Archiv Februar 2003                                                                   

Karneval: Jetzt gibt´s was
auf die Ohren

Nun steht sie wieder bevor, die „fünfte“, die närrische Jahreszeit. Wer möchte nicht einmal aus seiner eigenen Haut schlüpfen, dem Alltagstrott einfach Lebewohl sagen und sich in die tollen Tage stürzen? Doch die närrische Zeit ist auch eine laute Zeit: Karnevalsschlager aus großvolumigen Lautsprechern, Böller aus Konfettikanonen, Schießereien zwischen Cowboys und Indianern ...

Was aber das Auge erfreut, macht unseren Ohren umso mehr zu schaffen. Insbesondere die kleinen Winnetous und Old Shatterhands sind hier am stärksten gefährdet. Denn sie benötigen, um standesgerecht ausgerüstet zu sein, ihre großkalibrigen „Schießeisen“. Diese scheinbar harmlosen Spielzeuge sind nicht selten lauter als ein startender Düsenjet. Mit bis zu 180 Dezibel steht eine am Ohr abgefeuerte einfache Zündplättchenpistole einem Gewehr der Bundeswehr nichts nach. Gerade die kurzen Knalle aber sind besonders gefährlich. Weil sie nur für den Bruchteil einer Sekunde hörbar sind, erscheinen sie uns gar nicht so laut. „Doch diese kurze Zeit reicht aus, das Innenohr zu schädigen und die Hörfähigkeit schlagartig zu verschlechtern. Auch Ohrgeräusche können durch das Knalltrauma ausgelöst werden. Verschwinden diese nicht nach kurzer Zeit, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, empfiehlt Wolfgang Euerle vom Informationsdienst hoeren-heute.

Was ist also zu tun? Das Verbot dieser Spielzeuge wäre die wirkungsvollste, aber nicht kindgerechteste Art, mit diesem Thema umzugehen. Vielmehr sollten Eltern Ihre Kinder auf die Gefahren hinweisen und dazu anhalten, eine Pistole nie in der Nähe des Ohrs abzufeuern. Schließlich lässt sich über den langen, gestreckten Arm viel besser zielen :-) 
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Mindestens 8 Stunden täglich
Hörerfolg wird von der Tragedauer wesentlich beeinflusst

(fbh) Wer sich Hörgeräte anpassen lässt, sollte diese mindestens acht Stunden täglich tragen. „Je seltener die Geräte getragen werden, desto länger wird die Eingewöhnungszeit dauern“, weiß Gerhard Hillig vom Forum Besser Hören – entsprechend lässt der Hörerfolg auf sich warten.

Ähnlich wie ein Muskel, der über längere Zeit nicht beansprucht wird und erschlafft, verkümmern bei Schwerhörigkeit die nicht genutzten Haarzellen im Innenohr. Das Gehirn erreicht keine Signale mehr. Die Folge: Es „vergisst“ einige Laute regelrecht und kann diese nicht mehr zuordnen. Die Haarzellen müssen erst wieder trainiert werden. Die Aufgabe des Trainers übernehmen moderne HörSysteme: Sie leiten akustische Signale ins Innenohr weiter. Je nach Länge und Intensität werden hierdurch die Hörzellen stimuliert und die Schwingungen in Impulse umgewandelt. Die Fasern des Hörnervs nehmen diese Impulse auf und leiten sie ans Gehirn weiter. Hier werden sie entschlüsselt, gehört und verstanden.

Wie bei jedem Training gilt jedoch auch hier: Je länger und ausdauernder man trainiert, desto schneller wird man Erfolg haben – und das Leben wieder hörend in all seinen Facetten genießen können. Es ist daher auch sehr wichtig, dass man die Hörgeräte nicht nur in besonderen Situationen trägt, sondern auch, wenn man allein zu Hause ist. Letzteres ist nicht zuletzt für die Gewöhnung an Alltagsgeräusche wie z.B. das Summen des Kühlschranks von Bedeutung.

Übrigens: Für alle, die ihre HörSysteme und ihr Gehör besser kennen lernen möchten, bieten Hörgeräte-Akustiker ein Hörtraining an. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.
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Hörprobleme am Arbeitsplatz

(fbh) Mal ehrlich, war es bei Ihnen früher nicht auch so, dass das Telefon öfter geklingelt hat. Die Kollegen haben deutlicher gesprochen und die Verträge enthielten auch die Klauseln, die während der Verhandlung besprochen wurden.

Ihr Unmut wächst, Sie fühlen sich ausgegrenzt. Bevor Sie den Fehler bei Ihrem Gegenüber suchen, machen Sie sich bitte über Ihre Ohren Gedanken. Hörminderungen beginnen schleichend und daher schwer zu erkennen. Eine frühe Diagnose jedoch ist wichtig, um eine erfolgreiche Therapie einzuleiten.

Wie können Sie eine Hörminderung erkennen?

  • Sie verstehen Ihre Gesprächspartner schlecht, vor allem in größeren Gruppen haben Sie Schwierigkeiten dem Gespräch zu folgen.

  • Hintergrundgeräusche nehmen Sie zunehmend als störend wahr.

  • Telefongesprächen sind schwer verständlich für Sie.

  • Die Kollegen sind genervt von Ihnen, was unter anderem daran liegen kann, dass Sie ständig nachfragen.

Abgesehen davon, dass Sie nicht mehr alles im Leben mitbekommen, können diese Probleme auf Dauer auch zu Depressionen führen. Ständiges Nachfragen oder Verständnisschwierigkeiten bei Geschäftsessen können sich auch negativ auf ihren Job auswirken.

