Wie
bitte, Herr Doktor?
Kommunikationsprobleme
in der Arztpraxis
(fgh)
Jeder fünfte hörgeminderte Patient verabschiedet sich von seinem Arzt,
ohne zu wissen, welche Diagnose nun eigentlich gestellt wurde. Dies ergab
eine Studie des britischen "Royal National Institute for Deaf
People" (RNID). Als Ursache für diese Unwissenheit gibt die Mehrheit
(80 Prozent) der Befragten an, dass die Kommunikation zwischen ihnen und
dem Arzt mangelhaft sei. Zwölf Prozent der Befragten berichten, dass sie
wegen der Verständigungsprobleme versuchen, Termine mit Arzt oder
Praxispersonal möglichst zu vermeiden. "Mit gut angepassten Hörsystemen
und geeigneten Kommunikationsstrategien könnten sich diese Patienten
solche deprimierenden Erlebnisse ersparen", so Dr. Karin Uphoff von
der Fördergemeinschaft Gutes Hören.
Eine grundlegende Voraussetzung für gute Verständigung ist die
fachkundige Anpassung von Hörsystemen beim Hörakustiker.
Doch es gibt darüber
hinaus sinnvolle Tipps zum Verhalten in Arztpraxen: So sollte man schon
bei der Anmeldung darauf hinweisen, dass man Hörprobleme hat und daher
Lautsprecheransagen oder leises Aufrufen schlecht versteht. Auch den Arzt
sollte man gleich bei der Begrüßung um deutliches Sprechen bitten.
Umgekehrt sollte auch von Seiten der Praxis grundsätzlich darauf geachtet
werden:
- dass keine störenden Nebengeräusche im Behandlungszimmer zu hören
sind,
- dass der Arzt den Patienten ansieht, während er mit ihm spricht,
- dass es sinnvoll ist, wichtige Sätze in ruhigem Ton mehrmals zu
wiederholen,
- dass bei Nichtverstehen immer der ganze Satz und nicht nur ein Wort
wiederholt werden sollte,
- dass Fachbegriffe nicht vorausgesetzt, sondern kurz erklärt werden
sollten.
Alle diese Kommunikationsstrategien machen im Übrigen auch Gespräche mit
gut hörenden Menschen angenehmer.
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Hörgeräte
vermindern Depressionen
(dgk) Eine amerikanische Studie zeigt: Wenn
Schwerhörige mit Hörsystemen versorgt sind, verbessert sich ihre
Lebenssituation deutlich. Sie haben bessere zwischenmenschliche
Beziehungen, eine stabilere Gefühlslage, fühlen sich gesünder und sind
aktiver innerhalb von Gruppen. Ärger, Frustration, Depressionen,
Selbstkritik, zurückgezogenes Verhalten und Diskriminierung vermindern
sich durch das Tragen von Hörgeräten spürbar. Diese Ergebnisse
sind von besonderer Bedeutung angesichts der Zahlen in Deutschland: Von
den rund 14 Millionen Schwerhörigen hierzulande sind weniger als drei
Millionen mit Hörgeräten versorgt. Das heißt, mehr als elf Millionen
Menschen in Deutschland könnte es körperlich wie auch emotional deutlich
besser gehen, wenn sie Hörsysteme tragen würden.
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Sechs Tipps im Umgang
mit Schwerhörigen:
Nicht schreien, sondern deutlich sprechen
(fgh) Schreien ist der falsche
Weg, sich Schwerhörigen verständlich zu machen. Mit deutlichem Sprechen
erreicht man mehr. Das liegt daran, dass Menschen mit Hörproblemen
besonders die hohen Töne nicht mehr so gut hören wie früher. Damit die
Kommunikation von Normalhörenden mit Schwerhörigen besser klappt, gibt
die FGH folgende sechs Tipps:
1. Schreien bringt nichts: Sprechen Sie deutlich und in
langsamem, gleichmäßigem Tempo sowie in kurzen Sätzen.
