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Lärmampel
warnt vor Krach
Unruhe
und Lärm sind Alltag von Erzieher/innen und Helfer/innen in Kindergärten
und Freizeitheimen. Manchmal werden in den Institutionen Lautstärkenpegel
vergleichbar mit denen eines Düsenjets beim Abheben erreicht. Die
Konsequenzen können sehr ernst sein.
Nahezu jede(r) dritte Erzieher/in erleidet wegen der
Dauerlärmpegel von 80 bis 85 dB einen Hörverlust oder andere Gehörschäden
wie zum Beispiel Tinnitus. Unter Kindergartenpersonal kommt es nicht selten
zu frühzeitigen Pensionierungen auf Grund von Lärm. In
dem süddeutschen Ort Reichenbach/Fils ist daher eine Lärmampel entwickelt
worden, die Lärm zuverlässig misst. Die
Ampel enthält ein Messgerät mit frei einstellbarem Lautstärkenbereich ab
55 dB. Smiley-Gesichter in den Ampelfarben rot, orange und grün zeigen
objektiv die Lärmsituation im Raum an. Die Kinder bzw. Schüler können
dadurch erkennen, wann sie leiser werden sollen.
Aber nicht nur die Pädagogen, auch die Kinder sind von
den hohen Lärmpegeln betroffen und riskieren bereits in jungen Jahren, ihr
Gehör dauerhaft zu schädigen.
Quelle:
www.org-delta.de ,
Fundstelle: hear-it.org
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Antidepressiva
gegen Tinnitus
Die
überraschende Entdeckung machte ein Forscherteam vom Sahlgrenska
Krankenhaus in Götheborg. Das Team testete 80 Personen mit Tinnitus. Die Hälfte
von ihnen bekam das antidepressive Mittel „Zoloft“. Die andere Hälfte
bekam ein Placebo.
Alle Patienten, die das Antidepressivum eingenommen
hatten, berichteten von einer Milderung ihrer Tinnitus-Symptome, wie
schrilles Klingeln im Ohr und Schlaf- oder Konzentrationsstörungen. Ein
paar Personen gaben sogar an, dass ihr Leiden geheilt sei.
Kajsa-Mia
Holgers, Leiterin der Studie, ist davon überzeugt, dass diese Entdeckung
von entscheidender Bedeutung ist.
”Ich denke, dass dies eine sehr wichtige Entwicklung
ist, die vielen Menschen mit schwerem Tinnitus Hoffnung gibt,” sagte sie
der schwedischen Zeitung „Expressen“.
Details der Studie werden in der Fachzeitschrift
„Journal of Clinical Psychopharmacology“ veröffentlicht.
Quelle:
www.expressen.se, Fundstelle: hear-it.org
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Gutes
Hören im Straßenverkehr
Zuverlässiges
Hören ist wichtig für die Sicherheit im Straßenverkehr. Dies gilt
besonders in der dunklen Jahreszeit, wenn die Sicht auf Fahrbahnen, Rad- und
Gehwegen schlecht ist und Gefahrenquellen schwerer erkannt werden als sonst.
Was das Auge
unter solchen Bedingungen nicht leisten kann, lässt sich durch ein gutes Hörvermögen
ausgleichen. Beispiel: Wer als Fußgänger eine Straße überqueren will und
ein heran nahendes Auto rechtzeitig hört, kann richtig reagieren. Gleiches
gilt für schlecht oder gar nicht beleuchtete Fahrräder, die nur durch ein
Warnklingeln des Radlers bemerkbar sind. Auch wer selbst hinterm Lenkrad
sitzt, muss sich auf sein Hörvermögen verlassen können. Nur so nimmt er
das Warnhupen des Verkehrspartners oder auch das Martinshorn des
Rettungswagens wahr.
Erschwerend
kommt hinzu, dass die Straßen im Herbst und Winter häufig glatt und die
Bremswege damit länger sind. Gutes Hörvermögen auf beiden Ohren ist dann
umso wichtiger. Denn uneingeschränktes beidohriges Hören ist
Grundvoraussetzung, um sich in der Umwelt räumlich orientieren und sicher
bewegen zu können. Nicht nur für den Straßenverkehr gilt deshalb: Das Gehör
lenkt den Blick.
Wer
sicher gehen will, dass sein Hörvermögen gut ist, kann jederzeit zum nächsten
Hörakustiker gehen und dort einen unverbindlichen Hörtest vornehmen
lassen. Sollte eine Hörschwäche vorliegen, kann dies mit Hilfe moderner Hörsysteme
ausgeglichen werden. Digitale Technik bietet dafür individuelle Lösungen
sowie ein Höchstmaß an Alltagstauglichkeit für die Betroffenen. Hörsysteme
stellen sich automatisch und in Sekundenbruchteilen auf die jeweilige Hörsituation
ein, in der sich der Träger gerade befindet. Damit ist optimales Hören im
Straßenverkehr, aber auch in anderen alltäglichen Situationen jederzeit
gewährleistet. FBH
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Hörverlust
durch Ohrröhrchen
Die
Behandlung von Ohrentzündungen bei Kindern mit Ventilationsröhrchen erhöht
das Risiko, als Erwachsene einen leichten Hörverlust davonzutragen.
Eine
holländische Studie befand einen durchschnittlichen Hörverlust von 4-9 dB
bei einer Gruppe von 18-Jährigen, die in ihrer frühen Kindheit mit Röhrchen
behandelt worden waren. Je häufiger sie mit den Röhrchen behandelt wurden,
desto größer war ihr Hörverlust.