Stellen Sie fest, dass auch Sie unter solchen Problemen leiden, gehen Sie zu einem HNO-Arzt oder einem Hörgeräte-Akustiker. Dieser berät Sie, ob und was für ein Hörgerät sie benötigen. Hörsysteme sind mittlerweile im Berufsleben akzeptiert und wegen ihrer geringen Größe unauffällig. Ihre Umwelt wird es Ihnen danken und Ihnen gehen keine Informationen mehr verloren.
Quelle: Forum Besser Hören

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Auf den Ohren sitzen bleiben

Selbst eine geringe Hörstörung kann das Leben eines Kindes sehr belasten. So bleibt jedes dritte Kind, das nicht optimal hört, in der Schule sitzen. Im neunten Schuljahr muss sogar jeder zweite Schüler mit leichter Hörminderung die Klasse wiederholen. Dies ergab eine Untersuchung an 1.228 Schülern in den Vereinigten Staaten. Schon minimale Hörstörungen führten zu schlechteren schulischen Leistungen, geringerem Selbstvertrauen und stärker empfundenem Stress. Jedes neunzehnte Kind (5,4 %) hatte einen - bisher nicht erkannten - minimalen Hörverlust. Keines der Kinder war mit Hörgeräten versorgt.
FGH

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Hörprobleme in allen Altersgruppen

(fgh) "Wer bei sich selbst oder bei seinen Angehörigen Hörprobleme vermutet, sollte sofort den Hals-Nasen-Ohren-Facharzt oder Hörakustiker aufsuchen." Darauf weist Dr. Karin Uphoff von der Fördergemeinschaft Gutes Hören hin. "Hörschäden gibt es in allen Altersgruppen. Wichtig ist, dass man sie erkennt und behandelt, sobald sie auftreten."
Jeder Dritte über sechzig hat Hörprobleme. Gerade ältere Menschen neigen aber dazu, schlechteres Hören als eine Alterserscheinung abzutun, an der man nichts mehr ändern kann. Das ist ein folgenschwerer Irrtum. Denn moderne Hörgeräte können das Hören und Verstehen deutlich verbessern. Doch nicht nur Senioren haben Hörprobleme. Fünf Prozent der 30-Jährigen und rund 25 Prozent der 50- bis 60-Jährigen haben eine Hörminderung.

Bei den heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen hört bereits etwa jeder Zehnte nicht mehr optimal. Schuld sind Freizeitlärm wie Discomusik, Besuche von Rockkonzerten oder Musikhören über Kopfhörer. Auch Knalltraumata, zum Beispiel durch Silvesterböller, verursachen schwerwiegende Schädigungen des Gehörs. Wer unsicher ist, wie es um sein Hörvermögen bestellt ist, sollte sich daher so schnell wie möglich vom Hals-Nasen- Ohrenarzt untersuchen lassen oder einen Hörtest beim Hörakustiker machen.
Eine Hörminderung kann auch angeboren oder in frühester Kindheit erworben sein. In Deutschland kommen jährlich etwa 800 Kinder mit einer gravierenden Hörbehinderung zur Welt. In diesem Alter ist die Früherkennung und Versorgung von Hörschäden ganz besonders wichtig. Denn das beeinträchtigte Gehör entwickelt sich in den ersten Lebensjahren noch weiter, wenn es entsprechend gefördert wird. Daher sollten Eltern ein Kind beim geringsten Hinweis auf eine Hörstörung dem Arzt vorstellen. Bestätigt sich der Verdacht, sollte mit der Anpassung von Hörgeräten nicht gezögert werden - bei Kindern wie bei Erwachsenen.

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Mit dem Hörgerät umgehen lernen

Der effektive Einsatz eines Hörgeräts ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern setzt auch ein Verständnis der eigenen Person und der Gesellschaft voraus. Mehr als ein Drittel aller Hörgeräte landen in der Schublade, weil die Anleitungen und Beratung unzureichend waren. Eine 1996 durchgeführte norwegische Studie hat die Bedeutung eines kurzen, 15-stündigen Einführungskurses für die richtige Nutzung des Hörgeräts über einen kurzen Zeitraum, aber auch längerfristig, bewiesen.

Die Audiotherapeutin Kari Antonsen hat den Versuch am Ullevål Hospital in Norwegen in ihrem Bericht "Rehabilitation of adult hearing aid users" beschrieben. 54 Hörgeräteträgern und 11 Angehörigen wurde in fünf Abende langen Kursen mit 6-8 Teilnehmern ein Einblick in die Anwendung von Hörgeräten gegeben. In den Kursen wurden alle Aspekte des Tragens von Hörgeräten behandelt - von der Anatomie des Ohrs bis hin zu den Möglichkeiten und Begrenzungen beim Tragen von Hörgeräten im täglichen Leben. 

Das Ergebnis war, dass die Teilnehmer wesentlich bessere Voraussetzungen für die richtige Anwendung ihrer Hörgeräte hatten als die 32 Personen einer Kontrollgruppe, die nicht an einer vergleichbaren Schulung teilnahmen.

Kari Antonsen erforschte ebenfalls die langfristigen Auswirkungen. Drei Jahre später setzten die Teilnehmer der Kurse ihre Hörgeräte immer noch mit großem Erfolg ein. Sie waren aktiv, nahmen am sozialen Leben teil und empfanden ihr Hörleiden in geringerem Maße als störend oder ärgerlich.

Laut Kari Antonsen ist die Untersuchung ein Beweis dafür, dass Information, Kundendienst und Beratung extrem wichtig sind, um beim Tragen eines Hörgeräts den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.

Quelle: "Din hörsel", Nr. 4, Mai 2002.
Fundstelle: german.press.hear-it-org.org
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