2. Sie machen es Hörgeräteträgern leichter, Sie zu
verstehen, wenn Sie sie beim Sprechen ansehen, möglichst im Licht stehen
und Sie Ihren Mund nicht verdecken. Die Bewegungen von Mund und Lippen
helfen Menschen mit Hörproblemen, die gesprochenen Worte im Kontext zu
erkennen.
3. Wenn Ihr Gesprächspartner etwas nicht versteht,
wiederholen Sie den vollständigen Satz und nicht nur das letzte Wort.
Bleiben Sie geduldig!
4. Nähern Sie sich einem Menschen mit Hörproblemen
nicht von hinten. Er könnte Sie nicht hören und sich erschrecken.
5.Helfen Sie Schwerhörigen in Gesprächsrunden mit
mehreren Gesprächspartnern oder starken Hintergrundgeräuschen. Informieren
Sie ihn über das Thema und ziehen Sie ihn durch direkte Ansprache ins
Gespräch.
6. Wenn Sie das Gespräch schwierig finden, denken Sie
bitte daran, dass Menschen mit Hörproblemen es viel schwerer haben als
Sie.
Diese Regeln gelten im Umgang von Normalhörenden mit
Schwerhörigen und Hörgeräteträgern. Letztere brauchen Ihre Unterstützung
besonders, wenn sie die Geräte erst seit kurzem tragen oder in
schwierigen Hörsituationen in Restaurants und bei Konferenzen sind. Denn
man muss immer bedenken: Moderne Hörgeräte gleichen Hörverluste zwar
weitgehend aus, können aber einmal zerstörte Hörsinneszellen nicht
wieder zum Leben erwecken. Vorbeugung von Hörschäden bei Jüngeren ist
daher genauso wichtig wie das frühzeitige Tragen von Hörgeräten nach
Feststellen eines Hörschadens.
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Anwohner können
Fastnachtsumzüge nicht verbieten lassen
Berlin/Frankfurt (dpa/gms)
- Genervte Anwohner können Fastnachtsumzüge nicht verbieten lassen. Wie
der Informationsdienst Recht und Steuern der Landesbausparkassen mitteilt,
müssen sie im Karneval den Lärm von Umzügen und Bällen in der
Nachbarschaft dulden. Der Informationsdienst beruft sich dabei auf ein
Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Az.: 15 G 401/99).
Bei Karnevalsumzügen
handele es sich um Belästigungen von verhältnismäßig kurzer Dauer und
um Traditionsveranstaltungen, heißt es darin zur Begründung.
Im konkreten Fall
hatte den Angaben zufolge ein Anwohner vor dem Verwaltungsgericht
durchsetzen wollen, dass ein jährlich stattfindender, etwa dreistündiger
Faschingszug mit Jahrmarkt und Fahrgeschäften einen Geräuschpegel von 70
Dezibel nicht überschreiten dürfe. Das hätte bedeutet, dass die
Veranstalter auf ihre beliebten Karnevalsschlager hätten verzichten müssen.
Bei der Abwägung von Vor- und Nachteilen seien die Richter zu dem
Ergebnis gekommen, dass weiter gefeiert werden dürfe. Ruhebedürftigen
Anwohnern bleibe daher im Karneval nichts anderes übrig, als für ein
paar Tage die Flucht zu ergreifen, heißt es.
Quelle:
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag
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Hören: Demokratie
unter Wasser
Die
„Demokratisierung des Hörens“ findet unter Wasser
statt. Davon ist das Forum Besser Hören, das Presse- und
Informationszentrum der
Vereinigung der Hörgeräte-Industrie in Hamburg, überzeugt. Denn im
Wasser umhüllen
Schallschwingungen den Körper in einem Winkel von 360 Grad und erreichen
das Gehör über Haut und Knochen. „Bei der so genannten akustischen
Knochenleitung
versetzen die Schallwellen die Schädelknochen in Schwingungen und
teilen sich – dank einer anderen Frequenzcharakteristik als an Land –
direkt dem Innenohr
mit“, so Silke Brandes vom Forum Besser Hören. Die Folge: Sowohl
Normalhörende
als auch Personen mit Hörminderungen erleben unter Wasser faszinierende
und spannende Höreindrücke. Je nach Hörverlust können die Hörerlebnisse
von Hörgeminderten denen eines Normalhörenden sogar sehr ähnlich sein.
