zu hören. Um die Musik aus den Stereogeräten überhaupt hören zu können, müsse man den Lautstärkenregler des Walkman auf 85 bis 90 dB drehen. 

„Wer den Lärm durch Musik aus Kopfhörern übertönen will, setzt sich der Gefahr, schwerhörig zu werden, noch mehr aus,“ so Gerhon zum Journal of Urban Health, „Lärm und lärmbedingte Schwerhörigkeit sind ein globales Gesundheitsproblem von gigantischem Ausmaß, vor allem in urbanen Regionen.“

Ohrstöpsel statt MP3-Player

Um das Risiko eines Hörschadens zu reduzieren, empfiehlt Gershon das Tragen von Gehörschutz wie z.B. Ohrstöpsel. Sie rät Pendlern außerdem, lieber am vorderen Ende des Bahnsteigs zu stehen, statt in der Mitte oder am Ende, da dort der Lärm bei einfahrenden Zügen am größten sei.

Die New Yorker U-Bahn ist das längste und zweitälteste U-Bahn-System der USA und befördert täglich über 4 Millionen Menschen.

Quelle: Journal of Urban Health, published by the New York Academy of Medicine, Sept.2006;Fundstelle: hear-it.org
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Hörhunde helfen

Hörgeschädigte fürchten, oft nicht alles zu verstehen. Ein Hörhund kann da Abhilfe schaffen. Die Ausbildung zum Hörhund dauert rund zwei Jahre.

Blindenhunde, die einen Sehbehinderten führen, sind kein ungewöhnlicher Anblick auf der Straße. Hörhunde hingegen sind eher ungewöhnlich. In der Schweiz können Hundebesitzer ihre Hunde zu Hörhunden ausbilden lassen.

Dem Hund werden Fertigkeiten antrainiert, damit er schwerhörigen Menschen zu Hause, auf der Arbeit und unterwegs helfen kann.

Der Hund lernt, auf verschiedene Alltagsgeräusche wie Telefonklingeln, eine sich nähernde Person oder Autos zu reagieren. Bei jedem erlernten Signal setzt sich der Hund vor seine Bezugsperson und macht ein Zeichen. Dann führt der Hund den Menschen zu der Signalquelle hin.
Entwickelt hat das Ausbildungskonzept der “Verein Hörhunde Reinach”. Das Konzept wird unterstützt von „pro audito schweiz“. Beim Training mit dem Hund muss der hörgeschädigte Besitzer anwesend sein.

Beim Training werden Hunde und Besitzer in Gruppen eingeteilt. Die Gruppen bestehen aus maximal vier Personen, die zu eigenen Hörhundetrainern ihres vierbeinigen Lieblings ausgebildet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ferdinand.ch, Informationen für Deutschland gibt unter: http://www.sam-deutschland.de/
Fundstelle: hear-it.org
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Langes Warten auf Hörgeräte

Schwerhörige Briten müssen viel Geduld aufbringen wenn sie ihre alten analogen Hörgeräte durch neue digitale Geräte ersetzen möchten. Schlimmstenfalls kann dies bis zu fünf Jahre dauern. Senioren werden oft als Letzte berücksichtigt.

Die Wartezeit variiert, doch es gibt, laut Zahlen des britischen Hörgeräte-Audiologenverbandes, überall lange Wartelisten.

In England liegt die durchschnittliche Wartezeit bei 60-72 Wochen. Wales und Nordirland stehen mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 36-45 Wochen etwas besser da. Die kürzesten Wartelisten gibt es in Schottland, mit einer Wartezeit von etwa 27-29 Wochen.

"Die meisten dieser Menschen sind älter, in manchen Fällen sehr alt. Fünf Jahre warten zu müssen, um ihre Lebensqualität zu verbessern, ist wahrscheinlich der größte Gesundheitsversorgungs-Schocker in Europa", so Karen Finch, Präsidentin des Verbandes zu BBC News. Auch für Personen, die zum ersten Mal ein Hörgerät benutzen, sind die Wartezeiten lang.

Die Wartezeiten sind in England immer länger geworden, 2006 erreichte die Wartezeit 45-48 Wochen. In Wales, Nordirland und Schottland gab es leichte Verbesserung durch etwas kürzere Wartezeiten.

”Der Hörservice muss höher eingestuft werden, weil Hörverlust zu Isolation und in manchen Fällen zu Depressionen führen kann”, so Professor Ian Philp, Leiter der Seniorenabteilung der nationalen Gesundheitsbehörde zu BBC News.

Quelle: news.bbc.co.uk, Fundstelle: hear-it.org
 
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