Die holländischen Forscher überwachten 358 Personen
von der Geburt bis zu ihrem 18. Geburtstag. Rund die Hälfte von ihnen
litten in ihrer frühen Kindheit an Ohrentzündungen und vielen wurden
Ventilationsröhrchen eingesetzt. Die andere Hälfte war Teil der
Kontrollgruppe der Studie.
Diejenigen, die eine Behandlung mit Röhrchen
durchlaufen hatten, hatten bei Frequenzen von 5 – 2 kHz durchschnittlich
ein um 4 dB geringeres Hörvermögen als die Kontrollgruppe und bei 8 kHz
ein um 9 dB geringeres Hörvermögen. Im Vergleich dazu wurde ein
durchschnittlicher Hörverlust von circa 2 dB bei Personen festgestellt,
deren Ohrinfektionen ohne Röhrchen behandelt worden waren.
Das
Ausmaß der Schwerhörigkeit hing außerdem von der Anzahl der Behandlungen
mit Röhrchen ab. Personen, die wiederholt mit Ventilationsröhrchen
behandelt wurden, hatten durchschnittlich einen um 3dB größeren Hörverlust
als diejenigen, die nur ein Mal mit Röhrchen behandelt worden waren.
Die Studie ergab außerdem einen oder mehrere Fälle, wo
das Trommelfell bei 75 % der mit Röhrchen behandelten Patienten beschädigt
worden war. Diese Gruppe hatte durchschnittlich 3,4 dB weniger Hörfähigkeit
als der Rest, aber sogar in der Gruppe mit unbeschädigtem Trommelfell könnte
deren Hörverlust darauf zurückzuführen sein, dass in ihre Ohren Röhrchen
eingeführt worden waren.
Gestützt durch die Studie gelangten die Forscher zu dem
Ergebnis, dass die Behandlung mit Röhrchen in Zusammenhang mit stabilem
konduktivem Hörverlust und sensorineuralem Hörverlust steht, der sich im
Laufe der Zeit progressiv verschlechtern kann.
Quelle:
Hearing loss in young adults who had ventilation tube insertion in childhood,
Annals of Otology, Rhinology & Laryngology, Juni 2004.
Fundstelle: hear-it.org
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Warnung
vor Bohrmaschinen
Neue,
schnurlose Bohrgeräte und Schraubenzieher werden in den USA als ideale
Geschenke für Heimwerker angepriesen. Doch die Begeisterung für die
potenten neuen Geräte wird gedämpft durch eine Warnung der
Verbraucherzentrale, die größte Verbraucherorganisation in den USA. Die
Zentrale befand, dass die neuen Geräte extrem laut und eine Gefahr für das
Gehör sind.
Ein Test von 10 verschiedenen Geräten, durchgeführt
von der Verbraucherzentrale, zeigte, dass die Ohren bei hoher Umdrehungszahl
des Gerätes durchschnittlich 104 dB ausgesetzt sind. Das ist, laut
Verbrauchermagazin, weitaus lauter als Standard-Bohrgeräte und ebenso laut
wie Motorsägen, und liegt weit über den 85 dB, die als Grenze gelten und
bei deren Überschreitung die Verbraucherzentrale Ohrschutz empfiehlt.
Warnungen bezüglich des Gehörschutzes sind im Handbuch des Bohrgerätes
nahezu unauffindbar.
Die
Verbraucherzentrale unterstrich, dass laut nationaler Gesundheitsbehörde
bloß eine Minute bei 110 dB ausreicht, um permanente Schwerhörigkeit
hervorzurufen und dass die Behörde empfiehlt, sich nicht länger als 15
Minuten ungeschützt einem Lärmpegel von 100 dB auszusetzen.
Die Verbraucherzentrale kam zu folgendem Ergebnis:
“Bis leisere Modelle auf den Markt kommen, glauben wir, dass die
Hersteller Lärmwarnungen auf die Verpackung und auf das Produkt anbringen
und ein Paar Ohrstöpsel hinzufügen sollten.”
Quelle:
Consumer Reports, Dezember 2005
Fundstelle: hear-it.org
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Hören
und Einkommen
In Armut lebende Familien haben ein höheres Risiko,
schwerhörige Kinder zu bekommen. Die Anzahl der Kinder, die mit Hörverlust
zur Welt kommen ist bei armen Familien ungefähr vier Mal größer als bei
gut gestellten Familien, so eine schottische Studie an 105.000 Kindern
Die
Kinder wurden in sieben verschiedene sozioökonomische Gruppen eingeteilt.
Es wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen Armut und angeborenem Hörverlust
festgestellt. In der niedrigsten Einkommensgruppe kamen 1,72 von 1.000
Kindern mit Hörverlust zur Welt. In der höchsten Einkommensgruppe kamen
nur 0,47 von 1.000 Kindern mit Hörverlust zur Welt.
Die Forscher haben zwei mögliche Erklärungen dafür.
Bei Familien mit niedrigem Einkommen kommen Kinder häufiger zu früh auf
die Welt und haben ein niedriges Geburtsgewicht. Die nachfolgende Behandlung
dieser Kinder kann einen negativen Einfluss auf ihr Gehör haben.
Kinder
in armen Familien können auch ein erhöhtes Risiko von angeborenem Hörverlust
haben, weil Hörschäden in armen Familien stärker vorherrschen.
Die Entdeckung von Hörverlust bei den Kindern und das
Alter, in dem sie ihre ersten Hörgeräte bekommen unterscheidet sich bei
den verschiedenen sozioökonomischen Gruppen nicht.
Die Forscher der Studie empfahlen, dass
Serviceeinrichtungen für Hörgeschädigte besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse
schlechter gestellter Familien richten sollten.
Quelle:
Is deafness a disease of poverty? The association between socio-economic
deprivation and congenital hearing impairment, International Journal of
Audiology 2004, Nr. 3
Fundstelle: hear-it.org
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