Das Phänomen der akustischen Knochenleitung lässt sich bereits – mit
dem Kopf
unter Wasser und einer
Geräuscheinwirkung
von außen – in der privaten Badewanne
erahnen. Sehr viel eindrucksvoller ist jedoch ein Besuch im „Liquid
Sound“ in Bad
Sulza, Thüringen. Liquid Sound, ein Projekt der Expo 2000, steht für
Baden in Licht
und Musik: Die Besucher treiben in warmem Thermalwasser und hören unter
Wasser
sphärische Klänge, das Singen von Walen oder auch klassische Musik. „Für
Hörgeminderte
ist das gemächliche Treiben in warmem und salzhaltigem Thermalwasser
ein wunderbares Erlebnis“, weiß Angelika Beck, Gebärdendolmetscherin
mit langjährigen
Erfahrungen im Umgang mit Gehörlosen, Tauben und Hörgeminderten, aus
eigener Anschauung. „So haben Viele zum ersten Mal am eigenen Leib
erfahren,
was es bedeutet, Musik zu hören und zu erleben. Anderen konnte je nach Hörverlust
ein Eindruck vermittelt werden, wie Normalhörende ungefähr hören. Die
Erfahrungen
waren insgesamt so unterschiedlich und vielfältig wie das Hören selbst.
Von der
entspannenden Wirkung jedoch schwärmten alle.“
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Klingelts?
Das Handy als
Statussymbol? War mal, heute ist es selbstverständlich, eins zu haben
(Verweigerung ist etwas für Fundis). Ebenso verbreitet ist aber der Unmut
über das Klingeln von Nachbars Handy zur Unzeit. Besonders lästig, wenn
die kleine Nervensäge in einem verschlossenen Garderobenschrank loslegt,
während die Besitzerin sich wonnevoll in der Sauna entspannt . . .
Geradezu vernichtende Blicke zieht auf sich, wer «eingeschaltet» ins
Konzert geht. Wie Hundehaken vor der Metzgerei wünscht sich mancher
Musikfreund einen Handy-Keeper an der Garderobe.
Ganz anders, wer
in ein Konzert des amerikanischen Komponisten Golan Levin geht: Am Desk im
Foyer lässt man sein Handy registrieren, lädt einen Klingelton und
bekommt im Saal einen Platz zugewiesen.
«Dialtones»
heisst das Werk, das gespielt wird, eine «Telesymphonie»: Per Computer
werden die Handys angerufen und geben zusammen ein Konzert von einer
eigentümlichen Raumwirkung. Im finalen Crescendo klingeln 200 Handys
gleichzeitig! Von «ungenutztem musikalischem Potenzial» schwärmt Levin,
von nie da gewesenen Klangphänomenen. «'Dialtones' kehrt unsere
Auffassung von akustischer Intimsphäre und öffentlichem Raum um»,
schreibt er zu seinem Werk. Noch nicht bekehrt hat sich mein
Kunstverstand: Wenn das Handy «La donna è mobile» intoniert,ist das
schlussendlich nichts anderes als Lärm - auch wenn das Spektakel im
Brucknerhaus in Linz stattfindet.Eva Bachmann
Quelle:
St. Galler Tagblatt
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Ungesundes
aus der Dose
(smog) Die
Qualität unserer Nahrung wird nicht nur durch die verwendeten Zutaten und
den Herstellungsprozess bestimmt, sondern ganz wesentlich auch von der
Verpackung. Sie soll das Produkt schützen und die ursprüngliche und
unverfälschte Qualität des Lebensmittels erhalten.
Der Verzehr von Lebensmitteln aus Konserven kann laut einer aktuellen
Untersuchung des belgischen Verbraucherverbandes gesundheitsschädigend
sein. Grund hierfür ist die Kunststoffbeschichtung der Konservendosen,
aus der unter anderem die Substanz Bisphenol A in die Lebensmittel
gelangen kann. Kunststoff schützt nicht zuverlässig vor äußeren Einflüssen,
weil es beispielsweise im Gegensatz zu Glas nicht sauerstoffdicht ist.
Laut Angaben des Verbraucherverbandes waren von 400 analysierten Dosen 70
Prozent verunreinigt. Insbesondere in Konserven, die Lebensmittel mit
einem hohen Säuregrad enthalten, wurden Rückstände von Schadstoffen
gefunden. Dazu zählen beispielsweise viele Fischdosen. Aber auch in
Fleischkonserven, bei Kondensmilch sowie Gemüse und Früchten
in Dosen wurden Verunreinigungen festgestellt.
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Binsenweisheit widerlegt:
"Altersschwerhörigkeit" entsteht nicht durchs
Altern
Studie zeigt, dass auch
70-jährige das Gehör eines 30-jährigen haben können
(fgh)
"Er hört nicht mehr so gut, weil er so alt ist", solche Sätze
kommen im Umgang mit älteren Menschen leicht über die Lippen. Die Fördergemeinschaft
Gutes Hören macht darauf aufmerksam, dass es eine zwangsläufige
"Altersschwerhörigkeit" gar nicht gibt. Bei Naturvölkern ohne
viel Lärm hören 70-Jährige noch genauso gut wie 30-Jährige in
Industriestaaten, wie Studien zeigen. Hörschäden sind keine automatische
Folge von Alterungsprozessen, sondern von der Anhäufung vieler kleiner Hörschäden
(Lärm, Alkohol, Rauchen, Medikamente, Entzündungen) über viele Jahre,
die im fortgeschrittenen Alter spürbar werden. Da beschädigte Hörzellen
im Ohr nicht repariert werden können, wird der Hörschaden immer größer,
je älter man wird. Fortschreitende Hörschäden kann man umso besser
aufhalten, je früher man das Resthörvermögen mit modernen Hörsystemen
vom Hörakustiker unterstützt.
Dass Hörschäden nicht automatisch mit Alterung verknüpft sind, zeigen
Vergleichsstudien zwischen Naturvölkern und Industriebevölkerung. Die Hörschwelle
für einen 6000 Hertz hohen Ton lag bei 70-jährigen Zentralafrikanern bei
einer Lautstärke von 20 Dezibel, während der gleiche Ton bei 70-jährigen
Amerikanern erst bei 70 Dezibel gehört wird. 30-jährige Amerikaner
hatten dieselbe Hörschwelle wie 70-jährige Zentralafrikaner. Die
sogenannte "Altersschwerhörigkeit" (Presbyakusis) tritt also
nicht zwangsläufig durch die physiologische Alterung auf.
Die "Altersschwerhörigkeit" macht sich durch allmähliches
Nachlassen der Hörfähigkeit im hohen Frequenzbereich bemerkbar. Die
Menschen überhören zunehmend die Türglocke oder das Telefonklingeln. Es
fällt schwer, ein Gespräch mit mehreren Personen zu führen. Dies tritt
besonders bei starken Hintergrundgeräuschen – bei einer Party oder im
Restaurant – auf. Der Hörverlust für hohe Töne beeinträchtigt auch
das Erkennen und Unterscheiden von Konsonanten: Aus "Kuss" wird
"Bus", aus "Tal" wird "Stahl", aus
"kahl" wird "fahl". Ausgeglichen werden können diese
Hördefekte durch moderne Hörsysteme vom Hörakustiker. Dann wird der ältere
Schwerhörige häufiger den Satz zu hören bekommen: "Du hörst ja
wieder gut, obwohl du so alt bist."
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